Monate: Februar 2020

Wie kann man Einsamkeit überwinden?

​Es kann schnell passieren. Ein neuer Job steht an, der alte passte einfach nicht mehr, oder der Arbeitgeber hat sich von Dir getrennt. Nun denn, es geht auf in eine neue Stadt, wo Du niemanden kennst, wirklich niemanden. Irgendwie landest Du in einem Häuserblock – es ist schwierig genug, eine Wohnung zu finden. Also gut, dann halt hier, wo tausende anderer in einem großen Block wohnen, muss ja nicht für immer sein. Und da sitzt Du dann, alleine – wirklich alleine. Zwar hörst Du den Fernseher von nebenan, irgendwo weint ein Kind und bellt ein Hund, dann und wann das leise Schnurren des Aufzugs und das Schlagen der Kabinentür. Das war es dann auch schon. Wen würde dann nicht das Gefühl von Einsamkeit durchfluten. Und wenn eine solche Situation dann auch noch Monate, ja, Jahre andauert, dann wird Einsamkeit mehr als real, sie frisst sich in unser Inneres ein. Überblick Ministerium gegen EinsamkeitAlleinsein oder Einsamkeit?Einsamkeit: 6 Hinweise1. Bist Du wirklich einsam?2. Lerne, alleine zu sein3. Kultiviere Dein Alleinsein4. Engagiere Dich5. Nutze das Internet6. Haustier anschaffenUnd jetzt …

Podcast: anthroposophische Spiritualität

Anthroposophie kennen wir meistens nur durch die Waldorfschulen, DM, Alnatura oder den Produkten von Weleda. Es lohnt sich aber, sich intensiver mit der Anthroposophie zu beschäftigen. Ich habe für mich gemerkt, dass dieser Ansatz zwar nicht in allem für mich nachvollziehbar ist, aber selten bin ich aus meiner Beschäftigung uninspiriert herausgegangen. Und so möchte ich heute mit Dr. Jens Heisterkamp sprechen, der ein Buch über anthroposophische Spiritualität geschrieben hat. Er ist zudem leitender Redakteur der anthroposophischen Zeitschrift Info3. Infos3

Gelübde

Gelübde

Gelübde? Ja, Gelübde! Gelübde? Das klingt nun wirklich irgendwie nach Mittelalter, nach strengen Ordensregeln und ebenso strengen Oberen und Oberinnen, nach verkneiftem Leben, nach Zucht und Ordnung, nach Lebensfeindlichkeit und lebensuntüchtigen Menschen. Wer legt denn heutzutage noch ein Gelübde ab? Tatsächlich werden es immer weniger, die in ein Kloster gehen und dort irgendwann das Ordensgelübde ablegen. Nein, man kann nicht sagen, dass Gelübde zu den Verkaufsschlagern der Kirche gehören und gleiches gilt sicherlich auch hinsichtlich einer Weihe, sich weihen zu lassen bzw. geweiht zu werden. Aber ich glaube, dass Gelübde ein wichtiges Ereignis und eine Stütze für viele sein können, ja, dass Gelübde geradezu in Mode kommen könnten, wenn wir begännen, sie neu zu verstehen und anzubieten.   Was sind Gelübde? Gelübde sind Versprechen und im katholischen Sinne wird in der Regel dreierlei versprochen: Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Die Benediktiner haben eigene Gelübde, wie Versprechen: Beständigkeit (auf den Ort bezogen), klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam. Diese drei Aspekte, die in einer feierlichen Liturgie öffentlich gelobt werden, sind die Grundlage des klösterlichen Zusammenlebens. Sie sollen selbstverständlich nicht …

Schwarze Spiritualität

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre waren die Bücher von Alice Müller sehr bekannt und beliebt. Gerade von uns Studenten wurden sie gerne gelesen. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie spannend das Buch “Das Drama des begabten Kindes” oder etwa “Am Anfang war Erziehung” waren. Sie haben mir eine ganz neue Sichtweise von Erziehung, Bildung, vom Kind, ja vom Menschen gegeben. Alice Miller war im Grunde eine Verfechterin der antiautoritären Erziehung. Sie warb sehr intensiv dafür, dem Kind seinen freien Raum und seinen freien Ausdruck zu lassen. Nur dann, so ihre Meinung, kann sich ein Kind gesund entwickeln und wird es nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen, die wir heute Traumata nennen.So hat sie beispielsweise die Kindheit von Adolf Hitler untersucht. Sie wollte wissen, welchen Anteil Erziehung an dem Werdegang Hitlers hatte. Sehr beeindruckend stellte sie dar, wie er durch Demütigungen selber verletzt wurde und dann begann, andere zu verletzen, zu töten, zu beherrschen und alle Grausamkeiten zu befehlen und zu erdenken, von denen wir wissen.Damit wollte sie nichts entschuldigen, sie war …

Die Suche nach der Mitte

Die Suche nach „der Mitte“ beschäftigt seit Wochen die Medien – und besonders eine Partei, die sich selbst als „Partei der Mitte“ bezeichnet. Die hohe emotionale Brisanz, die durch unsere Geschichte bei diesem Thema mitschwingt, verdrängt für viele fast völlig, dass die „politische Mitte der Gesellschaft“ ein kleiner und auch sehr spezieller Akzent von Mitte ist – ohne Zweifel ein wichtiger. Denn eigentlich bezeichnet Mitte einen Ort im Raum oder auf einer Strecke. In meinem Alltag in der Praxis suche ich auch oft mit Menschen nach der Mitte. Dabei geht es eher um körperliche Fragen. Es geht um die Balance im Körper. Während meiner Arbeit in der Stimmtherapie spreche ich oft mit Menschen über ihren Stand, über ihre Aufrichtung auf den Füßen. Und auch da erlebe ich sehr körperlich: Es gibt Menschen mit einer klaren Mitte. Das Becken, der Schultergürtel, die Arme, der Kopf – alles ist symmetrisch angeordnet. Diese Menschen sind oft fest mit beiden Beinen auf dem Boden verwurzelt, sie sind nicht krumm und drohen nicht, leicht zu fallen. Die Mitte findet man …

Impuls am Sonntag: Max Südmark

Alter: 17 Jahre Beruf (momentane Tätigkeit): Schüler des 12. Jahrgangs der St. Ursula-Schule Hannover Was bedeutet Ihnen Glaube?: Mich auf die Liebe Gottes, die jedem einzelnen bedingungslos geschenkt ist, einlassen Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig?: ”Wer Gott nicht denkt, hat aufgehört zu denken” (Max Frisch) Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration? “Laelius de amicitia” von Marcus Tullius Cicero. Das Buch führt einen in den Wert von Beziehungen im menschlichen Leben ein und veranschaulicht damit das grundlegende Bedürfnis nach Geborgenheit und Zuwendung, in diesem Beispiel durch Freundschaft.

Weihnachten im Februar?

Mein Vater, der 1919 in einem kleinen Dorf in der Eifel – unweit der Abtei Maria Laach – geboren ist, erzählte vor langer Zeit, dass in seinem Elternhaus die „gute Stube“ nur an hohen Feiertagen genutzt wurde. So kam es, dass einmal kurz vor Ostern, als die Stube für das bevorstehende Fest hergerichtet werden sollte, dort von Weihnachten noch der (inzwischen abgenadelte) Tannenbaum stand. Tatsächlich blieben bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils vielfach die Tannenbäume zwar nicht bis Ostern, aber bis zum 2. Februar stehen. Denn die Weihnachtszeit dauerte damals bis zum 2. Februar, dem vierzigsten Tag nach Weihnachten. Der Tag wurde im Volksmund oftmals Lichtmeß oder Mariä Lichtmeß genannt, weil bei Prozessionen Kerzen mitgetragen und gesegnet wurden. Was begehen wir am 2. Februar? Liturgisch wird an diesem Tag das Fest der Darstellung des Herrn gefeiert. Diesem Herrenfest liegen die biblischen Geschehnisse im Tempel von Jerusalem zugrunde, die der Evangelist Lukas berichtet: „Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, …

Georg Oberauer

Unser Musiker am Sonntag: Georg Oberauer

Georg Oberauer, M. Mus. Dozent für Orgel und Orgel-Improvisation an der Staatlichen Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Wie bist Du zur Musik gekommen? Mein Bruder hatte am Mozarteum in Salzburg Konzertfach Klarinette studiert, in der Kirche hörte ich viel Chor- und Orgelmusik und dann gab es diese alte Musikkassette mit Orchesterwerken von Mozart, die mich beeindruckt hat. Ich habe solange genörgelt, bis zu Hause ein Klavier stand und es kam dann mit acht Jahren zum Klavier- und mit elf Jahren zum Orgelunterricht. Letzteres Instrument war dann doch stärker und führte mich mit 15 Jahren als Jungstudent ans Mozarteum. Trotzdem blieb das Klavier als leichter „Schatten“ erhalten und es war immerhin mein Zweithauptfach an der Musikhochschule Stuttgart. Rückblickend war die Musik in den ersten 20 Jahren schlicht überlebensnotwendig. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Meine Lehrer – allesamt. Und auch manche gute Schüler und Studenten. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Als Kirchenmusiker sind mir Kirchen jeglicher Größe und Art vertraut. Die Hauskirche der …