Monate: Juli 2017

Wenn der Ärger auf den Magen schlägt

Wenn der Ärger auf den Magen schlägt „Das ist mir ganz schön sauer aufgestoßen“ Hin und wieder habe ich diesen unangenehm sauren Geschmack im Mund. Magensäure hat sich wieder nach oben gedrückt und hinterlässt einen unangenehmen Geschmack. Selten passiert mir das, weil ich zu viel Fettiges gegessen habe – solche Speisen mag ich nicht so gerne. Häufiger ist die Ursache, dass ich mich ziemlich geärgert habe über etwas, meistens noch in einer Situation, in der ich meinen Ärger auch nicht äußern konnte. Dann ist der Magen unter Druck geraten. Tatsächlich ist mein Magen wie ein kleiner Tacho für meine Seelenlage. Blähungen oder Druckgefühl kommen meistens nicht wirklich überraschend. Mittlerweile kann ich sie einordnen, denke schmunzelnd: Ach, das hat Dir jetzt doch ganz schön viel ausgemacht. Warum reagiert gerade der Magen auf Stress? Wenn unser Gehirn eine Situation als bedrohlich wahrnimmt, dann meldet es dies an die Nebenniere und die wiederum setzt eine große Menge des Stresshormons Cortisol frei. Das führt dazu, dass die Atmung beschleunigt wird, das Herz schneller schlägt und die Muskulatur durchblutet wird. …

Sommerpause

Auch online machen wir eine kleine Sommerpause: Einfach etwas kürzer treten, Zeit zum Nachdenken, um Neues vorzubereiten und sich inspirieren zu lassen. Das heißt konkret: Wir veröffentlichen bis Ende August nur noch dienstags einen neuen Artikel. Ab September geht es weiter – fast wie gewohnt!

Faulheit

Lob der Faulheit – reloaded

Lob der Faulheit Ja, es ist Sommer und es ist Zeit für den Urlaub – für Faulheit. Wir setzen uns an den Strand, schauen von der Bergspitze ins Tal, genießen Ausblicke und Einblicke, sitzen in den Cafés der Stadtplätze, bleiben länger liegen, gehen Essen anstatt selber zu kochen und einfaches Dasitzen hat Hochkonjunktur. Das Lob der Faulheit siegt wieder über unseren Alltag und über unser Beschäftigtsein zu den anderen Zeiten des Jahres. Ich lese, dass Faulheit der mangelnde Wille, aktiv zu sein bedeuten soll. Wer faul ist, wird nicht selten beschimpft, man geht seinen auferlegten Aufgaben nicht nach, ist nicht produktiv, der Gesellschaft nicht dienlich. Faul zu sein ist ein Schimpfwort. Dürfen wir überhaupt faul sein? Ist Fleiß nicht ein viel konstruktiverer Wert, der uns und die Gesellschaft weiterbringt? Faulheit und Glaube Schon die Wüstenväter und -mütter und die vielen anderen Mönche kannten den Begriff der “Trägheit des Herzens”. Der Fachterminus dazu heißt Acedia. In anderen Schriften auch der Mittagsdämon genannt, der aktiv wird, direkt nach dem Mittagessen, wenn die Hälfte des Tages vorbei ist …

Erfolg im spirituellem Leben

Erfolg im spirituellem Leben?

Erfolg im spirituellem Leben? Erfolg zu haben ist ein gutes, ja, ein schönes Gefühl. Die Arbeit ist halbwegs getan, die Ziele erreicht und man kann zufrieden das Ergebnis anschauen. Es ist dieses unglaublich angenehme Empfinden der Zufriedenheit und Genugtuung, das sich in einem breit macht und ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Man freut sich, klopft sich sprichwörtlich auf die Schultern, lässt sich feiern, erhält wohlmöglich eine Gratifikation und geht erhobenen Hauptes nach Hause, sich dessen bewusst, etwas geschafft zu haben. Mir scheint, dass vor allem jüngere Menschen eine große Lust auf Erfolg haben. Im Internet gibt es zahlreiche Blogs und Foren, die sich mit Erfolg auseinandersetzen und Tricks und Tipps, Tools und Hacks verraten, um erfolgreich zu werden. Damit ist dann sehr oft gemeint, viel Geld zu haben, Häuser zu besitzen, den ultimativen Job zu bekommen, der natürlich seinerseits viel Geld verspricht. Einen Schritt weiter geht die digitale Branche, die verheißt – wenn man fleißig die Tipps beachtet – nicht mehr für Zeit bezahlt zu werden – sondern für Ideen und damit ein Einkommen …

Urlaub mit Gott

Urlaub mit Gott Die Urlaubszeit ist angebrochen. Viele Menschen sind schon verreist, andere bereiten ihre Reise noch vor. Auch für mich steht der Urlaub bevor. Und wie jedes Jahr stellt sich die große Frage: Was muss, was will ich alles mitnehmen? Abgesehen von der benötigten Kleidung gehört in mein Urlaubsgepäck eine nicht geringe Zahl an Büchern: Romane, Krimis, Reisebeschreibungen und – das Buch der Bücher! Denn ich habe mir angewöhnt, in den Ferien bewusst eine Zeit für die Bibellesung einzuplanen. In der Regel gehe ich dabei systematisch vor, indem ich plane dieses oder jenes Buch der Bibel als Ganzes zu lesen. Für die kommende Urlaubszeit habe ich mir das Buch der Psalmen vorgenommen, das mich im Stundengebet zwar das ganze Jahr über begleitet, aber gerade in einer von Verpflichtungen freien Zeit finde ich die Muße, mit einen Psalm auszusuchen, ihn zu lesen und zu meditieren. Die Psalmen: Begleiter durch das Jahr und Begleiter im Urlaub Zwei Psalmen möchte ich mir in besonderer Weise vornehmen: Zunächst Psalm 18, der in unserer monastischen Liturgie am Sonntagmorgen in …

Unsere Musiker am Sonntag: Anja Ritterbusch und Andreas Burckhardt

Anja Ritterbusch Wie bist Du zur Musik gekommen? Schon als kleines Kind habe ich ständig gesungen und über Klavierspielen und Ballett meine Leidenschaft für Musik und Tanz entdeckt. Mit elf schrieb ich meine ersten eigenen Songs in englischer Sprache und habe es genossen, mich am Klavier in ganz andere Welten begeben und mich mit meiner Stimme ausdrücken zu können. Als ich dann zum ersten Mal auf der Bühne stand, konnte ich nicht umhin, dieses Glücksgefühl immer wieder zu suchen und ganz viel neue Musik zu erforschen. Schließlich habe ich dann Jazzgesang sowie Musical Theatre Performance studiert und bin bis heute davon fasziniert, welche Kraft Musik hat und wie sie uns immer wieder neue Wege gehen lässt. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Das sind sehr viele Menschen, Künstler und Situationen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Norma Winstone, Fay Claassen, Maria Joao, Joni Mitchell, Ella Fitzgerald, Becca Stevens, Joao Gilberto..   Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Ich liebe den Klang von Kirchen, die Stille, …

Was ist Urlaub?

Was ist Urlaub?

Was ist Urlaub? Es ist Sommer, und auch wenn das derzeitige Wetter nicht dazu einlädt, ausgesprochen große Urlaubsgefühle entstehen zu lassen, wissen wir doch alle – oder fast alle – bald geht es los, die schöne Zeit des Urlaubs beginnt. Man hat geplant, Preise verglichen, Reisebüros aufgesucht und im Internet recherchiert. Das Ziel ist gefunden, der Flug gebucht, die Jeep-Tour durch die Wildnis auch, das Hotel (vier Sterne mit Swimmingpool, und abends all you can eat) ist fest reserviert. Oder soll es doch eine Städtetour werden, ein paar Tage Paris, Stadt der Liebe, das Louvre, der Eiffelturm, die Crêpes vor dem Centre Pompidou und der Wein im Quartier Latin? Urlaub ist für viele die eigentliche Zeit, ein wenig wie das Wochenende. Man freut sich darauf, endlich ohne Verpflichtungen zu sein, endlich machen zu können, was man will. Lange morgens im Bett bleiben, auf dem Balkon frühstücken mitten in der Woche, sich die Kulturgüter des Landes anschauen, ein wenig zu schlendern und nicht zielgerichtet einkaufen müssen. Das ist Urlaub! Was ist Urlaub? Das ist Urlaub? Nein, …