Alle Artikel mit dem Schlagwort: Aktuell

Wie bleibe ich innerlich unabhängig

Wie bleibe ich innerlich unabhängig?

Wie bleibe ich innerlich unabhängig?   Liebe Hildegard, bitte verzeih mir, dass ich Dir jetzt erst eine Antwort schreibe. Die letzten Wochen waren noch sehr davon geprägt, an Tristan, den verstorbenen Kater, zu denken. Er fehlt mir sehr! Außerdem hat mich Deine Frage: „Wie bleibe ich innerlich unabhängig?“ zum Nachdenken gebracht. Ich habe erst mal darüber nachgedacht, ob das stimmt, dass wir Katzen so unabhängig sind und wir uns nicht danach richten, was andere von uns erwarten. Und dann habe ich darüber nachgedacht, warum das so ist und was ich Dir antworten kann. Das ist eine ganze Menge für ein solch kleines Katzenköpfchen, kann ich Dir sagen. Ich habe also viel Zeit gebraucht und bin – ehrlich gesagt – manchmal darüber eingeschlafen. Nicht, weil es mich gelangweilt hätte, sondern weil es so anstrengend war. Katzen sind nicht nur unabhängig Du meinst wir seien so unabhängig? Ehrlich gesagt erlebe ich jeden Tag, wie abhängig ich von den Menschen bin. Ohne mein Herrchen bekomme ich weder Fressen noch etwas zu trinken. Und ich brauche natürlich auch meine Streicheleinheiten …

Klarer Standpunkt – in den Füßen

Klarer Standpunkt – in den Füßen

Klarer Standpunkt – in den Füßen Mein Fuß steht auf ebenem Grund.  (aus Psalm 26) Wenn ich auf einen Menschen mit einem klaren Standpunkt treffe, dann ist die Begegnung vielleicht nicht immer ganz einfach. Aber ich habe eine große Sympathie für klare Standpunkte und Respekt vor Menschen, die so sind. Und ich wünsche mir, selber ein solcher Mensch mit einem klaren Standpunkt zu sein. Während meiner Arbeit in der Stimmtherapie spreche ich oft mit Menschen über ihren Stand, über ihre Aufrichtung auf den Füßen. Und auch da erlebe ich sehr körperlich: Es gibt Menschen mit einem klaren Standpunkt. Da würde ich vielleicht eher von einem stabilen Standpunkt sprechen. Menschen, die fest mit beiden Beinen auf dem Boden verwurzelt sind, die nicht krumm sind und nicht leicht zu fallen drohen. Stabilität entsteht nicht durch Festigkeit Spannender ist es, mit Menschen körperlich diesen stabilen Standpunkt zu suchen – immer dann, wenn der Körper (aus welchen Gründen auch immer) aus dieser Stabilität heraus gekommen ist. Für unseren Körper ist dabei klar: Stabilität entsteht nicht durch Festigkeit der Muskeln, …

Lebensgeschichte als Ressource

Deine Lebensgeschichte als Ressource – 8 Ideen

Deine Lebensgeschichte als Ressource Das Leben hält wahrlich viel für uns bereit. Im Laufe unseres Lebens kommen zahlreiche Erfahrungen auf uns zu. Vor ein paar Tagen hatte ich Geburtstag und ein solcher Tag ist für mich immer Anlass, genau darüber nachzudenken. Was hat mir das Leben gebracht? Woraus lebe ich? Gibt mir mein bisheriges Leben Rückenwind oder nimmt es mir Kraft und Energie? Es sind Fragen, die man sich meistens nicht mit 16 oder 20 stellt. Erst wenn man beginnt, Geschichte zu haben bzw. wenn man sein bisheriges Leben als Geschichte erlebt und wahrnimmt, kommen solche Fragen und Gedanken. Eine Kindheit kann schlimm sein, dennoch! Viele Menschen hadern mit ihrem Leben. Vieles ist geschehen: miserable Kindheit, schlechte Eltern, üble Schulkollegen, unterdurchschnittliche Lehrer, einen Partner zum Weglaufen, der Arbeitsplatz zum übel werden, kein Geld, Krankheit, na, fehlt noch etwas? Vielleicht hast du nur einen Extrakt davon erlebt (ich hoffe es), aber viele haben genügend Gründe, die Vergangenheit als besonders dunkel und schlimm zu beschreiben. Ich will hier nichts wegwischen und schön reden: vieles ist schlimm gewesen …

Kritikfähigkeit

Von der Kritikfähigkeit

Von der Kritikfähigkeit Wie sehr wünschte ich mir, unser Ordensvater hätte in einem Kapitel seiner Regel Anregungen zu diesem Thema gegeben… Was ist Kritik? – Etymologisch gesehen, ist das Wort vorm altgriechischen Verb „krinein“ abgeleitet und bedeutet „(unter-)scheiden“, „trennen“. Objektiv betrachtet, bedeutet Kritik die Beurteilung einer Sache oder einer Handlung anhand von (eigenen) Maßstäben. Dabei unterscheidet man konstruktive, aufbauende von destruktiver, zerstörerischer Kritik. Vor der Letztgenannten warnt der heilige Benedikt immer wieder, wenn er mahnt, das „Murren“ zu unterlassen (z.B. RB 40,9 u.ö.). Wir wissen alle, dass Kritik – auch wohlgemeinte – verletzten kann. Gerade eine unbedachte, reflexhafte Antwort auf mir gegenüber geäußerte Kritik kann noch weitaus verletzender sein. Wie also gehe ich mit Kritik um? Martin Werlen OSB, der unserem Konvent im Januar die Jahresexerzitien gab, gab auf diese Frage eine praktische Antwort: „In der Regel schlafe ich eine Nacht darüber, bevor ich reagiere“, sagte er. Und er erzählte uns eine anschauliche Anekdote aus seiner Zeit, in der er Abt in Einsiedeln war: Er hatte einen Brief von einem „besorgten“ Katholiken erhalten, der ihm …

Sehnsucht aus Stoff und Faden

Sehnsucht in Stoff und Faden – Stadtmönche on air

Bisher dachte auch ich, dass eine Teddyklinik ein Ort nur für Kinder sei. Mein Besuch in der Bärenhöhle bei Frau Mahnke hat mich eines besseren belehrt. Teddybären sind weitaus mehr als nur eine Figur aus Stoff und Faden. Das sind sie auch, doch vor allem sind sie ein Produkt unserer Sehnsucht und Bedürftigkeit. So manchen Besitzer begleitet der Teddy durch Dick und Dünn – manchmal sogar bis ans Lebensende.

Lächeln

Schönes Lächeln und mehr…

Schönes Lächeln und mehr.. Behüte das Tor meiner Lippen (Ps 141,3) Wenn Ende diesen Monats bei der Oscar-Verleihung die Sieger freudestrahlend auf dem roten Teppich posieren, können wir es wieder in Zeitungen und im Netz beobachten: Jede und jeder setzt ihr/sein schönstes und strahlendes Lächeln auf, wenn die Kameras blitzen. Und tatsächlich deuten wir gerne aus dem Lächeln eines Menschen dessen Zufriedenheit und Glück. Aus den Gesichtsmuskeln erkenne ich, wie mein Gesprächspartner „drauf ist“ Im Gesicht haben wir eine Vielzahl von Muskeln, die so genannte mimische Muskulatur. Im Wesentlichen sind es acht Muskelgruppen, die vom Augenbrauenheber über den großen Jochbeinmuskel bis zum Mundringmuskel und Schmollmuskel reichen. Sie verändern sich beim Lachen, beim Grinsen, beim Weinen, beim Ärgern. In unserem Miteinander haben sie eine große Bedeutung, denn wir deuten oft aus dem ersten Eindruck der mimischen Muskulatur unseres Gesprächspartners, „wie der gerade drauf ist.“ Aber auch die Kaumuskulatur ist nicht unwichtig: Da ist zum Beispiel der Masseter-Muskel, mit dem wir unseren Kiefer zusammendrücken können und der im Verhältnis zu seiner Größe eine besondere Kraft hat. Wenn …

Achtsamkeit

Von der Achtsamkeit

Von der Achtsamkeit… … so könnte die Überschrift eines der Kapitel der Benediktsregel lauten; denn der heilige Benedikt schreibt im Abschnitt über den guten Eifer der Mönche: „Keiner achte auf das eigene Wohl, sondern mehr auf das des anderen.“ (RB 72,7) Diese Erfahrung konnten am vergangenen Donnerstag unsere Gäste machen. Wir hatten zum „Klostermahl“ in unser Refektorium eingeladen: ein typisch klösterlich-schlichtes Abendessen mit Tischdiener und Tischlesung, was bedeutet, dass bei der Mahlzeit geschwiegen wurde. In der kurzen Einführung zuvor hatte Bruder David den Gästen gesagt, dass natürlich der Tischdiener dafür sorgen werde, dass alle genug zu essen und zu trinken bekämen, dass man aber auch auf seine Tischnachbarn achten und schauen solle, ob etwa jemand Butter benötigte, an die sie oder er nicht herankäme. Ablenkung verhindert Achtsamkeit Beim kurzen Rundgespräch nach dem abschließenden Tischgebet wurde unter anderem erwähnt, dass man gut auf das Essen hätte verzichten und sich ganz auf die Tischlesung hätte konzentrieren können. Diese Erfahrung machen die meisten Gäste, die zum ersten Mal in einem Klosterrefektorium bei Tisch sind und dort ein Buch …

achtsam leben: Der einfachste Weg zur Selbsterkenntnis – reloaded

achtsam leben: Der einfachste Weg zur Selbsterkenntnis “Erkenne Dich selbst…” soll am Eingang zum Orakel von Delphi gestanden haben. Dieser Zuruf scheint bis heute nicht verhallt zu sein, ganz im Gegenteil: Selbsterkenntnis, mehr über sich zu erfahren. gehört ganz wesentlich zur Kultur unserer Neuzeit. Zahlreiche Seminare, Bücher und Techniken sind zu finden, die alle dafür sorgen wollen, dass ich mich besser mit mir selber auskenne. Die psychologische Wende, die von Siegmund Freud eingeleitet wurde, hat Wesentliches dazu beigetragen. Seine Theorie war es ja, dass wir durch reines Nachdenken über uns selber gar nicht viel herausfinden können, da uns große Teile möglichen Wissens unbewusst sind. Um auf das Unbewusste zugreifen zu können, arbeitete Freud zunächst mit Hypnose und später mit Traumdeutung. Wesentliche Frage der Selbsterkenntnis ist die Suche nach dem, was mich antreibt. Motivation ist nicht nur ein komplexer Begriff, mit der Erkenntnis über meine Motivationen kann ich auch sehr viel über mich erkennen. Warum tue ich dieses oder jenes? Warum bin ich bei bestimmten Themen aufbrausend? Wie kommt es, dass ich immer wieder Freunde verliere? und so …

Philosophie es Wartens

Valentins Welt: Philosophie des Wartens

Valentins Welt: Philosophie des Wartens Hallo, da bin ich wieder. Ich möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr mir so zahlreich geschrieben, geliked und an mich gedacht habt. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Nun habe ich also hier meine eigene Rubrik als Klosterkatze: Valentins Welt, und ich bin schon ganz gespannt, was ich alles schreiben werde. Ich habe zunächst einen Wunsch an Dich. Vielleicht hast du eine Frage oder ein Thema, dass Dich interessiert und zu dem ich etwas sagen soll, dann schreib es mir doch bitte. Ich weiß nämlich nicht ganz genau, was Dich interessiert und will keinen Blödsinn schreiben. Aber ich kann nicht versprechen zu jedem Thema etwas sagen zu können – ich bin auch nur eine Katze, ich meine: Kater. Inzwischen habe ich mich gut eingewöhnt. Na gut, manchmal habe ich es noch etwas schwer mit meinen Mitkatzen oder die mit mir. Aber wir zanken uns schon deutlich weniger, echt! Wichtig ist, dass jeder seine Zeit hat, in der er gepflegt und gestreichelt wird, ganz exklusiv sozusagen. Und die haben wir …

Chinakohlsalat asiatisch

Aus der Klosterküche: Chinakohlsalat asiatisch

Chinakohlsalat asiatisch Ich finde Chinakohl ja etwas langweilig – so wie Eisbergsalat. Es ist zwar ein günstiges Gemüse, aber hat wenig Eigengeschmack. Daher braucht diese Salatsorte ein kräftiges Dressing. Zusammen mit den Mi-Nudeln, die ich bisher nur aus Suppen kannte und dem Dressing aus Sojasoße wir daraus ein sehr schmackhafter Salat. Den kann man auch gut für eine größere Gruppe machen. Ich bin auf Deine Reaktion gespannt. Zutaten 1 Chinakohl 1 Bund Frühlingszwiebeln 2 Pck. Mi-Nudeln 100 g gehobelte Mandeln 50 g Butter 1 Tasse Zucker 3/4 Tasse Öl 1/2 Tasse Sojasauce 1/2 Tasse weißer Essig 1 Paprikaschote für die Verziehung Zubereitung Den Chinakohl in feine Streifchen schneiden, Zwiebeln mit Grün in Scheiben schneiden. Mi-Nudeln auseinander brechen und in Wasser 5 Minuten gar kochen, anschließend abkühlen lassen. Nach dem Erkalten der Nudeln diese zusammen mit den Mandeln in der heißen Butter anbraten, bis alles schön goldbraun ist. Abkühlen lassen. Ein Dressing aus Zucker, Öl, Sojasauce und Essig herstellen. Gut schütteln. Jetzt alle Zutaten gut vermischen und noch ca. 15 Minuten durchziehen lassen. Es empfiehlt sich, …