Alle Artikel in: Brüder

Vom Holz herab herrscht unser Gott!

Venantius Fortunatus, der an der Schwelle von der Spätantike zum frühen Mittelalter lebte, hat neben verschiedenen Heiligenlegenden vor allem liturgische Hymnen verfasst. Einer dieser Hymnen begleitet uns im Stundengebet der Karwoche und erklang zunächst in der ersten Vesper des Palmsonntags: „Vexilla regis prodeunt“ – „Ein Königs siegt, sein Banner glänzt.“ Dieser Hymnus offenbart das Paradoxe, das wir in der Karwoche meditieren: Leiden und Tod Jesu Christi, um dann an Ostern seine Auferstehung zu feiern. Gerade in der augenblicklichen Situation kann dieser Hymnus Mut machen. Ein König siegt, sein Banner glänzt:Geheimnisvoll erstrahlt das Kreuz,an dessen Balken ausgerechtim Fleisch des Fleisches Schöpfer hängt. So lautet die erste Strophe dieses Hymnus in der Übersetzung des Benediktinischen Antiphonales. Das Königsbanner, das in der ersten Zeile genannt wird, verweist auf die Königsherrschaft Christi. Diesen Christus verehren wir als wahren Gott und wahren Mensch. Darum sagt der Dichter, dass des Fleisches Schöpfer als Mensch an diesem Kreuz hängt. Geschunden hängt der heil’ge Leib,vom scharfen Speere roh durchbohrt;uns rein zu waschen von der Schuld,strömt Blut und Wasser von ihm aus. Blut und …

Valentins Tipps für die Corona-Zeit

Hallo, Valentin hier!ich gebe ja zu, ich habe mich ein Jahr nicht gemeldet. Der Grund war nicht, dass ich zu viel zu tun hatte – was könnte das auch bei mir sein? Aber mir fiel wirklich nichts ein, worüber ich hätte schreiben können. Blackout, keine Idee. Daher hatte ich mich entschlossen, einfach so lange zu warten, bis ich wieder eine Idee habe. Und siehe da, jetzt habe ich eine.Ihr Menschen steckt ja in einer ziemlich schwierigen Situation. Es muss schwer sein für Euch, das alles auszuhalten, sich auf die eigenen vier Wände zu konzentrieren, sich ständig die Hände zu waschen und mit dem Gefühl der Bedrohung leben zu müssen. Das tut mir natürlich sehr, sehr leid. Aber als ich so darüber nachdachte, kam mir in den Sinn, dass ich als Kater durchaus etwas dazu sagen kann. Ich lebe schon immer innerhalb von vier Wänden und das Putzen, nun, das ist uns Katzen ja in die Wiege gelegt. Und je mehr ich darüber nachdachte, um so mehr fiel mir auf, dass ich Dir einfach ein paar Hinweise geben …

Wie ist das mit dem Reich Gottes?

Welches Verhältnis unterhält das Abendland zu seiner eigenen Religion? Der französische Schriftsteller Emmanuel Carrère stellt die Gretchenfrage: In seinem Buch „Das Reich Gottes“ vertieft er sich in die Anfänge des Christentums und fragt nach der Kraft, mit der es gelang, an Dinge zu glauben, gegen die der Verstand rebelliert und eine revolutionäre Ethik zu vertreten, die den Schwachen zum Starken erklärt. Mal ironisch, mal mit dringlichem Ernst zeichnet Carrère das Fresko einer antiken Welt, die in vielen Zügen unserer heutigen ähnelt – und er begegnet dabei sich selbst. Emmanuel Carrères Buch ist ein Bibelkrimi – aber ein besonderer: Der erste Teil umfasst autobiografische Angaben des Verfassers, die zeigen, warum er sich die Frage stellt, wie es sein kann, dass ein aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts noch gläubiger Christ sein kann. Dann folgt die romanhafte Gegenüberstellung zweier großen Theologen des Christentums in der Beschreibung des Apostels Paulus und des Evangelisten Lukas. Diese Gegenüberstellung haben mir die Paulusbriefe, das Lukas-Evangelium und die Apostelgeschichte neu auf lehrreich-unterhaltsame und zugleich spannende Art nahegebracht. Gleichnisse vom Reich Gottes Gerade im …

Wie ich inneren Frieden finden kann

Wie ich inneren Frieden finden kann

Wie ich inneren Frieden finden kann Als ich vor einigen Jahren an einem Seminar teilnahm, kam es zu einem für mich wichtigen Dialog zwischen einer Teilnehmerin und der Kursleiterin. Bei diesem spirituellen Seminar ging es unter anderem auch darum, wie man sich emotional gut schützen kann, man könnte auch fragen: Wie ich inneren Frieden finden kann. Das war für viele ein sehr wichtiges Thema und auch mich interessierte das sehr. Wer macht nicht immer wieder die Erfahrung, dass andere Menschen in einem viel Wut und Missgunst auslösen, dass Menschen eine Atmosphäre aufbauen, die unangenehm und teilweise sogar aggressiv ist. Im Zug, im Wartezimmer bis hin zum ganz privaten Umfeld kann einem das passieren. Und ohne dass man viel dazu tun muss, dringt diese Atmosphäre in unser Inneres und verdunkelt unsere Stimmung, macht uns traurig, lustlos oder selber aggressiv. Wer mit Menschen arbeitet, wird das besonders gut kennen. Die Teilnehmerin stellte also genau diese Frage, wie kann man sich am besten emotional schützen. Die Antwort darauf hat mich seither nicht mehr verlassen und ist so lebendig …

Die überraschende Leere und die geschenkte Zeit

Durch Zufall lass ich in den letzten Tagen einen Abschnitt über „Die große Leere“ – einen intergalaktischen Leeraum zwischen dem Pulsar Borgia und dem Galaxiencluster Coma Berenices. Schnell war ich dabei an die Grenzen meines physikalischen Verstehens geraten: Wie soll ich mir dreiviertel Quadrillinonen Kubiklichtjahre vorstellen, die dieses schwarze Loch groß ist? Wie den Ort vorstellen, der einfach nur Leere ist? Und gerade diese Leere fasziniert die Forscher sehr – sie wollen verstehen können, was es mit dieser „großen Leere“ auf sich hat. Eine andere Leere hat mich diese Woche ebenfalls überrascht: Nachdem ich alle Termine in meinem Kalender gestrichen hatte, die ich in den nächsten Wochen nicht mehr wahrnehmen kann und soll, ist mein Terminkalender plötzlich leer. Leere im Kalender – seit ich ein Terminkalender führe, habe ich das noch nicht erlebt. Zwischen Entspannung und Verunsicherung Endlich einmal all das wegschaffen, was schon so lange liegen geblieben ist. Endlich einmal die Dinge in Ruhe tun, für die sonst die Zeit fehlt. Das ist zum einen eine schöne Aussicht. Fast wie Urlaub. Aber natürlich ist …

Sonnenblumen - Achtsamkeit

Christliche Achtsamkeit

Achtsamkeit – macht es Sinn, darüber noch einen Blogartikel zu schreiben? Hat nicht inzwischen jeder erkannt, dass Achtsamkeit wichtig ist: ein wenig den Atem spüren und schon ist man dabei und macht Achtsamkeit. Der Boom ist zwar noch nicht zuende, aber hat doch vermutlich seinen Zenit überschritten.Ich will es mit einem Augenzwinkern einmal so formulieren: Wenn Themen bereits im VHS Programm angekommen sind, dann sind sie etabliert. Und Achtsamkeit ist definitiv dort angekommen – und nicht nur dort. Auch in Unternehmen und Betrieben kann man Kurse zur Achtsamkeit finden und die Krankenkassen entwickeln sogar eigene Apps dafür. Ganz schön modern, nicht wahr?Okay, eigentlich ist also alles bereits geschrieben und gesagt worden.Fast! Denn ich glaube, dass wir Achtsamkeit weiter fassen können und müssen. Es geht nicht nur um Stressreduktion, sondern Achtsamkeit hat ja ursprünglich einen spirituellen Hintergrund. Kabat Zinn, ein Therapeut aus den USA, hat in den 70er Jahren aus der buddhistischen Achtsamkeit alles Religiöse herausgenommen, um es als Gesundheitsprogramm für Stressgeplagte anbieten zu können. Das war offensichtlich sehr erfolgreich.Es gab dennoch vielfach Kritik von christlichen …

Chaffle – ein neues Rezept

Chaffle? Ich sehe schon Dein Gesicht und dieser fragende Ausdruck in Deinen Augen. Was um alles in der Welt ist Chaffle? Wieder so ein Modetrend aus den USA? Ich muss zugeben: Ja, das ist es.Ich habe Chaffle erst am Freitag kennengelernt und fand das Rezept zufällig auf einer Webseite in einem aktuellen Post. Und da traf es mich wie ein Blitz. Ich bin ja ein Freund einfacher Rezepte und Chaffle ist – ehrlich gesagt – mehr als einfach, geradezu simpel. Und so habe ich mich am Samstag aufgemacht und habe meine erste Chaffle produziert und war wirklich begeistert. Es gibt in deutschsprachigen Internet übrigens noch nicht so viel zu diesem Trend, aber das wird kommen. Was ist eine Chaffle? Eine Chaffle ist eine Waffel aus Käse und Ei und setzt sich demzufolge aus den Worten Chees und Waffle zusammen. Sie ist hervorragend geeignet für alle, die sich low carb ernähren wollen, denn hier spielen Kohlenhydrate wirklich keine Rolle und das merkt man auch. Wer eine Chaffle isst, wir davon satt, aber nicht pappsatt, weil eben …

Morgenritual – an fünf Fingern abgezählt

Die 5 meistgelesenen Artikel der vergangenen 12 Monate: Platz 2 Morgenritual – an fünf Fingern abgezählt Der Morgen hat es ja immer irgendwie in sich. Es gibt die Morgenmuffel, die Kaffeejunkies, es gibt die Jogger und die Langschläfer, die Lass-mich-in-Ruhe-Menschen und die Ich-rede-gerade-morgens-viel-Mitbewohner. es gibt die Teetrinker, die Müsliesser, die Brötchenfreunde und die Zeitungsleser… kaum eine Tageszeit bringt so viele Typologien hervor, in kaum einer Tageszeit werden so viele Eigenarten gelebt. Der Morgen hat es in sich, denn er bereitet uns auf den Tag vor und auf all das, was auf uns wartet – manches wissen wir, manches bleibt Überraschung (gute oder schlechte). Mönche lieben den Morgen Schon die frühen Mönche wussten, dass der Morgen einen eigenen Zauber hat. Ihn völlig zu verschlafen, kam ihnen nicht in den Sinn, ganz im Gegenteil. Die meisten Mönchsväter liebten es sehr früh aufzustehen und erste Psalmen zu rezitieren, zu meditieren oder zu beten. Es ging ihnen um die Stille, die noch über der Welt liegt, das natürliche Schweigen, das man tagsüber oft vergeblich sucht und das Faszinosum, dass …

Über den Sinn der Fastenzeit

„Potus non frangit ieiunium!“ „Der Trank bricht das Fasten nicht!“ So lautet eine alte Mönchsregel, die das Fasten in den Blick nimmt. – Und doch mögen die am vergangenen Wochenende von manch einem Kater Betroffenen den Aschermittwoch herbeigesehnt haben. Denn spätestens seit dem vergangenen Mittwoch haben wir uns alle geistig und so manch einer von uns auch körperlich auf die Fastenzeit eingestellt. Wenn ich den Begriff Fastenzeit höre, denke ich immer sogleich an Verzicht und Abstinenz und schäme mich innerlich, weil ich die moralischen Forderungen, die mit diesen Begriffen einhergehen, nur selten erfüllen kann… Wie hat sich die Fastenzeit entwickelt und was ist ihr Sinn? Bevor wir in die geschichtliche Entwicklung eintauchen, muss der Name geklärt werden: Die nur im Deutschen übliche Bezeichnung Fastenzeit ist recht unglücklich gewählt, da sie nur einen Teilaspekt dieser Tage und Wochen vor Ostern hervorhebt. Die lateinische Bezeichnung Quadragesima ist da viel sachlicher, bezeichnet sie zunächst doch nur den 40. Tag vor dem Osterfest und dient erst später als Bezeichnung für den gesamten Zeitraum der vierzig Tage. Der andere (seit …

Podcast: Beerdigung für Tiere?

Sollen, dürfen oder können Tiere überhaupt beerdigt werden? Dumme Idee? Oder doch kluger Gedanke? Das ist nur ein Aspekt des Gesprächs, das ich mit Dr. Simone Horstmann aus Dortmund geführt hat. Und beim Hören wirst du merken, wie weit diese Fragen uns führen. Ein lohnendes Unternehmen, darüber nachzudenken in Zeiten, in denen wir über Nachhaltigkeit, Ernährungsweisen und unseren Umgang mit der Natur nachdenken. Was hat die Theologie zu den Tieren zu sagen? Höre jetzt den Podcast und Du wirst vieles Neues erfahren. Übrigens … nicht wundern … Hunde kommen im Interview auch zu Wort …. 😉 Institut für theologische Zoologie, Münster