Alle Artikel in: Brüder

Eine Hand, die mich hält

Eine Hand, die mich hält Ein kleines Kind schreit, da kommt ein lieber und dem Kind vertrauter Mensch – häufig die Mutter – nimmt das Kind auf den Arm. Und das Kind hört auf zu schreien, wird ruhig. Eine bekannte Situation, die ich oft erlebt habe. Ich muss zugeben, dass ich mich nicht wirklich erinnern kann, wie meine Mutter oder mein Vater mich auf den Arm genommen haben. Aber wenn ich alte Fotos anschaue, die mich als Baby in den Armen meiner Eltern zeigen, dann entstehen in mir bis heute diese Gefühle von „auf Händen getragen sein“. Jetzt bin ich manchmal in der umgekehrten Situation, darf ein mir vertrautes Kind in den Arm nehmen, es trösten und wieder in die Ruhe bringen. Die Hand, ein Wunderwerk der Schöpfung Dabei sind es vor allen meine Hände und eigentlich nur in ihrer Verlängerung auch die Arme, die mir diese tragende Rolle im Leben eines anderen ermöglichen. Immer wieder bewundere ich die Genialität der Hände. Fast die Hälfte der Knochen eines Menschen befindet sich in den beiden Händen. …

Flammkuchen-Teilchen

Flammkuchen-Teilchen

Flammkuchen-Teilchen Zutaten 1 Pck. Blätterteig zum ausrollen aus dem Kühlfach 1 Bund Frühlingszwiebeln 1 Pck. Schinken gewürfelt 1 Becher saure Sahne 1 Pack. geriebener Käse Salz, Pfeffer Zunächst rollst Du den Blätterteig aus und schneidest die große Platte in ca. 10 – 12 kleinere Teilchen. Die Seiten der Teilchen schlägst Du ein und drückst sie fest, damit sie sich nicht wieder lösen. So schaffst Du einen Rand für die saure Sahne. Die saure Sahne schmeckst Du mit Salz und Pfeffer ab – aber nicht zu viel Salz, da der Schinken ebenfalls salzig ist. Danach gibst Du mit einem Teelöffel etwas von der sauren Sahne auf die Teilchen, es kommen die in kleine Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln darauf, der Schinken und zum Schluss der geriebene Käse. Alles kommt auf ein Backblech und wird entsprechend der Angaben auf der Verpackung des Blätterteigs gebacken. Die Teilchen schmecken sowohl warm als auch kalt und können daher gut vorbereitet werden. Lass es Dir schmecken.

Beständig ist mir der Herr vor Augen

Beständig ist mir der Herr vor Augen Als ich Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachmachte, besuchte ich zum ersten Mal mein jetziges Heimatkloster, die Abtei Königsmünster in Meschede. Ich erinnere mich noch gut an diesen ersten Gastaufenthalt vor nunmehr fast vierzig Jahren: Unter anderem war ich von der faszinierenden Architektur der Abteikirche beeindruckt. Mehr noch aber fesselte mich damals das gesungene Stundengebet der Mönchsgemeinschaft. Zwar hatte ich mich schon mit den Psalmen beschäftigt, aber ein ganz besonderer Psalmvers, der als Antwortgesang auf die Kurzlesung in einem Mittagsgebet gesungen wurde, ging mir dabei unter die Haut: Beständig ist mir der Herr vor Augen; er steht mir zur Rechten, nie werde ich wanken.“ (Ps 16,8) „Das ist es!“, dachte ich damals. Die Vorstellung, in der ständigen Gegenwart Gottes zu leben, empfand ich als erstrebenswertes Ziel. Inzwischen, 33 Jahre nach meinem Klostereintritt, weiß ich, dass dies ein Ziel ist, auf das ich mein Leben lang zugehen werde… Ein Leben der Gottsuche Der heilige Benedikt schreibt in seiner Regel, dass das …

10 Menschen, die mich in meinem Leben inspiriert haben

10 Menschen, die mich in meinem Leben inspiriert haben

10 Menschen, die mich in meinem Leben inspiriert haben Ich halte Inspiration für die einzige mögliche Art der Weiterbildung und der Förderung eines Menschen. Warum? Weil ich glaube, dass innere Veränderung nicht durch ein äußeres Ereignis geschieht, sondern ein äußeres Ereignis setzt innere Suchprozesse in Gang und daraus ergibt sich ein vielleicht neues Verhalten. Der “Nürnberger Trichter”, der davon ausgeht, dass man Wissen in einen Menschen hineinschaufeln muss, ist ein Irrtum. Zwar kann man natürlich einiges an Fakten aufnehmen und abspeichern. Das allein ist aber noch kein Lernen – Lernen ist immer eine Verhaltensänderung, sagte mein Pädagogiklehrer vor über 30 Jahren. Damit aber kommt Inspiration zum Zuge, denn dabei werden Gedanken aufgenommen, die neue, eigene Gedanken evozieren und es entsteht bestenfalls eine Linie von weiteren Gedanken, Ideen und Einsichten, die zu einer neuen Haltung führen und damit letztlich zu neuem Verhalten. Zugleich kommt dem Lernenden als Subjekt eine entscheidende Rolle zu. Aber das wissen wir ja alle: Wer nicht lernen will, wird es auch nicht. Man kann niemanden zwingen zu lernen. Der Mensch ist frei …

Exerzitien

EDEKA-Exerzitien

EDEKA-Exerzitien Einkaufen ist für viele eine lästige Pflicht, etwas, was man machen muss. Wer kommt schon auf die Idee, im täglichen oder wöchentlichen Einkauf die Chance zu einer spirituellen Übung zu sehen? Zwischen Butter und Gouda, zwischen veganem Käse und Sülze im Glas, was kann da schon spirituell sein? Ich bin selber mitverantwortlich für den Einkauf und vollbringe diese Aufgabe mehrmals die Woche. In der Nähe der Cella gibt es einen EDEKA-Markt, der immer wieder Anlaufpunkt für die eine oder andere Sache für unseren Haushalt ist. Ich mache mit mir, dem Personal, den Miteinkäufern und den Waren ganz unterschiedliche Erfahrungen. Diese Erfahrungen haben mich dazu angeregt darüber nachzudenken, ob Einkaufen nicht auch für spirituelle Exerzitien genutzt werden kann – immerhin sind wir ein Stadtkloster und damit gehört die ganze Stadt zu unserer Klausur, also auch der EDEKA-Markt. Meine Erfahrung mit dem Einkauf wechselt zwischen lustvollem Vollbringen und lästigem Vollzug. Mal nerven mich die aus Langeweile Einkaufenden, mal amüsieren sie mich, mal kann es an der Kasse nicht schnell genug gehen, mal bin ich die Ruhe …

Bitte berühren!

Bitte berühren! Mit Feingefühl vom Handschlag zum Händchenhalten… Wo gibt es denn so etwas, ein Schild mit der Aufforderung: „Bitte berühren“? Vielleicht auf einem Erlebnispfad im Wald oder in einem Kinderspiel. Viel häufiger begegne ich in meinem Alltag Schildern mit der gegenteiligen Aufforderung: „Bitte nicht berühren“. In unserer Gesellschaft ist die Berührung mit der Hand als Form der Begrüßung etwas ganz Normales. Üblicherweise berühren wir uns mit den Händen, mit den Handinnenflächen zur Begrüßung. Und auch bei näheren oder intimeren Formen der Begrüßung wie der Umarmung oder dem Kuss ist es üblich, dass ich zunächst mit der Hand mein Gegenüber berühre. Muss ich mich schützen? Die Innenflächen der Hand gehören bei uns Menschen zu den besonders differenzierten Arealen für die Sinneswahrnehmung. Im groben Bereich wird in der Berührung sofort entschieden, ob irgendeine Bedrohung vorliegen kann. Die Mediziner sprechen von der protophatischen  Wahrnehmung. Dies sind insbesondere Meldungen der Temperatur und des Schmerzes, wie bei einer heißen Herdplatte oder einem scharfen Gegenstand. Mit der Wahrnehmung kann ich entscheiden, ob ich meine Hand und meinen Körper besser schützen …

Sinn von Einsamkeit

Der tiefe Sinn von Einsamkeit – reloaded

Der tiefe Sinn von Einsamkeit Wer ist schon gerne alleine? Wir werden in eine Familie hineingeboren, werden von Anfang an umsorgt und gehegt und gepflegt – werden Teil einer mehr oder weniger kleinen Gemeinschaft und fühle uns dort hoffentlich pudelwohl. Dann geht es in den Kindergarten – auch hier schön eingeteilt in Gruppen – Spielecke, Puppenecke, immer schön zusammen spielen. Steht ein Kind irgendwo allein und das häufiger, wird gefragt, was hat es denn – “Bedrückt Dich etwas?” Und weiter geht es in die Schule – auch hier Klassengemeinschaften, Klassensprecher, Ausflüge, Klassenparties und Abi-Streiche und anschließend der große Ball, das Trauern, wenn man auseinandergeht, weil die schöne Gemeinschaft vorbei ist. Und in den Jahren davor lernte man das Verliebtsein, den Schmerz der Trennung und die Suche nach neuen Beziehungen. Nicht wenige, die damit nicht Schritt halten konnten, die mehr allein als zusammen mit anderen waren, die in Einsamkeit ertranken – sie landen bei Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen, in psychiatrischen Kliniken, ja, und nicht selten in Notfallambulanzen. Können wir vom Sinn der Einsamkeit sprechen? Hat Einsamkeit überhaupt einen …

Gott lässt meine Seele ruhig werden

Gott lässt meine Seele ruhig werden Während ich diese Zeilen schreibe, scheint der Sommer sich in den Urlaub verabschiedet zu haben. – Natürlich es gab auch schöne warme, und sogar auch heiße Tage (ganz so, wie ich es liebe!), aber der seit Tagen anhaltende Dauerregen zieht mich ganz schön runter… Dabei benötigt der Körper doch das wärmende Licht der Sonne, um aufzutanken und sich für den nächsten Winter zu wappnen, der mit Sicherheit wieder kommt. Abgesehen davon: anders als in Niedersachsen, wo die Sommerferien sich langsam dem Ende zuneigen, fahren andere Menschen ja jetzt erst in wohlverdienten den Urlaub. Für mich selbst steht die Erholungszeit auch noch bevor. Auch wenn es mich eher in die warme Sonne zieht, werde ich in diesem Jahr im Münsterland auf das Haus von Freunden aufpassen. Die Psalmen: Begleiter durch das Jahr und Begleiter im Urlaub Nachdem ich vor vier Wochen schon geschrieben habe, dass ich mich in diesem Urlaub mit zwei Psalmen beschäftigen möchte, eben Psalm 18 und Psalm 114, ist in den vergangenen Tagen noch ein dritter hinzugekommen, …

Morgenritual – an fünf Fingern abgezählt

Morgenritual – an fünf Fingern abgezählt Der Morgen hat es ja immer irgendwie in sich. Es gibt die Morgenmuffel, die Kaffeejunkies, es gibt die Jogger und die Langschläfer, die Lass-mich-in-Ruhe-Menschen und die Ich-rede-gerade-morgens-viel-Mitbewohner. es gibt die Teetrinker, die Müsliesser, die Brötchenfreunde und die Zeitungsleser… kaum eine Tageszeit bringt so viele Typologien hervor, in kaum einer Tageszeit werden so viele Eigenarten gelebt. Der Morgen hat es in sich, denn er bereitet uns auf den Tag vor und auf all das, was auf uns wartet – manches wissen wir, manches bleibt Überraschung (gute oder schlechte). Mönche lieben den Morgen Schon die frühen Mönche wussten, dass der Morgen einen eigenen Zauber hat. Ihn völlig zu verschlafen, kam ihnen nicht in den Sinn, ganz im Gegenteil. Die meisten Mönchsväter liebten es sehr früh aufzustehen und erste Psalmen zu rezitieren, zu meditieren oder zu beten. Es ging ihnen um die Stille, die noch über der Welt liegt, das natürliche Schweigen, das man tagsüber oft vergeblich sucht und das Faszinosum, dass der Tag neu erschaffen wird, dass durch das Aufgehen der …

Wenn der Ärger auf den Magen schlägt

Wenn der Ärger auf den Magen schlägt „Das ist mir ganz schön sauer aufgestoßen“ Hin und wieder habe ich diesen unangenehm sauren Geschmack im Mund. Magensäure hat sich wieder nach oben gedrückt und hinterlässt einen unangenehmen Geschmack. Selten passiert mir das, weil ich zu viel Fettiges gegessen habe – solche Speisen mag ich nicht so gerne. Häufiger ist die Ursache, dass ich mich ziemlich geärgert habe über etwas, meistens noch in einer Situation, in der ich meinen Ärger auch nicht äußern konnte. Dann ist der Magen unter Druck geraten. Tatsächlich ist mein Magen wie ein kleiner Tacho für meine Seelenlage. Blähungen oder Druckgefühl kommen meistens nicht wirklich überraschend. Mittlerweile kann ich sie einordnen, denke schmunzelnd: Ach, das hat Dir jetzt doch ganz schön viel ausgemacht. Warum reagiert gerade der Magen auf Stress? Wenn unser Gehirn eine Situation als bedrohlich wahrnimmt, dann meldet es dies an die Nebenniere und die wiederum setzt eine große Menge des Stresshormons Cortisol frei. Das führt dazu, dass die Atmung beschleunigt wird, das Herz schneller schlägt und die Muskulatur durchblutet wird. …