Monate: Oktober 2016

Mystiker werden 5 – letzter Teil – reloaded

Mystiker werden Und schon endet die Reihe Mystik werden – nicht, dass man nicht noch viel mehr sagen könnte und vielleicht sogar müsste. Aber wir werden ganz sicher immer wieder weitere Aspekte und Ausfaltungen zum Thema Mystik hier thematisieren. Du kannst also ganz gespannt sein. Hier die drei letzten Empfehlungen: Erlebe Dich körperlich Es geht nicht allein um Yoga oder Eutonie. Sich körperlich zu spüren und wahrzunehmen, kann vieles bedeuten. Dazu gehört auch, die eigene Kraft zu spüren und zu lernen damit umzugehen. Es gehört dazu, seinen Raum einzunehmen und es gehört dazu, sich hingeben zu können. Boxen, Schwertkampf, Fußball, Pilates oder Fitness: egal, was Dir Freude und Spaß macht, tue es nicht nur um der Figur willen, sondern tue es auch, um Dich zu spüren. Vollziehe die Rituale Rituale haben eine ganz tiefe Wirkung auf unsere Seele. Richtig angewandt, können sie viel in uns eröffnen. Daher suche Dir Deine Rituale, sei mutig und erlaube Dir selber Rituale durchzuführen. das ist kein Privileg einzelner und es gibt kein Verbot dafür. Es kann ein Ritual am …

Klosterkatze

Valentin – die Klosterkatze

Valentin – die Klosterkatze Wir begrüßen zu unserem heutigen Interview das neue Mitglied im klösterlichen Haushalt in der Cella Sankt Benedikt, die Klosterkatze Valentin. Seit nun mehr drei Wochen wohnt er im Kloster und wir wollen heute erfahren, wie ihm die Umstellung gelungen ist, was die größten Unterschiede sind und was er vom Klosterleben hält. Frage: Guten Tag, Valentin! Valentin: Guten Tag! Frage: Schön, dass Du Zeit gefunden hast, um mit uns dieses Interview zu führen. Valentin: Nun, mir ist ein Anliegen mich auch einem größeren Kreise vorzustellen. Da ist ein solches Interview eine gute Gelegenheit. Frage: Du bist jetzt drei Wochen in der Cella Sankt Benedikt als Klosterkatze. Was sind Deine ersten Erfahrungen? Valentin: Es ist für jede Katze etwas Besonderes eine Klosterkatze zu sein, derer gibt es nicht mehr so viele. Zunächst war es für mich neu, dass mein Mensch jeden Tag zu Hause ist und auch während des Tages immer wieder vorbei schaut. Das war ich gar nicht gewohnt. Aber in einem Kloster sind Arbeits- und Lebensbereich eben oft sehr nah beieinander …

Wenn die Puste ausgeht

Wenn die Puste ausgeht…

Wenn die Puste ausgeht… Als ich am letzten Montag Br. Nikolaus geholfen habe, die kräftigen Wurzeln von einigen unserer alten Bäume und Sträucher im Garten auszugraben, habe ich gemerkt, dass ich doch hin und wieder eine Verschnaufpause brauchte. Mir ist ein bisschen die Puste ausgegangen. Geht Dir auch schon mal die Puste aus? Zugegeben: Ich bin die Gartenarbeit nicht so wirklich gewöhnt. Aber eigentlich war es auch kein Problem, eine kurze Pause, vier oder fünf Atemzüge, und dann ging es weiter mit der Gartenarbeit. Eine ganz normale Erfahrung im Alltag, die ich von mir kenne. Und solange die Puste dann ganz schnell wieder kommt, ist das eigentlich keine weiteren Gedanken wert. Du kennst vielleicht ähnliche Situationen aus Deinem Alltag. Und doch bin ich an diesem Gedanken hängen geblieben: an der Puste, die mir auch im übertragenen Sinne bei manchen Dingen schnell mal ausgeht. Weil der Körper mehr braucht… Es gibt Tätigkeiten und Aufgaben, für die der Körper mehr Sauerstoff als gewöhnlich braucht, Sauerstoff, um ihn in körperliche Energie umzusetzen. Die Muskeln brauchen unter anderem Sauerstoff, …

Zwiebelkuchen

Aus der Klosterküche: Zwiebelkuchen

Zwiebelkuchen Es ist Oktober und es ist regnerisch – eigentlich ein guter Augenblick, um Zwiebelkuchen zu backen. Außerdem wurde es auch mal wieder Zeit, ein neues Rezept online zu stellen. Hier ein einfaches Rezept – ganz vegetarisch. Nun ist Zwiebelkuchen an sich nicht sehr fleischlastig, aber auch die Schinkenstückchen kann man sich sparen und man kann auf sehr einfache Weise erste Erfahrung mit Tofu machen. Wobei Tofu wirklich einfach zu verarbeiten ist und in der Regel keine Probleme macht. Zutaten 1 Pck. Filo-Teig (aus dem Kühlregal) 1 kg. Zwiebeln 250 gr. Schmand 1 Pck. geräucherter Tofu (bei einer Doppelpackung reicht die Hälfte) 1 Tl. Kümmel Salz, Pfeffer Zwiebeln enthäuten und in Ringe schneiden – am besten mit der Küchenmaschine. Dann portionsweise in etwas Margarine oder Bratfett glasig braten. Zum Schluss den gewürfelten Räuchertofu kurz anbraten und dann zu den Zwiebeln geben. Schmand und Kümmel dazu geben und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Quiche-Form mit Margarine einfetten und mit den Filo-Teigplatten auskleiden (auf alle Fälle mindestens 4 Platten übereinander legen). zum Schluss die Zwiebelmasse …

Quelle des Wortes

Die Quelle des Wortes – über ein Gedicht von Ingeborg Bachmann

Die Quelle des Wortes – über ein Gedicht von Ingeborg Bachmann Ein etwas anderer Psalm: „In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort“ Mein Lieblingspsalm? Ein großartiges Gedicht von Ingeborg Bachmann, das den schlichten Titel trägt: „Psalm“. Die Lyrikerin greift auf die Lieder der Bibel zurück, die sie als „eine Bewegung aus Leiderfahrung“ bezeichnet. Lieder, die das schmerzliche Zerbrechen und die Grausamkeit des Lebens beklagen, aber auch die Verheißungen Gottes und den Dank für das Glück des Lebens ins Wort bringen. Psalmen haben etwas Poetisches, sie sind ein großer Gesang. Sie entstammen der jüdisch-christlichen Tradition, sind zugleich aber auch ein Weltkulturerbe der Menschheit. Darum stelle ich im Folgenden den etwas anderen Psalm von Bachmann vor, der auf die biblische Tradition antwortet. Bachmanns Psalm beginnt mit dem Aufruf: „Schweigt mit mir, wie alle Glocken schweigen!“ Damit setzt sie einen Kontrapunkt zum Psalm 117, der die Völker zum Lobpreis Gottes aufruft. Zugleich schließt sie an das biblische Schweigegebot an (vgl. Zef 1,7), das Gott wegen der Freveltaten der Menschen verhängt. In Bachmanns Psalm läutet das Verstummen der …

Mystiker werden 3 – reloaded

Mystiker werden 3 Weiter geht es mit unserer Reihe: Mystiker werden, eine Anleitung. Ich möchte nochmals eins deutlich machen, weil ich es so wichtig finde: Natürlich gibt es die außergewöhnlichen Menschen, auch Menschen mit Erscheinungen und besonderen Erfahrungen. Wir kennen sie: Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Gertrud die Große, um nur ein paar zu nennen. Das sind natürlich alles Mystiker. Es wäre aber falsch zu meinen, dass der Begriff Mystik nur auf diese Menschen beschränkt ist. Mystik ist eine besondere Art des Zugangs zum Glauben und zum Leben, die jedem offen steht – auch ganz ohne Erscheinungen haben zu müssen oder tiefsinnige Bücher geschrieben zu haben. Ich möchte Dich daher nochmals sehr ermutigen, das Wort Mystiker nicht auf das Paranormale zu beschränken, sondern es ein wenig zu veralltäglichen und zu normalisieren. Denn tatsächlich: auch Du kannst eine Mystikerin/ein Mystiker werden und sein. Und weiter geht es mit der Anleitung:   Suche die Stille Mystik hat immer etwas mit dem Leerwerden zu tun und Stille ist die wichtigste Übung. Nicht viele Worte machen, unendlich lange Gebete …

Stadtmönche on air: Haus Raphael in Nütschau

Haus Raphael In unserem neuen Podcast habe ich ein Interview mit Bruder Josef van Scharrel geführt. Er hat vor einigen Jahren das Haus Raphael im Kloster Nütschau gegründet. Hier begleitet er Männer auf ihrem Weg der Individuation und der spirituellen Entwicklung. Das es Angebote besonders für Frauen gibt, ist inzwischen ganz gewohnt. Zahlreiche Gruppen und Einrichtungen bieten entsprechende Möglichkeiten. Für Männer gibt es dagegen deutlich weniger Räume, um sich selbst zu finden. Hier ist das Haus Raphael gerade im kirchlichen Kontext eine Ausnahme.   Hier ein paar Bilder:     Ausstattung vier einfache Einzelzimmer und zwei neue Bäder Küche mit Essecke zur Selbstversorgung Aufenthaltsraum (Kaminzimmer) Meditationsraum Gruppenraum Tagessatz Übernachtung: € 19,00 Frühstück: € 5,00 Mittagessen: € 8,90 Kaffee: € 4,00 Abendessen: € 5,60 Adresse: Haus Raphael Schloßstraße 26 23843 Travenbrück Br. Josef van Scharrel OSB Tel.: 04531/5004-132

Kann ich mich beschenken lassen

Kann ich mich beschenken lassen?

Kann ich mich beschenken lassen? Als ich noch nicht lange im Kloster war, war es mir oftmals unangenehm: Ich bekam etwas geschenkt – und ich konnte nichts zurückschenken, weil ich ja kein eigenes Geld besaß… Im Laufe meines Klosterlebens hat sich meine Einstellung zum Beschenkt-Werden jedoch geändert. Heute freue ich mich, wenn ich etwas geschenkt bekomme, weil ich weiß, dass der Schenkende mir gegenüber damit seine Wertschätzung ausdrücken will – ohne den Hintergedanken, dass er dafür etwas Materielles zurückerhalte. Gerade die Beschäftigung mit der Bibel bestätigt dies. Die Botschaft Jesu Der Evangelist Lukas berichtet im 14. Kapitel seines Evangeliums, dass Jesus bei einem Pharisäer zum Essen eingeladen war: „Er sagte zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird …

Reinhold Fahlbusch

Impuls am Sonntag: Reinhold Fahlbusch

Erstmals am 9.10.2016 laden wir jemanden ein, einen Impuls zum Evangelium innerhalb unseres Gottesdienstes zu geben. Dabei ist es unser Anliegen, jenseits all zu kirchlicher Sprache Gedanken zu Wort kommen zu lassen, die mal provokant, mal aufmunternd, mal mahnend und mal auch wieder ermutigend uns die Botschaft Gottes neu erschließen. Steckbrief Reinhold Fahlbusch Alter 70 momentane Tätigkeit: Ehrenamtlicher Manager in Sozialprojekten Was bedeutet Ihnen Glaube? Das ist meine Wirbelsäule, Lunge, Herzkammer und Kreislauf Welcher Satz ist Ihnen wichtig? Media vita in morte sumus – Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“

Poesie des Lebens

Poesie des Lebens

Poesie des Lebens „Preiset, Ihr Seine Knechte, Preiset seinen Namen!“ Psalm 113 „Preiset seinen Namen!“ – Der Psalm fährt fort: „SEIN Name sei gesegnet von jetzt bis hin in die Zeit, vom Aufstrahlen der Sonne bis zu ihrer Heimkunft SEIN Name gepriesen!“ Ich habe für diesen Psalm die Übersetzung von Martin Buber (1878-1965) gewählt, dem chassidischen Philosophen des Dialogs zwischen Ich und Du, denn nur am Du werden wir zum Ich. Das dialogische Prinzip zeigt sich in der Offenheit des Hörens und in der Veränderung, die es in uns selbst bewirkt. Der Name Gottes hat mich fasziniert, so lange ich denken kann, so lange ich lebe. Was immer im Namen Gottes gesprochen wurde, hat Rückfragen ausgelöst: Woher weiß der andere das so genau? Mit welchem Recht beruft er sich auf den Namen Gottes? Ist hier nicht der Missbrauch des Denkens der Zwillingsbruder des Sprechens? Führt die Berufung auf Gottes Namen nicht immer wieder einmal zum Missbrauch von Macht? Um Antwort zu finden auf solche Fragen, studierte ich 1974-1979 Theologie, in einer Zeit, die nach Aufbruch …