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Weitere InformationenSie brauchen keine Vorbereitung, keine Materialschlacht und keine besondere Qualifikation. Man kann sie einfach im Alltag tun, immer wieder und an fast jedem Ort. Das hat vielleicht einen kleinen Nachteil: Man hat kaum noch eine Ausrede, es nicht zu tun.
Freundlichkeit muss nicht laut, aufdringlich oder missionarisch sein. Sie kann ganz still geschehen. Ein kleiner Handgriff, ein innerer Segen oder ein bewusst geschenkter Moment von Aufmerksamkeit können die Welt an der Stelle ein wenig schöner machen, an der wir gerade sind.
In belebten Einkaufsstraßen begegnen uns oft verbitterte, traurige oder einsame Gesichter. Gerade deshalb tun kleine Zeichen der Freundlichkeit gut. Nicht, weil wir andere Menschen verändern müssen, sondern weil wir etwas Helles in die Welt geben können.
1. Den Ort ein wenig schöner hinterlassen
Eine ganz praktische Übung findet sich an der Selbstbedienungskasse im Supermarkt. Diese Kassen sind oft angenehm: Man muss meist nicht lange warten, kann die Einkäufe in Ruhe einpacken und hat weniger Gedränge.
Gleichzeitig bleiben dort häufig Einkaufskörbe stehen, und gedruckte Kassenbons liegen herum. Manchmal wird der Bon mitgenommen, manchmal nicht. Eine kleine Übung der Freundlichkeit besteht darin, diesen Bereich kurz in Ordnung zu bringen.
- Den Korb der Person vor dir mitnehmen.
- Herumliegende Bons einsammeln, soweit es passt.
- Den Platz für die nächste Person ordentlich und angenehm hinterlassen.
Es geht nicht darum, dort eine große Putzaktion zu veranstalten. Es reichen ein paar Sekunden und ein kleiner Blick dafür, was gerade gebraucht wird. Damit schenkst du der nächsten Person einen freundlicheren Platz und zeigst zugleich den Mitarbeitenden: Jemand kümmert sich mit.
Du brauchst dafür kein Danke. Freundlichkeit wird nicht kleiner, nur weil sie unbemerkt bleibt. Die Haltung ist einfach: Ich möchte die Welt dort, wo ich bin, ein wenig schöner hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe.
2. Lächeln und Menschen innerlich segnen
Wenn du durch die Straßen gehst, versuche einmal, mit einem leichten Lächeln unterwegs zu sein. Du musst nicht breit grinsen. Ein stilles, weiches Lächeln genügt vollkommen.
Und wenn dir Menschen begegnen, kannst du sie innerlich segnen. Ganz unauffällig. Du musst niemanden lange ansehen, nichts sagen und auch nicht besonders fromm wirken. Du gehst einfach weiter und schickst einem Menschen im Stillen etwas Gutes.
Vielleicht wünschst du ihm Frieden, Kraft, Trost oder einen guten Tag. Vielleicht sagst du innerlich nur: Sei gesegnet.
Vertrau diesem Segen. Es ist keine Pflicht, jeden Menschen zu segnen, der dir begegnet. Wenn es zu viele sind, wähle einfach jemanden aus. Es geht nicht um Leistung, sondern um eine Haltung der Güte.
3. Einen Menschen gezielt aufsuchen und etwas geben
In vielen Städten sitzen Menschen, die betteln. Manche sprechen Passanten direkt an, und das fühlt sich nicht immer angenehm an. Eine andere Form der Begegnung kann darin bestehen, selbst aktiv zu werden.
Suche einmal bewusst einen bettelnden Menschen auf. Gehe nicht nur zufällig vorbei und gib verschämt etwas in den Becher. Geh gezielt zu ihm oder ihr hin und schenke einen Betrag, der für dich stimmig ist.
- Es können 10 Cent sein.
- Es können 50 Cent sein.
- Es kann ein Euro sein.
- Es darf genau der Betrag sein, den du geben möchtest.
Entscheidend ist nicht die Höhe des Geldes. Entscheidend ist die Haltung. Da ist jemand, der nicht einfach zufällig etwas abgibt, sondern der bewusst auf einen Menschen zugeht. Jemand, der gesehen wurde.
Diese kleine Veränderung der Richtung kann viel ausmachen: Du wartest nicht darauf, angesprochen zu werden, sondern du suchst die Begegnung. Das ist eine besondere Form von Respekt und Freundlichkeit.
4. Zehn Cent als kleinen Fund verschenken
Eine weitere einfache Möglichkeit: Nimm zehn Cent und lege sie an einen Ort, an dem jemand anderes sie finden kann. Das kann beim Einkaufen in einem Regal sein, in einer Bibliothek oder irgendwo, wo die Münze nicht sofort verschwindet, aber entdeckt werden kann.
Zehn Cent sind für viele von uns kein großer Betrag. Doch als Fund können sie einem anderen Menschen eine kleine Freude machen. Jemand entdeckt sie und denkt vielleicht: Da hat jemand zehn Cent verloren. Oder einfach: Schau mal, zehn Cent.
Es ist eine Kleinigkeit. Aber gerade solche Kleinigkeiten können den Tag für einen Moment heller machen. Du hinterlässt eine winzige Überraschung, ohne zu wissen, wer sie finden wird.
5. Obst und Gemüse begrüßen
Der Supermarkt ist eine Schnittstelle der Gesellschaft. Reich oder arm, fast alle Menschen müssen einkaufen. Und meist beginnt der Weg durch den Laden bei Obst und Gemüse.
Dort liegt noch etwas, das sichtbar Leben in sich trägt: Grün, Rot, Gelb, Formen, Farben und die Vielfalt dessen, was gewachsen ist. Paprika, Radieschen, Salat und all die anderen Früchte und Gemüse, die aus verschiedenen Ländern zusammenkommen.
Du kannst dieses Obst und Gemüse innerlich begrüßen und segnen. Nicht laut, nicht so, dass andere sich wundern müssen. Einfach als kleine innere Solidarität mit dem Lebendigen.
Freu dich an den Farben. Freu dich an den Formen. Nimm wahr, wie viel Lebendigkeit dir dort begegnet, bevor du weitergehst und das einkaufst, was du brauchst.
Ein stilles inneres „Schön, euch zu sehen“ kann schon genügen.
Freundlichkeit beginnt im Kleinen
All diese Übungen sind klein. Gerade deshalb lassen sie sich gut in den Alltag integrieren. Sie bringen Freundlichkeit nach außen, aber auch nach innen. Denn was wir bewusst schenken, trägt auch etwas in uns selbst hinein und kann von dort weiter ausstrahlen.
Vielleicht suchst du dir für die kommende Woche nur eine dieser Übungen aus:
- Eine Kasse oder einen anderen Ort ordentlich hinterlassen.
- Mit einem leichten Lächeln durch die Straße gehen und Menschen innerlich segnen.
- Bewusst einen bettelnden Menschen aufsuchen und etwas geben.
- Zehn Cent als kleinen Fund für jemanden hinterlassen.
- Obst und Gemüse mit Freude und Segen begegnen.
Du hast sicher auch eigene Ideen. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es reicht, eine kleine Möglichkeit wirklich umzusetzen.
Freundlichkeit verändert die Welt nicht immer auf spektakuläre Weise. Aber sie verändert den Ort, an dem sie geschieht.

