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Berühren lernen und verstehen können

Berühren lernen und verstehen können

Wenn Babys die Welt um sich herum entdecken wollen, dann nehmen sie Gegenstände wie selbstverständlich in den Mund. Die Augen können noch nicht so scharf sehen und auch die Finger müssen das feine Tasten noch lernen. Wenn ein kleines Kind also etwas intensiv erkunden möchte, dann kann es das nur mit dem Mund. Mit diesem Tastsinn bekommt das Kind eine Vorstellung von Form, Größe, Oberflächenbeschaffenheit und Festigkeit des Gegenstandes, zusätzlich natürlich auch von Geschmack und Geruch. Vielleicht ist der Gegenstand warm oder kalt, vielleicht gibt es einen Schmerz, weil der Gegenstand hart oder spitz ist. Und im Normalfall lernt das Kind aus der Berührung des Gegenstandes, wie es zukünftig mit diesem Gegenstand umgehen will und welche Bedeutung dieser Gegenstand in seinem Leben haben kann.

Alles mit dem Mund

So haben wir alle angefangen, unsere Umwelt zu entdecken – oft zum Schrecken unserer Eltern, die uns ermahnen, nicht alles in den Mund zu nehmen. Erst wenn wir größer sind, lernen wir, mit unseren Fingern und insgesamt mit der Haut Gegenstände wahrzunehmen und einzuordnen. Im Berühren eines Gegenstandes beginnt das Verstehen. Das Berühren und das Verstehen gehören zusammen. Berühren ist im Wesentlichen ein sensorisches Ereignis, das an den Rezeptoren unserer Haut gestartet wird. Die Auswertung dieser Ereignisse, das Verstehen, findet im Gehirn statt. Das klingt eigentlich sehr einfach und klar. Aber manchmal funktioniert diese Verbindung nicht mehr so richtig.

Was kommt im Gehirn an?

Denn mein Körper hat auch eine Schutzfunktion angelegt: Er kann die Auswertung der Wahrnehmung durch Muskelanspannung dämpfen. Es ist kalt, ich friere und ziehe die Schultern hoch. Und schon friere ich weniger – gefühlt zumindest. Die Temperatur ist allerdings nicht gestiegen. Durch die Muskelanspannung habe ich die Reizweiterleitung an das Gehirn gedämpft. Der negative Impuls, der durch die Kälte entsteht, kommt einfach nicht so stark im entsprechenden Areal meines Gehirns an. Viele unangenehme Situationen kann ich nur bestehen, wenn ich die negativen Reize etwas dämpfe. Aber in diesen Phasen verliere ich sowohl den Zugang zum Berühren als auch den Zugang zum Verstehen.

Dann wächst in mir die Sehnsucht, dass beides wieder zusammenfindet, Berühren und Verstehen. Ganz bewusst legen ich mir dann die Hand auf den Bauch oder auf die Brust. Ich versuche, die gedämpften Reizbahnen zu ermutigen, wieder mit mir ins „Verstehen“ zu kommen. Manchmal passiert das auch, wenn ein anderer mich berührt. Manchmal nehme ich einfach die Muskeln in seiner unterschiedlichen Anspannung wahr – und spüre, wie sie sich alleine dadurch verändern, dass ich sie wahrnehme, also das Zusammenspiel von Muskel und Gehirn „wieder neu belebe“.

Berühren und verstehen

Zärtliche Berührungen in seinen vielfältigen Formen helfen in besondere Weise dazu. Wieder denke ich an die kleinen Kinder: Sie können ganz von alleine so im Arm von lieben Menschen liegen, dass die Reizbahnen wieder frei gemacht werden. Darum ist es so wohltuend, ein kleines Kind auf dem Arm zu nehmen. (Wenn sie denn schreien, ist es natürlich schnell auch ganz anders.)

Nicht nur für mich selber, auch im Miteinander braucht Verstehen die Berührung. Viele Gesten des Alltags wie der Händedruck, das Streicheln, die Umarmung, der Kuss sind nicht nur äußere Zeichen des Verstehens. Im Tun selber wächst das Verstehen weiter. Berühren und Verstehen entwickeln sich zusammen.

Ich wünsche Euch viel Freude mit dem Verstehen im Berühren – und manchmal ist es auch hilfreich, sich mit seinem Liebsten oder seiner Liebsten auszutauschen, was man da im Berühren voneinander verstanden hat.

Von der Religion der guten Absichten

Von der Religion der guten Absichten

Gut, der Titel ist etwas stelzig, ich weiß. Aber es geht ja auch um einiges. Die letzten Wochen haben mir so manche Erkenntnis gebracht und manche kritische Haltung an den gängigen religiösen und kirchlichen Verhaltensweisen noch verstärkt. Und genau davon möchte ich Dir berichten. Das wird keine philosophisch und wissenschaftlich ausgearbeitete und verifizierte Abhandlung werden, sondern eher Bruchstücke oder Fragmente. Was nicht heißt, dass solche Stücke nicht auch eine hohe Evidenz besitzen können.

Das ewige Müssen und Sollen

Über die Last an der kirchlichen Sprache muss ich nicht viel schreiben – es wird uns allen so ergehen. Manches hat sich verbessert – bei weitem nicht alles. Mir geht es jedoch, wenn ich über die Religion der guten Absichten spreche, und hiermit meine ich das Christentum insgesamt, vor allem darum:
Die kirchlichen Verlautbarungen, die vielen Predigten, die ich in meinem Leben bereits gehört habe und hören musste, die Vorträge und Artikel, sie lassen sich meistens auf einen strukturellen Nenner bringen – sie ermahnen, appellieren, fordern, empfehlen, drängen darauf, treten auf das entschiedenste dafür ein, dass ich mich ändere, dass ich mich anders verhalte – es geht immer um Moral und Ethik.
Ich soll mehr spenden, mehr beichten, mehr für Flüchtlinge tun, barmherziger sein, mehr beten, soll zur Messe gehen, Rosenkranz beten, verzeihen wo es nur geht, soll keinen Sex vor der Ehe haben, als Mann keinen Mann heiraten, mich nicht scheiden lassen und vor allem danach nicht nochmal heiraten, ich soll mich engagieren, mich einsetzen, soll nicht abtreiben, nicht lügen, die Eltern nicht vernachlässigen und dann und wann natürlich auch auf mich achten, soll für die Natur sein, für Tiere. für den rechten Glauben und ich könnte noch mehr sagen.
Nicht, dass der eine oder andere Punkt nicht wichtig wäre – er ist es und es muss und soll gesagt sein.
Nicht, dass zum geistlichen oder spirituellem Leben nicht auch das Verhalten gehört, es gehört dazu.

Moral statt Spiritualität

Das alles meine ich nicht. Was ich meine ist dies: Ich habe den Eindruck, und das ist meine These: Wer über das Geistliche und Spirituelle nichts zu sagen hat, der wird moralisch oder ethisch. Wer nichts von der Seele weiß, der wird pragmatisch, wer nicht über Haltungen sprechen kann, der spricht über Verhalten, wer über das Innere des Menschen nichts aussagen kann, der spricht über das Äußere. Das ist die Religion der guten Absichten, die ermüdet und die Herzen der Menschen nicht mehr erreicht.
Was übrigens nicht heißt, dass jeder oder jede, die über Ethik und Moral spricht, nichts über Spiritualität zu sagen hätte.

Das Problem ist, dass in unserer christlichen Kultur schon viel zu lange die Religion der guten Absichten gelebt wird. Die Forderungen ändern sich, manches hat sich deutlich von der Zielsetzung her geändert, auch die Sprache ist deutlich angenehmer und die Absichten sind zu einem großen Teil nicht zu kritisieren – aber sie erreichen viele Menschen nicht mehr.
Die Menschen aber haben einen Hunger danach, in ihrer Seele oder ihrem Herzen erreicht zu werden.
Aber warum erreichen Absichten die Herzen nicht?

Absichten gehören zur Logik

Wer über Absichten spricht und sie formuliert, wird das Herz der Menschen meistens nicht erreichen, weil Absichten in uns ganz anders verarbeitet werden und eher zum Bereich der Logik gehören und daher in unserer linken Gehirnhälfte zu Hause sind. Das Selbst oder das Herz, es ist in der rechten Gehirnhälfte lokalisiert.
In der linken Gehirnhälfte wird gesprochen, gerechnet, durchdacht, hier ist auch die Sensibilität für Unterschiede zu Hause. Das heißt, dass hier vor allem eine Sensibilität für Fehler vorherrscht. Wer also immer auf Fehler fokussiert ist und Absichten formuliert, der wird die Menschen nicht in dem erreichen, was wir das Selbst nennen oder das Herz.

Dort, wo das zu Hause ist, was wir bildlich als Herz oder Seele bezeichnen, dort wird nicht in Worten, sondern in Bildern kommuniziert und damit unspezifisch, dafür aber sehr schnell.
Der Zugang zu diesem Teil unserer Persönlichkeit ist Voraussetzung dafür, dass wir uns in unserem Leben zu Hause fühlen, dass wir mit schweren Zeiten unseres Lebens zurechtkommen. Hier ist man sich selber ganz nah, kann die Fülle des Seins wahrnehmen, fühlt Hoffnung, Liebe und hier entsteht ein Glaube, der das Leben verändert.
Wer die Menschen hierhin führen möchte, wird in Bildern sprechen, wird eine eher lyrische Sprache wählen, Zeichen setzen, die mit dem Herzen verstanden werden, wird sich nicht auf Fehler fokussieren, keine Unterschiede hervorheben, sondern ganz im Gegenteil. Wer diesen Bereich unserer Persönlichkeit ansprechen will, der wird beruhigen und wird positiv motivieren.
Wer Menschen hierhin führen will, wird den Selbstausdruck stärken, ohne gleich Angst vor Egoismus zu haben und den Egoismus der Gesellschaft insgesamt reflektieren zu müssen.
Hier geht es um Wege, es geht auch darum, Fehler zu machen, in die Irre zu gehen (was immer das heißen mag), um dann einen anderen Weg zu wählen und es geht darum, aus mir selbst heraus zu handeln.
Wer Menschen hierhin führen will, verzichtet darauf zu lehren und beginnt zu inspirieren.

Sprache der Seele

Aber die Seelensprache und die Herzensworte, sie werden in den Kirchen oft nicht mehr gesprochen. Man weiß viel über die Bibel zu sagen – und das ist gut so – und man weiß einiges über komplexe theologische Grundfragen und Konzepte. Aber über die Seele? Was das Herz braucht? Da findet sich nicht viel.
Wenn die Seele wachsen, wenn das Herz sich öffnen soll, dann kann dies nur jenseits von Absichten geschehen und seien sie auch noch so gut. Die Seele öffnet sich nur um ihrer selbst willen, sie ist schnell in Sorge, dass sie benutzt wird, dass andere sich ihrer bedienen, dass andere die Führung übernehmen und der Seele nicht den Raum geben, die sie braucht.
Der Mensch, der nicht sich selbst gefunden hat (also in seinem Selbst verankert ist), kann nicht wirklich entscheiden, welche Absichten zu ihm gehören und welche nicht. Und wer viele Absichten gelebt hat, die nicht zum ihm oder ihr passen, der fühlt sich entfremdet und wird die Quelle der guten Absichten als übergriffig erleben – auch im Nachhinein.

Der Glaube in unserer Gesellschaft wird weiter zurückgehen, wenn wir nicht beginnen, vor allem über das Spirituelle und Geistliche zu sprechen – und dann auch über Ethik und Moral.
Es ist die Aufgabe der Kirche – so sehe ich das – den Menschen die Nähe Gottes zu eröffnen und nicht vor allem eine Agentur für Moral und Ethik zu sein.

Vielleicht siehst Du das anders oder ganz ähnlich. Sag mir Deine Meinung!

 

Wir müssen noch viel lernen…

Wir müssen noch viel lernen…

Bei der Lektüre des Buchs „Heute im Blick. Provokationen für eine Kirche, die mit den Menschen geht“ von Martin Werlen, der von 2001-2013 der 58. Abt des Klosters Einsiedeln in der Schweiz war, und der unseren Konvent von Königsmünster am Beginn dieses Jahres als Exerzitienmeister begleitet hat, fand ich ein bemerkenswertes Interview.

Der honduranische Kardinal Rodriguez, von Papst Franziskus 2013 zum Koordinator eines achtköpfigen Kardinalsrates, das den Papst in weltkirchlichen Fragen beraten soll, ernannt, hat dem Kölner Stadtanzeiger am 17. Januar 2014 ein Interview gegeben, bei dem er über den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gesagt hat:

„In seiner Mentalität gibt es nur richtig oder falsch, das war’s. Aber ich sage: Die Welt, mein Bruder, die Welt ist nicht so. Du solltest ein wenig flexibel sein, wenn du andere Stimmen hörst, damit du nicht nur zuhörst und sagst: Nein, hier ist die Wand. Er hat noch viel zu lernen.“

Ich muss noch viel lernen…

Da ist Kardinal Müller wohl nicht allein. Abgesehen davon, dass er nicht mehr Präfekt der Glaubenskongregation ist, gilt der Satz „Er muss noch viel lernen“ doch wohl für jeden Menschen, gilt doch wohl auch für mich.

Wir werden nie fertig sein in unserem Leben. Wenn ich irgendwann einmal denke: „Das war’s! Jetzt bin ich fertig!“ – dann hoffe ich, dass mir jemand auf die Füße tritt und mir sagt, dass es mich weiter bemühen muss.

Denn alles Festgefahrene führt zur Stagnation, zum Stillstand. Das gilt nicht nur für mich, das gilt nicht nur für die Kirche(n), das gilt für die gesamte Gesellschaft und für alle Völker: Wir müssen immer auf dem Suche bleiben nach Neuem, nach Unbekanntem – und dann staunen…

Schule für den Dienst…

Der heilige Benedikt weiß, dass das Leben ein lebenslanger Lernprozess ist. Darum schreibt er am Ende des Prologs seiner Regel:

„Wir wollen also eine Schule für den Dienst des Herrn errichten. Bei dieser Gründung hoffen wir, nichts Hartes und nichts Schweres festzulegen. …Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.“ (RB Prol 45.49)

Und dass diese Schule des Lernens ein Leben lang dauert, bekräftigt der heilige Benedikt am Ende des Prologs:

„Darum wollen wir uns seiner Unterweisung niemals entziehen und in seiner Lehre im Kloster ausharren bis zum Tod. Wenn wir so in Geduld an den Leiden Christi Anteil haben, dann dürfen wir auch mit ihm sein Reich erben.“ (RB Prol 50)

Auch nach über dreißig Jahren im Kloster finde ich, dass sich die Mühe lohnt, immer Neues zu lernen…

Impuls am Sonntag: Susanne Rode-Breymann

Wir freuen uns, dass am Sonntag, den 8.10.2017 Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Herausgeberin und Leiterin des Forschungszentrums Musik und Gender zu uns kommt, um einen Impuls in unserem Gottesdienst zu geben.

Wir haben ihr ein paar Fragen geschickt, die sie uns gerne beantwortet hat:

1. Welche Zitat hat Sie in der letzten Zeit inspiriert und was sagt Ihnen das Zitat?

„Die größte Zeitfalle ist die ‚Tyrannei der Dringlichkeit‘. Jeder will alles sofort, am besten schon vorgestern.“ (Lothar J. Seiwert)
Das Zitat bringt auf den Punkt, auf welche Weise wir oft unter Druck geraten. Es regt zur Stärkung der Unterscheidungskraft an, was für wen in welchem Moment wirklich dringend ist. Und es wirft die Frage auf, was die Ursache dafür ist, dass es in unserer Gesellschaft immer weniger „Bedürfnisaufschub“ zu geben scheint.

2. Wen würden Sie als weisen Menschen bezeichnen und warum?

Jemanden, der ‚bei sich‘ ist und trotz aller Welterfahrung Heiterkeit erlangt.

3. Wie ist ihre Beziehung zur Spiritualität und zum Glauben?

Es ist nicht ohne sie zu leben, aber man muss vor allem den Glauben immer einmal wieder zurückerobern, wenn er im Prozess der Welterfahrung verloren zu gehen droht.

4. Welches Buch sollte jeder gelesen haben?

Dasjenige, das ihr oder ihm in ihrer oder seiner jeweiligen Lebenssituation eine neue Perspektive eröffnet.

5. Was ist für Sie das Besondere dieses Buches?

Dass es für mich anders „besonders“ ist als für einen anderen Lesenden: Das Besondere ist das für das jeweilige Individuum Besondere.

Unser Musiker am Sonntag: Stefan Adam

Unser Musiker am Sonntag: Stefan Adam

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Wie bei jedem Kind des Bildungsbürgertums lag eines schönen Tages eine Blockflöte unter dem Weihnachtsbaum, womit ich zunächst gar nichts anfangen konnte, später aber großen Gefallen an dem Instrument und der dazu gehörenden Musik fand. Nein, der Hauptgrund, daß ich Musik liebe und mache sind meine Eltern, die immer viel mit mir gesungen haben und mir alle Möglichkeiten eröffnet haben, mich auf diesem wunderbaren Feld zu tummeln. So kam ich in die Kinder-, später Jugend- und schlußendlich „große“ Kantorei, hatte Klavier-, Orgel, Blockflöten- und Kontrabaßunterricht und das große Glück, mich bei vielen Anlässen ausprobieren zu können.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Ich bin das Produkt vieler wunderbarer Lehrerpersönlichkeiten. An erster Stelle ist da der frühere Kantor meiner Heimatgemeinde Lengerich zu nennen, der mich nicht nur das Orgelspiel gelehrt hat, sondern auch den Respekt vor dem Raum, in dem wir musizieren dürfen und der letztlich „Schuld“ daran war, daß ich ein Kirchenmusikstudium absolviert habe. Später waren es dann Dozenten der beiden Hochschulen, die mich beeinflußt haben, so in Düsseldorf während des Kirchenmusikstudiums KMD Prof. Hartmut Schmidt, KMD a. d. Jürgen Schmeer, beide wichtige Persönlichkeiten im Bereich der Düsseldorfer Kirchenmusik.
Während des Gesangsstudiums in Köln waren es meine Professoren KS Edda Moser, Dietger Jacob und KS Kurt Moll. Es gibt unzählige Menschen, auch und gerade „außermusikalische“, die mich auf meinem musikalischen Weg beeinflußt haben, weil sie mir durch ihre Reaktionen auf meine Musik gezeigt haben, was Musik bewirken kann und soll.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

In einer Kirche zu musizieren, bedeutet für mich, zu Hause zu sein, an dem Ort zu sein, an dem ich Musik „Soli Deo Gloria“, wie Bach seine Kompositionen überschrieben hat, machen kann. Und es ist für mich Erinnerung an ein einschneidendes Erlebnis meiner Jugend, als ich zum ersten Mal in unserer Stadtkirche in der Kantorei die Matthäus-Passion von Bach mitsingen durfte. Das Erleben, Teil dieser vielstimmigen, einen Stimme zu sein, zu erleben, wie der Klang, von uns ausgehend, sich durch das Kirchenschiff schwingt und zu uns zurückkommt.
Die Hauskirche der Cella ist für mich inzwischen, nach vielen wunderbaren Begegnungen und gemeinsamen Unternehmungen mit den Brüdern, auch zu einem geistigen Zuhause geworden, weil sie mir eine Geborgenheit vermittelt, die ich in einer großen Kathedrale oder Kirche nicht so stark empfinde. Und weil es gelungen ist, in der Cella einen so ästhetischen und spirituellen Raum zu schaffen.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten, weil ich mich da eigentlich nicht wirklich entscheiden kann, ich schwanke zwischen der Renaissance und dem  Barock, der Renaissance wegen ihrer Gradlinigkeit, ja, nahezu geometrischen Genauigkeit, bezogen natürlich vor allem auf die Musik, aber letztlich auch auf die bildende Kunst, dem Barock wegen seiner Verspieltheit und seiner, ja, überbordenden Lebensfreude, die sich natürlich auch manches Mal in zügelloser
Prasserei manifestierte.

Gesetz des Ausgleichs – Podcast

Gesetze gibt es nicht nur im Recht und den Naturwissenschaften. Tatsächlich gibt es Gesetzmäßigkeiten auch im Leben. Es ist sicherlich sinnvoll, vorsichtig mit solchen Gesetzen zu sein, weil sie schnell zu Vereinfachungen führen und alle über einen Kamm scheren.

Doch mit dem Gesetz des Ausgleichs verhält es sich wirklich etwas anders. Hier wird ein ganz grundlegender Mechanismus des Lebens offen gelegt und verdeutlicht. Die Kenntnis davon kann helfen, menschliches Verhalten viel besser zu verstehen und gibt Dir zudem die Möglichkeit, gezielter zu reagieren und Lebensprozesse zu beeinflussen.

 

10 Übungen für Deinen Alltag

10 Übungen für deinen Alltag – reloaded

Ich will jetzt nicht stöhnen über die Hektik dieser Welt, den Druck in der Arbeitswelt, der selbst das Kloster nicht ganz unverschont lässt. Ich will nicht stöhnen und mich nicht beklagen, dass es gar nicht so schwer ist, in dieser Welt mit Gott verbunden zu bleiben, die Gegenwart zu spüren und in einem Zustand des spirituellen Bewusstseins zu leben. Ich will mich nicht beklagen, dass Ärger und Wut manche spirituellen Phantasien schnell zusammenbrechen lassen und mich auf den Boden meiner Realität stellen. Nein, das alles will ich nicht.
Was ich will ist, Ideen zu entwickeln, wie wir mit dieser Welt leben, so wie sie ist, und mit mir zu leben, so wie ich bin. Schön wäre es, wenn manches anders wäre, gar keine Frage, schön wäre es auch, wenn ich in völligem Gleichmut allem Ärger mit einem Lächeln begegnen könnte und Buddha gleich durchs Leben zöge. Vielleicht gelingt es mir dereinst, noch aber bin ich weit davon entfernt. Schön wäre es auch, wenn das Böse kleiner und das Gute stets größer würde, wenn das Bemühen Erfolg hätte und alle nach dem Guten streben würden. Ja, gut wäre das. Aber so ist es nicht.
Aber wir können Dinge tun, die den Alltag entzaubern, vom Einerlei, von der Tristesse und von den negativen Erfahrungen entzaubern und eine Magie des Guten und eine Kraft Gottes aufbauen. Nicht im Sinne eines überwältigenden Auftritts, sondern im Sinne eines kleinen Zeichens und Übens in meinem Alltag, in meinem Leben und in dieser Welt.
Wir brauchen Übungen, die uns helfen, Gott zu spüren, die uns vorbereiten für den Augenblick des Einbruchs Gottes in mein Leben. Übung verstehen wir Europäer schnell als ein Tun, um etwas zu können. Dann hat Übung ein Anfang und ein Ende. Otto Bollnow, ein Pädagogikprofessor, hat in den 60er oder 70er Jahren ein wunderbares Buch über das Thema Übung geschrieben: Vom Geist des Übens. Er bezieht sich neben anderen Einflüssen auch auf den Zen Buddhismus. Dort wird das Üben als Form der spirituellen Weiterentwicklung betrachtet. Es endet nie, weil das Leben weitergeht. Und so verstanden sind auch die Übungen, die ich Dir heute vorstellen möchte.
Mir geht es dabei darum, dass Du Dich an jedem Tag vorbereiten kannst auf das Unvorhergesehene. Gott ist nicht der Erwartbare, nicht der gute alte Bekannte, der drüben an der Ecke auf Dich wartet – wie jeden Tag. Er ist der Überrascher und Überrumpler. Doch dafür brauchst Du eine geistige Art des Sehens, die durch spirituelle und geistliche Übungen eröffnet und bestärkt werden.

1. Kreise zeichnen

Bewusstheit und Achtsamkeit sind wichtige Organe des spirituellen Lebens. Sie schulen unseren Geist und helfen uns, für die Gegenwart Gottes offener zu werden. Im Zen Buddhismus gibt es eine schöne Übung dazu. Dort zeichnen Schüler täglich mit Pinsel und Tinte einen Kreis, den so genannten Enso. Dieser Kreis wird nach ein paar Augenblicken der Sammlung mit einem Schwung, aber in Ruhe, ohne zu zögern, gezeichnet. Ziel ist es natürlich einen Kreis zu malen. Aber eben in einem Schwung, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Je besser Du in Deiner Mitte gesammelt bist, umso besser. Ich mache das manchmal morgens und es offenbart mir jedes Mal meinen inneren Zustand. Zugleich werde ich ganz ruhig und gesammelt. Und manche meiner Bilder können sich sogar sehen lassen (ist ja auch nicht schlecht …).
Das brauchst Du dazu:
Tinte
Aquarellpinsel (es gibt natürlich japanische Pinsel dafür, falls Du gerne mehr Geld ausgeben möchtest)
Aquarellpapier
Unterlage

2. Gebet am Morgen

Schreibe Dir doch selber ein Gebet, das Du jeden Morgen betest. Oder such Dir ein Gebet aus. Es gibt im Netz wie in Büchern eine solche Fülle an Auswahl. Du wirst etwas finden. Und wenn es kein Gebet ist: vielleicht ein Text, ein Gedicht.

3. Affirmation für den Tag

Affirmationen sind Sätze, die Dich zu einer Grundhaltung oder einem Tun Auffordern. Zum Beispiel: In allen Lebenslagen will ich gut zu mir sein. Oder: Niemand kann mir etwas nehmen. Es kann tatsächlich sehr hilfreich sein, sich Beine?? solche Affirmation zu suchen. Das ist etwas Ähnliches wie ein Mantra, wenn auch etwas länger. Einen solchen Satz mit in den Tag zu nehmen, kann wie ein Anker sein, der Dich mit dem Lebensgrund verbindet.

4. Schreibe Dir eine Email

Vielleicht hast Du einen Beruf, wo Du regelmäßig mit dem PC arbeitest. Dann schreibe Dir doch dann und wann einmal eine E-Mail. Es gibt Programme, die man so einstellen kann, dass Du Datum und Zeit vorgeben kannst. Vielleicht stellst Du das am Anfang des Monats für einige Tage ein und lässt Dich dann überraschen. Oder Du bittest jemand anderes das für Dich zu tun, dann ist die Überraschung noch größer. Was Du darin schreiben kannst? Eine Frage, eine Bitte an Dich, ein ermutigender Satz, ein Bild… etwas, was Dich erreicht, stärkt und öffnet – oder vielleicht auch stützt.

5. Bohnen

In einer meiner Fortbildungen habe ich von dieser Idee gehört. Kaufe Dir getrocknete Bohnen und stecke Dir 20 oder 30 in die rechte Hosentasche. Immer, wenn Du etwas am Tag erlebst, wofür Du dankbar bist (egal wie groß oder klein), nimmst Du eine Bohne und steckst sie in die andere Hosentasche. Am Ende des Tages schaust Du nach, wie viel Dankbarkeit am heutigen Tag Du erlebt hast.

6. Segne Deinen Arbeitsplatz

Du musst ja nicht gleich mit Weihrauch und Weihwasser und unter lateinischen Gesängen durch Dein Büro oder um Deinen Schreibtisch laufen. Es reicht ein stiller Segen, den Du vorher formulierst und beim Betreten Deines Arbeitsplatzes leise aussprichst. Vielleicht hilft es auch, wenn Du das Hintergrundbild an Deinem PC entsprechend auswählst. Beginne zu segnen – eine völlig unterschätzte Art spiritueller Übung, so finde ich.

7. Fingergebet

Ich weiß, das klingt ganz komisch. Aber Deine 10 Finger können Dir helfen zu beten. Wenn Du Dich Gott besonders nahe fühlst oder besonders dankbar bist, dann nimm einen Finger in die Hand und stecke das ganze Gefühl der Gottesnähe oder der Dankbarkeit in diesen Finger. Und in den nächsten Tagen wirst Du immer wieder diesen Finger in die Hand nehmen und Dich mit dem Gefühl (Gottesnähe oder Dankbarkeit) verbinden. Dein Gehirn wird lernen, dass Du immer dann Dankbarkeit oder Gottesnähe empfinden sollst, wenn Du den Finger umfasst. Du kannst das auch mit anderen spirituellen Erfahrungen machen oder anderen schönen emotionalen Erlebnissen. Und wenn Dein Alltag trist wird und Du innere Unterstützung suchst, dann nimmst Du den entsprechenden Finger in die Hand und Du wirst spüren, wie eine andere Kraft sich in Dir entwickelt. Am Ende hast Du vielleicht 10 wunderbare Möglichkeiten zu beten und Dich mit Empfindungen, mit heiligen, mit spirituellen Orten oder mit was auch immer zu verbinden. Und keiner bekommt es mit!

8. Trinke mehr Tee

Tee hat etwas Beruhigendes, macht unseren Alltag gelassener, verströmt Gelassenheit und Ruhe. Beginne mehr Tee zu trinken, um Dir diese Ruhe in Deinen Alltag zu holen. Mache aus dem Teetrinken eine Zeremonie, ein Ritual und verstärke so diese Wirkung.

9. Dusche am Abend

Wenn Du nach Hause kommst, dann gehe in die Dusche und setze so eine Grenze zwischen Arbeit und Privat. Du wirst Dich hinterher erfrischt und gelassener erleben. Und der Abend kann beginnen.

10. Bedenke den Tag

Am Abend nimm Dir ein paar Minuten Zeit, den Tag zu bedenken. Was würdest Du immer wieder so machen? Was würdest Du gerne ändern? Welche Aufgabe stellt Dir Dein Leben? Mache Dir Notizen, um ab und zu eine größere Betrachtung über Dein Leben zu machen.

Jetzt glaube nicht, dass ich meine, Du müsstest alles machen – alle 10 Ideen. Vielleicht hast Du längst eigene Ideen dazu.
Wie immer geht es mir um Inspiration. Und wenn Du nun eigene Ideen bekommen hast, dann wäre mir das gerade recht. Und noch schöner wäre es, wenn Du uns daran teilnehmen lässt. Schreib als Kommentar, was Du als kleine spirituelle Übung für den Tag vorschlagen und weitergeben kannst. So profitieren mehr Menschen davon.

Warum Du mehr kuscheln solltest

Warum Du mehr kuscheln solltest

Hallo, Valentin hier.
Ja, es ist schon etwas her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe. Aber auch ich hatte eine Sommerpause und habe sie sehr genossen. Die Hitze im Juli und August macht mir immer sehr zu schaffen und ich liege dann meistens irgendwo auf dem Boden in der Sonne. Da ist an kluge Worte nicht zu denken. Als Katze kann man nur einfach abwarten, bis es vorbei ist.
Nun kommt der Herbst, ganz meine Zeit.
Heute möchte ich über das Kuscheln sprechen. Viele verbinden ja gerade uns Katzen damit, dass man mit uns kuscheln kann. Und ich muss zugeben, ja, ich liebe es sehr, genau wie Othello, meine Mitkatze.

Was ist kuscheln überhaupt?

Wenn ich so daliege oder auf den Schoß springe und dann gestreichelt werde, dann kann man das kuscheln nennen. Und streicheln gehört natürlich ganz wesentlich dazu. Aber es beschreibt es dennoch nicht ausreichend. Kuscheln ist eine Art des Beisammenseins, der Nähe und der Zuneigung, die sich körperlich ausdrückt. Ups, jetzt habe ich fast geschrieben, wie Menschen sprechen.
Aber so ist es, ich liebe es, innig mit jemandem zu sein und ihn zu spüren – oder sie. Dazu gehört auch, dass jemand meine Grenzen kennt. Ich mag es nicht so sehr am Bauch gekrault zu werden, aber am Hinterkopf kann es nicht oft genug geschehen.
Was ich damit sagen will: Kuscheln ist ein Zustand, kein Tun, ein Zustand der Zuneigung.

Was kann man beim Kuscheln lernen?

Ich finde, dass ein Mensch sich offenbart, wenn er kuschelt. Es gibt nämlich Menschen, die würden gerne kuscheln, trauen sich aber nicht. Die kommen dann mit steifen Händen auf mich zu und legen einfach ihre Hand auf mich, ohne mich wirklich zu spüren. Das dauert dann auch nicht lange, dann hören sie auf.
Dann gibt es welche, die können gar nicht kuscheln, haben es nie gelernt, in einer Innigkeit mit einem anderen Wesen zusammen zu sein. Die gucken mich groß an, stehen vor mir da, mit großen Fragezeichen im Gesicht und sind richtig unsicher.
Dann gibt tatsächlich Menschen, die wollen gar nicht kuscheln.
Die finden das albern, wenn erwachsene Menschen kuscheln wollen.
Ihnen fehlt oft das offene Herz und den inneren Zugang zu dieser Seite des Lebens.

Ich glaube, dass nicht nur wir Katzen das Kuscheln brauchen, sondern Ihr Menschen auch. Ich verstehe nur nicht, warum Ihr Euch das nicht viel häufiger traut und es genießt.
Kuscheln hat Ähnlichkeit mit dem, was Ihr Kontemplation nennt. Einfach eine Art des Daseins, voller Liebe und Hingabe, die einfach nur gut tut.
Ich weiß, mit Gott Kuscheln klingt irgendwie komisch und geht ja auch schlecht. Aber ich bin sicher, wer gut mit einer Katze kuscheln kann, der kann auch gut meditieren.

Mach es gut!

Valentin

P.S.: Vielen Dank noch für die vielen Glückwünsche zu meinem Geburtstag und einen besonderen Gruß an die Spenderin der Thunfischdose – Du ahnst nicht, welche Freude Du mir gemacht hast!

P.P.S.: Tassen und Kugelschreiber gibt es von mir (noch) nicht – aber was nicht ist kann ja noch werden… 🙂

Eine Hand, die mich hält

Eine Hand, die mich hält

Ein kleines Kind schreit, da kommt ein lieber und dem Kind vertrauter Mensch – häufig die Mutter – nimmt das Kind auf den Arm. Und das Kind hört auf zu schreien, wird ruhig. Eine bekannte Situation, die ich oft erlebt habe. Ich muss zugeben, dass ich mich nicht wirklich erinnern kann, wie meine Mutter oder mein Vater mich auf den Arm genommen haben. Aber wenn ich alte Fotos anschaue, die mich als Baby in den Armen meiner Eltern zeigen, dann entstehen in mir bis heute diese Gefühle von „auf Händen getragen sein“. Jetzt bin ich manchmal in der umgekehrten Situation, darf ein mir vertrautes Kind in den Arm nehmen, es trösten und wieder in die Ruhe bringen.

Die Hand, ein Wunderwerk der Schöpfung

Dabei sind es vor allen meine Hände und eigentlich nur in ihrer Verlängerung auch die Arme, die mir diese tragende Rolle im Leben eines anderen ermöglichen. Immer wieder bewundere ich die Genialität der Hände. Fast die Hälfte der Knochen eines Menschen befindet sich in den beiden Händen. Und sie ermöglichen mir, in Verbindung mit Muskeln und Gelenken, meine Hand sehr fein und differenziert anzupassen. Die Hand kann sich beispielsweise an die Körperform eines Babys in besonderer Weise anpassen, wie auch an das Gewicht. Wenn das Kind wächst und mehrere Jahre alt ist, dann verbindet sich mit der weichen und sensiblen Berührung zusehends auch eine sehr kraftvolle Tätigkeit der Muskeln. Schließlich will ein junger Mensch mit einem Gewicht von vielen Kilogramm sicher gehoben und gehalten sein. Oft viele Jahre, bis ein Kind dann schließlich zu schwer geworden ist, um getragen zu werden – oder auch zu erwachsen geworden ist, um sich noch tragen lassen zu wollen.

„Auf Händen tragen“ oder „auf den Arm nehmen“

In unserer Sprache gibt es viele Redewendungen, die genau mit dieser Tätigkeit zu tun haben. Aber schon die Sprache macht die große Bandbreite von sehr angenehmen bis hin zu eher unangenehmen Qualitäten dieser Berührung deutlich. „Jemanden auf Händen tragen“ beschreibt eine sehr liebevolle und zugewandte Art und Weise, während „jemand auf den Arm nehmen“ eher das Gegenteil bedeutet. Das volle Gewicht eines Erwachsenen übernehmen wir im Alltag kaum, und doch möchten viele Menschen das Gefühl, getragen zu sein, nicht vermissen. Pflegende Berufe und Körpertherapeuten lernen in ihrer Ausbildung die Qualität einer professionellen Berührung. Sie üben sich ein, wie die Berührung etwas Heilendes, etwas Stärkendes haben kann. Auch hier ist es wie bei einem Kind, das ich hochhebe, die Balance zwischen der liebevollen Qualität und der sicheren Qualität.

Unsere Hand prägt die Berührung

In den vielen Zeichen der „zärtlichen Umarmungen“ und des liebevollen „in den Arm nehmen“ entdecke ich Annäherungen an das Tragen eines Kindes. Wenn auch die Begriffe dabei eher den „Arm“ benennen, geht die Berührung üblicherweise von der Hand aus. Die Fähigkeit der Hand, sich einfühlsam an den Körper des Gegenübers anzupassen, entscheidet darüber, wie angenehm, wie wohltuend und wie tragend eine Berührung von meinem Gegenüber empfunden wird. Eigentlich müssten wir von „zärtlichem Umhänden“ sprechen.

Kann man das üben – muss man das üben? Ja, ich glaube, wir Mensch müssen alle feinen Bewegungen der Hand tatsächlich üben, damit sie uns besonders fein gelingen – wie bei einem Musikinstrument. Einen Menschen zu tragen lernen braucht eine gewisse Übung. Sie braucht das feine Gespür für die Berührung, die im andern Einfühlsamkeit und Sicherheit entstehen lassen. Bei Babys lernen wir das ganz einfach: Wenn diese Gefühle entstanden sind, hören sie auf zu weinen. Bei Erwachsenen ist das manchmal schwieriger wahrzunehmen. Aber Erwachsene kann man dann auch einfach fragen.
Ich wünsche Euch jedenfalls viel Freude beim Tragen und getragen werden. Und das „tragen üben“ macht mir auch sehr viel Freude…

 

Flammkuchen-Teilchen

Flammkuchen-Teilchen

Flammkuchen-Teilchen

Zutaten
1 Pck. Blätterteig zum ausrollen aus dem Kühlfach
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Pck. Schinken gewürfelt
1 Becher saure Sahne
1 Pack. geriebener Käse
Salz, Pfeffer

Zunächst rollst Du den Blätterteig aus und schneidest die große Platte in ca. 10 – 12 kleinere Teilchen. Die Seiten der Teilchen schlägst Du ein und drückst sie fest, damit sie sich nicht wieder lösen. So schaffst Du einen Rand für die saure Sahne.

Die saure Sahne schmeckst Du mit Salz und Pfeffer ab – aber nicht zu viel Salz, da der Schinken ebenfalls salzig ist.
Danach gibst Du mit einem Teelöffel etwas von der sauren Sahne auf die Teilchen, es kommen die in kleine Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln darauf, der Schinken und zum Schluss der geriebene Käse.
Alles kommt auf ein Backblech und wird entsprechend der Angaben auf der Verpackung des Blätterteigs gebacken.
Die Teilchen schmecken sowohl warm als auch kalt und können daher gut vorbereitet werden.

Lass es Dir schmecken.