Monate: Januar 2017

Lächeln

Schönes Lächeln und mehr…

Schönes Lächeln und mehr.. Behüte das Tor meiner Lippen (Ps 141,3) Wenn Ende diesen Monats bei der Oscar-Verleihung die Sieger freudestrahlend auf dem roten Teppich posieren, können wir es wieder in Zeitungen und im Netz beobachten: Jede und jeder setzt ihr/sein schönstes und strahlendes Lächeln auf, wenn die Kameras blitzen. Und tatsächlich deuten wir gerne aus dem Lächeln eines Menschen dessen Zufriedenheit und Glück. Aus den Gesichtsmuskeln erkenne ich, wie mein Gesprächspartner „drauf ist“ Im Gesicht haben wir eine Vielzahl von Muskeln, die so genannte mimische Muskulatur. Im Wesentlichen sind es acht Muskelgruppen, die vom Augenbrauenheber über den großen Jochbeinmuskel bis zum Mundringmuskel und Schmollmuskel reichen. Sie verändern sich beim Lachen, beim Grinsen, beim Weinen, beim Ärgern. In unserem Miteinander haben sie eine große Bedeutung, denn wir deuten oft aus dem ersten Eindruck der mimischen Muskulatur unseres Gesprächspartners, „wie der gerade drauf ist.“ Aber auch die Kaumuskulatur ist nicht unwichtig: Da ist zum Beispiel der Masseter-Muskel, mit dem wir unseren Kiefer zusammendrücken können und der im Verhältnis zu seiner Größe eine besondere Kraft hat. Wenn …

Espresso – 30.1.2017

Es ist verständlich, dass man es im Leben gerne leicht hat, dass keine Betrübnis, kein Kummer uns heimsucht. Aber es sind nicht Fröhlichkeit, nicht Leichtigkeit und auch nicht die Freude, die uns weiterbringt, die unser Herz weiten. Die schweren Zeiten sind es, die uns lernen lassen und uns zu einer Weiterentwicklung führen. Die Psychologie sagt, dass wir Probleme und Schwierigkeiten brauchen, um an Tiefe zu gewinnen, um ein mehr an Verständnis für das Leben zu erlangen und Jahr für Jahr mehr an Weisheit dazuzugewinnen. Natürlich können wir auch am Schweren zerbrechen. Wer aber das Schwere als Chance auffassen kann, wer erkennt, dass es zum Leben dazu gehört, Schicksalsschläge hinnehmen zu müssen, traurig zu sein und Verluste zu erleiden, der kann daran reifen, wachsen, dessen Herz kann weit und weiter werden. Ich wünsche mir kein Leben ohne Probleme und Schwierigkeiten, sondern ein Leben, das mein Herz weitet. Hab eine gesegnete Woche

Achtsamkeit

Von der Achtsamkeit

Von der Achtsamkeit… … so könnte die Überschrift eines der Kapitel der Benediktsregel lauten; denn der heilige Benedikt schreibt im Abschnitt über den guten Eifer der Mönche: „Keiner achte auf das eigene Wohl, sondern mehr auf das des anderen.“ (RB 72,7) Diese Erfahrung konnten am vergangenen Donnerstag unsere Gäste machen. Wir hatten zum „Klostermahl“ in unser Refektorium eingeladen: ein typisch klösterlich-schlichtes Abendessen mit Tischdiener und Tischlesung, was bedeutet, dass bei der Mahlzeit geschwiegen wurde. In der kurzen Einführung zuvor hatte Bruder David den Gästen gesagt, dass natürlich der Tischdiener dafür sorgen werde, dass alle genug zu essen und zu trinken bekämen, dass man aber auch auf seine Tischnachbarn achten und schauen solle, ob etwa jemand Butter benötigte, an die sie oder er nicht herankäme. Ablenkung verhindert Achtsamkeit Beim kurzen Rundgespräch nach dem abschließenden Tischgebet wurde unter anderem erwähnt, dass man gut auf das Essen hätte verzichten und sich ganz auf die Tischlesung hätte konzentrieren können. Diese Erfahrung machen die meisten Gäste, die zum ersten Mal in einem Klosterrefektorium bei Tisch sind und dort ein Buch …

wenn eine Katze stirbt

Wenn eine Katze stirbt – Valentins Welt

Wenn eine Katze stirbt Was für ein trauriger Tag, weshalb ich auch unbedingt noch etwas schreiben wollte. Denn gestern ist ein Freund gestorben, eine Mitkatze. Wir hatten es zwar nicht immer leicht miteinander, aber mir ist dennoch sehr schwer um mein kleines Katzenherz herum. Den Menschen geht es dabei meistens noch schlechter. Wir Katzen haben nämlich keine wirkliche Angst vor dem Tod, musst Du wissen. Natürlich wollen auch wir leben, aber wie reflektieren das Leben nicht, wir denken nicht: “Ach, wie schade, dass ich jetzt schon sterben muss und wie schön wäre es, wenn mein Leben weiter ginge!”. Wir nehmen das Unumgängliche einfach hin und warten, bis es soweit ist. Und dann sind wir bereit zu gehen. So war es auch bei Tristan. Er hatte eine schwere Infektion, die immer zum Tode führt. Es gab leider gar keine Rettung für ihn. Auch wir Katzen waren hilflos und unsicher. Wir hätten gerne etwas getan, ihn aufgemuntert, mit ihm gespielt – vielleicht auch mal so zum Spaß gezankt. Aber das alles war nicht mehr möglich. Er war …

achtsam leben: Der einfachste Weg zur Selbsterkenntnis – reloaded

achtsam leben: Der einfachste Weg zur Selbsterkenntnis “Erkenne Dich selbst…” soll am Eingang zum Orakel von Delphi gestanden haben. Dieser Zuruf scheint bis heute nicht verhallt zu sein, ganz im Gegenteil: Selbsterkenntnis, mehr über sich zu erfahren. gehört ganz wesentlich zur Kultur unserer Neuzeit. Zahlreiche Seminare, Bücher und Techniken sind zu finden, die alle dafür sorgen wollen, dass ich mich besser mit mir selber auskenne. Die psychologische Wende, die von Siegmund Freud eingeleitet wurde, hat Wesentliches dazu beigetragen. Seine Theorie war es ja, dass wir durch reines Nachdenken über uns selber gar nicht viel herausfinden können, da uns große Teile möglichen Wissens unbewusst sind. Um auf das Unbewusste zugreifen zu können, arbeitete Freud zunächst mit Hypnose und später mit Traumdeutung. Wesentliche Frage der Selbsterkenntnis ist die Suche nach dem, was mich antreibt. Motivation ist nicht nur ein komplexer Begriff, mit der Erkenntnis über meine Motivationen kann ich auch sehr viel über mich erkennen. Warum tue ich dieses oder jenes? Warum bin ich bei bestimmten Themen aufbrausend? Wie kommt es, dass ich immer wieder Freunde verliere? und so …

Espresso – 23.1.2017

Unsere Klosterregel beginnt mit dem Aufruf “Höre!” Das erste Wort ist in antiken Schriften stets das wichtigste und fasst alle weiteren Worte und Sätze zusammen. Das wichtigste für Menschen, die mönchisch leben wollen, ist es also wahrzunehmen, aufzuhorchen, die Ohren zu spitzen und bereit zu sein. Es geht natürlich darum, in den vielen Stimmen unserer Welt die eine Stimme herauszuhören, die Stimme Gottes. Wir wissen vermutlich alle, wie schwer das manchmal ist. Glauben und Spiritualität ist deshalb immer auch eine Schule des Hörens, der Unterscheidung der Stimmen. Glauben kommt von hören, heißt es im Neuen Testament. Es wird dadurch nochmals klar, wie eng das Wahrnehmen und die Präsenz und Botschaft Gottes zusammenhängen. Vielleicht versuchst Du diese Woche mehr aufzuhorchen, mehr zu lauschen nach innen und nach Außen, zwischen den Zeilen zu lesen. Denn oft finden wir Gottes Stimme nicht direkt, sondern verborgen in den vielen Worten und Sätzen dieser Welt. Hab eine gesegnete Woche.

Philosophie es Wartens

Valentins Welt: Philosophie des Wartens

Valentins Welt: Philosophie des Wartens Hallo, da bin ich wieder. Ich möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr mir so zahlreich geschrieben, geliked und an mich gedacht habt. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Nun habe ich also hier meine eigene Rubrik als Klosterkatze: Valentins Welt, und ich bin schon ganz gespannt, was ich alles schreiben werde. Ich habe zunächst einen Wunsch an Dich. Vielleicht hast du eine Frage oder ein Thema, dass Dich interessiert und zu dem ich etwas sagen soll, dann schreib es mir doch bitte. Ich weiß nämlich nicht ganz genau, was Dich interessiert und will keinen Blödsinn schreiben. Aber ich kann nicht versprechen zu jedem Thema etwas sagen zu können – ich bin auch nur eine Katze, ich meine: Kater. Inzwischen habe ich mich gut eingewöhnt. Na gut, manchmal habe ich es noch etwas schwer mit meinen Mitkatzen oder die mit mir. Aber wir zanken uns schon deutlich weniger, echt! Wichtig ist, dass jeder seine Zeit hat, in der er gepflegt und gestreichelt wird, ganz exklusiv sozusagen. Und die haben wir …

Chinakohlsalat asiatisch

Aus der Klosterküche: Chinakohlsalat asiatisch

Chinakohlsalat asiatisch Ich finde Chinakohl ja etwas langweilig – so wie Eisbergsalat. Es ist zwar ein günstiges Gemüse, aber hat wenig Eigengeschmack. Daher braucht diese Salatsorte ein kräftiges Dressing. Zusammen mit den Mi-Nudeln, die ich bisher nur aus Suppen kannte und dem Dressing aus Sojasoße wir daraus ein sehr schmackhafter Salat. Den kann man auch gut für eine größere Gruppe machen. Ich bin auf Deine Reaktion gespannt. Zutaten 1 Chinakohl 1 Bund Frühlingszwiebeln 2 Pck. Mi-Nudeln 100 g gehobelte Mandeln 50 g Butter 1 Tasse Zucker 3/4 Tasse Öl 1/2 Tasse Sojasauce 1/2 Tasse weißer Essig 1 Paprikaschote für die Verziehung Zubereitung Den Chinakohl in feine Streifchen schneiden, Zwiebeln mit Grün in Scheiben schneiden. Mi-Nudeln auseinander brechen und in Wasser 5 Minuten gar kochen, anschließend abkühlen lassen. Nach dem Erkalten der Nudeln diese zusammen mit den Mandeln in der heißen Butter anbraten, bis alles schön goldbraun ist. Abkühlen lassen. Ein Dressing aus Zucker, Öl, Sojasauce und Essig herstellen. Gut schütteln. Jetzt alle Zutaten gut vermischen und noch ca. 15 Minuten durchziehen lassen. Es empfiehlt sich, …

Espresso – 16.1.2017

Was bleibt, stiften die Liebenden. Hat einmal der evangelische Theologe Jörg Zink gesagt. Das Bleibende wird aus der Liebe geboren, nicht aus Angst oder Hass und nicht aus Habgier oder Frust. Wenn Du etwas Bleibendes in dieser Welt schaffen möchtest, wenn Du Deinen Worten Bestand geben willst, dann sprich sie aus Liebe aus. Und Liebe ist jetzt nicht irgendeine Emotion, es ist eine innere Entscheidung für einen Weg, eine innere Erfahrung. Die grundlegende Liebe entdeckt man Schritt für Schritt. Sie ruht in Dir, Du lebst aus ihr, aber Du magst sie vielleicht noch nicht erkennen. Wer aus dieser Liebe etwas in die Welt setzt, der schafft tatsächlich etwas Bleibendes. Hab eine gesegnete Woche.

Lebensmittel

10 „Lebensmittel“, die Dich am Leben halten

10 „Lebensmittel“, die Dich am Leben halten Welche „Lebensmittel“ ernähren Dich wirklich? Hier meine Geschichte dazu: Vor einigen Tagen war ich mal wieder mit dem Zug unterwegs – von Hannover über Dortmund nach Meschede und zurück. So weit, so gut. Wir fuhren los, der Zug kam in Fahrt, hielt an den vorgesehenen Bahnhöfen, ich war vertieft in einen Artikel, der meine Aufmerksamkeit fesselte. Dann plötzlich ein Ruck, die Bremsen quietschten, der Zug kam zum Stillstand. Ein Warten setze ein: vielleicht müssen wir auf Einfahrt warten, ein Hindernis ist auf dem Gleis oder das Signal ist umgesprungen. Nichts davon: uns wurde mitgeteilt, dass es einen Personenschaden gegeben hat. Mit anderen Worten: jemand hatte sich vor den Zug geworfen. Die beklemmende Atmosphäre war zum Greifen nahe. Da starb also vermutlich gerade jemand, ein paar Sekunden vorher und der Zugführer sitzt jetzt vermutlich hochtraumatisiert im Führerhaus. Was bringt jemand zu solch einem autoaggressiven Schritt, wie kann man sich sowas antun, was muss vorher geschehen sein? Ich konnte meine Lektüre nicht weiter fortsetzen, sondern dachte über all die Fragen …