Alle Artikel in: Nikolaus

Tod und Vergehen waltet in allem

Aufgrund zahlreicher Anlässe des Totengedenkens wird der November auch als Toten- oder Trauermonat bezeichnet. Da folgen in der katholischen Tradition am Tag nach Allerheiligen das Totengedenken und die Gräbersegnung an Allerseelen. In der evangelischen Tradition wird das Totengedenken am letzten Sonntag im Jahreskreis begangen, weshalb dieser Tag dort Toten- oder Ewigkeitssonntag genannt wird. Ein Hymnus aus der Totenliturgie 1978 dichte P. Polykarp Ühlein, der 1963 von Münsterschwarzach aus in die Abtei Ndanda, Tansania, gesandt wurde, diesen Hymnus für die Laudes beim Totenoffizium: Tod und Vergehen waltet in allem,steht über Menschen, Pflanzen und Tieren,Sternbild und Zeit. Du hast ins Leben alles gerufen.Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode:Hole sie heim! Schenke im Ende auch die Vollendung!Nicht in die Leere falle die Vielfaltirdischen Seins. Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel. –Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen,ewigen Gott. Amen. Die gesamte Schöpfung ist dem Tod anheimgegeben Der Text der ersten Strophe verdeutlicht, dass die gesamte Schöpfung dem Tod anheimgegeben ist. Ein Aussage, die uns unsere eigene Endlichkeit – und die der ganzen Schöpfung – vor Augen stellt. …

Erntedank

Am vergangenen Sonntag wurde, wie in jedem Jahr am ersten Sonntag im Oktober, in vielen Gemeinden Erntedank gefeiert. In ländlichen Gegenden, in denen die Menschen stärker mit der Natur verbunden sind als die Menschen in der Großstadt, liegt es nahe, Erntekränze zu flechten, Kürbisse und Obst, Kohl und ähnliches in der Kirche zu drapieren und damit deutlich zu machen, dass die Gaben der Natur Geschenke Gottes sind. Dank für die Ernte Der Dank für die Ernte wird wohl in allen Religionen rituell begangenen. Unsere jüdischen Geschwister danken bei unterschiedlichen Feiern für die Ernte: an Mazzot, dem Fest der ungesäuerten Brote; an Schavuot, dem Wochenfest; und schließlich an Sukkot, dem Laubhüttenfest. – Im Christentum ist das Erntedankfest seit dem dritten Jahrhundert bekannt. Im Buch Genesis heißt es im ersten Schöpfungsbericht: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!“ Ältere Übersetzungen lauten: „Macht Euch die Erde untertan.“ Nirgends aber ist davon die Rede, …

„Hast Du ‘ne Macke, dann sei froh!“

In den vergangenen drei Wochen habe ich in der „Gastpriesterwohnung“ der Pfarrei St. Ludgerus auf Norderney meine Ferien verbracht und im Gegenzug die Eucharistiefeiern und einige Gesprächsangebote übernommen. Da ich mich für Architektur interessiere, ist die katholische Pfarrei hier auf der Insel schon etwas Besonderes; denn sie hat zwei Kirchorte, die nur etwa 150 Meter voneinander entfernt sind: die neugotische Kirche St. Ludgerus von 1884 und die Bauhaus-Kirche Stella Maris, die 1930/31 nach den Plänen eines der großen Kirchenbaumeister der zwanzigsten Jahrhunderts, Dominicus Böhm, gebaut wurde und (nebenbei gesagt) die größte Kirche Ostfrieslands ist. Der Altar mit der Macke Während meines Aufenthalts auf der Insel lud Markus Fuhrmann, ständiger Diakon und Pfarrbeauftragter für Norderney, wöchentlich zu Kirchführungen in Stella Maris mit dem Titel „Bauhaus auf Norderney“ ein. Dabei erzählte er unter anderem von der Umgestaltung der Kirche in den Jahren von 2006 bis 2008 durch den Düsseldorfer Architekten Bruno Braun. Dieser hatte auf die ersten Entwürfe Dominicus Böhms zurückgegriffen und die „Prinzipalstücke“ – Stele für den Tabernakel, Ambo mit Osterleuchter, Vorstehersitz und Altar – in …

Wie wollen wir leben? 11

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir uns künftig als Menschen selbst verstehen? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Gott war es, der in Christus den ganzen Kosmos, alles Geschaffene, mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Aufgabe machte. (2 Korintherbrief 5,19) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre es, was würde sich ändern, wenn wir Menschen uns selbst nicht mehr von den Unterschieden untereinander, zu den Tieren und allem Geschaffenen her beschreiben, sondern von unserer Einbindung in ökologische Kreisläufe, von der Verbundenheit mit allem Lebendigen und unserer Funktion für das Ganze des gemeinsamen Hauses Erde? Versöhnung ist das Wesen der Schöpfung. Versöhnung: …

Wie wollen wir leben? 12

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wovon wollen wir uns künftig motivieren lassen?   Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? (Matthäus 16,25-26) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre es, wenn wir Lebensglück, nicht Geld anstreben würden? Wie wäre es, wenn Solidarität, nicht Gewinn uns leiten würden? Das Leben in Fülle suchen und ihm mehr Wert geben als allem, was man für sich gewinnen könnte. Und dann das eigene Leben nochmal relativieren und sich einsetzen, damit alle Menschen gut leben können und das …

Wie wollen wir leben? 10

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir künftig mit Menschen umgehen, die straffällig geworden sind? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mann, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns. (Hosea 11,9) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre unsere Welt, wenn wir alles daran setzen würden, dass Menschen, die schuldig geworden sind, lernen zu ihrer Schuld zu stehen, umzukehren, neu anzufangen, wiedergutzumachen und anders zu leben? Wenn wir uns an Gott orientieren, eröffnet der „Heilige in unserer Mitte“ uns Wege jenseits von Zorn, Rache und Vergeltung – ohne dass deshalb …

Wie wollen wir leben? 9

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir uns künftig ernähren? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. (Markus 7,15) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre es, wenn wir uns so ernähren, dass es ausreichend gute Nahrung und sauberes Wasser für alle gibt? Wie wäre eine Welt, in der wir Nahrung für alle Menschen nachhaltig und im Respekt vor den Grenzen unseres Planeten herstellen? Egoismus, Verschwendung, Überkonsum, Ausbeutung von Natur und Menschen, Tierquälerei… kommen aus dem Menschen heraus und schaden ihm und allen. In Europa können wir über die Weise, wie wir uns ernähren, entscheiden. …

Wie wollen wir leben? 8

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Welche Ziele wollen wir uns künftig für unser Lernen setzen? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Wenn du der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst, wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest, … dann wirst du die Gottesfurcht begreifen und Gotteserkenntnis finden. (Sprichwörter 2,1-5) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Was würde sich verändern, wenn wir Lernen als Weg zur Weisheit verstehen würden? Wie wäre unsere Welt, wenn alles Lernen dazu diente, uns zu „Menschen für andere“ zu formen? Durch das Hören nach „innen“: auf Herz und Verstand, nach „außen“: auf Dinge und Menschen, und nach „oben“: auf Gottes Geist und Wirken … öffnet sich ein tieferes …

Wie wollen wir leben? 7

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir künftig handeln, damit Menschen nicht aus ihrer Heimat flüchten müssen? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:So spricht Gott, der Herr: Genug, ihr Fürsten Israels! Beseitigt Gewalt und Unterdrückung! Sorgt für Recht und Gerechtigkeit! Hört auf, mein Volk von seinem Grund und Boden zu vertreiben – Spruch Gottes, des Herrn. (Ezechiel 45,9) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre eine Welt, in der alle Menschen in ihrer Heimat gut leben können? Wie wäre eine Welt, in der die Staaten miteinander nach dem Gemeinwohl für alle streben? „Recht und Gerechtigkeit“ sind Namen Gottes. Gott ist gerecht und steht für Gerechtigkeit. Das verpflichtet alle, die als Glaubende zu Gott gehören wollen. …

Wie wollen wir leben? 6

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wie wollen wir künftig unsere digitalen Werkzeuge – Suchmaschinen, Algorithmen, Social-Media-Plattformen… gestalten und kontrollieren? Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat. (Markus 2,27-28) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wären die digitalen Welten und Möglichkeiten, so dass wir wirklich zufrieden und sicher wären? Wie wären digitale Welten und Möglichkeiten, so dass sie dem Frieden, der Freiheit, der Gerechtigkeit und dem Wohl aller Menschen dienen? Möglichkeiten, Regeln, Werkzeuge… sind für den Menschen, für alle Menschen da und nicht für den Profit, die Macht und Interessen einiger weniger. Gott …