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Erntedank

Am vergangenen Sonntag wurde, wie in jedem Jahr am ersten Sonntag im Oktober, in vielen Gemeinden Erntedank gefeiert.

In ländlichen Gegenden, in denen die Menschen stärker mit der Natur verbunden sind als die Menschen in der Großstadt, liegt es nahe, Erntekränze zu flechten, Kürbisse und Obst, Kohl und ähnliches in der Kirche zu drapieren und damit deutlich zu machen, dass die Gaben der Natur Geschenke Gottes sind.

Dank für die Ernte

Der Dank für die Ernte wird wohl in allen Religionen rituell begangenen. Unsere jüdischen Geschwister danken bei unterschiedlichen Feiern für die Ernte: an Mazzot, dem Fest der ungesäuerten Brote; an Schavuot, dem Wochenfest; und schließlich an Sukkot, dem Laubhüttenfest. – Im Christentum ist das Erntedankfest seit dem dritten Jahrhundert bekannt.

Im Buch Genesis heißt es im ersten Schöpfungsbericht: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!“ Ältere Übersetzungen lauten: „Macht Euch die Erde untertan.“ Nirgends aber ist davon die Rede, dass wir die Erde ausbeuten sollten…

Wir sind aufgerufen, an Gottes Schöpfung mitzuarbeiten. Grunde genug, um für die Gaben der Schöpfung zu danken; denn als Christen wissen wir uns „dem natürlichen Geschehen mit seinen Beglückungen und Gefährdungen ausgesetzt“ (Rupert Berger).

Unser tägliches Brot gib uns heute…

Jedes Mal, wenn wir das Vaterunser sprechen, beten wir mit der vierten Bitte um das tägliche Brot, das für uns selbstverständlich ist, von dem aber Millionen von Menschen, die Hunger leiden, nur träumen können.

In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung war am 5. Oktober zu lesen, dass die Ernte in Niedersachsen in diesem Jahr etwa 20 Prozent geringer ausgefallen sei als in den vergangenen Jahren – eine Folge des weltweiten Klimawandels…

Erntedank als Verpflichtung, den Notleidenden zu helfen

Im Messformular zu Erntedank wird deutlich, dass uns dieser Dank verpflichtet, den Notleidenden zu helfen. Gleichzeitig formuliert es die Bitte um die Früchte der Gnade und die ewigen Güter, die uns im Jenseits erwarten.

Gepriesen bist du

Die Bereitungsgebete über Brot und Wein formulieren es so:

„Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot (den Wein), die Frucht der Erde (des Weinstocks) und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot (diesen Kelch) vor dein Angesicht, damit es uns das Bot des Lebens (der Kelch des Heiles) werde. Gepriesen bist du in Ewigkeit, Herr, unser Gott.“

Vielleicht kann das Erntedankfest Anregung sein, darüber nachzudenken, wofür ich ganz persönlich dankbar sein kann!

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