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Unser Musiker am Sonntag: Thomas Siebert

Unser Musiker im Gottesdienst am kommenden Wochenende: Thomas Siebert

Wie bist Du zur Musik gekommen?

 

Tatsächlich bin ich zuallererst über eine kirchliche Einrichtung-„Die Spielschar“ zuerst mit Musik in Kontakt gekommen. Leider hat in meinem Elternhaus Musik keine besondere Rollte gespielt, aber sie haben mir den Unterricht über viele Jahre an der Musikschule bezahlt und meinen Werdegang unterstützt.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

 

Meine prägenden Lehrer waren Ingo Goritzki, Oboe, Mordechai Rechtman Musik im Allgemeinen, Alan Bern und Giora Feidman, Klezmer.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Ich bin religiös aufgewachsen habe aber seit einigen Jahren meine Schwierigkeiten mit Kirche und Religion. Für mich ist Musikmachen meine Form des Gebets, übrigens in fast allen Kontexten, in denen ich spiele. Bei allen Schwierigkeiten, die ich mit der Institution habe, bin ich mir doch sehr bewusst, dass es jemanden/etwas gibt, der/das größer ist als ich, der vielleicht der Grund meiner Existenz ist. Ich spiele gerne in Kirchen, nicht zuletzt auch wegen der klanglichen Möglichkeiten, die dort gegeben sind.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

Ich möchte in der Gegenwart ankommen…

Fasten-Challange

Die Fasten Challange

Die Fasten-Challenge

Die Fastenzeit für Vielbeschäftigte

Die Hälfte ist fast um - und wie war es bisher? Gut gefastet? Oder keine Zeit gehabt, keine Idee - immer das mit den Süßigkeiten ist ja auch langweilig! Wenn aber erst Ostern ist, dann hast Du eine Chance vertan, diese Zeit bewusst zu nutzen und Dich auf anderes, wichtigeres zu konzentrieren. Es kann doch tatsächlich nicht alles Job, Geld, Sport und Putzen sein! Die Fastenzeit will Dich ja einladen, genau das alles zu hinterfragen und die Chance einer Kurskorrektur zu geben - es geht in diesen 40 Tagen nicht ums Abnehmen! Und vor allem geht es nicht um Leistung. Du wirst nämlich keinen Preis gewinnen, keinen Pokal in den Händen halten, niemand wird klatschen, keiner wird Dir Danke sagen und ich sehe weit und breit niemanden, den das wirklich interessiert, was Du in diesen Tagen hinsichtlich des Fastens machst.

Tja, Pech gehabt. Dann das Fasten einfach lassen?

Wenn Du nur extrinsisch zu motivieren bist, dann bitte schön lass es. Aber ich finde, dass Du dann ganz schön arm dran bist. Wer immer nur von außen einen Anstoß braucht, der kann manchmal verdammt lang warten und weiß dann immer noch nicht, ob das, was er (oder sie) dann tut, wirklich auf eigenem Mist gewachsen ist oder ob Du einfach nur nett zu anderen warst. Verstehst Du? Wenn Du nur etwas machst, weil Du belohnt wirst, dann geht Dir viel verloren.

Was sagte Jesus noch? Du sollst in Deine Kammer gehen und niemand soll sehen, was Du machst. Das sagte er doch nicht, weil das Alleinsein so toll ist, das hat er gesagt, weil Du die Fastenzeit aus Dir selbst heraus gestalten sollst, nicht, weil man es so macht, weil andere es toll finden.

Du willst es oder willst es nicht!

Aber noch ist es nicht zu spät. Daher rufe ich heute für die kommende Woche Fastenchallenge aus. Ich mache Dir für jeden der kommenden sieben Tage einen Vorschlag, was Du machen oder lassen kannst. Alles gar nicht schwer! Und Du schreibst, wie es Dir damit ergangen ist - entweder als Kommentar auf der Webseite oder unter dem Facebook-Beitrag.

Aber bedenk nochmals: tue es nicht für andere - auch nicht für Gott, dass kann auch sehr fatal sein. Gott braucht Dein Fasten nicht, Deine Gebete, Deine Opfer und was auch immer Du als Leistung zu erbringen in der Lage bist: vergiss es einfach ganz schnell.

Okay, es geht los:

Sonntag

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

Ja, und dann ist wieder Sonntag. naja, zumindest eine Woche hattest Du richtige Fastenzeit. Super!

Wir wünschen Dir eine gute Woche und wenn Du magst, teile uns doch etwas von der einen oder anderen Erfahrung mit.
Wir freuen uns!

All meine Knochen kann ich zählen

„All meine Knochen kann ich zählen“

„All meine Knochen kann ich zählen“

Mit Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich habe ich so meine Erfahrungen. Wenn ich morgens aufwache, fühlt sich manchmal die Schulter, auf der ich gelegen habe, unangenehm fest an. Bereits im Bett versuche ich, den Arm ein wenig zu bewegen. Und wenn ich dann aufgestanden bin, strecke ich mich, bewege Arme, Schultern und Rücken, und versuche, sie lockerer zu bekommen. Nach dem Sport oder nach körperlicher Arbeit fühle ich mich oft ähnlich fest und verspannt. Die Knochen tun mir weh. Da kommt mir manchmal dieser Satz über den Lippen, der ja auch schon in der Bibel steht: Alle meine Knochen kann ich zählen. Weit über 2000 Jahre alt ist dieser Spruch und steht im Psalm 22.

Muskeln zwischen Anspannung und Entspannung

Wenn ich dann in die Praxis zur Arbeit gehe, bin ich oft in der umgekehrten Rolle. Menschen kommen zu mir und erzählen mir, wo sie im Rücken oder im Schulter- und Nackenbereich Schmerzen haben. Dann ist es meine Aufgabe, mit ihnen gemeinsam diese Schmerzen zu lindern. Häufig sind es eigentlich nicht die Knochen, die schmerzen. Die Muskeln und die Faszien, die unsere Knochen verbinden, sind nicht mehr in einer wohligen Spannung. Muskeln und Faszien brauchen eine gute Balance von Anspannung und Entspannung. Dort, wo diese Balance nicht mehr gelingt, dort, wo sich vor allem die Faszien nicht mehr schnell verändern können von der Anspannung in die Entspannung und wieder zurück, dort entstehen Missempfindungen und Schmerzen. Und dann üben wir gemeinsam, diese Bereiche wieder in Bewegung zu bringen, damit sie veränderbar und durchlässig werden.

Knochen zählen

Tatsächlich denken viele beim „Knochen zählen“ an einen sehr ausgezehrten, möglicherweise kranken Menschen, bei dem sich die Knochen durch die Haut abzeichnen. Aber wer zählt seine Knochen noch? Bei uns ist dieser Begriff eher ein Begriff des „pauschalen Jammerns“ über Schmerzen irgendwo im Körper geworden. In der Bibel ist dieser Begriff tatsächlich anders gemeint. Zählen ist da ein eher emotionsfreies Wahrnehmen der tatsächlichen Gegebenheiten. Und da bin ich wieder sehr nah an dem, was ich in der Praxis mit Menschen übe: die Knochen und die Muskeln dazwischen  mit den Faszien möglichst genau wahrzunehmen. Je genauer Du deine Muskeln und Knochen (und sogar die feinen Strukturen dazwischen) wahrnehmen kannst, umso feiner kannst Du sie auch ansteuern. Und in diesem Moment suchen sich Deine Muskeln und Faszien von alleine eine neue Balance.

Vom Wahrnehmen zur Balance

Es ist etwas ganz Tolles, wenn ein Mensch wirklich von sich sagen kann: „Alle meine Knochen kann ich zählen“- wenn das nicht nur eine Redewendung ist. Er hätte sich selbst und seinen Körper wirklich kennengelernt. Jedenfalls bringt es den Körper in ein großes Wohlgefühl, wenn ich anfange, meine Knochen zu zählen und wahrzunehmen, wenn ich die Strukturen, die sie verbinden, spüren kann.

Du musst ja nicht gleich mit dem ganzen Körper anfangen, es kann ein kleiner und überschaubarer Bereich sein: ein Arm oder Bein, die Schulter oder der Hals. Ich wünsche Dir jedenfalls viel Freude beim „Knochen zählen“ und bei der Wahrnehmung der Muskeln, damit sie bei Dir in eine wohlige Balance kommen.

spirituelle Übungen

Diese 4 tägliche spirituelle Übungen brauchst Du

Diese 4 täglichen spirituellen Übungen brauchst Du

Mir fällt immer wieder auf, dass es im Christentum im Besonderen und in den Offenbarungsreligionen im Allgemeinen an ganz praktischen Übungen fehlt. Nicht, dass es da gar nichts gäbe, aber es ist doch überschaubar.
Das ist in den – ich nenne sie jetzt Mal so – klösterlichen oder monastischen Religionen Asiens ganz anders. Da reichen die Übungen von Ikebana bis zu Ayurveda, von Tai Chi bis hin zu Schwertkampf oder Bogenschießen.
Übung wird hier ganz anders verstanden als wir westlichen Menschen es üblicherweise tun. Es geht dabei nicht darum, etwas so lange zu üben, bis man es kann. So üben wir vielleicht das Fahrradfahren und wenn wir schwimmen können, geben wir das Üben auf. Oder wir üben zu balancieren und dieser Übungsvorgang endet so, dass ich das Balancieren beherrsche.

Ganz anders wird das in Asien gesehen, insbesondere in Japan. Hier ist nicht nur die Beherrschung einer Tätigkeit das Ziel und Objekt des Übens, sondern der Mensch selbst ist es, der durch das Üben reifen soll.
Lediglich der Pädagoge Otto Friedrich Bollnow hat in seiner auch heute noch lesenswerten Schrift “Vom Geist des Übens” einen Essay verfasst, der das Üben in dieser Hinsicht versteht.

Ich glaube, dass auch wir Christen einiges zu üben haben. Das Reifen, die Hingabe, das Loslassen, die Liebe. Das alles will eingeübt werden und indem wir es üben, werden wir selber daran reifen. Dabei spielt die Treue zum Tun eine große Rolle. Frei das Üben üben, jenseits aller Laune und Interessen. Das kann einem Leben Tiefe und Halt geben und das Üben selber vertiefen.

Wie also müsste das tägliche Übungsprogramm im Christentum aussehen?
Ich meine, dass es diese vier Aspekte unbedingt beinhalten sollte:

Übe das Gebet

Dieser Punkt überrascht gewiss nicht. Beten ist eine der Übungen, die vermutlich alle nennen würden, wenn es um christliche Formen des Einübens geht.
Ich möchte das Gebet hier aber bewusst weit fassen. Mir geht es nicht nur um das an Gott stichfest gesprochene Wort. Es geht darum, dass wir eine Zeit am Tag brauchen, wo wir uns bewusst mit Gott verbinden und uns dafür öffnen. Das kann ein kleines Ritual sein, die stille Meditation, natürlich auch das klassische Gebet, eine Gebärde oder auch das Singen eines Liedes. Alles ist geeignet, was Dich öffnet für Gott oder das Spirituelle.

Übe das Lesen

Es gehört zu den klassischen Übungen eines Benediktiners. Die Lesung der Brüder war Benedikt sehr wichtig. Es war nicht nur eine Frage der Bildung, sondern des geistlichen Nährens. Das Christentum beruht nunmal auf schriftlichen Zeugnissen. Da liegt das Lesen natürlich nahe.
Mit dem Lesen kannst Du dem Entwurf Geist nicht nur Entspannung geben, sondern ihn auch umfokussieren. Der Alltag mit seinen Herausforderungen hält genug für uns bereit, die vielen negativen Nachrichten, Streitigkeiten, ungestillte Bedürfnisse, Ärger, Wut und unversöhnliche Beziehungen machen uns das Leben schwer.
Wenn ich dann ein Buch zur Hand nehme, das meinen Geist versöhnlich stimmt, mein Herz weiterführen?? meine Seele nährt, dann kann ich meinem Tag eine andere Sendung geben. Dafür ist es aber wichtig, dass ich frühzeitig dafür sorge, gute Lektüre zu haben. Für manche kann die tägliche Lesung der Bibel oder insbesondere des Neuen Testaments eine derartige Lektüre sein. Es darf aber auch gerne etwas anderes sei.

Übe die Rückschau

Gewöhne es Dir an, jeden Abend Deinen Tag zu bedenken. Was war gut, was schlecht? Wo hast Du etwas richtig gut gemacht, wo hast Du gefehlt? Sei ehrlich Dir gegenüber und versöhnlich. Es geht nicht darum, Dich zu exekutieren, sondern Dir die Chance zu geben, besser, liebevoller, vergebender, großzügiger, freundlicher zu werden.
Wenn Du etwas findest, wo Du einen Fehler begangen hast, so gehe wie folgt vor:
Erinnere Dich an die Begebenheiten, ohne Dich zu sehr in die Einzelheiten zu begeben. Dann stelle Dir ganz genau vor, wie Du Dich am liebsten verhalten hättest. Was hättest Du am liebsten gesagt, was getan, awie hätte sich dann Dein Gegenüber verhalten usw. Wenn du das regelmäßig tust, wird der Geist lernen beim nächsten Mal so zu handeln, wie Du es willst.

Übe das Schenken

Gib jeden Tag etwas weg, schenke jeden Tag jemandem etwas. Das können 50 Cent für den Bettler an der Straßenecke sein oder ein Lächeln für die Kassiererin oder übernimm doch einfach Mal den Einkauf von jemandem an der Kasse, der vielleicht nur ein einzelnes Teil auf dem Band liegen hat. Oder kaufe einen Snack für eine wild lebende Katze, mache Ordnung im Tiefkühlregal, lasse jemanden in der Kantine vor… Es gibt so viele Möglichkeiten, großzügig zu sein und auf etwas zu verzichten – Geld, Anspruch, Zeit…
Wichtig: verzichte vorher auf die Anerkennung, mach es aus purer Freude, aus Lust am Schenken. So demotivierst Du Dich auch nicht, wenn niemand auf darauf reagiert.

Soweit meine kleine Liste “Diese 4 täglichen spirituellen Übungen brauchst Du”.
Beginne und höre nicht auf damit, bevor nicht vier Wochen um sind. Dann entscheide, ob diese vier Übungen gut für Dich und Dein geistliches Leben sind.
Viel Freude! Vielleicht hast Du noch andere Vorschläge was Übungen angeht, dann einfach als Kommentar schreiben.

Robert Kusiolek

Konzert am Sonntag: Robert Kusiolek und Elena Chekanova

Robert Kusiolek und Elena Chekanova, unsere Musiker für das Konzert am 19.3.2017 stellt sich vor.

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Die Eltern haben eine Empfehlung von Musiklehrern bekommen uns in die Musikschule zu schicken und so hat sich unsere Musik-Geschichte begonnen.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Eigentlich das sind nicht die Menschen, sondern die Musik selbst als Phänomen, die ganze Klangwelt, die uns ummantelt. Es sind unendlich viele Beispiele.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Die Menschen reagieren ganz anders auf Musik in der Kirche – Geistigkeit, hier spielt die Architektur und Akustik nicht die letzte Rolle. Ihre Hauskirche ist besonderes Beispiel dafür.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

In der Zeit wo es keine Epochen mehr gibt 😉

Tatzen

Die Sache mit den Tatzen

Die Sache mit den Tatzen

So, da bin ich wieder, der Valentin. Diesmal melde ich mich, obwohl mir niemand eine Frage gestellt hat. Dafür habe ich viel liebe Post bekommen, also Reaktionen und Anschreiben. Vielen Dank dafür.
Im Moment freue ich mich über die Sonnentage und das hereinbrechende Sonnenlicht. Dann liege ich gerne mit ausgestreckten Pfoten auf dem Boden und nehme ein wohltuendes Sonnenbad. Das ist superherrlich. Solltest Du auch mal tun. Sich einfach auf den Boden legen, dort wo die Sonne hin scheint und es genießen, in diesem Licht und in dieser Wärme zu baden. Und wenn Dir dann die Augen zufallen, ist das doch richtig schön und genießerisch, oder?

Was meine Mama zu den Tatzen sagte

Mein letzter Beitrag ging ja über das Thema wie es uns Katzen gelingt, so autonom zu bleiben. Heute möchte ich Euch von meinen Tatzen und Krallen erzählen.
Als ich ein kleiner und junger Kater war, hat mich meine Mama einmal gefragt: „Valentin, wofür sind Tatzen da?“ Ich musste nicht lange überlegen: “Die Tatzen sind zum Laufen und zum Kratzen da, Mama!”. “Ja, Valentin, das stimmt. Aber denke daran, dass Tatzen auch zum Streicheln sind. Du musst lernen, Deine Krallen wieder einzufahren. Du sollst niemanden verletzen, sei schön vorsichtig und übe es, Deine Krallen einzufahren. Wenn die Tatzen eingefahren sind, dann werden aus den Tatzen, die verletzen können, Tatzen, die streicheln. Mit Deinen Tatzen schaffst Du Dir Freunde und Feinde, vergiss das nicht, Valentin.”

Meine Tatzen-Challange

Ich muss Dir ehrlich sagen, dass es mir bis heute schwer fällt, meine Krallen einzufahren. Irgendwie ist es in mir. Wenn ich einen Menschen berühren will, dann fahre ich meine Krallen aus, ich kann einfach nicht anders. Dabei ist es nicht so, dass ich ihn dann immer verletze. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es schöner wäre, wenn ich meine Krallen einfahren würde. Manchmal werde ich richtig gerüffelt oder bekomme Schimpfe, weil ich dann meinem Herrchen weht tue, obwohl er mich doch nur streicheln will.
Aber ich weiß nicht immer, wann er mich streicheln will und wann nicht. Und dann passiert es, dass ich ihm Unrecht tue. Ich wehre mich, obwohl der andere es doch gut mit mir meint. Das tut mir dann immer leid.
Nur langsam kann ich es frühzeitig erkennen und dann kann ich es auch genießen.
Es ist wichtig, dass wir Krallen haben. Immer gibt es Augenblicke im Leben einer Katze und eines Menschen, in denen er sich wehren muss. Niemand muss alles mit sich machen lassen. Ich hoffe, dass Du Krallen hast, die so scharf sind wie meine.

Kratzbaum für jeden!

Krallen müssen dafür nicht nur geschärft werden, sondern sie müssen auch abgewetzt werden. Dafür haben Katzen einen Kratzbaum. Dem tut es nicht weh, wenn ich ihn kratze und die Krallen in voller Länge ausfahre. Dadurch gelingt es mir, dass meine Krallen weniger scharf und weniger lang sind. Wenn ich nur scharfe Krallen habe, dann werde ich eine sehr einsame Katze und mein Herrchen beschäftigt sich nur mit der anderen Katze, also in meinem Fall mit Othello.
Der Kratzbaum ist eine tolle Möglichkeit zu kratzen, ohne weh zu tun.
Auch das solltest Du haben: eine Möglichkeit Dich richtig zu wehren, ohne anderen weh zu tun. Dann musst Du es auch nicht machen, wenn es eigentlich gar nicht angebracht ist.

Meine Mama sagte auch immer: Streicheln und Kratzen gehören zusammen. Die Bewegung ist immer die gleiche.
Das hört sich doch gut an, oder?
Ich hoffe, dass Du Krallen hast, ich hoffe, dass Du Deine Krallen nutzt, wenn es darum geht, sich zu verteidigen und ich hoffe, dass Du sie auch wieder einziehen kannst und streicheln kannst.

Ich gebe zu: das muss ich noch üben.
Mach es gut! Dein Valentin

minimalistisch leben

Fastenzeit: minimalistisch leben – reloaded

Fastenzeit: minimalistisch leben

Karneval leben wir noch in Saus und Braus, feiern überschwänglich und ausgelassen, trinken viel Alkohol, machen die Nacht zum Tag – also: ich nicht, als waschechter Westfale fällt mir Karneval doch etwas schwer und in meinen Genen fehlt ein wenig das Verständnis für diese 5. Jahreszeit. Aber was solls: Leben und Leben lassen, oder so ähnlich, sagt doch der Rheinländer und da schließe ich mich als Westfale gerne an.
Bei der Fastenzeit kommen wir dann aber wieder zusammen.

Als Kind hieß es: Süßigkeiten verstecken und verzichten bis Ostern. Ich habe damals ehrlich gesagt nicht verstanden, warum ich das tun soll. Ich war weder zu dick noch hatte ich Süßigkeiten im Überfluss. Zum Glück haben es meine Eltern nicht ganz so genau genommen mit dem Fasten – außer an Aschermittwoch und Karfreitag.
Fasten hat doch sehr schnell einen moralischen Anstrich, um nicht zu sagen einen moralinsauren Anstrich.

Was ist Minimalismus?

Dabei gibt es längst eine Bewegung in Deutschland und vermutlich nicht nur hier, die sich den Verzicht ganz ohne göttliche Weisung auf ihre Fahnen geschrieben hat: der Minimalismus.
Dabei handelt es sich um das Bemühen um einen einfachen Lebensstil. Daher wurde auch manchmal das Akronym LOVOS – englisch Lifestyle of Voluntary Simplicity – oder LOHAS (‚Lifestyles of Health and Sustainability‘), das für einen Lebensstil bewussten und gezielten Konsumierens steht, benutzt.

Diese Bewegung hat eine sehr lange Tradition – Diogenes in seiner Tonne gehörte dazu, aber auch die Bettlerorden im Christentum und anderen Religionen. Franz von Assisi, der jahrelang selbst als – ich sage es mal – junger Schnösel vom reichlich vorhandenen Geld seiner Eltern gelebt hatte, erkannte, dass ihn das nicht glücklich macht, von einem Rausch in den anderen zu schliddern, und das in seinem Leben noch ganz andere Dinge wichtig werden sollen. Er legte alles ab – auch seine Kleider –  und lebte fortan in Lumpen. Für Eltern – egal wie viel Geld sie besitzen – gewiss nur schwer zu ertragen.
Im letzten Jahrhundert gehörte insbesondere Henry David Thoreau zu den Vertretern eines einfach und bewussteren Lebensstiles auch er wollte minimalistisch leben.

Eines seiner berühmtesten Zitate sagt deutlich aus, worum es Thoreau und der ganzen Minimalismus-Bewegung geht: “Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, daß ich gar nicht gelebt hatte.”

Und da gäbe es einiges zu nennen, was wir fälschlicherweise für Leben halten.
Nicht nur unsere Kleidung und das Auto, auch unsere Wohlanständigkeit, unsere Arbeit, das Leben am Wochenende, dass einfach ultra gut werden muss, der oberflächliche Spaß und der mediale Terror, dem wir uns aussetzen, für manche die Playstation, unsere Überzeugungen und Meinungen, unsere tolle Wohnung und das Träumen vom Häuschen, von der erfüllenden Arbeit und dem familiären Glück. All das ist nicht schlecht, aber wenn wir es für Leben halten, für unser Leben, dann irren wir uns.

Das Mark des Lebens aufsaugen

In der Klosterregel steht, dass wir den täglichen Tod vor Augen haben sollen. Das klingt krass. Aber es geht nicht darum, ständig damit zu rechen: Oh, gleich könnte ich sterben. Es geht darum zu erkenne, wie leer so vieles ist, was wir tun, womit wir uns umgeben und was wir so unendlich wertschätzen. Es geht eben darum zu erkennen, was wirklich Leben bedeutet, das nackte Leben ohne Deko, ohne Puderzucker und Plüschsofa.
Wenn man Fastenzeit unter diesem Gesichtspunkt sieht, dann klingt das für mich schon ganz anders und viel attraktiver. Es geht nicht einfach darum zu verzichten, es geht auch nicht um Buße und Leiden und all das. Es geht darum, das Mark des Lebens in sich aufzusaugen und alles aus dem Leben auszuschließen, was nicht Leben ist. Klingt für meine Ohren ganz gut.

Einladung: minimalistisch leben

Wir Brüder möchten Dich einladen, diese nächsten Wochen zu einer Einübung in diesen Minimalismus zu nutzen. Jeden Sonntag stellen wir Dir eine Übung, wie Du mit weniger auskommen kannst, vor. Und die Übungen sind selber sehr minimalistisch angelegt: es geht nicht um die große Revolution im Leben, um die eine große Übung, die alles verändert. Ganz kleine Übungen, mit relativ wenig Aufwand haben wir ausgesucht.

Minimalistisch leben heißt nicht nur weniger materielle Dinge – auch weniger Gedanken und weniger Befürchtungen gehören zum Minimalismus, damit das Wesentliche sichtbar wird.
Und wenn uns das ein wenig gelänge – dann kann Ostern gefeiert werden.

Impuls am Sonntag: Jens Ibendorf, Klinikclown

Am kommenden Sonntag wird Jens Ibendorf den Impuls im Gottesdienst halten.
Herr Ibendorf ist Klinikclown an der MHH.

Alter
44

Beruf
Geschäftsführer eines Forschungszentrum an der Universität Hannover, Klinikclown

Was bedeutet Ihnen Glaube?
Aus einem nichtgläubigen Elternhaus kommend, war Glauben für mich immer etwas abstraktes, nie fassend. Langsam entwickelt sich das Gefühl, dass Glauben mir Ruhe, Gewissheit, Sicherheit geben kann.

Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig?
Nur ein großer Geist zeigt seine Peinlichkeit. Genieße es!

Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration? 
Das Glasperlenspiel von Hermann Hesse. Die Verbindung zwischen Geist, Wissen und Spiel ist etwas was mich schon immer fasziniert hat und was auch in meinem beruflichen Alltag eine Rolle spielt

Offenheit für Gott

Offenheit für Gott

Offenheit für Gott

Am vergangenen Mittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Wie schon seit Jahren haben wir am Vorabend den Fast-Nacht-Gottesdienst gefeiert. In diesem Gottesdienst wurde auch Asche gesegnet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnen.

Für die Bezeichnung mit der Asche sind im Messbuch zwei Sätze zur Auswahl gegeben: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1,15) oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ (vgl. Gen 3,19)

In der Vorbereitung zu diesem Gottesdienst kam uns ein anderer Satz in den Sinn: „Sei offen für Gott und lass dich von ihm berühren.“, der dann bei der Austeilung der Asche gesprochen wurde.

Offenheit als Grundhaltung

Warum diese Änderung? Bruder Karl-Leo hatte in seinem Impuls nach dem Evangelium sinngemäß erwähnt, dass „Umkehr“ und „Buße-tun“ – Begriffe, die wir häufig mit der Fastenzeit in Verbindung bringen – mein aktives Tun in den Vordergrund stellen. Wenn man jedoch die Bibel liest, verhält es sich in der Regel anders: nicht der Mensch ist der Aktive, sondern Gott. Etwa bei der Geschichte von Samuel (vgl. 1 Sam 3):
Der junge Samuel ist bei Eli in der Lehre. Beide übernachten im Tempel. Da ruft Gott den Samuel. Es dauert eine Weile, bis klar wird, dass nicht sein Lehrer Eli es ist, der Samuel ihn in der Nacht ruft, sondern Gott. Und Eli weist Samuel an, beim nächsten Ruf Gottes zu antworten: „Rede, Herr, denn dein Diener hört.“ (1 Sam 3,9). So wird Samuel zum Propheten.

Oder bei der Heilung eines Taubstummen (Mk 7,31-37):
Nicht der Taubstumme handelt, um wieder sprechen und hören zu können, sondern Jesus ist der Handelnde. – Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen…

Offenheit als aktive Passivität

Auch wenn ich eben geschrieben habe, dass nicht der Mensch, sondern Gott der Aktive sei, heißt das nicht, in reine Passivität zu verfallen. Gerade die Tage der Fastenzeit laden uns zum Verzicht ein. Dabei geht es nicht um sportliche Aktivitäten: Wer schafft mehr!? Vielmehr könnte eine kleine Übung unsere Sinne schärfen: Wie viele Stunden am Tag bin ich abgelenkt, weil ich Radio höre, weil ich das Fernsehen eingeschaltet habe oder weil ich zum x-ten Mal meine Mails checke? Warum schenke ich nicht 10 Minuten von dieser Zeit am Tag Gott, um ihn an mir handeln zu lassen?

Sei offen für Gott – und lass Dich von ihm berühren!
Hast Du einen Vorsatz für diese Fastenzeit, der Dich für Gottes Handeln empfänglich macht?

Bruder Nikolaus

Ananascurry mit Fisch und Kokosmilch

Ananascurry  mit Fisch und Kokosmilch

Zutaten

3 Fischfilets
400 ml Kokosmilch
200 ml Schmand
1 große Möhre
2 Stangen Lauch
1 Dose Ananas – Stücke
Curry
Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer

Den Fisch in Würfel schneiden und anbraten. Den in schräge Streifen geschnittenen Lauch zum Fisch in den Wok geben. Die Möhren fein zerkleinern und zum Fisch und Lauch geben. Alles zusammen kurz anbraten und danach die Ananasstücke hinzugeben.

Wenn der Fisch gar ist, die Dosen Kokosmilch und den Schmand dazugeben. 2 – 3 TL Gemüsebrühe dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken und nur noch einmal wieder erwärmen.

Dazu kann man gut Reis servieren – oder auch eine andere Beilage (Bulfur, Polenta…).

 

Dank an planet-dq von chefkoch.de