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Musiker in der Cella: Ellen Wegner, Harfe

Die Harfinistin Ellen Wegner spielt am kommen Adventssonntag in unserem Gottesdienst um 18.00 Uhr – hier stellt sie sich kurz vor:

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Mein Vater hat Klavier und Geige gespielt und war Chorleiter, meine Mutter hat gern gesungen – es gehörte für sie zur Grundausbildung ihrer Kinder, daß sie ein Instrument lernen.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Es gibt keine einzelnen Personen, denen ich einen besonders großen Einfluß zuschreiben würde – für mich war die Vielseitigkeit meiner musikalischen Aufgaben prägend.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Musik in der Kirche ist frei von gelegentlichen unangenehmen Nebenerscheinungen im Konzertwesen – z. B. überzogenem Eventcharakter, übertriebenem Virtuosentum („wer spielt noch schneller?“). Es geht um das Wesentliche in der Musik, um ihren Gehalt, um Stimmungen, um thematische Bezüge, um die Eigenschaft der Musik, die Seele direkt anzusprechen und die Gelegenheit, das gesprochene Wort nachwirken zu lassen, weshalb ich besonders gerne musikalisch-literarische oder andere thematische Zusammenhänge herstelle.

Nicht zuletzt betreten die Zuhörer in der Regel eine Kirche in einer anderen Stimmung als einen Konzertsaal und die Akustik ist häufig besonders gut.

Zu all dem kommt in der Hauskirche der Cella die konzentrierte, intime und sehr persönliche Atmosphäre.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

In die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Spritzgebäck

Davids Spritzgebäck

Davids Spritzgebäck

Spritzgebäck gehört zu Weihnachten wie der Baum, die Kugeln und die Nüsse. Es ist in dieser Zeit mein absolutes Lieblingsgebäck. Und nach jedem Gottesdienst an den Adventssonntagen gibt es davon etwas für alle – zusammen mit dem Glühwein.

Noch ist ja etwas Zeit, vielleicht hast Du Lust auch Spritzgebäck zu backen, dann verrate ich Dir mein Rezept.

 

Zutaten

250 g Butter
200 g Zucker
2 Pck. Vanillezucker
200 g Mandeln, gemahlene
2 Eier
400 g Mehl
100 g Speisestärke

Zubereitung

Butter schmelzen (nicht zu heiß werden lassen) und zusammen mit dem Zucker schaumig rühren und Eier dazugeben. Dann das Mehl mit der Speisestärke und die Mandeln vermischen und löffelweise zur Butter-Zucker-Ei-Mischung geben und verrühren. Leicht von Hand durchkneten. Der Teig sollte dann mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen und kalt werden. Mit dem Fleischwolf Plätzchen spritzen und bei 200 °C hell  abbacken oder so, dass die Ränder leicht gebräunt sind.

 

Unser Musiker am Sonntag: Jan Meyer

Jan Meyer

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Als ich 7 Jahre alt war, schenkten mir meine Eltern ein Keyboard: Die Tasten leuchteten und es wurde angezeigt, welche Tasten zu welcher Zeit bei welchem Lied gedrückt werden müssen. Begeistert durch die ersten eigenen Versuche habe ich dann Klavierstunden bei einer Lehrerin in unserem Dorf bekommen.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Angefangen mit dem Klavierunterricht bin ich als Kind in den Jugendspielmannszug eingestiegen, in dem ich Querflöte lernte. Parallel dazu gründete ich meine erste Schülerband, in der ich Gitarre spielte und sang. Ganz verschiedene Ensembles (Schulorchester, Big Band, Blues-Brothers-Coverband) und Lehrer prägten mich dabei sehr stark, sodass ich mich für ein Schul- und Kirchenmusikstudium an der Musikhochschule Hannover bewarb und auch dort wieder von vielen tollen und ganz unterschiedlichen Menschen, Dozenten und Studenten, inspiriert wurde.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Als Kirchenmusiker bin ich froh darüber, immer wieder neue Kirchräume mit ihrer eigenen Ästhetik, ihrem eigenen Klang und ihrer eigenen Spiritualität entdecken zu können. Die Hauskirche kenne ich aus dem Gregorianikunterricht bei Bruder Karl-Leo und nun freue ich mich, sie mit Klängen der Spiritual-Zeit zu füllen.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

„Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen“, so heißt es im 5. Kapitel des Epheserbriefes: Mich würde interessieren, wie diese „Psalms, Hymns and Spirituals“ in Ephesus geklungen haben mögen – und freue mich gleichzeitig, so einen musikalischen Reichtum, wie wir ihn heute haben, kennen zu lernen.

Impuls am Sonntag: Dr. Udo Niedergerke

Dr. med. Udo Niedergerke

gründete zusammen mit seiner Frau Ricarda Niedergerke die Niedergerke Stiftung unter der Überschrift „Hilfe für Menschen in Not“

Alter

Ich bin gerade 76 Jahre alt geworden!

Beruf

Nach Aufgabe unserer Arztpraxen in Hannover-Misburg im Jahre 2007 – meine Frau als Gynäkologin und ich als hausärztlich tätiger Internist mit den Schwerpunkten Diabetologie und Rheumatologie – haben wir unter dem Dach der Bürgerstiftung Hannover eine gemeinnützige Stiftung gegründet für Menschen in Not in der Region . In enger Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden kümmern wir uns insbesondere um die medizinische Versorgung wohnungs- und obdachloser Menschen, um Flüchtlinge und deren Kinder. Wir haben eine Vielzahl von Projekten initiiert und realisiert, u.a: in Kooperation mit der Caritas, der Diakonie, der AWO und haben darüberhinaus individuelle Anfragen für finanzielle Zuschüsse etwa zu Zahnbehandlungen, Brillenverordnungen… positiv beschieden.

Dafür benötigen wir Spender, um die wir werben. Einmal im Jahr wird uns das GOP für eine Benefizveranstaltung kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Künstler verzichten auf ihre Gagen. Die Eintrittskarte in Höhe von 39 € ist somit eine direkte Spende für die gute Sache. Der nächste Termin steht bereits fest: 22. Oktober 2018, 19:00 Uhr. Weitere Infos: www.niedergerke-stiftung.de

Was bedeutet Ihnen Glaube?

Ich bin im katholisch geprägten Münster in einer konfessionsverschiedenen Familie aufgewachsen. Mein Vater war evangelisch, meine Mutter katholisch. Insbesondere sie hat unter dem Konflikt zeitweise sehr gelitten. Von Ökumene konnte keine Rede sein. Im Gegenteil, ihr wurde suggeriert, sie lebe in einem Konkubinat. So war es vorgezeichnet, dass ich mich bereits früh mit Religion beschäftigte. In Münster hörte ich neben meinen Medizinvorlesungen u. a. Karl Rahner, Joseph Ratzinger und später in Tübingen Hans Küng, damals allesamt Kritiker der etablierten Institution Kirche Als „Alt 68-er“ war ich ebenso geprägt. Als dann das II. Vatikanum unsere Hoffnung auf Veränderung nicht erfüllte, bin ich nach einem Briefwechsel mit dem Bischof von Hildesheim aus der Kirche ausgetreten. Zum großen Kummer meiner evangelischen Frau!

Doch der jugendliche Zorn wich langsam der Einsicht, Geduld haben zu müssen mit der Institution Kirche, die in Jahrhunderten denkt. Dazu hatte ich jetzt die Reife. Ich bin wieder in die katholische Kirche eingetreten, freue mich über den Prozess der ökumenischen Annäherung, der mir noch immer zu langsam geht und lebe in christlicher Harmonie mit meiner evangelischen Frau, ohne jeden Gewissenszweifel. Der Glaube bedeutet uns sehr viel. Er ist unser Leben.

Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig?

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“. Martin Buber

„Wer Freude genießen will, muß sie teilen. Das Glück wurde als Zwilling geboren“. Lord Byron

Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration?

Natürlich könnte ich jetzt die Bibel nennen und es wäre nicht falsch, aber auch nicht sonderlich originell. Tief beeindruckt mich das Buch, das ich aktuell lese:

„Wir können nicht allen helfen“ der Tübiger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein Grüner, über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit. Ähnlich hat es Joachim Gauck anläßlich des 25. Jubiläum der Wiedervereinigung ausgedrückt: „Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich“.

Heilige des Advents

Heilige des Advents

Ich erinnere mich noch an gut an die Adventszeiten in meiner Kindheit, schließlich hatten meine Schwester Barbara und ich da Namenstag. Und diese Tage wurden bei uns zu Hause wirklich zelebriert: Am Barbaratag fanden meine Geschwister und ich morgens je einen großen Teller mit Gebäck und Apfelsinen und es wurden Barbarazweige in eine Vase gestellt, die an Weihnachten blühten. Am Nikolaustag waren die Stiefel, die wir am Tag zuvor geputzt und vor die Schlafzimmertür gestellt hatten, morgens mit Süßigkeiten und Gebäck gefüllt.

Die heilige Barbara und der heilige Nikolaus, neben der heiligen Lucia und (für Missionsbenediktiner selbstverständlich) die heilige Odilia: allesamt große Gestalten des Advents!

Die Wahrheit der Legenden

1984 haben Gertrude und Thomas Satorius ein Taschenbuch veröffentlicht, das den Titel trug: „Der Heilige Nikolaus – Die Wahrheit der Legende“. Tatsächlich sieht die heutige Forschung in der heiligen Barbara wohl eher eine legendenhafte Person, die nie gelebt hat. Anders verhält es sich beim heiligen Nikolaus:

Wahrscheinlich zwischen 280 und 286 in Patara (in der Nähe von Antalya) geboren, unterschied er sich angeblich schon früh von anderen Kindern und trennte sich von den Freuden der anderen jungen Menschen, um in Kirchen Andachten zu halten. Später soll er einem Nachbarn, der seine drei Töchter der Prostitution hingeben wollte, um in seiner Armut leben zu können, einen Klumpen Gold durchs Fenster geworfen haben, so dass die drei Töchter „normal“ heiraten konnten. Nach der Priesterweihe soll Nikolaus sein ererbtes Vermögen an die Armen verteilt haben. – Der offenbar beliebte Bischof soll am 6. Dezember 345 gestorben sein und wurde sehr bald zu einer Kultfigur und erhielt den „Heiligen-Status“.

Schnell rankten sich nach seinem Tod Legenden empor. Angeblich waren zum Beispiel in Konstantinopel drei Offiziere unschuldig des Hochverrats angeklagt. Als sie im Kerker auf ihren Henker warteten, riefen sie zu Gott, er möge ihnen den Heiligen Nikolaus zu Hilfe senden. Dieser erschien dann dem Kaiser sofort im Traum und drohte mit dem Gericht Gottes, falls dieser das Urteil an den drei Offizieren vollstrecken lasse. Daraufhin ließ der Kaiser angeblich die drei Unschuldigen frei. Seither gilt der Heilige Nikolaus als Helfer gegen irrige Urteile.

Die Botschaft entscheidet

Ob die heilige Barbara also wirklich gelebt hat, oder ob der heilige Nikolaus tatsächlich „einen Klumpen Gold“ durch das Fenster im Nachbarhaus geworfen hat, ist nicht wirklich wichtig. Entscheidend ist die Botschaft, die durch die jeweilige Legende transportiert wird – und das gilt nicht nur für die Heiligen des Advents, sondern für all unsere Namenspatrone!

Gerade der Advent aber führt uns Licht-Gestalten vor Augen, die die dunkle Jahreszeit aufhellen und auf das Licht der Weihnacht hinweisen: Gott will Mensch werden. Auch heute. Und auch in mir. – Unsere Namenspatrone sind Vorbilder, die uns ein Leben mit Gott vor Augen führen. Lassen wir uns von ihnen inspirieren!

Was fasziniert Dich an Deinem Namenspatron?

Unser Musiker am Ersten Advent: Daniel Schindler

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Mein Opa starb, als ich vier Jahre alt war. Er spielte Violine in einem Berufslaienorchester und scheint mich frühkindlich so stark geprägt zu haben, dass der Wunsch, auch Violine zu erlernen, da bereits sehr groß war. Mit der Einschulung bekam ich dann endlich meinen ersten Unterricht.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Nach meinem Opa meine zweite Geigenlehrerin. Sie vermittelte mir die Musik auf eine sehr intrinsisch motivierende Art und Weise.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

Da ich diesen Ort auch gerne nutze, um nach anstrengenden beruflichen Phasen wieder zu mir selbst zu finden, verknüpfe ich speziell mit der Hauskirche der Cella St. Benedikt eine meditative Atmosphäre. Es ist für mich ein zeitloser Ort.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

Mich interessieren besonders die alten Hochkulturen. Eine Zeit, aus welcher nahezu keine musikalischen Überlieferungen in Form von Notenschrift existieren. Es wäre schon spannend zu wissen, wie es damals klang.

Mit Trauer besser umgehen

Trauer ist ein anstrengender Prozess, der nach eigenen Regeln verläuft. Vielfach gibt es aber immer noch Mythen und Glaubenssätze, wie Trauer zu verlaufen hat und wie nicht. Einige werden hier angesprochen und es wird vorgestellt, was man als Traunernder oder als Mensch, de einem Trauernden begegnet tun, sagen oder lassen kann/sollte.

Ein Podcast für alle, die gerade trauern, die mit Trauernden zusammen sind oder mit ihnen arbeiten.

Niemand ist vergessen

Wir laden ein zu einem gemeinsamen Gedenken an die Verstorbenen,
die uns nahe waren,
an die niemand mehr denkt,
die wir vermissen und die uns Gutes getan haben.

Innerhalb dieser Feier werden die Namen der Toten, die uns bis dahin genannt worden sind in die Nacht hinein gesungen – so erklingen ihre Namen noch einmal und werden so gewürdigt.

Vigilfeier für unsere Verstorbenen
25.11.2017
20.00 Uhr

 

Zeit der Melodien

Die Advents- und Weihnachtszeit ist voller Melodien und Lieder. Sie berühren uns, versetzen uns in unsere Kindheit, öffnen unser Herz und geben Zugang zu den spirituellen Räumen in uns.
Deshalb haben wir in diesem Jahr Lieder für unseren Advents- und Weihnachtsimpuls – vom ersten Advent bis zum 6. Januar – herausgesucht.

Wenn Du Dich anmeldest, so erhältst Du jeweils an dem Tag eine Mail mit einem Link zu dem Lied (auch zum anhören) und zum Impuls.

zur Anmeldung

Gut und schön berührt

Gut und schön berührt

Ein Handschlag, eine flüchtige oder leichte Umarmung, sie gehören zu unseren Begrüßungsritualen, die wir oft mit vielen Menschen austauschen. Jeder weiß, wie es geht, und so macht man es dann auch. Manchmal ist die Geste aber doch ziemlich festgelegt. Da denke ich beispielsweise an den Friedensgruß in unserer Abtei. Ich erinnere mich an mein erstes Jahr im Kloster, als wir den Friedensgruß „geübt“ haben – um ihm wirklich die Form zu geben, wie es in unserem Kloster üblich sein soll. Der Kopf nach rechts, beide Arme berühren die Arme meines Gegenübers, Annäherung bis zur leichte Berührung des Brustkorbs. Ein bisschen Nähe und eben doch nicht zu viel Nähe. Treffe ich mich mit Kollegen aus meiner Berufsgruppe als Stimmtherapeut, nehmen wir uns auch üblicherweise  „ein bisschen in den Arm“, und doch ist die Art der Berührung irgendwie ganz anders – ohne dass ich die eine oder andere Form als besser oder herzlicher beschreiben wollte.

Meine Freunde erkenne ich in der Berührung

So viele Facetten gibt es in unseren Begrüßungsritualen: Freunde, die ich kenne, erkenne ich auch am Druck der Hände oder an der Art der Berührung in der Umarmung. Ich würde sie bei geschlossenen Augen und zu gehaltener Nase erkennen. Und – jenseits von starken emotionalen Gefühlen für bestimmte Personen – entsteht dabei in mir auch etwas „wie eine Bewertung“. Es gibt angenehmere Berührungen im Händedruck und auch in der Umarmung – oft unabhängig von der Frage, wie gerne ich den Menschen mag. Es gibt Menschen, die mich angenehm berühren können. In unserer Sprache ist ein solcher Satz sofort doppeldeutig. Er könnte gesagt sein von einer tatsächlichen, taktilen Berührung, er könnte aber auch gesagt sein über eine Begegnung, die mich innerlich angerührt hat, ohne dass sich unsere Körper taktil berührt haben.

Was macht eine Berührung gut und angenehm

Tatsächlich werde ich sofort aufmerksamer und fühle mich selber wohl, wenn mich ein Mensch angenehm berührt. Meine Körper, zumindest aber die Stellen im Körper, die da so liebevoll berührt worden sind, wandeln sich in eine Wohlspannung. Aber was spüren wir da?

Je ähnlicher der Muskeltonus ist zwischen mir und dem Menschen, den ich berühre und von dem ich berührt werde, umso angenehmer ist der erste Augenblick der Berührung. Es beginnt ein Austausch und ein Wechselspiel dieser Energiezustände. Ganz intuitiv spüren ich durch alle Berührung die Intention. Es gibt Menschen, die berühren mich so, dass in allerkürzester Zeit diese Spannungsunterschiede ausgleichen sind. Das ist immer dann der Fall, wenn sich jemand mir „zugewendet“ hat. Dann hat er seinen Gefühlsraum, seine Wahrnehmung ausgeweitet über seinen Körper hinaus hin zu meinem Körper. Die Haut ist nicht Grenze, sie ist Begegnungsort geworden.

Einfühlsames „Über-sich-hinaus-Spüren“

Diese Fähigkeit zur Hinwendung nimmt man bei sich selber oft nicht wahr, bei anderen Menschen spürt man sie sofort. Diese Hinwendung bewirkt eine Muskelelastizität, die wir in besonderer Weise erleben, wenn wir Babys auf dem Arm haben und sich bei uns wohl fühlen. Dieses „sich-Zuwenden“ wird zu einem „Über-sich-hinaus-Spüren“. Wieder sind die Worte in unserer Sprache sehr treffend: Wir sprechen von einem „einfühlsamen Menschen“. Wenn es draußen kälter wird und sich die Muskulatur zusammenzieht, dann tut diese Gegenbewegung gut.

Ich wünsche Euch viel Freude beim „Über-Euch-hinaus-Spüren“. Manchmal kann man sich natürlich darüber unterhalten, wann und wie Berührung angenehm ist. Aber eigentlich ist es viel schöner, es wirklich auszuprobieren und sich einfach leiten zu lassen von der wohligen Veränderung der Muskulatur des Menschen, den ich da gerade berühre.