Monate: Mai 2019

Mareike Morr

Unsere Musiker am Sonntag: Mareike Morr und Maxim Böckelmann

Unsere Musikerin im Gottesdienst: Mereike Morr Wie bist Du zur Musik gekommen? Meine beiden großen Schwestern hatten bereits Klavierunterricht und dieses Instrument hat mich unglaublich fasziniert. Jedenfalls erschien mir die Blockflöte als nicht geeigneter Ersatz. So durfte auch ich mit 5 Jahren Klavierunterricht nehmen. Das gemeinsame Singen im Urlaub, auf langen Autofahrten und bei Festen und Feiern hat meine Liebe zum Gesang geweckt, so dass auf das Klavierstudium dann das Gesangsstudium folgte. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Mein langjähriger Klavierprofessor Karl-Heinz Kämmerling hat mich seit meiner Kindheit geprägt, inspiriert und wachsen lassen. Ein intensives Opernerlebnis von R. Strauss‘ „Der Rosenkavalier“ bei den Salzburger Festspielen hat das Feuer für die Oper entzündet. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Meine langjährige Arbeit mit Bruder Karl-Leo in der cella-Praxis verbindet mich auch mit der Hauskirche. Meiner Dankbarkeit für diese Arbeit möchte ich mit einem fröhlichen Herzen Ausdruck verleihen. Im Gottesdienst zu singen ist für mich ein wunderbarer Dienst an Gott. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In …

Wer werde ich als alter Mann sein?

Autofahren habe ich bei Herrn Buxot gelernt. Er hatte seine Fahrschule in Soest in einem Parkhaus mit angeschlossenen Büro- und Wohnräumen. Er war ein verständiger und freundlicher Mann, der mir mit etwas Geduld das Autofahren beibrachte. Und wenn man gezeigt bekommt, wie man lenkt, bremst, kuppelt und schaltet und das alles zur gleichen Zeit oder in der richtigen Reihenfolge, dann bleiben manche grundsätzlichen Lebensweisheiten nicht aus. Auch das Autofahren kann als Metapher für das Leben dienen und dafür muss man sich nicht einmal besonders anstrengen. Ich kann mich beispielsweise daran erinnern, als Herr Buxot mir erklärte, wie man sich als Autofahrer auf der Autobahn verhält. Er sagte mir, dass wir immer dorthin fahren, wohin wir gucken. Und wenn ich einen LKW überholen will, dann soll ich nicht den LKW anschauen, sondern auf die Straße etwa 100 Meter vor mir, denn dort will ich ja hin – wer will schon einen LKW küssen?Das habe ich mir gemerkt und mache das bis heute. Innere Bilder Und später, während einer meiner Fortbildungen, musste ich wieder an Herrn Buxot …

Was wollen uns die Alten in den Märchen sagen?

Podcast: Was wollen uns die Alten in den Märchen sagen?

In den Märchen tummeln sich allerlei Wesen und Gestalten. Manche aus einer anderen Welt, manche ganz diesseitig und wieder andere irgendwie dazwischen. Alle haben ihre Aufgabe und haben eine Botschaft für den Zuhörer und die Zuhörerin. Auch alte Menschen kommen in den Märchen vor und auch sie wollen uns etwas über das Alter und das Altern sagen und können Hinweise dazu geben, was es heißen kann, alt zu sein. Und wenn uns die Märchen davon berichten, dann heißt es auch, dass das Altern an sich eine Aufgabe und eine Frucht hat. Um diese Frucht geht es in diesem Interview mit Heiderose Schweikart. Frau Schweikart ist ausgebildete Märchenerzählerin, hat schon mehrfach in der Cella Märchenabende gegeben und ist eine wirkliche Sucherin innerhalb und außerhalb der Märchen. Und manchmal auch Finderin – denn davon wird sie berichten, was sie selber über die Alten in den Märchen gelernt hat.

Podcast: Wir altern nicht, wir leben!

Die Überschrift kam mir nach dem Gespräch mit Frau Richter in den Sinn. Ich habe sie zum Thema Älterwerden befragt und worüber sprachen wir? Wir sprachen über das Leben – und nicht nur über die eine oder andere Beschwerlichkeit und Besorgnis. Zu altern heißt zu leben – irgendwie tröstet mich dieses Wort und ermutigt mich. Wer will nicht leben? Wer will das Leben nicht genießen? Aber: Kann man das Älterwerden genießen? Nach dem Gespräch mit Frau Richter kann ich sagen, ja, das geht – vielleicht nicht alles, aber vieles, und Altern kann ein Geschenk sein.

Hilfe, ich werde alt

Altwerden ist keine Krankheit

Seit ich diesen Satz vor vielen Jahren das erste Mal bewusst aus dem Mund eines Hals-, Nasen- und Ohrenarztes gehört habe, verwende ich ihn selber gerne gegenüber meinen Patienten in der Praxis. Veränderungen der Stimme im Alter gibt es viele, und es ist für uns selbstverständlich, dass wir auch am Telefon, also allein über den Klang der Stimme, das Alter eines Menschen relativ gut einschätzen können. Eine alte Stimme klingt anders als eine junge Stimme. Zunächst entwickelt sich die Stimme in Lautstärkeumfang und Kraft. Später verliert sie die Höhe oder die Lautstärke, das Vibrato wird größer und vielleicht unsymmetrischer: Klangeindrücke, die in unserer Gesellschaft nicht positiv konnotiert sind. Aus guten Chören wird man dann zuweilen aussortiert, darf möglicherweise noch in die Seniorenkantorei wechseln, wenn man nicht sowieso schon in einem Chor ist, in dem man „mitaltert“. Altwerden ist keine Krankheit – aber manchmal fühlt es sich so an. Manche natürlichen Veränderungen des Alters sind kaum zu unterscheiden von einer Krankheit, die vielleicht nach einiger Zeit auch wieder weggeht. Und manchmal zeigt sich Altern gerade darin, …

Impuls am Sonntag: Andreas Schubert

Andreas Schubert Alter 49 Beruf Vorstand Caritasverband Hannover e.V. Was bedeutet Ihnen Glaube? In schwierigen und traurigen Situationen gibt mir mein Glauben Halt und  Zuversicht. Die Erkenntnis das ich als Mensch mit meinen Fehlern und sicher vorhandenen Eigenheiten,  getragen werde. Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig? „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren,  was er bewahren möchte.“ Gustav Heinemann Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration? Der Adler der neunten Legion von Rosemary Suitcliff. Ein Jugendbuch aus meiner Kindheit, welches ich als erstes Buch von Anfang bis zum Ende an einem Stück gelesen habe. Diesem Buch verdanke ich als sehr junger und seinerzeit „lesefauler“ Mensch die Erfahrung,  das eine Geschichte mich berühren kann. Historische Romane und Sachbücher die über das Leben der Menschen in der Vergangenheit erzählen sind nach wie vor meine Leidenschaft.

Hilfe, ich werde alt

„Siebzig Jahre währt die Zeit unsres Lebens, sind wir bei Kräften, werden es achtzig.“ (Ps 90,10)

Vor nicht allzu langer Zeit las ich einen kurzen Zeitungsartikel, in dem darauf hingewiesen wurde, dass ein Drittel der heute dreißigjährigen Frauen ihren einhundertsten Geburtstag erleben würde – so sehr habe sich die Lebenserwartung in den vergangenen Jahren geändert. Die Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahrzehnten andauernd verlängert. Dabei spielt der Medizinfortschritt eine wesentlich geringere Rolle als Faktoren wie Friedenszeit, gestiegenes Einkommen, höherer Lebensstandard, bessere Ernährungslage usw. Das Alter in der Bibel An vielen Stellen der Bibel wird über das Alter sinniert, und die Begrenztheit der Lebenszeit des Menschen wird thematisiert; so auch in den Psalmen. Bei Psalm 90 etwa handelt es sich um ein sogenanntes Klagelied des Volkes, in dem die Hinfälligkeit des Menschen im Mittelpunkt steht. Vollständig lautet Vers 10: „Siebzig Jahre währt die Zeit unsres Lebens, sind wir bei Kräften, werden es achtzig. Ihr Bestes aber ist nur Mühsal und Beschwer; rasch geht es vorbei, – wir fliegen dahin.“ Und in Psalm 39 finden sich folgende Verse: „Herr, lass mich doch wissen mein Ende, und welches das Maß meiner Tage ist, …