Monate: März 2016

Lass Dich nicht beirren!

Aus Psalm 49: Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird und die Pracht seines Hauses sich mehrt; denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab. Vorweg: Bislang hatte ich passiver Christenmensch mit den Psalmen nichts am Hut. Dass der Herr mein Hirte sei und es den Seinen im Schlaf gibt, geschenkt. Selbst damals, in meiner aktiven Katholiken-Phase vor sechzig/fünfundsechzig Jahren, rezitierten wir Ministranten – bevor wir richtig Deutsch sprechen konnten – zwar fließend lateinische Gottesdienst-Texte …Psalmen spielten damals jedoch so gut wie keine Rolle. Das änderte sich schlagartig, als ich zur Jahrtausendwende das Buch „Die Menschen lügen. Alle“ in die Finger bekam. Diese packende Psalmen-Übertragung verfasste Arnold Stadler, der 1999 den Büchner-Preis erhielt und den ich, der zehn Jahre älterer Dorfjunge, per Fahrrad vom Kindergarten abholen musste, besser gesagt: abholen durfte. Jetzt erst ging mir ein Psalmen-Licht auf. Schnell wurde mir klar, dass diese feinen wie auch mitunter derben Verse letztendlich großartige Dichtung, pure Poesie und ein ideales Ventil sind, um „Dampf abzulassen“. Und wenn ich …

Interkulturell leben

Wir freuen uns am Mittwoch, den 9. März 2016 um 19.30 Uhr Ali Can aus Giessen begrüßen zu dürfen. Er wird einen Abend zum Thema „Interkulturell leben“ gestalten. Vor einigen Jahren ist er selber als Flüchtling nach Deutschland gekommen und kennt die vielen Fragen und Probleme auf beiden Seiten. Wir möchten Dich zu diesem Abend gerne einladen. In diesen Zeiten ist es wichtig, dieses Thema offensiv anzugehen und Brücken zu bauen. Anmeldung zu „Interkulturell leben“

gesammelt sein

Minimalismus leben: Gesammelt sein

Gesammelt sein Stelle Dir vor: Du musst zum Arzt, meldest Dich bei den freundlichen Damen am Empfang an und wirst, wie zu erwarten war, in das große Wartezimmer geschickt. Dort sind einige Stühle schon besetzt, aber bei weitem noch nicht alle. Du nimmst einen Platz ein. Nun geschieht folgendes: Du liest in irgendeiner Zeitung und ein neuer Patient betritt den Raum. Was machst Du? Ich vermute das Gleiche, das auch ich machen würde und immer wieder mache: Ich hebe den Kopf und schaue, wer den Raum betritt und wohin er sich setzt. Eigentlich nichts Besonderes, ganz alltägliche Situation, passiert ständig, nicht nur im Wartezimmer. Auch in der Kirche, in der Bahn, Bus, Kino, Theater, Oper… Dreh’ Dich nicht um…! Und schon sind wir zu unserer Übung für diese Woche gekommen. Sie ist eigentlich total simpel und einfach, aber glaube mir, sie ist gar nicht so leicht. Daher mag ich diese Übung ganz besonders. Ich weiß, wovon ich spreche! Lerne Dich zu sammeln und verzichte darauf, alle Bewegungen und kleinen Ereignissen in Deiner unmittelbaren Umgebung ansehen zu müssen. Das heißt: …

Unser Musiker am Sonntag: Luca Segger

Luca Segger, unser Sänger für den Ite-missa-est-Gottesdienst am kommenden Sonntag, antwortet auf unseren Fragebogen. Wir haben zwar kein Bild von ihm – aber ein Besuch am Sonntag kann Abhhilfe schaffen! 😉 Wie bist du zur Musik gekommen? Musik hat in meiner Familie schon immer eine große Rolle gespielt. Meine Eltern sind beide sehr musikalisch und ich habe bereits mit fünf Jahren ersten Musikunterricht gehabt. Mit neun Jahren fing ich dann im Knabenchor und mit der Querflöte an. Wer hat dich musikalisch am meisten beeinflusst? Zum einen meine Eltern, von denen ich auch jetzt noch viel Feedback bekomme. Aber auch das Singen im Knabenchor hatte einen großen Einfluss. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu singen? Ich habe mich in Kirchen schon immer wohl und zuhause gefühlt und war auch für viele Jahre Messdiener. Das singen in der Hauskirche ist für mich etwas ganz besonderes, weil ich mit ihr schöne Erinnerungen verbinde und ich die Intimität des Raumes sehr schätze.

Rituale für den Alltag

10 Rituale für Deinen Alltag

Rituale für den AlltagTatsächlich – es kann passieren oder etwa nicht? Es kann passieren, dass man aufsteht und erst am Abend im Bett, kurz bevor man das Licht löscht, merkt, dass man wieder einen Tag gelebt hat. Was war nochmal dazwischen? War da Leben? Habe ich gearbeitet? War ich zufrieden? Habe ich etwas erfahren, habe ich geliebt, habe ich geantwortet auf die unhörbaren Fragen der anderen? Konnte ich lauschend verstehen die Tiefe des Daseins, die sich manchmal im Banalen offenbart?Oder war alles nur verträumt, irgendwie existiert und vegetiert?Wer will schon so leben, ohne zu merken, dass man lebt?In unserem Alltag braucht es kleine Zeiten, minimale Zeiteinheiten, die den Fluss des Unbewussten durchbrechen, die mich innehalten lassen, die mich fordern ohne anzustrengen, damit ich erkenne und spüre, dass ich lebe. Zeiten, minimale, wie gesagt, die mir gut tun und mich aufhorchen, ja, aufatmen lassen.Rituale für den Alltag sind solche Zeiten – nicht zu verwechseln mit Gewohnheiten. Gewohnheiten bleiben unbewusst, fliegen so vorbei, sind hilfreich für die immer gleichen Tätigkeiten, Dinge, die ich nicht vergessen möchte, haben …