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Erntedank

Am vergangenen Sonntag war das Erntedankfest. Ich hatte – wie in den letzten Jahren – die Gottesdienste in St. Joseph, weil Pfarrer Plochg in Urlaub ist. Seit einigen Jahren steht nun schon um den Erntedanksonntag herum ein Einkaufswagen vom Supermarktvor dem Altar, in den viele Menschen Konserven und andere haltbaren Lebensmittel legen, die dann an Bedürftige weitergegeben werden.

Als ich heute Morgen zur Kirche ging, kam mir die Frage von Pfarrer Plochg von vor ein paar Jahren in den Sinn, über die ich nach wie vor schmunzeln muss. Die Frage lautete: „Kürbis oder Kühlschrank?“. – Ich entschied mich damals für den Kühlschrank, um einen besonderen Aufhänger für die Predigt zu haben.

Erntedank in der Abtei

Und ich erinnere mich noch gut an die Erntedankgottesdienste, die ich in der Abtei erlebt habe: Zelebrant war jahrelang unser Pater Reinald, der die Bauern der Umgebung eingeladen hatte, die dann nach dem Gottesdienst durch unseren Klostergarten zur Landwirtschaft gingen, um dort bei Blasmusik das ein oder andere Glas Bier zu trinken und so auf die Ernte anzustoßen. Insgesamt also eine Tradition, die im sauerländischen Umfeld gang und gäbe war.

Lebhaft ist mir ebenfalls in Erinnerung, dass wir irgendwann einmal im Wirtschaftsrat unserer Abtei lebhaft über diese jahrelange Praxis diskutiert haben. Das Ergebnis unseres Austausches war, dass der „Erntedank“ nicht allein eine Sache der Landwirtschaft sei, sondern alle Betriebe auf dem Klostergelände für die Erträge des Jahres danken sollten. Seitdem richtete Jahr für Jahr ein anderer Betrieb das „Erntedankfest“ aus: sei es die Schmiede, sei es die Tischlerei, sei es die Buch- und Kunsthandlung…

Dank für die Erträge des Jahres

Damit wollten wir zum Ausdruck bringen, dass nicht nur der landwirtschaftliche Ertrag Grund zum Danken gibt. Auch der wirtschaftliche Erfolg der Handwerksbetriebe oder des Klosterladens gibt Anlass zum Danken.

So ist das Erntedankfest für mich immer wieder neu Anlass, darüber nachzudenken, für was ich dankbar sein darf: das sind Erlebnisse und Begebenheiten, das sind Erfolge und „Früchte“ der eigenen Arbeit, das sind Begegnungen mit Freunden und Bekannten.

Gerade im zweiten Jahr der Pandemie ist es wichtig, nicht nur die unschöne Situation zu bedauern, sondern tatsächlich dankbar zu sein für alles Schöne und Gute, das uns immer wieder zuteilwird…