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Valentin: Wie man mit Kritik umgeht

Valentin: Wie Du mit Kritik umgehen kannst.

 Hallo, Valentin hier. ​Viele meinen ja, jeder Tag wäre für uns Katzen gleich, als würde sich immer alles wiederholen. Aber so ist das gar nicht. Natürlich, wir lieben es, wenn sich unsere Umwelt nicht verändert, der Sessel immer dort steht, wo er eben steht und die Zeiten immer gleich sind. Ich weiß zum Beispiel genau, wann ich etwas zu fressen bekomme und wann es ins Bett geht. Es ist außerdem schön zu wissen, dass ich jeden Morgen um 6.29 Uhr – außer samstags und sonntags und montags – aufstehen kann und es dann gleich losgeht. Dann habe ich nämlich Bad-Dienst, das heißt, dass ich meinem Menschen ins Bad folge und genau beobachte, was er tut. Das ist sehr spannend finde ich. Immer gibt es etwas Neues zu entdecken.Aber ich mag eben auch Variationen. Zum Beispiel nutze ich gerade meine geliebte Hängematte nicht mehr. Ich habe überlegt, sie einfach eine Zeit nicht mehr zu nutzen und nach anderen Möglichkeiten ausschau zu halten, wo ich gut kuscheln kann.  Und in ein paar Wochen, dann tue ich einfach so, …

Genug! – Wann ist es eigentlich genug?

Menschen „ziehen die Reißleine“ und verändern ihr Leben. Sie geben eine verantwortliche Position kurzfristig und plötzlich ab. Wenn es sich dabei um eine Parteivorsitzende handelt, wird das Ganze tagelang medial breit besprochen. Und ich beobachte bei mir selber, wie ich Kommentare und Berichte dazu nachlese und auch irgendwie berührt bin über die Klarheit, die ein Mensch ausstrahlt, wenn er sagt, dass es jetzt genug ist. Die breite Palette zwischenmenschlicher Beziehungen scheint dabei sichtbar zu werden: Worte des Respekts, der Ermutigung zum Durchhalten und zum Zusammenhalt – vielleicht das ein oder andere schlechte Gewissen, durch eigenes Verhalten für diese Entscheidung mitverantwortlich zu sein. Wahrnehmung für das, was mir gut tut Ich musste in diesen Tagen darüber nachdenken, wie ich bei mir selber wahrnehmen kann, wann etwas genug ist. Bei den bekannten Fällen der Tagespolitik hat man den Eindruck, dass etwas nicht mehr stimmig ist, das es nicht mehr auszuhalten ist. Also eher ein: Es reicht – ich mache nicht mehr so weiter. Gibt es denn auch ein positives Gefühl von genug? Eine Wahrnehmung für das, was …

„Was glotzt Du?“

Manchmal hört man diese Frage, wenn man an einer Gruppe von Kinder oder Jugendlichen vorbeigeht. In der Apostelgeschichte steht die gleiche Frage – aber deutlich vornehmer formuliert: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch fort in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“ (Apg 1,11) Was hat es mit der Himmelfahrt Christi auf sich? In den ersten drei Wochen der Osterzeit haben wir in den Gottesdiensten viele Erzählungen gehört, in denen der Auferstandene den Jüngern erschienen ist. Seit dem vierten Ostersonntag lesen wir Abschnitte aus dem Abschiedsreden Jesu, die im Johannesevangelium aufgeschrieben sind.Spannend ist, dass alle vier Evangelisten das Thema Auferstehung, Himmelfahrt und Geistsendung ganz unterschiedlich behandeln:Der Evangelist Lukas schildert die Geistaussendung am fünfzigsten Tag nach Ostern in seinem zweiten Buch, der Apostelgeschichte, als stürmisches Ereignis (vgl. Apg 2) Die Himmelfahrt Christi – zehn Tage zuvor – führt auf diese Geistsendung hin. Aber das ist nur die Sicht des Lukas. Für den Evangelisten Johannes finden Auferstehung …

Wer werde ich als alter Mann sein?

Autofahren habe ich bei Herrn Buxot gelernt. Er hatte seine Fahrschule in Soest in einem Parkhaus mit angeschlossenen Büro- und Wohnräumen. Er war ein verständiger und freundlicher Mann, der mir mit etwas Geduld das Autofahren beibrachte. Und wenn man gezeigt bekommt, wie man lenkt, bremst, kuppelt und schaltet und das alles zur gleichen Zeit oder in der richtigen Reihenfolge, dann bleiben manche grundsätzlichen Lebensweisheiten nicht aus. Auch das Autofahren kann als Metapher für das Leben dienen und dafür muss man sich nicht einmal besonders anstrengen. Ich kann mich beispielsweise daran erinnern, als Herr Buxot mir erklärte, wie man sich als Autofahrer auf der Autobahn verhält. Er sagte mir, dass wir immer dorthin fahren, wohin wir gucken. Und wenn ich einen LKW überholen will, dann soll ich nicht den LKW anschauen, sondern auf die Straße etwa 100 Meter vor mir, denn dort will ich ja hin – wer will schon einen LKW küssen?Das habe ich mir gemerkt und mache das bis heute. Innere Bilder Und später, während einer meiner Fortbildungen, musste ich wieder an Herrn Buxot …

Was wollen uns die Alten in den Märchen sagen?

Podcast: Was wollen uns die Alten in den Märchen sagen?

In den Märchen tummeln sich allerlei Wesen und Gestalten. Manche aus einer anderen Welt, manche ganz diesseitig und wieder andere irgendwie dazwischen. Alle haben ihre Aufgabe und haben eine Botschaft für den Zuhörer und die Zuhörerin. Auch alte Menschen kommen in den Märchen vor und auch sie wollen uns etwas über das Alter und das Altern sagen und können Hinweise dazu geben, was es heißen kann, alt zu sein. Und wenn uns die Märchen davon berichten, dann heißt es auch, dass das Altern an sich eine Aufgabe und eine Frucht hat. Um diese Frucht geht es in diesem Interview mit Heiderose Schweikart. Frau Schweikart ist ausgebildete Märchenerzählerin, hat schon mehrfach in der Cella Märchenabende gegeben und ist eine wirkliche Sucherin innerhalb und außerhalb der Märchen. Und manchmal auch Finderin – denn davon wird sie berichten, was sie selber über die Alten in den Märchen gelernt hat.

Podcast: Wir altern nicht, wir leben!

Die Überschrift kam mir nach dem Gespräch mit Frau Richter in den Sinn. Ich habe sie zum Thema Älterwerden befragt und worüber sprachen wir? Wir sprachen über das Leben – und nicht nur über die eine oder andere Beschwerlichkeit und Besorgnis. Zu altern heißt zu leben – irgendwie tröstet mich dieses Wort und ermutigt mich. Wer will nicht leben? Wer will das Leben nicht genießen? Aber: Kann man das Älterwerden genießen? Nach dem Gespräch mit Frau Richter kann ich sagen, ja, das geht – vielleicht nicht alles, aber vieles, und Altern kann ein Geschenk sein.

Hilfe, ich werde alt

Altwerden ist keine Krankheit

Seit ich diesen Satz vor vielen Jahren das erste Mal bewusst aus dem Mund eines Hals-, Nasen- und Ohrenarztes gehört habe, verwende ich ihn selber gerne gegenüber meinen Patienten in der Praxis. Veränderungen der Stimme im Alter gibt es viele, und es ist für uns selbstverständlich, dass wir auch am Telefon, also allein über den Klang der Stimme, das Alter eines Menschen relativ gut einschätzen können. Eine alte Stimme klingt anders als eine junge Stimme. Zunächst entwickelt sich die Stimme in Lautstärkeumfang und Kraft. Später verliert sie die Höhe oder die Lautstärke, das Vibrato wird größer und vielleicht unsymmetrischer: Klangeindrücke, die in unserer Gesellschaft nicht positiv konnotiert sind. Aus guten Chören wird man dann zuweilen aussortiert, darf möglicherweise noch in die Seniorenkantorei wechseln, wenn man nicht sowieso schon in einem Chor ist, in dem man „mitaltert“. Altwerden ist keine Krankheit – aber manchmal fühlt es sich so an. Manche natürlichen Veränderungen des Alters sind kaum zu unterscheiden von einer Krankheit, die vielleicht nach einiger Zeit auch wieder weggeht. Und manchmal zeigt sich Altern gerade darin, …

Hilfe, ich werde alt

„Siebzig Jahre währt die Zeit unsres Lebens, sind wir bei Kräften, werden es achtzig.“ (Ps 90,10)

Vor nicht allzu langer Zeit las ich einen kurzen Zeitungsartikel, in dem darauf hingewiesen wurde, dass ein Drittel der heute dreißigjährigen Frauen ihren einhundertsten Geburtstag erleben würde – so sehr habe sich die Lebenserwartung in den vergangenen Jahren geändert. Die Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahrzehnten andauernd verlängert. Dabei spielt der Medizinfortschritt eine wesentlich geringere Rolle als Faktoren wie Friedenszeit, gestiegenes Einkommen, höherer Lebensstandard, bessere Ernährungslage usw. Das Alter in der Bibel An vielen Stellen der Bibel wird über das Alter sinniert, und die Begrenztheit der Lebenszeit des Menschen wird thematisiert; so auch in den Psalmen. Bei Psalm 90 etwa handelt es sich um ein sogenanntes Klagelied des Volkes, in dem die Hinfälligkeit des Menschen im Mittelpunkt steht. Vollständig lautet Vers 10: „Siebzig Jahre währt die Zeit unsres Lebens, sind wir bei Kräften, werden es achtzig. Ihr Bestes aber ist nur Mühsal und Beschwer; rasch geht es vorbei, – wir fliegen dahin.“ Und in Psalm 39 finden sich folgende Verse: „Herr, lass mich doch wissen mein Ende, und welches das Maß meiner Tage ist, …

Ein gutes Gefühl im Bauch

Ein gutes Gefühl im Bauch

Ein gutes Gefühl im Bauch Mit Schmunzeln denke ich gerne an eine kleine Begebenheit zurück, als eine Gruppe aus dem benachbarten Kindergarten in der Cella zu Besuch war. Zum Abschied fragte mich ein kleiner Junge, der noch neu im Kindergarten war: „Hast Du auch ein Baby im Bauch?“. Die beiden daneben-stehenden Erzieherinnen konnten ihr Schmunzeln nur mühsam unterdrücken und auch ich habe diesen schönen Satz nicht vergessen. Da war in der Familie wohl Nachwuchs in Sicht und der Junge hatte beobachtet, wie ich liebevoll meine Hand auf meinem Bauch liegen hatte, was ich manchmal einfach gerne tue. Von einem Waschbrettbauch bin ich meilenweit entfernt. Bei mir gibt es eher die liebevollen Rundungen, die den Jungen tatsächlich und auch ganz berechtigt an eine Schwangerschaft erinnern, auch wenn die Ursachen für meine Rundungen natürlich ganz woanders liegen. Das habe ich dem Jungen dann ganz freundlich erklärt und nach einem „ach so“ war die Sache für ihn dann auch erledigt. Ein angespannter Bauch macht schnell auch Bauchschmerzen Seitdem denke ich häufiger über das gute Bauchgefühl nach – das …

Auferstehung

An die Auferstehung glauben: Wie geht das?

An die Auferstehung glauben: Wie geht das? Es gibt im Neuen Testament viele Belege dafür, dass Jesus auferstanden ist. Gerade die Evangelisten schildern immer wieder Begegnungen des Auferstandenen mit seinen (verängstigten) Jüngern. Vor allem aber die Apostelgeschichte schildert in mannigfachen Erzählungen, wie die Apostel für die Auferstehung Jesu unerschrocken Zeugnis ablegen, sei es bei Verhören durch die römische Gerichtsbarkeit beziehungsweise durch die Hohepriester (vgl. Apg 4,1-21), sei es bei Wunderheilungen vgl. Apg 3,1-11)… Eigentlich ist alles klar Wenn wir den Worten der Heiligen Schrift Glauben schenken, sollte eigentlich alles klar sein. Und dennoch haben viele Menschen große Zweifel. Woran liegt das? An die Auferstehung Jesu zu glauben, scheint nicht das Problem zu sein; vielmehr hinterfragen viele die Wirksamkeit – oder besser gesagt: die Wirkungslosigkeit des einmaligen Geschehens. Ist die Welt besser geworden? Hat die Auferstehung Jesu die Menschen verändert? Ist vielleicht sogar die Welt besser geworden? Die Antwort auf diese Fragen fällt eindeutig aus, wenn wir die in die vergangenen 2000 Jahre Menschheitsgeschichte schauen oder wenn wir auf die vielen Krisengebieten auf der Erde in …