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13. Worte, die unterstützen

Lektion 14

Hallo!

In der letzten Lektion haben wir Dir einiges über unsere Gedanken erzählt und wie mächtig sie sind. Du erinnerst Dich vielleicht noch an den Mann, der dachte, die Ärzte reden von seinem Tod und der später tatsächlich starb. Die Geschichte klingt irgendwie unglaublich, aber wenn man sich etwas näher mit der Macht der Gedanken beschäftigt, kommt einem das gar nicht mehr so unmöglich vor. In dieser Lektion soll es um die Veränderung unserer Gedanken gehen. Dafür möchten wir Dir zwei Wege vorstellen: die Visualisierung und die Affirmationen.

Visualisierung

Ein ganz klassischer Weg ist der der Visualisierung. Du hast sicherlich schon einmal bei den Olympischen Spielen oder anderen großen Wettkämpfen gesehen, wie die Sportler vor ihrem Einsatz sich zurückziehen und in Gedanken die Strecke durchgehen, die sie gleich laufen werden. Genau das ist Visualisierung oder mentales Training. Die Sportler gehen jede Bewegung durch, jedes Stück des Weges, bis sie am Ziel sind. Und genau das kannst auch Du machen.

Stell Dir vor, Du stehst vor einem schwierigen Gespräch, das Dir Angst macht. Überlege Dir zunächst, wie Du das Gespräch führen möchtest. Welche innere Qualität brauchst du, um einen positiven Verlauf des Gesprächs zu ermöglichen. Wir alle wissen, dass Angst nicht dazu gehört. Was willst Du also anstatt der Angst spüren und fühlen?
Was kann ein gutes Ergebnis des Gesprächs sein?  

Wenn Du also weißt, in welcher Verfassung Du sein willst, um das Gespräch gut zu führen, dann stell Dir das Gespräch genau vor, wie es mit dieser anderen Grundhaltung abläuft. Wo sitzt Ihr, was hast Du an, was passiert, wenn Dein gegenüber aggressiv wird oder seine typische Reaktion zeigt. Wie reagierst Du?
Stell Dir die Szene genauso vor, wie Du sie gerne hättest. Stell Dir vor allem vor, wie Du bist. Dein Gegenüber wirst Du nicht beeinflussen können, das wird reagieren, wie es immer reagiert (vielleicht ändert sich aber auch etwas bei ihm…), Du aber kannst anders reagieren, weil Du in einer anderen Verfassung bist. Wie wirst Du also reagieren, wenn Dein gegenüber sein übliches Verhalten zeigt?   Gehe diese Szene immer wieder durch, bis Du sie durch und durch kennst und verinnerlicht hast. Du wirst merken, dass das Gespräch anders verlaufen wird. Vielleicht wirst Du nicht gleich eine Souveränität an den Tag legen, die alle verblüfft. Vielleicht aber wirst Du viel ruhiger und selbstbewusster sein, als Du bisher gedacht hast? Und das wäre doch wirklich schon ein Erfolg! 

Affirmation

Zusätzlich zur Visualisierung oder unabhängig davon, kannst du Affirmationen oder ein Mantra nutzen, um Dein Denken in eine gewünschte Richtung zu verändern. Wir nutzen hier die beiden Begriffe Mantra und Affirmation synonym, das ist gewiss so nicht richtig, aber scheint uns in diesem Zusammenhang durchaus angebracht.

Was sind Affirmation? Eine Affirmation ist ein Satz, der uns stärken soll und sozusagen ein alternativer Gedanke ist. Wir können zum Beispiel eine Affirmation nehmen wie:  Ich bin selbstbewusst, souverän und gelassen.   Diese Affirmation sagst du Dir häufiger am Tag, vor allem dann, wenn Du Dich nicht so fühlst, wie es die Affirmation aussagt. So ersetzt Du sozusagen Dein Denken durch eine Affirmation. Oder Du entgegnest Deinem inneren Kritiker mit einer Affirmation, dass Du auch bei Fehlern ein toller Mensch bist und bleibst. So kannst du nach und nach lernen, anders zu denken und entspannter zu leben.

Du kannst folgende Schritte durchlaufen:
1. Setze Dich hin und schreibe die Gedanken und Sätze auf, die Du Dir selber sagst und die dich einschränken.
2. Versuche zu jedem dieser Sätze eine Affirmation zu finden, die ausdrückt, was Du viel lieber über Dich denken möchtest.  


Halte Dich bei der Formulierung an diese Regeln:
1. Gegenwart 
Formuliere den Satz so, dass er etwas beschreibt, was schon wahr geworden ist und nicht einfach nur ein Wunsch. Statt: Ich will ruhig werden. Besser: Ich bin ganz ruhig und entspannt.
2. Positiv formulieren 
Beschreibe in Deinem Satz nicht etwas, das Du verändert haben willst, sondern den gewünschten Zustand.
3. kurz 
Mach keine langen Sätze, die Du Dir nur schwer merken kannst. Je einfacher, desto besser. Anstatt: Ich bin ruhig, ganz entspannt und in jeder Situation völlig gelassen, egal was passiert und kommen mag. Besser: Ich bin völlig entspannt und ruhig.
4. Nutze eine Symbolsprache 
Je psychologischer Dein Satz, umso symbolischer sollte Deine Sprache sein. Wenn Du etwas in Dir bewirken willst, also beispielsweise ruhiger zu werden, entspannter, motivierter oder was auch immer, dann sprich die Sprache Deines Unbewussten. Und das Unbewusste spricht in Bildern - siehe Deine Träume. Beispiel: Ich bin leicht wie eine Feder. Meine Ruhe ist wie ein klarer Bergsee.

Und hier zur Anregung eine Auswahl von möglichen Sätzen: 
Das Leben geht weiter.
Ich bin stark wie ein Löwe.
Ich bin wolkenleicht.
Ich spüre meinen Goldschatz in mir.
Immer locker bleiben.
Sei einfach Du selbst.
Lebe und Liebe.
Nobody is perfect.  

Setze Dich an einen ruhigen Platz, schließe die Augen und sage Dir die Affirmation. Sage sie auch in unterschiedlicher Konnotation: empfehlend, ernst, freundlich, ermahnend, direkt, fordernd…. So findest du heraus, mit welcher Tonlage Deine Affirmation die beste Wirkung erreicht. Setze Dich immer wieder hin und wiederhole Deine Affirmation. Beginne den Tag, indem Du noch im Halbschlaf Deine Affirmation sagst und so beendest du auch den Tag.  

Versuche, den Satz mit einer Melodie zu verknüpfen, die dazu passt. Meistens wird eine traurige Melodie nicht passen, versuche eine Melodie zu erfinden oder zu suchen, die Optimismus ausstrahlt. So kannst du dann - vielleicht unter der Dusche - Deine Affirmation auch singen. Und Gesang weckt nochmals ganz andere Regionen unseres Gehirns, was die Affirmation stärker macht.    

Nun bist Du dran. Wir haben Dir die Bedeutung unserer Gedanken nahe gebracht und Dir zwei sehr hilfreiche Übungen vorgeschlagen. 

Übung

Entwickle jetzt Deine eigene Affirmation. Beachte dabei die oben angegebenen Regeln und Hinweise.
Schreibe alle Affirmationen auf, die Du für Dich gefunden hast. Meistens haben wir viele Anliegen und für jedes Anliegen finden wir dann auch einen Satz. Suche Dir nun einen der Sätze aus, der Dich besonders positiv anspricht und über damit für die nächsten fünf Tage.
Sollte der Satz nach den fünf Tagen immer noch gut und richtig für Dich ein, so bleibe dabei, ansonsten nimm einen anderen Satz aus der Liste und übe damit. Das machst Du, bist Du Deine Affirmation gefunden hast.  

Wir wünschen Dir eine gute Zeit.  

Bruder David
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