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Stress lass nach

Stress, lass nach…

Stress, lass nach… „Ist es bei Ihnen auch so schlimm vor Weihnachten“, wurde ich in den letzten Tagen häufiger gefragt. Meistens schließt sich an diese mitleidsvolle Frage auch gleich der Jammer an, wie stressig die Adventszeit gerade wieder ist. Und tatsächlich könnte ich problemlos in diese Klage einstimmen: In der Winterzeit ist die Praxis deutlich voller, im Kloster gibt es viel mehr Dinge vorzubereiten, in der Verwaltung ist der Jahresabschluss vorzubereiten – die Liste ließe sich fast beliebig verlängern. Also der echte „Advents-Stress“. Allein dieses zusammengesetzte Wort hat im tiefsten Sinne etwas Antagonistisches. Stress ist körperlich gesehen eine Notfallreaktion, die uns befähigt Auseinandersetzungen mit einer Gefahrensituation gut bestehen zu können. Advent ist eigentlich eine Zeit des Wartens auf die Ankunft des Erlösers. Da sollte uns doch überhaupt keine Gefahr drohen – ganz im Gegenteil. Der vererbte Schutzmechanismus Theoretisch alles klar –  und doch kennen viele in diesen Tagen die körperlichen Erfahrungen von Anspannung und Belastung. Der Körper reagiert wie bei Gefahr. Diese Gewohnheit hat der Mensch seit vielen Tausenden von Jahren erlernt und bewahrt. Hormone …

Auf ein Neues!

Auf ein Neues! Oder: alle Jahre wieder. Zum sechsunddreißigsten Mal – seit ich im Kloster bin – habe ich in der vergangenen Woche die Bändchen in meinen liturgischen Büchern von hinten nach vorne gelegt; denn mit dem Ersten Advent hat ja wieder einmal ein neue Kirchenjahr begonnen. Dabei kündigt sich die Advents- und nahende Weihnachtszeit schon seit Wochen an: die Gänge in den Supermärkten sind enger als sonst, weil viele zusätzliche Regalelemente ausgestellt sind, die Gebäck, Printen, Christstollen und Adventskalender enthalten. Und die Weihnachtsmärkte haben auch schon geöffnet… Was feiern wir eigentlich im Advent? Liturgie-theologisch ist der Advent eine Vorbereitungszeit in doppelter Hinsicht: Vom ersten Adventssonntag bis zum 16. Dezember hören wir in der Liturgie endzeitliche Texte, zum Beispiel von alttestamentlichen Propheten und Texte über Johannes den Täufer mit seinen Mahnungen zur Umkehr und Buße. Vom 17. bis 24. Dezember wird dagegen der Blick auf die Verheißung der Geburt Christi gelenkt und auf Maria und Josef. Die Vermischung der beiden Bedeutungen der „Ankunft Christi“ erklärt sich aus unterschiedlichen Traditionen im Lauf der Jahrhunderte: So gab …

Linsensalat

Klosterküche: Linsensalat

Linsensalat Bei uns zu Hause gab es Linsen, entweder als allseits bekannten Eintopf oder süßsauer als Gemüsebeilage. Dass man Linsen auch als Salat anrichten kann, habe ich erst später kennengelernt – mit großem Genuss. Hier eine sehr einfach Variante, die es sich aber natürlich nachzumachen lohnt. Zutaten 500 g Linsen (am besten die roten Linsen) 250 g getrocknete Tomaten, eingelegt in Öl 1 Zucchini 3 Frühlingszwiebeln 3 Zehen Knoblauch 10 Blätter Basilikum 6 EL Balsamico-Essig 14 EL Olivenöl Salz Pfeffer, schwarzer aus der Mühle Zubereitung – Linsen nach Packungsangabe kochen und abkühlen lassen. – die getrockneten Tomaten, die Zucchini und den Basilikum klein schneiden – Zwiebeln in Würfel schneiden – und alles zusammen mit den Linsen in eine Schüssel geben. Aus den anderen Zutaten ein Dressing mixen und dies dann über die Zutaten in der Schüssel geben. Alles gut durchziehen lassen. Lass es Dir schmecken!

Tagebuch: Hauptsache gesund!

Tagebuch: Hauptsache gesund!

Gesundheit ist vielschichtig, bedroht, ein hohes Gut, ein großes Thema, langweilig, etwas für alte Menschen, immer das Gleiche…Wie steht es um Deine Gesundheit? Dieses Thema behandel ich in meinem heutigen Tagebucheintrag und philosophiere ein wenig darüber, was Gesundheit eigentlich ist und wie Gesundheit für viele zu einer Religion geworden ist.

Tränen

Gesammelte Tränen

Gesammelte Tränen Tod, Trauer und Tränen gehören ein Stück zum November. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag sind Tage des gemeinsamen Erinnerns. Zwei weitere Jubiläen intensivieren in diesem Jahr den Eindruck: der 100. Jahrestag des Waffenstillstandes nach dem Ersten Weltkriegs und der 80. Jahrestag der Reichspogromnacht. Wie viel Schmerz, wie viel Leid und wie viele Tränen haben allein die beiden letzten Ereignisse in unserer Welt ausgelöst. Ich weine selten – und bin damit im guten Durchschnitt für Männer in unserem Land. Bei einer Forschungsumfrage unter 2000 erwachsenen Frauen und Männern in Deutschland gaben 43 % an, im letzten Jahr mindestens einmal geweint zu haben. Frauen heben da klar den Schnitt, bei ihnen sind es 83 %; leicht steigende Tendenz in den letzten Jahrzehnten. Dieser Unterschied entwickelt sich allerdings kulturell. Bis zum 13. Lebensjahr weinen Jungen und Mädchen gleich häufig, erst danach sind signifikante Unterschiede zu erkennen. Emotionale Tränen sind etwas zutiefst Menschliches Tiere vergießen keine Tränen. Emotionale Tränen sind etwas zutiefst Menschliches, sie offenbaren die Gefühle eines Menschen. Manchmal sind wir traurig oder gerührt, verzweifelt oder …

Trauer

„Siehe, um Trost war mir so bange“ (Jes 38,17)

„Siehe, um Trost war mir so bange“ (Jes 38,17) „Siehe, um Trost war mir so bange“ (Jes 38,17) Das Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja findet sich so nicht in der Einheitsübersetzung, wohl aber in der Lutherbibel. Es passt, so denke ich, sehr gut als Motto für den Monat November, der dem Totengedenken gewidmet ist. In der Liturgie der katholischen Kirche stehen mit Allerheiligen und Allerseelen zwei Gedenktage am Beginn des Monats, die an unsere Toten erinnern. In der evangelischen Kirche ist es vor allem der Totensonntag, der auch Ewigkeitssonntag genannt und am letzten Sonntag des Kirchenjahres begangen wird. Danklied des Hiskija Hiskija hat von etwa 750 bis 796 v.Chr. gelebt und war 29 Jahre lang König von Juda. Als ihn eine lebensbedrohende Krankheit befiel, wurde er durch die Vermittlung des Propheten Jesaja geheilt. Nach seiner Genesung, dankte er Jahwe für seine Gesundheit mit einem Lied: „Ich sprach: In der Mitte meiner Tage muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt, ich bin gefangen für den Rest meiner Jahre. Ich sprach: Ich darf den HERRN …

Die Tageszeitung – Anleitung zur spirituellen Lektüre

Die Tageszeitung – Anleitung zur spirituellen Lektüre Es gehört seit langem zu meinem persönlichen Credo: Wer dem Profanen nichts Spirituelles abgewinnen kann, der hat Spiritualität gründlich missverstanden. Wenn wir nämlich davon ausgehen, dass es die Trennung von spirituellen und weltlichen Räumen nicht gibt und Gott alles mit seiner Präsenz durchdringt und überall gegenwärtig ist, dann kann ich alles als spirituellen Ort erfahren und für mich nutzen. Deshalb war es auch folgerichtig, dass in unserem ehemaligen Kuhstall in der Abtei ein Kreuz hing – nicht anders als in einer Kapelle, im Speisesaal der Mönche oder auf den Zimmern. Es war zwar reichlich mit Spinnweben behangen, das machte das Kreuz aber viel echter und stimmiger. Wenn dem also so ist, dann muss es doch auch möglich sein, die Tageszeitung spirituell zu nutzen. In vielen Büchern kann man zwar nachlesen, dass gerade bei der Lektüre der Tageszeitung Vorsicht geboten ist. Ich meine aber: Wer die Tageszeitung nicht als spirituelle Lektüre lesen kann, braucht auch die Bibel nicht aufzuschlagen. Dabei muss ich zugeben, dass ich immer wieder Phasen habe, …

spirituelle Ökologie

Tagebuch: spirituelle Ökologie

Unser Podcast bekommt eine neue Reihe: Tagebuch. Nachrichten, Veranstaltungen und anderes wird in seiner spirituellen und geistigen Tiefe betrachtet und gedeutet. Und wir beginnen mit dem Klimawandel und der spirituellen Ökologie. Dieses Thema kam mir in den Sinn, als ich von der bevorstehenden Weltklimakonferenz erfuhr und dem neuen Klimaschutzbericht. Mir war schnell klar, auf diese große Problem muss es auch eine spirituelle Antwort geben.   https://1j9j4yq.podcaster.de/download/spirituelle_Oekologie.mp3    

Aus der Klosterküche: Apfelchutney

Apfelchutney In diesem Jahr gibt es besonders viele Äpfel, die zudem auch besonders viel Süße haben. Wohin mit allem Obst? Alle selber essen? Alle zu Apfelsaft verarbeiten? Apfelmus? Apfelkuchen? Apfelchips? Apfelpfannkuchen? Wie wäre es einmal mit einem leckeren Apfelchutney? Es passt sehr gut zu einem kräftigen Käse – vielleicht nimmst Du einen Bergkäse dazu. So hast Du schnell eine schöne und einfache Mahlzeit. Und wer möchte, gönnt sich dazu noch ein Glas Weißwein. Bon Appétit! Zutaten 1 El Öl 2 EL Apfelessig 2 Zwiebeln 1 kleines Stück Ingwer oder Ingwerpulver 2 El Zucker 3 Äpfel, ca.300 g 1 Tl Salz und etwas Chili Zubereitung Zunächst würfelst Du die Zwiebeln und dünstest sie in dem Öl an, bis dass sie glasig werden. Dann kommt der Ingwer und der Zucker hinzu und Du lässt alles zusammen karamellisieren. Abgelöscht wird dann mit dem Apfelessig. Nun kommen die Äpfel, in kleine Scheiben geschnitten hinzu und werden gedünstet. Nach ca. 10 – 15 Minuten (wenn eine leicht breiige Masse entstanden ist) fügst du noch das Salz und den Chili hinzu …