Monate: Dezember 2020

Musikerin am Sonntag: Ellen Wegner, Harfe

Die Harfinistin Ellen Wegner spielt am kommen Sonntag in unsere Gottesdienst um 18.00 Uhr – hier stellt sie sich kurz vor: Wie bist Du zur Musik gekommen? Mein Vater hat Klavier und Geige gespielt und war Chorleiter, meine Mutter hat gern gesungen – es gehörte für sie zur Grundausbildung ihrer Kinder, daß sie ein Instrument lernen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Es gibt keine einzelnen Personen, denen ich einen besonders großen Einfluß zuschreiben würde – für mich war die Vielseitigkeit meiner musikalischen Aufgaben prägend. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Musik in der Kirche ist frei von gelegentlichen unangenehmen Nebenerscheinungen im Konzertwesen – z. B. überzogenem Eventcharakter, übertriebenem Virtuosentum („wer spielt noch schneller?“). Es geht um das Wesentliche in der Musik, um ihren Gehalt, um Stimmungen, um thematische Bezüge, um die Eigenschaft der Musik, die Seele direkt anzusprechen und die Gelegenheit, das gesprochene Wort nachwirken zu lassen, weshalb ich besonders gerne musikalisch-literarische oder andere thematische Zusammenhänge herstelle. Nicht zuletzt betreten die Zuhörer in der …

Valentins Welt: Othello

Hallo, Valentin hier. Habe ich schon erzählt, dass ich krank war? Es fing ganz harmlos an, ich fühlte mich müde und schlapp. In solchen Situationen suche ich immer eine schöne kleine Ecke, in der ich ganz für mich sein kann. Dass mit mir wirklich etwas nicht stimmte, merkte ich in dem Augenblick, als mir der Thunfisch nicht mehr schmeckte. Ich bekam den Fisch einfach nicht runter und bin dann unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Das passiert sonst nie, nie, nie.Dann musste ich zum Tierarzt, Blutuntersuchung, ins Maul gucken lassen, abtasten, warten und dennoch kein Ergebnis. Ich weiß immer noch nicht, was ich genau hatte. Aber ich bekam dann Antibiotika und eine Spritze gegen Übelkeit und Schmerzen und siehe da, kaum war ich zu Hause, schon hatte ich wieder Hunger. Jetzt ist alles wieder gut und mir geht es prima.Ich habe mir gedacht, dass ich heute mal meine Mitkatzen vorstelle und Dir sage, was ich von den beiden alles gelernt habe oder vielleicht auch lernen könnte.Heute möchte ich Dir Othello vorstellen. Er ist am längsten hier und …

Unser Musiker am Sonntag: York Ostermayer, Querflöte und Bassklarinette

Wie bist Du Sie zur Musik gekommen?Ich glaube meine Mutter war Schuld… 🙂 Sie hat mir mit 12Jahren zu Weihnachten eine Querflöte geschenkt. Ich hätte mich zwar mehr über eine elektrische Eisenbahn gefreut aber ich habe das erstmal so hingenommen. Mit 16 kam das erste Saxophon dazu und dann gab es mit Kumpels die erste Band. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?Ich glaube es war die unkonventionelle Art und jazzige Musik von Joni Mitchell (meine erste Schallplatte), die mich begeistert hat. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?Ich liebe es in Kirchen zu spielen! Die Räume habe eine Konzentration und klingen (grade für Bläser) großartig. „Höher, schneller, weiter“ bleibt draußen… Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?Was den Jazz angeht bitte nach Amerika der 40er bis 50er Jahre. Aber auch sehr gerne in die 70er! Der coole Funk! Wow! Aber ich freue mich sehr auf die Zukunft, da ich gerade ein ElectroJazz Album mache… 🙂

Wie soll ich Dich empfangen?

Ein Wort für „herzlich empfangen“ mit sieben Buchstaben im Kreuzworträtsel? Das ist kein wirklich schweres Rätsel und die Lösung lautet in den meisten Fällen „umarmen“. Wenn es bei dieser Frage allerdings nicht um ein schriftliches Lösungswort geht, sondern um die Art und Weise, wie ich mich verhalte, dann finde ich die Antwort zusehends schwieriger. Viele Formen und Gewohnheiten der herzlichen Begrüßung, die ich jahrelang gepflegt habe, sind in diesen Tagen der Corona-Pandemie nicht mehr angemessen. Denn gerade bei den Zeichen körperlicher Nähe und liebevoller Vertrautheit breitet sich auch das Corona-Virus besonders schnell aus. Schmerzvolle Unsicherheit für Zeichen der Vertrautheit Oft muss ich in diesen Tagen deshalb an das Adventslied denken: „Wie soll ich Dich empfangen und wie begegnen Dir?“. Johann Sebastian Bach hat es in der ersten Kantate seines Weihnachtsoratoriums unterlegt mit der Melodie, die wir aus einem Choral der Passionszeit kennen: „O Haupt voll Blut und Wunden“. Ursprünglich ist diese Melodie von Hans Leo Haßler sogar für ein Liebeslied komponiert: „Mein Gemüt ist mir verwirret.“ Die schmerzvolle Unsicherheit einer Begegnung ist in dieser Musik …

Unsere Musiker am Sonntag: Biljana Wittstock, Johannes Euler und Sora Lee

Biljana WittstockWie bist Du Sie zur Musik gekommen?Die Musik ist zu mir gekommen und nie wieder gegangen!Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?Meine Familie und meine Chöre – insbesondere Chorleiter*innen und Musiker*innen, mit denen ich viel musiziert habe.Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?Das besondere am Singen in Kirchen ist für mich das Gefühl, überall auf der Welt in der Christlichen Gemeinschaft ein Zuhause zu haben. Der kleinere Raum eurer Hauskirche ermöglicht ein besonders persönliches Zusammensein.Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?Ich würde gerne einmal in der Venizianischen Mehrchörigkeit im Chor singen. Johannes Euler Wie bist Du Sie zur Musik gekommen?Ich bin durch meine Eltern sehr früh zur Musik gekommen und habe mich schnell in viele verschiedene Musikrichtungen verliebt. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?Meine Eltern, der Dirigent Frans Brüggen und viele andere Persönlichkeiten. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?Eine Kirche hat für mich immer eine ganz besondere und sehr individuelle Atmosphäre. Besonders …

Auf ein Neues…

Am vergangenen Sonntag, oder genauer gesagt, am Samstagabend mit der ersten Vesper hat ein neues Kirchenjahr begonnen. Das vergangene stand größtenteils unter dem Schatten des Corona-Virus und hat uns im ersten Lockdown ja selbst Kirchen ohne Gottesdienste erleben lassen. Vor allem das höchste Fest, Ostern, war für viele eine eigenartige Erfahrung: Eine Mitfeier der Kar- und Ostertage war, wenn überhaupt, nur per Livestream möglich. Sehr eindrücklich stehen mir noch die Bilder vom Karfreitag vor Augen, als Papst Franziskus einsam auf dem Peterplatz vor dem „Pestkreuz“ steht – im Regen. Nun können wir zwar schon eine geraume Zeit wieder Gottesdienste miteinander feiern, aber es ist so ganz anders als vorher… Auf dem Weg zur Freiheit Mit dem ersten Advent wechselt auf das Evangelium. Haben wir im vergangenen Jahr an den meisten Sonntagen Abschnitte aus dem Matthäusevangelium gehört, lesen wir in diesem Jahr in erster Linie Abschnitte aus dem Markusevangelium. Anselm Grün hat seine Auslegung des Markusevangeliums „Jesus – Weg zur Freiheit“ überschrieben. In der Einleitung schreibt er: „Das ganze Matthäusevangelium ist durchzogen von der Auseinandersetzung Jesu …