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Hinter der Maske leben

Im Karneval und Fasching macht es Spaß, eine Maske zu tragen und sich bis zur Unkenntlichkeit hin zu verkleiden. Und als Kölner habe ich für Karneval immer etwas übrig. In diesen Tagen gehören die Masken schon zum Alltag; genauer gesagt der Mund-Nasenschutz, den wir zur Vermeidung von Coronainfektionen zu vielen Zeiten tragen. Als Brillenträger stehe ich dabei oft wie im Nebel und kann in Geschäften Menschen oder Gegenstände nicht so richtig erkennen. Aber auch ohne Nebel auf der Brille erkenne ich manche Menschen erst auf den zweiten Blick und lerne dabei, wie wichtig die Mund- und Nasenpartie für die Erkennung einer Person ist. Wenn die Maske wirkt Hinter einer Maske zu leben verändert das Leben und die Beziehung. Aber- daran habe ich in diesen besonderen Zeiten keine Zweifel – die Maske ist nötig, um andere und mich vor einer Infektion zu schützen. Sie ist nicht mehr Verkleidung, die ich nach eigenem Gefühl auf- oder absetzen kann. Sie ist Alltagsgegenstand. Ich muss lernen, mit und hinter der Maske zu leben.   Vor allem aber erlebe ich in …

Erntedank

Am vergangenen Sonntag wurde, wie in jedem Jahr am ersten Sonntag im Oktober, in vielen Gemeinden Erntedank gefeiert. In ländlichen Gegenden, in denen die Menschen stärker mit der Natur verbunden sind als die Menschen in der Großstadt, liegt es nahe, Erntekränze zu flechten, Kürbisse und Obst, Kohl und ähnliches in der Kirche zu drapieren und damit deutlich zu machen, dass die Gaben der Natur Geschenke Gottes sind. Dank für die Ernte Der Dank für die Ernte wird wohl in allen Religionen rituell begangenen. Unsere jüdischen Geschwister danken bei unterschiedlichen Feiern für die Ernte: an Mazzot, dem Fest der ungesäuerten Brote; an Schavuot, dem Wochenfest; und schließlich an Sukkot, dem Laubhüttenfest. – Im Christentum ist das Erntedankfest seit dem dritten Jahrhundert bekannt. Im Buch Genesis heißt es im ersten Schöpfungsbericht: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!“ Ältere Übersetzungen lauten: „Macht Euch die Erde untertan.“ Nirgends aber ist davon die Rede, …

In Sicherheit und gefühlt sicher

In Sicherheit und gefühlt sicher

In Sicherheit und gefühlt sicher Sicherheit ist eine Grundsehnsucht des Menschen. Schon als Kind brauchen wir für unsere Entwicklung Sicherheit. In der Nähe der Eltern lernen wir üblicherweise dieses Urvertrauen, dass für unsere Entwicklung so entscheidend ist. Aber auch Jahrzehnte später, als Erwachsene, reagieren wir oft sehr sensibel und ängstlich, wenn unsere gefühlte Sicherheit gestört wird. Ein Datenleck, ein möglicher Hacker-Angriff, wie wir es in diesen Tagen erlebt haben – und schon fühlen sich Menschen mit ihren persönlichen Daten im Internet unsicher. Zuständige Politiker sind herausgefordert, große Programme zu entwerfen und der ganzen Bevölkerung in diesem Bereich mehr Sicherheit zu versprechen. Wenige Tage zuvor waren es noch prügelnde Jugendliche, die vermeintlich das Sicherheitsgefühl vieler Menschen beeinträchtigt haben und zum Teil die gleichen Politiker herausgefordert haben, mit neuen Programmen zu diesem Thema für mehr Sicherheit zu sorgen. Was brauche ich, um sicher zu sein? Was brauche ich, um mich sicher zu fühlen? Die allermeisten Menschen unserem Land werden bei ehrlichem Nachdenken allerdings feststellen, dass ihnen in den letzten Tagen weder prügelnde Jugendliche begegnet sind noch irgendwelche …

„Hast Du ‘ne Macke, dann sei froh!“

In den vergangenen drei Wochen habe ich in der „Gastpriesterwohnung“ der Pfarrei St. Ludgerus auf Norderney meine Ferien verbracht und im Gegenzug die Eucharistiefeiern und einige Gesprächsangebote übernommen. Da ich mich für Architektur interessiere, ist die katholische Pfarrei hier auf der Insel schon etwas Besonderes; denn sie hat zwei Kirchorte, die nur etwa 150 Meter voneinander entfernt sind: die neugotische Kirche St. Ludgerus von 1884 und die Bauhaus-Kirche Stella Maris, die 1930/31 nach den Plänen eines der großen Kirchenbaumeister der zwanzigsten Jahrhunderts, Dominicus Böhm, gebaut wurde und (nebenbei gesagt) die größte Kirche Ostfrieslands ist. Der Altar mit der Macke Während meines Aufenthalts auf der Insel lud Markus Fuhrmann, ständiger Diakon und Pfarrbeauftragter für Norderney, wöchentlich zu Kirchführungen in Stella Maris mit dem Titel „Bauhaus auf Norderney“ ein. Dabei erzählte er unter anderem von der Umgestaltung der Kirche in den Jahren von 2006 bis 2008 durch den Düsseldorfer Architekten Bruno Braun. Dieser hatte auf die ersten Entwürfe Dominicus Böhms zurückgegriffen und die „Prinzipalstücke“ – Stele für den Tabernakel, Ambo mit Osterleuchter, Vorstehersitz und Altar – in …

Zwischen Reset, weiter so und freudiger Rückkehr in den Alltag…

Nach den Wochen des Lockdowns und den anschließenden Wochen mit schrittweisen Lockerungen der Einschränkungen war der Urlaub für mich in diesem Jahr besonders wichtig. Obwohl ich sehr wenig unterwegs war und viele Termine ausgefallen sind, war ich vor dem Urlaub angestrengt und erschöpft. Ähnlich habe ich es bei vielen beobachtet, die zu mir in die Praxis gekommen sind. Deutlich wird dies besonders in den Muskeln, die stärker verfestigt und ermüdet sind, als ich das sonst bei mir kenne. Dauerkontraktionen in Muskulatur Das ist in den Corona-Zeiten eigentlich kein Wunder. Diffuse Gefühle von Angst und Unsicherheit führen leicht auch zu einer Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe der Haut und Unterhaut. Manchmal zieht man sich schon bei Vorstellungen unangenehmer Situationen körperlich zusammen. Diese Kontraktionen verstärken sich in belastenden Lebenssituationen. Es kommt zu negativen Kreisläufen. Je mehr man sich zusammenzieht, desto negativer erlebt man die Welt und erwartet für die Zukunft nur Negatives. Je mehr man nur Negatives denkt und erwartet, desto mehr zieht man sich zusammen und wird dadurch überempfindlich auf die geringsten Reize. Aus der Körpertherapie …

Fünf Vorschläge wie man schwierige Zeiten überstehen kann

Ich merke eigentlich jetzt erst, was diese letzten Monate mich gekostet haben. Wie subversiv die Atmosphäre in mein Leben eindrang und das, obwohl ich im Grunde sehr geschützt lebe. Digital bin ich schon lange unterwegs und an einem üblichen Arbeitsalltag komme ich nur mit wenigen Menschen so in Berührung, dass ich mich anstecken könnte. Doch diese grundsätzliche Atmosphäre des Gefährdetseins, der Besorgnis, der Vorsicht und des Ausweichens machen vor niemanden halt, so sehr man sich auch geschützt weiß.Es waren anstrengende Monate, das kann ich sagen. Deshalb tut mir auch die Sonne und Wärme dieser Tage sehr gut. Und die Leichtigkeit der letzten Wochen ohne große Verpflichtung waren sehr erholsam.Anstrengende Tage kenne wir alle und wir alle haben schon schwere Zeiten durchgemacht. Doch eine solche Zeit kollektiv zu erleben, das ist für uns alle vermutlich neu – außer für die, die den Krieg noch erlebt haben.Und das, was diese Zeit uns allen noch bringen wird, die so genannten Spätfolgen, von denen können wir noch gar nicht sprechen. Es reicht ja auch schon, was jetzt zu spüren …

Zucchini-Bratlinge

Anyone who follows the recipes from the monastery kitchen a little knows that I really like simple recipes with few ingredients. Not because everything else is too complicated for me. It is rather the case that I believe that delicious and special things can be done with just a few ingredients.  Today I have such a simple and brilliant recipe for you again. It is prepared in no time and can be implemented quickly. The possibilities of variation are great. The zucchini patties are my new insider tip that is worth cooking. The ingredients for the basic recipe are actually very manageable. ingredients preparation Ingredients for two people 2 medium-sized zucchini 3 eggs 8 spoons of flour salt, pepper other ingredients can be diced smoked tofu parmesan ham cubes herb tunaZubereitungDie Zucchini mit einer Reibe in kleine Streifen raspeln. Die Eier dazugeben, alles umrühren und dann das Mehl und die Gewürze hinzugeben. Nun kannst Du auch noch weitere Zutaten hinzufügen.Nimm vor allem Zutaten, die einen starken Geschmack haben: Parmesan oder eben geräucherter Tofu, ansonsten werden die Bratlinge zu …

Wie wollen wir leben? 11

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir uns künftig als Menschen selbst verstehen? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Gott war es, der in Christus den ganzen Kosmos, alles Geschaffene, mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Aufgabe machte. (2 Korintherbrief 5,19) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre es, was würde sich ändern, wenn wir Menschen uns selbst nicht mehr von den Unterschieden untereinander, zu den Tieren und allem Geschaffenen her beschreiben, sondern von unserer Einbindung in ökologische Kreisläufe, von der Verbundenheit mit allem Lebendigen und unserer Funktion für das Ganze des gemeinsamen Hauses Erde? Versöhnung ist das Wesen der Schöpfung. Versöhnung: …

Wie wollen wir leben? 12

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wovon wollen wir uns künftig motivieren lassen?   Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? (Matthäus 16,25-26) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre es, wenn wir Lebensglück, nicht Geld anstreben würden? Wie wäre es, wenn Solidarität, nicht Gewinn uns leiten würden? Das Leben in Fülle suchen und ihm mehr Wert geben als allem, was man für sich gewinnen könnte. Und dann das eigene Leben nochmal relativieren und sich einsetzen, damit alle Menschen gut leben können und das …

Wie wollen wir leben? 10

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir künftig mit Menschen umgehen, die straffällig geworden sind? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mann, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns. (Hosea 11,9) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre unsere Welt, wenn wir alles daran setzen würden, dass Menschen, die schuldig geworden sind, lernen zu ihrer Schuld zu stehen, umzukehren, neu anzufangen, wiedergutzumachen und anders zu leben? Wenn wir uns an Gott orientieren, eröffnet der „Heilige in unserer Mitte“ uns Wege jenseits von Zorn, Rache und Vergeltung – ohne dass deshalb …