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Trinitatis

– so wird der Sonntag nach Pfingsten in der evangelischen Kirche genannt – und von ihm aus werden dann die Sonntage im Kirchenjahr gezählt, bevor mit dem ersten Advent ein neues Kirchenjahr beginnt. In der römischen Tradition lautet der genaue Namen dieses Sonntags Sollemnitas Sanctissimae Trinitatis, zu Deutsch: Hochfest der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils hatten Hochfeste eine Oktav und der achte Tag wurde besonders begangen. Ursprünglich ist das Dreifaltigkeitsfest also der Oktavtag zu Pfingsten.

Dreifaltigkeitsfest: ein Ideenfest

Wie etwa Fronleichnam oder das Herz-Jesu-Fest – beides Hochfeset, die in Kürze folgen – ist das Dreifaltigkeitsfest ein sogenanntes Ideenfest. An diesen Festen feiert die Liturgie kein konkretes Heilsereignis aus dem Leben Jesu oder den besonderen Gedenktag einer oder eines Heiligen, sondern sie feiert eine Glaubenswahrheit.

Bereits bei der Entstehung des Gregorianischen Chorals vor über 1.200 Jahren wurden eigene Gesänge geschaffen, die die drei göttlichen Personen zum Gegenstand haben: Beneditca sit sancta Trinitas, atque indivisa Unitas, beginnt der Introitus: „Gepiesen sei die heilige Dreifaltigkeit und ungeteilte Einheit. Lasst uns ihr danken, denn sie hat uns ihr Erbarmen geschenkt.“

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Dag Heinrichkowski, Jesuit, hat in seiner One Minute Homily zum Dreifaltigkeitssonntag auf Facebook erzählt, dass er nach seinem Lieblingsgebet gefragt worden sei, seine spontane Antwort sei gewesen: „Das Kreuzzeichen!“ Die Worte, die das Kreuzzeichen begleiten, erinnerten ihn daran, dass sein Leben und die ganze Welt umfangen sei vom dreifaltigen Gott: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Als ich seine Worte hörte, kam mir das Scheibenkreuz in unserer Hauskirche in den Sinn. P. Abraham, der das Kreuz gestaltet hat, hat einmal gesagt, es sei das „durchgestrichene Minus“, oder positiv formuliert das „große Plus“: Das gleichschenklige Kreuz verbindet Himmel (Gott) und Erde (Mensch), und es verbindet die Menschen untereinander.

Gleichzeitig verbindet es das Alte mit dem Neuen Testament, denn in die Kreuzesschenkel sind zweimal zwölf Pyramiden (für die zwölf Stämme Israels und für die zwölf Apostel) eingefügt. In diese kleinen Pyramiden ist je ein kleiner Bergkristall als Symbol für Christus eingefügt, der im Glauben des Ersten Testaments aufgewachsen und das Zweite Testament begründet hat.

In der Mitte aber befinden sich neun (3²) Felder aus Meteoritenstahl – das erinnert mich an den Meteoriten, der den Abschluss der Christuskrone unserer Abteikirche in Meschede bildet und der von einem Reif umfasst wird, auf dem die zwölf Tierkreiszeichen zu sehen sind. Die Aussage: Christus ist der Herr über den Raum (das All) und die Zeit.

Das Kreuzzeichen

Ich glaube, dass ich das Kreuzzeichen bewusster machen und auch das Scheibenkreuz in unserer Hauskirche genauer betrachten sollte. So werden die begleitenden Worte zum Kreuzzeichen wirklich zu einem kleinen, aber intensiven Gebet…

Wenn Du magst, schreib mir doch, was Dein Lieblingsgebet ist.

  • Ulrike sagt:

    Lieber Bruder Nikolaus,
    Der Gedanke Feiertage als Ideentage zu nehmen, gefällt mir gut, ich bin gespannt was sich dazu noch zeigt . Vor einiger Zeit habe ich nach (m)einer Umgangsform mit der Dreifaltigkeit gesucht. Schließlich fand ich das Tetraeder, die meines Wissens einzige Form in der alle in den Eckpunkten(ich habe mir das mit Perlen und Schnur geformt) befindlichen Elemente (Vater, Sohn, Heiliger Geist und ich) immer in direkter Verbindung, immer auch wenn die Elemente durch Verschiebung mal unterschiedlich von einander entfernt oder gewichtet sind.
    Mein Lieblingsgebet ist das aramäische Vater unser
    Vielen Dank für den Text und
    liebe Güße
    Ulrike

    • Bruder Nikolaus sagt:

      Liebe Ulrike,
      vielen Dank für den Hinweis auf das Tetraeder. Ich werde mich einmal damit auseinandersetzen.
      Herzliche Grüße
      Nikolaus