Alle Artikel in: Brüder

Wie geschieht Erlösung?

Wie geschieht eigentlich Erlösung?

Eine berechtigte Frage in der Karwoche.Hast Du darüber schon einmal nachgedacht? Der Arbeitsplatz des Erlösers oder der Erlöserin scheint in dieser Welt derzeit vakant zu sein und sucht noch nach Bewerberinnen und Bewerbern. Dass sich das schwierig gestaltet, wissen wir alle, denn man weiß nicht einmal, wie man die Tätigkeitsbeschreibung formulieren soll. Gewiss würde einiges an Gratifikation warten und Dankbarkeit und Ehrerbietung wären der Kandidatin oder dem Kandidaten sicher.Aber noch wissen wir ja nicht einmal, was Erlösung ist, wie sie funktioniert und was man dafür können muss, um mit Fug und Recht Erlöser oder Erlöserin genannt zu werden. Oper als inszenierte Erlösung Vielleicht hilft es, sich einige Ideen aus einem anderen Bereich zu holen.Den Brettern, die die Welt bedeuten, ist ja bekanntlich nichts Menschliches fremd. Erst Recht nicht, wenn dabei auch noch gesungen wird. In einer Oper erwartet man Liebe, Leidenschaft, Mord und Intrige und Verdammnis – ja, und dann hoffentlich auch Erlösung. Natürlich gibt es auch die komödiantischen Opern, die uns einen vergnüglichen Abend bereiten. Doch scheinen mir die dramatischen Werke doch zu überwiegen …

Wenn die Nase voll ist

Wenn die Nase voll ist

Zusammen mit dem schönen Wetter der letzten Tage hat bei vielen Menschen auch die Heuschnupfen-Saison begonnen. Die Nase läuft, die Augen brennen, Husten und Räuspern kommt dazu. Wie sehr die Nase mit dem Wohlbefinden zusammenhängt, konnte ich den in den letzten Tagen wieder deutlich spüren. Auch meine Nase war mehr mit Schleim als mit Luft gefüllt und besonders morgens nach dem Aufstehen hatte ich große Mühe, meinen Nasenweg wieder für die Atmung freizubekommen. Wenn auf dem Nasenweg bis zum Riechzentrum viel Schleim ist, dann bleiben die eingearbeiteten Partikel sozusagen in der Nase hängen. Sie kommen gar nicht bis zum Riechzentrum und können überhaupt nicht ausgewertet werden. Dann kann ich nicht richtig riechen und auch nicht richtig schmecken – denn die wichtigsten Informationen zum Geschmack meiner Nahrung liefert ebenfalls die Nase. Indikator für Ärger und Stress So bin ich in diesen Tagen besonders an meiner Nase hängen geblieben und das im doppelten Sinne des Wortes. Unsere Sprache hat viele Redewendungen, die mit der Nase zu tun haben: Ich hab die Nase voll. Meistens sage ich das …

Die Fastenzeit (II)

Bereits vor vier Wochen habe ich hier über die Fastenzeit geschrieben. Dabei ging es vor allem um das Fasten selbst. In diesem Beitrag soll es um etwas ganz anderes gehen: nämlich über die Freude… Freue dich, Jerusalem Der vergangene vierten Fastensonntag bietet Anlass für eine liturgiegeschichtliche Erklärung: Unsere evangelischen Schwestern und Brüder bezeichnen die Sonntage in der Regel mit lateinischen Worten, zum Beispiel: „Esto mihi“, „Iudika“ und „Laetare“. Diese Worte sind die Eingangsworte des lateinischen Eröffnungsgesangs, dem Introitus der Gregorianik. Und am vierten Fastensonntag lauten diese Worte „Laetare, Ierusalem“ – „Freue dich, Jerusalem“. (Parallel dazu beginnt der Introitus am dritten Advent mit den Wort „Gaudete“ – ebenfalls: „Freue dich“.) Beide Sonntage liegen ungefähr in der Mitte der Vorbereitungszeit auf das jeweilige Fest Weihnachten beziehungsweise Ostern hin. Die Freude – auch in der Fastenzeit Dass man sich in der Adventszeit auf Weihnachten freut, macht Sinn. Die Fastenzeit aber als eine Zeit der Freude zu definieren, ist ein wenig schräg. Und dennoch wird dies in den Orationen dieser Wochen oft thematisiert: die Freude auf Ostern hin. Der …

Kennst du Deine Homezone?

Kennst du Deine Homezone? Hallo, Valentin hier. Ich muss immer noch an Silvester denken. Findest Du Silvester auch so blöd? Ich verstehe nicht, warum Ihr Menschen immer so viel Krach machen müsst. Zugegeben, die Lichter am Himmel sind schön anzusehen, aber zu Zeiten, wo jede vernünftige Katze schläft, sollte man doch ruhiger sein, oder? Aber wir haben es mal wieder geschafft, Othello und ich. Und das neue Jahr fühlt sich inzwischen ganz gut an. Ich habe irgendwie eine gute Zeit. Wir haben eine wunderbare neue Kuscheldecke bekommen, auf der ich manchmal liegen darf. Sehr kuschelig, sehr angenehm, sehr wärmend. Und auch sonst läuft es ganz rund. Ich fühle mich wohl in meinem Fell und genieße den Tag. Ich habe gehört, dass sich manche Menschen etwas für die Fastenzeit vornehmen und da habe ich überlegt, ob ich das auch mache. Katze in der Fastenzeit Zuerst dachte ich, vielleicht sollte ich ein oder zwei Kilo abnehmen, aber dann spürte ich, dass das keinen Spaß macht. Weniger schlafen macht auch keinen Sinn. Aber jetzt habe ich es: Ich …

Spaghetti-Salat, den alle lieben

Wer will schon immer Salat mit einer fettigen Mayonnaise-Sauce? Viele wollen inzwischen ein viel leichteres Dressing, das uns nicht jahrelang auf den Hüften erhalten bleibt. Außerdem fühlt es sich einfach besser an, nichts Schweres im Magen zu haben. Die Kunst ist es, auch ohne reichlich Fett oder Öl für einen guten und kräftigen Geschmack zu sorgen. Und da kommt dieser Salat gerade recht. Er wird Dich nicht nur wegen seiner Einfachheit, sondern auch wegen seines Geschmacks absolut begeistern. Wir haben ihn getestet und einhellig für gut befunden. Also: Unbedingt nachmachen! Spaghetti-Salat Zutaten für 4 Personen250 gr. Spaghetti (ich habe übrigens Spirelli genommen, ist einfach leichter zu handhaben)2 Stangen Porree1 Tasse Sonnenblumenkerne1/4 Flasche Sojasauceetwas Öl zum RöstenCurry-PulverKurkuma (wahlweise) Zubereitung1. Zunächst die Nudeln nach Packungsanleitung kochen2. Während die Nudeln kochen, die Sonneblumenkerne in etwas Öl rösten (dürfen ruhig etwas dunkler werden)3. Porree waschen und in Scheiben schneiden. Wenn die Sonnenblumenkerne geröstet sind, den Porree in der gleichen Pfanne mit zusätzlich etwas Öl leicht anbraten und dann den Deckel darauf, damit alles gar dünstet.4. Sonnenblumenkerne und gedünsteten Porree …

Fühlst Du schon und denkst Du noch?

Eine Möbelkette hatte diesen Satz mit anderen Verben bekannt gemacht. Und immer wieder, meistens zum Spaß, fülle ich diesen Satz mit neuen Verben: Fühlst Du schon oder denkst Du noch. Manchmal auch: Glaubst Du noch oder fühlst Du schon. Mir passiert das meistens in Situationen in der Praxis. Da bitte ich die Patienten häufig, den eigenen Körper oder die eigene Stimme wahrzu-nehmen und ihre Wahrnehmung zu beschreiben. Besonders in den ersten Therapieeinheiten fällt das manchen Menschen gar nicht leicht. Und dann bekomme ich beispielsweise Antworten wie: „Bestimmt ist meine linke Seite heute wieder angespannter als die rechte Seite.“ Manchmal vermute ich dann, dass mein Patient sich vor allen Dingen gut gemerkt hat, was ich in der letzten Therapie gesagt habe – aber leider nicht, wie ich es gewünscht hatte, in seinen Körper gespürt hat. Manche sagen dann auch ganz spontan: „Ich glaube, meine linke Seite ist angespannt.“ Auch bei einer solchen Antwort versuche ich natürlich, genau zu erkennen, welche Bedeutung hinter diesem „ich glaube“ steht. Und manchmal ist in diesem Kontext die Bedeutung von „ich …

Die Fastenzeit

„Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit.“ So beginnt der heilige Benedikt das 49. Kapitel seiner Regel, um gleich in den nächsten beiden Sätzen zu relativieren: „Dazu aber haben nur wenige die Kraft. Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit auf unser Leben achten und gemeinsam in diesen heiligen Tagen die früheren Nachlässigkeiten tilgen.“ ( RB 49,2f). Und etwas weiter unten führt er aus: „Gehen wir also in diesen Tagen über die gewohnte Pflicht unseres Dienstes hinaus durch besonderes Gebet und durch Verzicht beim Essen und Trinken.“ (RB 49,5). Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit, dazu aber haben nur wenige die Kraft. Benedikt von Nursia Verzicht auf Speise und Trank Der Verzicht auf Speise und Trank wurde in vielen alten Kulturvölkern aus religiösen Motiven praktiziert. Da verwundert es nicht, dass auch das Alte Testament im Fasten einen Ausdruck der Trauer und Buße sowie der Intensivierung des Gebets sieht. Vor allem aber diente das Fasten als Vorbereitung auf besondere …

Lebensgeschichte als Ressource

Deine Lebensgeschichte als Ressource – 8 Ideen

Deine Lebensgeschichte als Ressource Das Leben hält wahrlich viel für uns bereit. Im Laufe unseres Lebens kommen zahlreiche Erfahrungen auf uns zu. Vor ein paar Tagen hatte ich Geburtstag und ein solcher Tag ist für mich immer Anlass, genau darüber nachzudenken. Was hat mir das Leben gebracht? Woraus lebe ich? Gibt mir mein bisheriges Leben Rückenwind oder nimmt es mir Kraft und Energie? Es sind Fragen, die man sich meistens nicht mit 16 oder 20 stellt. Erst wenn man beginnt, Geschichte zu haben bzw. wenn man sein bisheriges Leben als Geschichte erlebt und wahrnimmt, kommen solche Fragen und Gedanken. Eine Kindheit kann schlimm sein, dennoch! Viele Menschen hadern mit ihrem Leben. Vieles ist geschehen: miserable Kindheit, schlechte Eltern, üble Schulkollegen, unterdurchschnittliche Lehrer, einen Partner zum Weglaufen, der Arbeitsplatz zum übel werden, kein Geld, Krankheit, na, fehlt noch etwas? Vielleicht hast du nur einen Extrakt davon erlebt (ich hoffe es), aber viele haben genügend Gründe, die Vergangenheit als besonders dunkel und schlimm zu beschreiben. Ich will hier nichts wegwischen und schön reden: vieles ist schlimm gewesen …