Alle Artikel in: Brüder

Du brauchst ein Versteck!

Hallo, Valentin hier. Ich weiß, es ist lange her seit meinem letzten Artikel. Aber irgendwie hatte ich zuviel um die Ohren. Glaube ja nicht, eine Katze würde den ganzen Tag nur schlafen und nichts tun! Es ist harte Arbeit, eine Katze zu sein, vor allem, wenn man so bekannt ist wie ich! Ich möchte mich aber noch für die vielen Grüße zu meinem Namenstag bedanken. Es wärmt mein kleines Katzenherz stets sehr, wenn so viele Menschen an mich denken. Auch habe ich zu Weihnachten einige leckere Dinge bekommen und etwas zum spielen.. Ich danke Euch sehr dafür. Ihr seid echte Freunde! Heute möchte ich über das Verstecken sprechen. Das machen wir Katzen ja besonders gerne. Einen schönen Platz suchen, an dem ich nicht gesehen oder gehört werde, aber an dem ich mich wohl fühle. Es ist sowas Schönes, einen sicheren Platz für sich zu kennen, an dem man immer wieder heimkehren kann. Es ist zwar nicht so, dass ich mich unsicher oder bedroht fühle – nein, wirklich nicht. Ich verstehe mich mit meinem Menschen sehr …

Passt schon!

Seit fünf Wochen leben nun mit Bruder Cyprian und Bruder Victor zwei Brüder aus Tansania in der Cella und lernen fleißig Deutsch. Und ich lerne kräftig mit. Zum einen kann ich mein Englisch wieder aufpolieren, wenn es darum geht, manche Dinge und Absprachen zu treffen, die auf Deutsch noch nicht funktionieren. Aber ich lerne auch viel über meine eigene Muttersprache: Dinge, die mir erst auffallen, wenn ich sie erklären soll – und dann irgendwie gar nicht richtig erklären kann. Passt schon! ist eine solche Wortverbindung, bei der man fast verzweifeln kann, wenn man einem nicht Muttersprachler den Sinn dieser Worte nahe bringen will. Bedeutungen wie: Habe ich doch gerne gemacht, bitte schön, kein Problem, nicht der Rede wert, aber auch: Lass mal gut sein, habe ich keine Lust mehr, darüber zu reden, mach da nicht so einen Aufstand draus, kann dieser Satz je nach Kontext bedeuten. Wenn die Chemie stimmt Noch vor gar nicht langer Zeit wurde die Aussage: „Das passt schon“eher für frisch Verliebte gebraucht, und zwar meistens von den Außenstehenden, die beobachtet hatten, …

Wenn etwas dazwischen kommt…

Wenn etwas dazwischen kommt… Wir kennen das alle: Termine werden immer langfristiger abgesprochen (ich habe tatsächlich schon einige Anfragen für das Jahr 2021…) und der persönliche Kalender füllt sich mehr und mehr. Wohl dem, der vorab Auszeiten eingetragen hat. Wir können schließlich nicht immer nur produzieren. Wir müssen manchmal auch regenerieren, durchatmen, neue Luft bekommen, damit die grauen Zellen wieder arbeiten können. Ich habe selber schon erlebt, was es bedeutet, wenn ich mir solche Regenrationszeiten nicht reserviere: ich bin abgespannt, werde schnell müde, die Energie fehlt – eine Folge davon ist, dass ich meinen Mitmenschen immer weniger gerecht werde, weil ich angespannt bin und auch manches Mal brüsk reagiere. Wer mir nach meinen wirklich entspannenden und Kraft gebenden Sommerferien begegnet ist, wird vielleicht gedacht haben: „Der ist ja gut drauf!“ – Tatsächlich habe ich mich im vergangenen Sommer sehr erholt und gedacht, ich könne Vieles problemlos stemmen. Aber dann… Es meldete sich der Körper – und zwar zu einer Zeit, die ungünstiger nicht hätte sein können: Eine Woche vor Weihnachten (ich war einer Einladung zu …

6 Tipps für Deine Selbstentwicklung

6 Tipps für Deine Selbstentwicklung

6 Tipps für Deine Selbstentwicklung Kann man menschliche Entwicklung und Spiritualität voneinander trennen? Kann man sich zwar geistlich nennen, fromm und gebetsfreudig sein, aber nicht an sich arbeiten? Nein, natürlich nicht. Glauben und Spiritualität erfordern es, dass wir ständig an uns arbeiten. Wir werden immer wieder aufgefordert, ganz ehrlich auf unser Leben zu blicken und zu schauen, wo es noch Potential zur Weiterentwicklung gibt. Es reicht dabei nicht einfach festzustellen, dass ich bspw. ein Sünder bin – das kann nur ein erster Schritt sein. Der ist natürlich wichtig und sogar notwendig, doch wer dabei stehen bleibt, der entwickelt sich ja nicht weiter. Glaube ist ja nicht etwas wie Sport, wo ich eine Fähigkeit gezielt eintrainiere, die ich aber außerhalb meiner Sportart eigentlich kaum brauche. Oder anders formuliert: Wer gut golfen kann oder Fußball spielen, der muss nicht unbedingt ein höflicher und engagierter Mensch sein – das kann man immer wieder in Zeitungen nachlesen, wenn insbesondere junge Sportler einen immensen Mangel an wirklicher Persönlichkeit vermissen lassen. Für Sportler muss aber der Sport nicht deckungsgleich mit dem …

Die Bahn -. meine Lehrmeisterin

Die Bahn – meine Lehrmeisterin

Die Bahn – meine Lehrmeisterin Man kann es nicht ändern! So ist das Leben halt! Wir möchten uns für alle Unannehmlichkeiten entschuldigen! So ist das halt! Ich sitze im Zug – Rückfahrt Düsseldorf nach Hannover. Eigentlich keine große Sache, nichts Aufregendes. Einsteigen, losfahren, etwas arbeiten und dann ankommen. So dachte ich es mir und so wäre es auch schön gewesen. Doch schon auf meiner Hinfahrt – wie so oft schon, funktioniert das W-LAN nicht. “Dann halt nicht!” könnte man sagen. Doch ich nutze diese Zeit im Zug immer auch als Arbeitszeit. Zeit ist ein kostbares Gut und deshalb fahre ich ungern mit dem Auto, denn das ist vertane Zeit. Im Zug kann ich sehr gut arbeiten, kann Artikel schreiben, Emails beantworten, Mindmaps erstellen und Konzepte entwickeln. Und dann das! Das schlimmste ist gar nicht, dass ich nicht ins Netz kann. Das kann ich verkraften, dann schreibe ich halt einen Artikel, wie diesen hier. Der entsteht genau jetzt, wo ich im Zug Richtung Hannover sitze und mir überlege, was ich jetzt machen soll. Das Schlimmste ist, …

Gott lässt meine Seele ruhig werden – reloaded

Gott lässt meine Seele ruhig werden Während ich diese Zeilen schreibe, scheint der Sommer sich in den Urlaub verabschiedet zu haben. – Natürlich es gab auch schöne warme, und sogar auch heiße Tage (ganz so, wie ich es liebe!), aber der seit Tagen anhaltende Dauerregen zieht mich ganz schön runter… Dabei benötigt der Körper doch das wärmende Licht der Sonne, um aufzutanken und sich für den nächsten Winter zu wappnen, der mit Sicherheit wieder kommt. Abgesehen davon: anders als in Niedersachsen, wo die Sommerferien sich langsam dem Ende zuneigen, fahren andere Menschen ja jetzt erst in wohlverdienten den Urlaub. Für mich selbst steht die Erholungszeit auch noch bevor. Auch wenn es mich eher in die warme Sonne zieht, werde ich in diesem Jahr im Münsterland auf das Haus von Freunden aufpassen. Die Psalmen: Begleiter durch das Jahr und Begleiter im Urlaub Nachdem ich vor vier Wochen schon geschrieben habe, dass ich mich in diesem Urlaub mit zwei Psalmen beschäftigen möchte, eben Psalm 18 und Psalm 114, ist in den vergangenen Tagen noch ein dritter hinzugekommen, …

In Sicherheit und gefühlt sicher

In Sicherheit und gefühlt sicher

In Sicherheit und gefühlt sicher Sicherheit ist eine Grundsehnsucht des Menschen. Schon als Kind brauchen wir für unsere Entwicklung Sicherheit. In der Nähe der Eltern lernen wir üblicherweise dieses Urvertrauen, dass für unsere Entwicklung so entscheidend ist. Aber auch Jahrzehnte später, als Erwachsene, reagieren wir oft sehr sensibel und ängstlich, wenn unsere gefühlte Sicherheit gestört wird. Ein Datenleck, ein möglicher Hacker-Angriff, wie wir es in diesen Tagen erlebt haben – und schon fühlen sich Menschen mit ihren persönlichen Daten im Internet unsicher. Zuständige Politiker sind herausgefordert, große Programme zu entwerfen und der ganzen Bevölkerung in diesem Bereich mehr Sicherheit zu versprechen. Wenige Tage zuvor waren es noch prügelnde Jugendliche, die vermeintlich das Sicherheitsgefühl vieler Menschen beeinträchtigt haben und zum Teil die gleichen Politiker herausgefordert haben, mit neuen Programmen zu diesem Thema für mehr Sicherheit zu sorgen. Was brauche ich, um sicher zu sein? Was brauche ich, um mich sicher zu fühlen? Die allermeisten Menschen unserem Land werden bei ehrlichem Nachdenken allerdings feststellen, dass ihnen in den letzten Tagen weder prügelnde Jugendliche begegnet sind noch irgendwelche …

Stress lass nach

Stress, lass nach…

Stress, lass nach… „Ist es bei Ihnen auch so schlimm vor Weihnachten“, wurde ich in den letzten Tagen häufiger gefragt. Meistens schließt sich an diese mitleidsvolle Frage auch gleich der Jammer an, wie stressig die Adventszeit gerade wieder ist. Und tatsächlich könnte ich problemlos in diese Klage einstimmen: In der Winterzeit ist die Praxis deutlich voller, im Kloster gibt es viel mehr Dinge vorzubereiten, in der Verwaltung ist der Jahresabschluss vorzubereiten – die Liste ließe sich fast beliebig verlängern. Also der echte „Advents-Stress“. Allein dieses zusammengesetzte Wort hat im tiefsten Sinne etwas Antagonistisches. Stress ist körperlich gesehen eine Notfallreaktion, die uns befähigt Auseinandersetzungen mit einer Gefahrensituation gut bestehen zu können. Advent ist eigentlich eine Zeit des Wartens auf die Ankunft des Erlösers. Da sollte uns doch überhaupt keine Gefahr drohen – ganz im Gegenteil. Der vererbte Schutzmechanismus Theoretisch alles klar –  und doch kennen viele in diesen Tagen die körperlichen Erfahrungen von Anspannung und Belastung. Der Körper reagiert wie bei Gefahr. Diese Gewohnheit hat der Mensch seit vielen Tausenden von Jahren erlernt und bewahrt. Hormone …

Auf ein Neues!

Auf ein Neues! Oder: alle Jahre wieder. Zum sechsunddreißigsten Mal – seit ich im Kloster bin – habe ich in der vergangenen Woche die Bändchen in meinen liturgischen Büchern von hinten nach vorne gelegt; denn mit dem Ersten Advent hat ja wieder einmal ein neue Kirchenjahr begonnen. Dabei kündigt sich die Advents- und nahende Weihnachtszeit schon seit Wochen an: die Gänge in den Supermärkten sind enger als sonst, weil viele zusätzliche Regalelemente ausgestellt sind, die Gebäck, Printen, Christstollen und Adventskalender enthalten. Und die Weihnachtsmärkte haben auch schon geöffnet… Was feiern wir eigentlich im Advent? Liturgie-theologisch ist der Advent eine Vorbereitungszeit in doppelter Hinsicht: Vom ersten Adventssonntag bis zum 16. Dezember hören wir in der Liturgie endzeitliche Texte, zum Beispiel von alttestamentlichen Propheten und Texte über Johannes den Täufer mit seinen Mahnungen zur Umkehr und Buße. Vom 17. bis 24. Dezember wird dagegen der Blick auf die Verheißung der Geburt Christi gelenkt und auf Maria und Josef. Die Vermischung der beiden Bedeutungen der „Ankunft Christi“ erklärt sich aus unterschiedlichen Traditionen im Lauf der Jahrhunderte: So gab …