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Unser Musiker am Sonntag: Stefan Adam

Unser Musiker am Sonntag: Stefan Adam

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Wie bei jedem Kind des Bildungsbürgertums lag eines schönen Tages eine Blockflöte unter dem Weihnachtsbaum, womit ich zunächst gar nichts anfangen konnte, später aber großen Gefallen an dem Instrument und der dazu gehörenden Musik fand. Nein, der Hauptgrund, daß ich Musik liebe und mache sind meine Eltern, die immer viel mit mir gesungen haben und mir alle Möglichkeiten eröffnet haben, mich auf diesem wunderbaren Feld zu tummeln. So kam ich in die Kinder-, später Jugend- und schlußendlich „große“ Kantorei, hatte Klavier-, Orgel, Blockflöten- und Kontrabaßunterricht und das große Glück, mich bei vielen Anlässen ausprobieren zu können.

Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?

Ich bin das Produkt vieler wunderbarer Lehrerpersönlichkeiten. An erster Stelle ist da der frühere Kantor meiner Heimatgemeinde Lengerich zu nennen, der mich nicht nur das Orgelspiel gelehrt hat, sondern auch den Respekt vor dem Raum, in dem wir musizieren dürfen und der letztlich „Schuld“ daran war, daß ich ein Kirchenmusikstudium absolviert habe. Später waren es dann Dozenten der beiden Hochschulen, die mich beeinflußt haben, so in Düsseldorf während des Kirchenmusikstudiums KMD Prof. Hartmut Schmidt, KMD a. d. Jürgen Schmeer, beide wichtige Persönlichkeiten im Bereich der Düsseldorfer Kirchenmusik.
Während des Gesangsstudiums in Köln waren es meine Professoren KS Edda Moser, Dietger Jacob und KS Kurt Moll. Es gibt unzählige Menschen, auch und gerade „außermusikalische“, die mich auf meinem musikalischen Weg beeinflußt haben, weil sie mir durch ihre Reaktionen auf meine Musik gezeigt haben, was Musik bewirken kann und soll.

Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?

In einer Kirche zu musizieren, bedeutet für mich, zu Hause zu sein, an dem Ort zu sein, an dem ich Musik „Soli Deo Gloria“, wie Bach seine Kompositionen überschrieben hat, machen kann. Und es ist für mich Erinnerung an ein einschneidendes Erlebnis meiner Jugend, als ich zum ersten Mal in unserer Stadtkirche in der Kantorei die Matthäus-Passion von Bach mitsingen durfte. Das Erleben, Teil dieser vielstimmigen, einen Stimme zu sein, zu erleben, wie der Klang, von uns ausgehend, sich durch das Kirchenschiff schwingt und zu uns zurückkommt.
Die Hauskirche der Cella ist für mich inzwischen, nach vielen wunderbaren Begegnungen und gemeinsamen Unternehmungen mit den Brüdern, auch zu einem geistigen Zuhause geworden, weil sie mir eine Geborgenheit vermittelt, die ich in einer großen Kathedrale oder Kirche nicht so stark empfinde. Und weil es gelungen ist, in der Cella einen so ästhetischen und spirituellen Raum zu schaffen.

Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?

Diese Frage ist für mich schwer zu beantworten, weil ich mich da eigentlich nicht wirklich entscheiden kann, ich schwanke zwischen der Renaissance und dem  Barock, der Renaissance wegen ihrer Gradlinigkeit, ja, nahezu geometrischen Genauigkeit, bezogen natürlich vor allem auf die Musik, aber letztlich auch auf die bildende Kunst, dem Barock wegen seiner Verspieltheit und seiner, ja, überbordenden Lebensfreude, die sich natürlich auch manches Mal in zügelloser
Prasserei manifestierte.

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