Neueste Artikel

Klangstrukturen

Robert Kusiolek – Akkordeon
Pawel Postaremczak – Tenorsaxophon
Elena Chekanova – Live Elektronik, Klangobjekte

Die drei Musiker erschaffen mit ihrer unüblichen Instrumentierung der Werke, eine besondere, mitunter imaginär anmutende kammermusikalische Atmosphäre. In ihren eigenen Kompositionen erforschen sie die Grenzen großflächiger sakraler Klangstrukturen, loten deren Tiefe und Komplexität aus und fügen sie in weit ausschwingenden Klangräumen zusammen.

Robert Kusiolek – Akkordeonist, Bandoneonist und Komponist der den Anschluss zur internationalen Szene gefunden hat. Er hat die Musikakademie mit Auszeichnung in Poznan / Polen abgeschlossen und studierte an der HMTMH in der Solistenklasse der Prof. Elsbeth Moser. Robert Kusiolek ist Preisträger des Stipendienprogramms MLODA POLSKA des Ministers der Kultur in Polen – 2006 und DAAD in Deutschland – 2007. Robert Kusiolek hat auf dem Label Multikulti Project die international erfolgreiche CDs: „NUNTIUM“ 2011, „the universe“ 2014 und „Qui Pro Quo“ 2015 veröffentlicht.

Elena Chekanova studierte an der renommierten Michail Oginsky Musikschule in Weißrussland Chordirigieren und schloss im Jahr 2000 mit Auszeichnung ab. Ein Stipendium der Polnischen Regierung erlaubte ihr das Zweitstudium für Orchester- und Operndirigat an der Hochschule für Musik in Posen. 2007 wechselte sie an die Musikhochschule Hannover in die Dirigierklasse von Prof. Eiji Oue und wurde 2009 – nach ihrem Konzertexamen – in seine Soloklasse aufgenommen. Die Kunst des Dirigierens lernte sie auch von ihrem anderen Lehrer und Mentor, Maestro Michail Jurowski, einem Dirigenten der klassischen russischen Schule, dem sie 2009 und 2010 bei Konzerten in Wien, Parma, Stuttgart und im schwedischen Norrköping assistierte.

Pawel Postaremczak stammt aus Poznań. 2008 nahm er mit der Band Snowman das Album Lazy (Kartel Music) auf. Er war Mitglied in den Formationen Hera, Mr. Zoob und Emergency; außerdem war er als Film- und Theater-Musiker tätig (Walizka von Małgorzata Sikorska-Miszczuk). Er arbeitet u. a. im Trio mit Ksawery Wójciński und Klaus Kugel, mit dem er 2011 und 2012 auf dem Tzadik-Festival in Posen auftrat und 2012 das Album Affinity einspielte. Mit dem Akkordeonisten Robert Kusiołek bildet er ein Duo. Er spielte mit Janusz Stefański und Mark Tokar. Postaremczak lebt in Warschau.

Spaghetti-Salat, den alle lieben


Wer will schon immer Salat mit einer fettigen Mayonnaise-Sauce? Viele wollen inzwischen ein viel leichteres Dressing, das uns nicht jahrelang auf den Hüften erhalten bleibt. Außerdem fühlt es sich einfach besser an, nichts Schweres im Magen zu haben. Die Kunst ist es, auch ohne reichlich Fett oder Öl für einen guten und kräftigen Geschmack zu sorgen.

Und da kommt dieser Salat gerade recht. Er wird Dich nicht nur wegen seiner Einfachheit, sondern auch wegen seines Geschmacks absolut begeistern. Wir haben ihn getestet und einhellig für gut befunden. Also: Unbedingt nachmachen!

Spaghetti-Salat

Zutaten für 4 Personen
250 gr. Spaghetti (ich habe übrigens Spirelli genommen, ist einfach leichter zu handhaben)
2 Stangen Porree
1 Tasse Sonnenblumenkerne
1/4 Flasche Sojasauce
etwas Öl zum Rösten
Curry-Pulver
Kurkuma (wahlweise)

Zubereitung
1. Zunächst die Nudeln nach Packungsanleitung kochen
2. Während die Nudeln kochen, die Sonneblumenkerne in etwas Öl rösten (dürfen ruhig etwas dunkler werden)
3. Porree waschen und in Scheiben schneiden. Wenn die Sonnenblumenkerne geröstet sind, den Porree in der gleichen Pfanne mit zusätzlich etwas Öl leicht anbraten und dann den Deckel darauf, damit alles gar dünstet.
4. Sonnenblumenkerne und gedünsteten Porree zu den Nudeln geben, die Sojasauce, einen Teelöffel Curry und wahlweise eine Messerspitze Kurkuma hinzugeben und alles miteinander vermengen.
5. Den Salat mindestens eine Stunde ruhen lassen und danach mit der Sojasauce erneut abschmecken.
Fertig!


Fühlst Du schon und denkst Du noch?

Eine Möbelkette hatte diesen Satz mit anderen Verben bekannt gemacht. Und immer wieder, meistens zum Spaß, fülle ich diesen Satz mit neuen Verben: Fühlst Du schon oder denkst Du noch. Manchmal auch: Glaubst Du noch oder fühlst Du schon. Mir passiert das meistens in Situationen in der Praxis. Da bitte ich die Patienten häufig, den eigenen Körper oder die eigene Stimme wahrzu-nehmen und ihre Wahrnehmung zu beschreiben. Besonders in den ersten Therapieeinheiten fällt das manchen Menschen gar nicht leicht. Und dann bekomme ich beispielsweise Antworten wie: „Bestimmt ist meine linke Seite heute wieder angespannter als die rechte Seite.“ Manchmal vermute ich dann, dass mein Patient sich vor allen Dingen gut gemerkt hat, was ich in der letzten Therapie gesagt habe – aber leider nicht, wie ich es gewünscht hatte, in seinen Körper gespürt hat. Manche sagen dann auch ganz spontan: „Ich glaube, meine linke Seite ist angespannt.“ Auch bei einer solchen Antwort versuche ich natürlich, genau zu erkennen, welche Bedeutung hinter diesem „ich glaube“ steht. Und manchmal ist in diesem Kontext die Bedeutung von „ich glaube“ dann etwa: Ich weiß es einfach nicht und deswegen rate ich jetzt mal.

Warum soll ich Wahrnehmung lernen?

Die feine Wahrnehmung des Körpers und der Stimme ist schwierig, darum ist es nichts Besonderes, wenn wir diese feine Wahrnehmung lernen müssen. Viele Dinge, zu denen ich heute Menschen hinführen kann, habe ich selber lange und zum Teil auch mühsam lernen müssen. Manchmal fragen mich Patienten auch ganz direkt, warum sie das denn überhaupt lernen sollten. Es reiche doch, wenn ich es herausfinde, es ihnen dann sage und anschließend vielleicht mit ein paar gezielten Handgriffen die Verspannung im Körper meiner Patienten löse.

Mir ist das nicht genug. Als Lebenshaltung und vor allen Dingen auch als geistliche Haltung finde ich die Wahrnehmung ganz entscheidend. In Bezug auf die Muskeln wird das relativ leicht deutlich: Sobald ich in meinem Körper einen Muskel tatsächlich als angespannt wahrnehme, beginnt der Körper, diese Anspannung in irgendeiner Weise zu reduzieren.

Die feine Wahrnehmung startet selbstheilende Prozesse

Meistenteils beginne ich, den Muskeln zu dehnen und zu strecken und anschließend wieder zu entspannen, um ihn so langsam wieder in eine Wohlspannung zu führen. Das passiert oft intuitiv, ich muss also gar nicht groß darüber nachdenken. Interessanterweise startet dieser Prozess deutlich schlechter oder eben auch überhaupt nicht, wenn ich nur in Gedanken bin und den angespannten Muskeln nicht wirklich wahrnehme.

Aber was mache ich nun, wenn ich eine unterschiedliche Muskelanspannung einfach nicht spüren kann? Das werde ich immer wieder von Patienten gefragt. „Ich spüre da kein Unterschied,“ sagen sie mir dann.

Wahrnehmungskanäle verbinden

Eine wichtige Möglichkeit, die Wahrnehmung zu schulen, besteht darin, sich einen weiteren Wahrnehmungskanal zu suchen. Also beispielsweise: Ich spüre in meine Schultern rechts und links und versuche wahrzunehmen, ob die Schultern die gleiche Spannung haben oder ob eine Schulter angespannt ist. Dann stelle ich mich vor den Spiegel und schaue mir genau an, ob meine Schultern gleich hoch sind und ob die Hände, wenn sie locker herunterhängen, in gleicher Weise ausdrehen. Auf diese Weise nehme ich meine Augen zur Hilfe. Ich könnte aber auch meine Ohren zu Hilfe nehmen, indem ich entlang der oberen Rippen vom Brustbein bis zur Schulterkugel klopfe und mir den Ton anhöre. Die Seite, die angespannter ist, hat einen höheren Ton. Wenn ich in dieser Weise über einen weiteren Wahrnehmungskanal ein Unterschied festgestellt habe, dann versuche ich, diesen Unterschied, den ich gesehen oder gehört habe, jetzt auch in den Muskeln zu fühlen. Und über einen solchen weiteren Wahrnehmungskanal kann ich mich immer weiter schulen, mich selber gut wahrzunehmen.

Für mich persönlich ist das übrigens eine ganz wichtige Aufgabe in der Zeit vor Ostern. Mit dem Fasten möchte ich die Sinne schärfen für das, was in mir und mit mir ist. Und so kann ich jetzt sensibel werden, nicht nur für die Muskeln und Muskelanspannungen, die in mir sind, ich lerne damit  dann auch ein erstes Stück Gott zu erspüren, wie er in mir ist.

Und ich freue mich wieder, von Dir zu lesen , was Dir hilft, Dich und Deinen Körper besser wahrzunehmen, und vielleicht auch, was Dir hilft, das Göttliche in Dir besser wahrzunehmen.

Impuls am Sonntag: Stefan Becker

Am ersten Fastensonntag wird Stefan Becker, Pressesprecher der Sparkasse Hannover den Impuls halten

Alter
54

Beruf
Pressesprecher der Sparkasse Hannover

Was bedeutet Ihnen Glaube?
Ein Fundament, das immer wieder gestärkt werden muss, damit es tragen kann.

Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig?
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Immanuel Kants Kategorischer Imperativ versteht Menschen ausnahmslos als Selbstzweck und nicht Mittel zum Zweck und fordert die Rücksichtnahme im Handeln ein. Ein Gedanke, der als Richtschnur für mein Leben dient.

Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration?
Daniel Defoe: Robinso Crusoe. Die Geschichte vom plötzlichen Aufsichgestelltsein von dem, was der Mensch als Antriebskraft in einer ansonsten menschenleeren Welt mitbringt und was ihn weiterhin Mensch sein lässt, hat mich immer wieder inspiriert, über die conditio humana nachzudenken. 

Die Fastenzeit

„Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit.“ So beginnt der heilige Benedikt das 49. Kapitel seiner Regel, um gleich in den nächsten beiden Sätzen zu relativieren: „Dazu aber haben nur wenige die Kraft. Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit auf unser Leben achten und gemeinsam in diesen heiligen Tagen die früheren Nachlässigkeiten tilgen.“ ( RB 49,2f). Und etwas weiter unten führt er aus: „Gehen wir also in diesen Tagen über die gewohnte Pflicht unseres Dienstes hinaus durch besonderes Gebet und durch Verzicht beim Essen und Trinken.“ (RB 49,5).

Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit, dazu aber haben nur wenige die Kraft. 

Benedikt von Nursia

Verzicht auf Speise und Trank

Der Verzicht auf Speise und Trank wurde in vielen alten Kulturvölkern aus religiösen Motiven praktiziert. Da verwundert es nicht, dass auch das Alte Testament im Fasten einen Ausdruck der Trauer und Buße sowie der Intensivierung des Gebets sieht. Vor allem aber diente das Fasten als Vorbereitung auf besondere religiöse Feste.

Da die Pharisäer den Menschen immer mehr Gebote und Regeln vorsetzten, warnt Jesus in der Bergpredigt vor einer Verfälschung der Motive: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“ (Mt 6,16-18).

Sinn des Fastens

Die frühe Kirche sah im Fasten eine Verstärkung des Gebets, eine Wegbereitung für den Geistempfang, eine Abwehr gegen Versuchungen – und eine Ermöglichung tätiger Hilfsbereitschaft für die Armen durch eine Einsparung eigener Ausgaben.

Die frühe Kirche sah im Fasten eine Verstärkung des Gebets.

Bruder Nikolaus Nonn

In neuerer Zeit wird das Fasten von unterschiedlichsten Seiten neu propagiert: Wenn man bei Google etwa das Stichwort „Heilfasten“ eingibt, werden unzählige Seiten angezeigt, die diese Form des Fasten zur Stärkung der Gesundheit benennen.

Tatsächlich werden ja auch die Sinne neu angesprochen, wenn ich eine Zeitlang bewusst auf die eine Speise und das alkoholische Getränk verzichte: Nach dem Fastenende ist der  Geschmackssinn doppelt so intensiv wie zuvor.

Über das leibliche Fasten hinaus

Es kann durchaus auch hilfreich sein, sich nicht nur beim Essen und Trinken zu beschränken, sondern sein Konsumverhalten als Ganzes zu überdenken:
Muss ich mich tagsüber vom Radio berieseln lassen oder jeden Abend vor dem Fernseher sitzen? – Ich könnte ja auch mal wieder ein Buch lesen…
Muss ich ständig erreichbar sein? – Ich bin nicht unersetzlich…
Muss ich eigentlich…

Die Fragen ließen sich beliebig fortsetzen…Vielleicht magst Du Dir Deine persönliche Frage für die Fastenzeit stellen und dann entsprechend danach handeln!?

Unsere Musiker am Sonntag: Leonhard Brandstetter und Roland Baumgarte

Unsere Musiker am Sonntag:
Leonhard Brandstetter

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Ich komme aus einer von der Kirchenmusik geprägten Familie. Mein Vater war Stadtkantor an der Marktkirche Hannover. Jeder sucht sich im Leben seinen ganz eigenen Weg und behält doch seine Wurzeln bei. So habe ich für mich ein ganz anderes Musikinstrument nämlich die Gitarre gefunden.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Das kann ich nur schwer beantworten. Musik ist für mich eine Sprache. Immer wenn ich Musik auf den Punkt gebracht erlebe, versuche ich diese „Worte“ in mein Repertoire aufzunehmen. Das kann eine kleine Verzierung oder eine interessante Artikulation sein…

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Der kirchliche Raum ist für mich einer der häufigsten Auftrittsorte. Ich erlebe dabei die Gitarre immer wieder als ein besonders meditatives Instrument, das die Andacht vertieft. In der Cella spiele ich schon seit vielen, vielen Jahren immer wieder gern, da hier Freiheit sehr groß geschrieben ist und ich mich „zuhause“ fühle.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

Musik ist für mich nicht nur eine Frage der Zeit aus der sie stammt, sondern vor allem welche Umgebung und welche Stimmung sie wiederspiegelt. Es ist schön, daß ich mich mit Musik in viele verschiedenen Epochen und Umgebungen „beamen“ kann.

Roland Baumgarte

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Im Grunde durch meine Eltern. Wir hatten zwar keinen Fernseher zuhause, aber eine große Schallplattensammlung mit klassischer Musik. Meine Eltern waren Abonnenten im Opernhaus, gelegentlich durfte ich mitkommen, ebenso in Konzerte. Weitere Förderung erhielt ich durch die Musikschule Hannover und Heinz-Christian Schaper, den Musiklehrer am Ratsgymnasium.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Natürlich die legendären Großmeister Casals und Rostropowitsch, meine Lehrer Eckart Schramm, Horst Beckedorf und Prof. Rudolf Metzmacher, im Bereich Kammermusik Prof. Vladislav Markovic (Innsbruck).

Was bedeutet es für Dich in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Als Kirchenchorleiter ist der Kirchenraum als Auftrittsort nicht ungewohnt, manchmal sogar ein quasi heimatlicher Ort. Als Cellist schätze ich die Akustik, als Christ die Darstellungsvielfalt von Glaubensinhalten. Die Hauskirche habe ich neulich zum ersten Mal besucht, war sehr beeindruckt und bin gespannt, wie mein Cello darauf reagiert…

Stell dir sich vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

Das ist schwierig zu beantworten, weil meine Interessen da vielfältig wären: gerne würde ich Mozart in Wien besuchen, mit Haydn nach London reisen oder das hannoversche Musikleben zur Zeit Georgs V. beobachten. Auch das Musikleben im Nachkriegsdeutschland würde mich interessieren.

s

Lebensgeschichte als Ressource

Deine Lebensgeschichte als Ressource – 8 Ideen

Deine Lebensgeschichte als Ressource

Das Leben hält wahrlich viel für uns bereit. Im Laufe unseres Lebens kommen zahlreiche Erfahrungen auf uns zu. Vor ein paar Tagen hatte ich Geburtstag und ein solcher Tag ist für mich immer Anlass, genau darüber nachzudenken. Was hat mir das Leben gebracht? Woraus lebe ich? Gibt mir mein bisheriges Leben Rückenwind oder nimmt es mir Kraft und Energie?
Es sind Fragen, die man sich meistens nicht mit 16 oder 20 stellt. Erst wenn man beginnt, Geschichte zu haben bzw. wenn man sein bisheriges Leben als Geschichte erlebt und wahrnimmt, kommen solche Fragen und Gedanken.

Eine Kindheit kann schlimm sein, dennoch!

Viele Menschen hadern mit ihrem Leben. Vieles ist geschehen: miserable Kindheit, schlechte Eltern, üble Schulkollegen, unterdurchschnittliche Lehrer, einen Partner zum Weglaufen, der Arbeitsplatz zum übel werden, kein Geld, Krankheit, na, fehlt noch etwas?
Vielleicht hast du nur einen Extrakt davon erlebt (ich hoffe es), aber viele haben genügend Gründe, die Vergangenheit als besonders dunkel und schlimm zu beschreiben.
Ich will hier nichts wegwischen und schön reden: vieles ist schlimm gewesen und niemand will dir deinen Schmerz nehmen und bagatellisieren.
Dennoch: es gibt auch die andere Seite und die möchte ich dir hier aufzeigen bzw. einige Tipps geben, wonach du einmal schauen solltest, um Deine Lebensgeschichte als Ressource zu verstehen.

1. Tagträume

Wer keine schöne Kindheit gehabt hat, der hat damals meistens Tagträume gehabt. Manche haben sich in Gedanken in ein fernes Land gebeamt, in eine andere Familie, in Filme, Märchen, auch viele Stars sind nichts anderes als Tagträume, manchmal können auch religiöse Bilder und Vorstellungen aus Tagträumen bestehen.
Solche Tagträume zu entwickeln ist ein gesunder Mechanismus auf eine kranke Umgebung. Die Seele produziert sich selber Sicherheit, Geborgenheit, Bedeutung, Liebe, der Wunsch, etwas Besonderes zu sein. Solche Tagträume sind Zeiten der Regeneration für die Seele und Zeiten besonderer Belastung.
Wenn du deine Tagträume wertschätzen kannst und siehst, dass dahinter ein gesunder Mechanismus steckt, dann können diese Vorstellungen dir auch heute helfen. Du weißt dann, dass in dir etwas ganz Gesundes ist, etwas, was dich heilen und fördern will.
Zugleich geben dir die Träume von damals Auskunft über deine Sehnsüchte und Bedürfnisse.
All das kann für dich heute eine Ressource sein, kann dir Kraft geben, kann das Vertrauen in dich stärken und dich mit deinem Inneren verbinden.

2. Stille Freunde

Ja, vielleicht hattest du nur wenige Freunde, ja, vielleicht warst du viel und oft alleine. Mag sein! Aber dennoch glaube ich daran, dass die meisten auch stille Freunde hatten. Wer die sind?
Das sind Menschen, die es gut mit dir meinten, die freundlich zu dir waren, die dich nett gegrüßt haben, die dir etwas gaben, die nachsichtig mit dir waren, die dir ein Lächeln schenkten. Das kann eine Verkäuferin im Supermarkt gewesen sein, die dich freundlich bediente oder grüßte, ein Nachbar, der dir die Tür aufhielt, eine Lehrerin, die dich anständig behandelte…
Mach dich einmal auf die Suche nach solchen Menschen. Oft vergessen wir sie, denken nur daran, dass uns Freunde fehlten und sehen nicht, dass wir stille Freunde hatten, die sehr wohlwollend zu uns waren.
Solche Menschen können eine sehr große und kraftvolle Ressource für uns sein.

3. Orte meiner Kindheit und Jugend

Jeder hat seine eigene Topographie, ein jedes Leben besteht aus vielen Orten – selbst, wenn man niemals umgezogen ist. Und jeder hat Orte, die gut tun. Das können auch Wege und Straßen sein oder Flüsse. Dorthin haben wir uns zurückgezogen, sind wie von selbst dahin gegangen, dort konnten wir aufatmen, vielleicht gerade dann, wenn niemand bei uns war, dort war es friedlich, dort störte niemand, du warst ganz bei dir, warst verbunden mit der Natur, mit Gott. Ja, vielleicht war es sogar die Kirche in der Umgebung.
Solche Orte leben in uns weiter und wenn wir uns in Gedanken dahin bewegen, dann entwickeln wir wieder das gleiche Gefühl und das gleiche empfinden.
Daher ist es so wertvoll, wenn du dir die Orte deines Lebens einmal aufschreibst und sie sammelst. So kannst du dich immer wieder mit dem Guten, Sicheren und Geborgenen verbinden – wann immer du willst.

4. vergessene Erfolge

Von wegen dein Leben ist eine Geschichte von Misserfolg und Niederlage. Das kann nicht stimmen und es ist falsch. Ja, manches ist vielleicht nicht so gelaufen, wie du es dir vorgestellt hast und manches wünschte ich wäre wirklich besser anders geschehen. Aber du vergisst, dass jeder auch eine Erfolgsgeschichte hat.
Kannst du schreiben? Kannst du laufen? Kannst du Auto fahren? Kannst du sprechen? Kannst du zählen? Vielleicht kannst du malen, kannst gut singen, kannst Geschichten erfinden und Essen und Trinken genießen. Ja, das hast du gelernt, das sind alles Dinge, die du geschafft hast. Vielleicht nicht alles, aber einen großen Teil der Dinge, die ich gerade aufgezählt habe. Und sag jetzt nicht: Ach, das kann doch jeder, das ist doch normal, was ist daran schon Besonderes? Es gibt genügend Analphabeten auch in unserem Land, die können ein Lied davon singen, wie “normal” es ist lesen zu können. Es gibt genügend Menschen, die nicht mehr oder noch nie laufen konnten, die kein Lied singen und kein Bild malen können. Aber du sagst: Alles normal?
Schau dir deine Erfolge einmal an und nimm sie ernst und schätze sie wert. Auch wenn es vielleicht einiges gibt, was du verpasst hast oder was nicht geklappt hat. Es gibt auch die andere Seite und das sind deine vergessenen Erfolge.

5. Achtung: du lebst!

Egal was passiert ist, egal was war und was man dir vielleicht angetan hat. Denk daran: du lebst! Nichts hat es bisher geschafft, dich zu vernichten, dich am Leben zu hindern. Niemand konnte bisher dafür sorgen, dass du nicht mehr da bist. Du hast die Kraft gehabt, das alles zu überleben. “Du lebst” heißt: in dir ist mehr Kraft und Energie, als du glaubst, mehr Lebenswille als du denkst, mehr Überlebenskraft, mehr Lust und Freude am Leben, als du aufzählen kannst.

6. Was hast du gelernt?

Überleg einmal, was du aus den schwierigen und problematischen Situationen in deinem Leben gelernt hast. Man kann, und davon bin ich fest überzeugt, aus allen Situationen etwas lernen. Wenn wir diesen Schatz heben, dann können wir auch den schlechten Zeiten des Lebens einen gewissen Sinn abringen und erkennen, das alles hat mich viel gelehrt. Man kann zum Beispiel lernen, nicht allen Menschen blindlings zu vertrauen. Man kann auch lernen, dass man sehr viel Kraft und Energie in sich trägt, dass man auch durch schwierigste Zeiten gehen kann, dass man große Herausforderungen meistert, dass niemand einen unterkriegen kann … und vieles mehr. Mach dir eine Liste von Situationen und problematischen Menschen und schreib daneben, was sie dich über das Leben gelehrt haben.

7. Kinderspiel

Überleg einmal, was du als Kind gerne gemacht hast? Also ich habe gerne getanzt, habe wunderbare Pirouetten gedreht, haben mit sehr viel Leidenschaft mich nach Opernouvertüren bewegt und war glücklich. Vielleicht hast du gerne gemalt oder gehäkelt, oder Plätzchen gebacken oder die Katze gestreichelt oder was auch immer. Es könnte doch eine schöne Idee sein, dass du immer dann, wenn du es brauchst, das Gleiche heute wieder tust? Naja, vielleicht nicht gleich öffentlich, sondern so ganz für dich in der Wohnung. Denn offensichtlich wird Dein Kinderherz davon berührt und beseelt und das ist gut. Es ist immer gut, wenn man zu seinem Kinderherzen eine gute Beziehung hat und wenn man gut für es sorgt. Diese Spiele und Handlungen können dadurch eine wunderbare Ressource für dein heutiges Leben sein, da sie dich mit dem Kinderherzen verbinden.

8.Kinderbücher

Das gleiche gilt auch für die Bücher deiner Kindheit und Jugend. Vielleicht hast du noch einige – manchmal bekommt man sie günstig als antiquarische Bücher bei Amazon. Lies sie und du bist mitten in deiner Kindheit – und vermutlich nicht in der dunkelsten Zeit. Bücher (und natürlich auch Filme und Hörspiele) waren und sind für viele ein Ort der Entspannung, eine Zeit, wo man schwierigen Situationen entfliehen kann. Auch das kann dich wieder mit deinem Kinderherzen in Verbindung bringen.

Es gibt also genügend Dinge, Aspekte und Bereiche in jeder Kindheit, die dir auch heute noch Kraft und Energie geben können. Ich wünsche dir sehr, dass es dir gelingt, daran anzuknüpfen und dass du deine Kindheit und Jugend von einer anderen Seite zu sehen lernst. C. G. jung sagte einmal: Es ist nie zu spät, eine gute Kindheit gehabt zu haben.
In diesem Sinne: Mach dich auf!
Und jetzt würde mich deine Meinung und auch gerne deine Ergänzung dazu interessieren. Schreib doch einen Kommentar dazu!?

Du brauchst ein Versteck!

Hallo, Valentin hier. Ich weiß, es ist lange her seit meinem letzten Artikel. Aber irgendwie hatte ich zuviel um die Ohren. Glaube ja nicht, eine Katze würde den ganzen Tag nur schlafen und nichts tun! Es ist harte Arbeit, eine Katze zu sein, vor allem, wenn man so bekannt ist wie ich!

Ich möchte mich aber noch für die vielen Grüße zu meinem Namenstag bedanken. Es wärmt mein kleines Katzenherz stets sehr, wenn so viele Menschen an mich denken. Auch habe ich zu Weihnachten einige leckere Dinge bekommen und etwas zum spielen..

Ich danke Euch sehr dafür. Ihr seid echte Freunde!

Heute möchte ich über das Verstecken sprechen. Das machen wir Katzen ja besonders gerne. Einen schönen Platz suchen, an dem ich nicht gesehen oder gehört werde, aber an dem ich mich wohl fühle. Es ist sowas Schönes, einen sicheren Platz für sich zu kennen, an dem man immer wieder heimkehren kann. Es ist zwar nicht so, dass ich mich unsicher oder bedroht fühle – nein, wirklich nicht. Ich verstehe mich mit meinem Menschen sehr gut – naja, meistens. Und selbst, wenn wir uns nicht verstehen, gibt es keinen Anlass, Schutz zu suchen.

Dennoch ist es sehr schön, einen Ort zu haben, wo ich mich maximal sicher fühlen kann, wo ich für mich bin und ganz bei mir.

Du brauchst einen Ort, wo Du dich maximal sicher fühlst!

Valentin von List

Ich habe dann Zeit, meinen Gedanken nachzugehen, ohne Impulse von außen. Ich folge einfach meinen inneren Bildern und erfreue mich daran. Und wenn dieser Ort auch noch kuschelig und dunkel ist, dann fühle ich mich nicht nur sicher, sondern auch geborgen – wie früher, als ich als kleine Katze auf meiner Mutter lag.

Ich glaube, dass wir alle, ja, auch Du, dass wir alle Orte brauchen, wo wir hingehen können und wo wir nicht nur sicher sind, sondern ebenso geborgen.
Ich glaube, dass wir einen Ort brauchen, wo wir für uns sind und wo wir unseren inneren Bildern folgen können. Niemand stört uns, niemand will uns etwas erzählen und ich muss auch niemandem etwas sagen.

Die Dunkelheit eines solchen Ortes ist dann nicht bedrohlich. Das gilt für Katzen ja ohnehin. Wir haben keine Angst vor Dunkelheit, weil wir immer sehen können. Aber Du, Du bist ein Mensch und hast sicherlich schon einmal Angst in der Dunkelheit gehabt.
Aber es gibt eine Dunkelheit, die ist nicht furchterregend, sondern die gibt Geborgenheit. Und ich wünsche Dir, dass Du eine solche Dunkelheit erfährst.

Was heißt überhaupt sich verstecken? Es bedeutet, sich dahin zu begeben, wo man nicht gefunden wird. Ich will nicht immer gefunden werden. Ich weiß natürlich, dass kleine Menschen, also Kinder, sich gerne so verstecken, dass sie gefunden werden. Ich aber suche ein Versteck auf, wo mich wirklich niemand findet, zumindest für lange Zeit nicht.

Du musst nicht immer für andere da sein!

Valentin von List

Und ich mag das, weil ich gerne mit mir zusammen bin. Ich mag es, für mich zu sein und Zeit zu haben für alles, was mir gerade in den Sinn kommt.
Und ich ich will Dir empfehlen, Dich auch einfach mal zu verstecken, Suche Dir Orte in der Stadt oder in Deinem Haus, wo Du Dich verstecken kannst und Dich niemand schnell findet.

Gerade ihr Menschen meint, man müsse immer so sozial sein und man dürfe sich nicht verstecken. Ich aber glaube, dass das ganz wichtig ist, um sich von zu vielen Menschen und Katzen zu erholen.

Manchmal beneide ich Maulwürfe, die leben immer im Versteck und können den ganzen Tag bei sich bleiben. Aber vermutlich wird das dann auch irgendwann langweilig.

Also: Wo ist Dein Versteck für Dich?
Wo verstecken Du Dich?

Dein
Valentin

Passt schon!

Seit fünf Wochen leben nun mit Bruder Cyprian und Bruder Victor zwei Brüder aus Tansania in der Cella und lernen fleißig Deutsch. Und ich lerne kräftig mit. Zum einen kann ich mein Englisch wieder aufpolieren, wenn es darum geht, manche Dinge und Absprachen zu treffen, die auf Deutsch noch nicht funktionieren. Aber ich lerne auch viel über meine eigene Muttersprache: Dinge, die mir erst auffallen, wenn ich sie erklären soll – und dann irgendwie gar nicht richtig erklären kann.

Passt schon! ist eine solche Wortverbindung, bei der man fast verzweifeln kann, wenn man einem nicht Muttersprachler den Sinn dieser Worte nahe bringen will. Bedeutungen wie: Habe ich doch gerne gemacht, bitte schön, kein Problem, nicht der Rede wert, aber auch: Lass mal gut sein, habe ich keine Lust mehr, darüber zu reden, mach da nicht so einen Aufstand draus, kann dieser Satz je nach Kontext bedeuten.

Wenn die Chemie stimmt

Noch vor gar nicht langer Zeit wurde die Aussage: „Das passt schon“eher für frisch Verliebte gebraucht, und zwar meistens von den Außenstehenden, die beobachtet hatten, dass da zwei Menschen gut zusammenpassen oder, wie wir dann zu sagen pflegen, bei zwei Menschen die Chemie stimmt. Aber: Was passt da, wenn es zwischen zwei Menschen passt – wenn zwischen zwei Menschen die Chemie stimmt? Und das erleben wir ja nicht nur auf der Ebene von Verliebtsein. Manchmal erleben wir die Zusammenarbeit mit Kollegen oder mit Freunden so, dass etwas wirklich passt und stimmt.

Hormone steuern Lust, Anziehung und Verbundenheit

Die Hirnforschung der letzten Jahrzehnte hatte nachgewiesen, wie richtig der Satz von der „stimmenden Chemie“ ist. Das Miteinander von uns Menschen, also alle Aspekte von Liebe und Zusammenhalt lassen sich auch mit hormonellen Reaktionen beschreiben.

Da ist zum einen die Lust oder das Verlangen nach sexueller Vereinigung, das insbesondere durch die Hormone Testosteron beim Mann und Östrogen bei der Frau gebunden ist.

Da ist zum zweiten die Anziehung, also die selektive Aufmerksamkeit für einem bevorzugten Menschen, die an einen höheren Dopaminspiegel und ein niedrigeren Serotoninspiegel gebunden ist.

Und da ist zum dritten die Verbundenheit, das Gefühl von Ruhesicherheit und gefühlsmäßig im Einssein, das vor allen Dingen auf den Hormonen Oxytocin und Vasopressin beruht.

Da, wo es „passt“, da, „wo die Chemie stimmt“, reagieren bei Menschen diese Hormone miteinander. Als alles nur Chemie? Können wir den Valentinstag nun abhaken, weil wir doch nur getriebene unsere Hormone sind? Zum Glück ist es nicht so. Die drei Gefühlssysteme sind im Lauf der Evolution zunehmend unabhängig voneinander geworden. Jedes der Gefühlssysteme lässt sich nicht nur, aber auch durch gute Gedanken anregen. Natürlich auch durch manche anderen Dinge, zu denen ich hier nicht einladen möchte.

Gedanken stärken auch die Hormone

Bleiben wir für jetzt bei den guten Gedanken an die Lust, die Anziehung und die Verbundenheit. Vom heiligen Valentin wird in der Legende erzählt, dass er Liebespaare gesegnet hat. Er hat mit guten Gedanken, mit guten Segensworten diese drei Aspekte der Liebe gestärkt, damit es passt fürs Leben.

Und nicht immer muss es sofort um Heiraten und Partnerschaft im engen Sinne gehen, im Miteinander gibt es viele Dinge, die durch die guten Gedanken einfach noch ein bisschen besser passen: auf der Arbeit, in der Schule, mit Freunden – aber durchaus auch in der Familie mit Eltern, Kindern oder Geschwistern. Und so lade ich Dich ein, besonders an die Dinge zu denken, für die ganz besonders gilt:  Das passt, da stimmt die Chemie.