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Weitere InformationenWie gelingt uns Veränderung? Vor kurzem wurde ich bei einem Frühstück danach gefragt, wie es gelingen kann, bestimmte Dinge im Leben zu wandeln, alte Gewohnheiten zu transformieren und Neues einzuladen. Das ist oft gar nicht leicht, besonders wenn es darum geht, eine schöne Sache durch eine andere schöne Sache zu ersetzen. Wir fragen uns dann: Warum sollte ich das tun? Doch es gibt Gründe, etwa der Wunsch nach einem ausgewogeneren Leben, vielleicht eine andere Sportart auszuprobieren, die uns auf neue Weise fordert, oder den Kinobesuch einmal gegen die Oper zu tauschen.
Es gibt vieles, das wir gerne in unser Leben integrieren würden. Doch dafür müssen wir an anderer Stelle Raum schaffen und Dinge verringern. Das fällt uns oft schwer, gerade in der Vertrautheit des eigenen Zuhauses. Es ist so unendlich leicht, sich abends vor den Fernseher zu setzen. Es ist gemütlich, erfordert kein Engagement und keine Aktivität. Warum also plötzlich etwas tun, das mehr Energie und Hingabe verlangt? Die Belohnung beim Fernsehen ist unmittelbar, während neue Wege, selbst wenn wir sie wertschätzen, erst einmal Aufwand bedeuten.
Der Fehler der zu großen Sprünge
Ein wesentlicher Punkt, den ich immer wieder beobachte: Wir wollen oft zu große Sprünge machen. Wer anfangen möchte zu laufen, nimmt sich gleich eine halbe Stunde vor und will jeden Morgen losziehen. Das ist für den Anfang oft zu viel. Die Hürde wird dadurch so hoch, dass wir irgendwann aufhören. Wie wäre es stattdessen, wenn du erst einmal nur deine Sportschuhe anziehst? Eine Woche lang machst du morgens nichts anderes, als in deine Schuhe zu schlüpfen. Du gehst gar nicht laufen. Es kostet dich nichts und verändert noch nichts Dramatisches, aber du beginnst, eine neue Routine zu verankern. In der zweiten Woche gehst du vielleicht eine kleine Runde spazieren. Erst in der dritten Woche läufst du ganz locker für fünf Minuten. Das Zauberwort hier ist die Routine. Sie sorgt dafür, dass du keine Entscheidungsenergie mehr verbrauchst. Es wird einfach zu dem, was du tust.
Halte die Schwelle niedrig
Mache es dir so leicht wie möglich. Wenn du deine Sportsachen erst mühsam vom Dachboden holen musst, ist die Hürde bereits zu groß. Alles sollte griffbereit und leicht erreichbar sein. Das gilt für jede Veränderung, die du in dein Leben bringen möchtest. Halte die Schwelle niedrig, damit das Neue fast von selbst in deinen Alltag fließen kann. Hast du dich schon gefragt, welche Hürden du dir unbewusst selbst in den Weg stellst?
Eine weitere wunderbare Möglichkeit ist es, bereits bestehende Gewohnheiten mit neuen zu verknüpfen. Wenn du zum Beispiel mehr Bewegung in deinen Tag bringen willst und ohnehin jeden Morgen zum Bäcker gehst, dann verbinde doch beides. Jogge ganz entspannt dorthin, nimm einen Rucksack für deine Einkäufe mit und jogge wieder zurück. Diese Leichtigkeit, eine alltägliche Erledigung mit einer neuen Absicht zu koppeln, hilft dir ungemein bei der Umsetzung.
Das mächtigste Werkzeug der Psychologie
Zum Schluss möchte ich dir ein Werkzeug vorstellen, das in der Psychologie als eines der wirksamsten überhaupt gilt: die Wenn-Dann-Sätze. Es ist eine so schlichte wie kraftvolle Methode. Du koppelst eine Handlung, die du bereits vollziehst, an eine neue Tätigkeit. „Wenn ich morgens aus dem Bett steige, dann ziehe ich als erstes meine Turnschuhe an.“ Es ist wichtig, dass du diesen Satz aufschreibst. Er sollte nicht nur in deinem Kopf existieren, sondern Form annehmen. In dem Augenblick, in dem die erste Handlung geschieht, taucht in dir die Erinnerung an die zweite auf. Konzentriere dich dabei immer nur auf einen einzigen Satz, bis dieser fest in dir verankert ist. Es gibt kaum einen Satz in der Psychologie, der so intensiv erforscht wurde und dessen Wirksamkeit beim Erlernen neuen Verhaltens immer wieder bestätigt wurde.
Probiere diese Aspekte für deinen Weg aus. Schau, wie sich deine inneren Räume dadurch weiten. Es ist ein Prozess, der Geduld braucht, aber er schenkt dir die Möglichkeit, dein Leben aktiv zu gestalten.

