Monate: Oktober 2020

Hinter der Maske leben

Im Karneval und Fasching macht es Spaß, eine Maske zu tragen und sich bis zur Unkenntlichkeit hin zu verkleiden. Und als Kölner habe ich für Karneval immer etwas übrig. In diesen Tagen gehören die Masken schon zum Alltag; genauer gesagt der Mund-Nasenschutz, den wir zur Vermeidung von Coronainfektionen zu vielen Zeiten tragen. Als Brillenträger stehe ich dabei oft wie im Nebel und kann in Geschäften Menschen oder Gegenstände nicht so richtig erkennen. Aber auch ohne Nebel auf der Brille erkenne ich manche Menschen erst auf den zweiten Blick und lerne dabei, wie wichtig die Mund- und Nasenpartie für die Erkennung einer Person ist. Wenn die Maske wirkt Hinter einer Maske zu leben verändert das Leben und die Beziehung. Aber- daran habe ich in diesen besonderen Zeiten keine Zweifel – die Maske ist nötig, um andere und mich vor einer Infektion zu schützen. Sie ist nicht mehr Verkleidung, die ich nach eigenem Gefühl auf- oder absetzen kann. Sie ist Alltagsgegenstand. Ich muss lernen, mit und hinter der Maske zu leben.   Vor allem aber erlebe ich in …

Erntedank

Am vergangenen Sonntag wurde, wie in jedem Jahr am ersten Sonntag im Oktober, in vielen Gemeinden Erntedank gefeiert. In ländlichen Gegenden, in denen die Menschen stärker mit der Natur verbunden sind als die Menschen in der Großstadt, liegt es nahe, Erntekränze zu flechten, Kürbisse und Obst, Kohl und ähnliches in der Kirche zu drapieren und damit deutlich zu machen, dass die Gaben der Natur Geschenke Gottes sind. Dank für die Ernte Der Dank für die Ernte wird wohl in allen Religionen rituell begangenen. Unsere jüdischen Geschwister danken bei unterschiedlichen Feiern für die Ernte: an Mazzot, dem Fest der ungesäuerten Brote; an Schavuot, dem Wochenfest; und schließlich an Sukkot, dem Laubhüttenfest. – Im Christentum ist das Erntedankfest seit dem dritten Jahrhundert bekannt. Im Buch Genesis heißt es im ersten Schöpfungsbericht: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!“ Ältere Übersetzungen lauten: „Macht Euch die Erde untertan.“ Nirgends aber ist davon die Rede, …

Unser Musiker am Sonntag: Andreas Buckhard

Wie bist Du zur Musik gekommen? Ich habe mit Violine u. Klassik begonnen, aber das Hören einiger für mich unglaublich inspirierender Saxophon-Aufnahmen haben mich zu einem Jazz-Saxophonisten werden lassen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Das waren Musiker wie Jan Gabarek, John Handy, Bernd Konrad und viele Aufnahmen, die man heute als Weltmusik bezeichnet. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Ich bin schon seit vielen Jahren musikalisch mit der Kirche verbunden. Die spirituelle Energie und der Klang eurer Hauskirche ist immer wieder sehr inspirierend. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen? Das wären auf jeden Fall die energiegeladene Jazz-Musik der 60er Jahre und die mittelalterliche sakrale Musik.