Monate: September 2016

Jan-Aurel Dawidiuk

Unser Musiker am Sonntag: Jan-Aurel Dawidiuk

Wie bist Du zur Musik gekommen? Ein besonderes Erlebnis war mein allererster Opernbesuch: „Die Zauberflöte“, damals noch in der alten Inszenierung. Ich war nur 5 Jahre alt, saß mittig in der ersten Reihe und schaute fasziniert nicht nur hoch auf die Bühne, sondern immer wieder auch runter in den Orchestergraben. Der Dirigent, sein Orchester und die Mozartmusik haben mich verändert. Von da an wollte ich unbedingt ein Musikinstrument erlernen. Da ich mich zwischen Klavier und Geige nicht entscheiden konnte, habe ich mit beiden Instrumenten gleichzeitig angefangen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Musik als Kunst bedarf einer sorgfältigen Ausbildung. Dieses habe ich schon während meiner Knabenchorzeit als aktiver Sängerknabe im Knabenchor Hannover erfahren. Die gemeinsame Mühe, das gute Ergebnis, die Freude am Gelungenen haben in mir wunderbare Spuren hinterlassen. Die spätere Aufnahme in das Förderprogramm der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (IFF) und die tägliche professionelle Beschäftigung mit der Musik bereichern und prägen meinen musikalischen Weg damals wie heute. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in der Cella …

Gibt es Engel?

Gibt es Engel? Sechs Puzzleteile

Gibt es Engel? Sechs Puzzleteile Heute ist das Engelfest, eigentlich ein guter Tag um sich zu fragen: Gibt es Engel? Gibt es diese Wesen, die in vielen Kulturen vorkommen, die uns in barocken Kirchen von überall her anschauen und an die wir als Kinder wohlmöglich so fest geglaubt haben? Wir wissen seit vielen Jahren, dass Engel Hochkonjunktur haben, dass sie gefragt sind nicht nur als Anhänger für Halsketten, kleine Figuren (meist etwas dicklich), als persönliche Bezugspunkte, denen man sich anvertraut und deren Schutz man erbittet. Ja, Engel haben Hochkonjunktur – nur nicht in der Kirche. Auch wenn wir heute das Engelfest feiern, die Angelologie, also das wissenschaftliche Nachdenken und Forschen über Engel, ist kein beliebtes Thema von Bachelor-Arbeiten und Dissertationen der theologischen Fakultäten. Dieser Bereich der Systematischen Theologie gilt eher als Nebenschauplatz und als wenig interessant. Vieles bleibt zudem spekulativ und ebenso schnell befürchtet man vielleicht in esoterisches Denken zu geraten. Diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen, haben Engel doch gerade in der Esoterik eine sehr hohe Bedeutung: man spricht zu ihnen, …

tief durchatmen

Einmal tief durchatmen

Einmal tief durchatmen Zum Glück ist es nicht sehr oft so, aber manchmal eben doch: Da passieren Dinge, die einfach nur besch… sind, Probleme, die ich gerade so gar nicht gebrauchen kann, aber noch schnell lösen soll; Menschen, die einfach gerade nerven mit dem, was sie von mir wollen. Wenn ich den Hörer aufgelegt habe, wenn die Person aus der Tür ist, dann „einmal tief durchatmen“. Das entspannt und gibt neue Kraft. Gleichzeitig erlebe ich in meiner Arbeit hier in der Praxis immer mehr Menschen, die sich so sehr wünschen, endlich einmal wieder „tief durchatmen“ zu können. Aber sie wissen nicht mehr, wie das eigentlich funktioniert. Das Atmen fühlt sich anstrengend an und viel Luft haben sie auch nicht in der Lunge, selbst wenn sie kräftig atmen. Kräftig atmen und tief atmen ist doch etwas Unterschiedliches. Wo klemmt’s denn? Wo klemmt’s denn? – ist immer die erste Frage, die ich mir und dann auch meinem Gegenüber stelle, wenn das Durchatmen nicht mehr klappt: Um tief durchatmen zu können, müssen sich unsere Rippen und unser Zwerchfell …

„Es darf wieder ruhig werden in mir.“ Gedanken zu einem Psalmvers von Regina Bäumer

Welcher Psalm-Vers gefällt Dir besonders gut? Der Vers, der mich immer wieder beglückt ist Psalm 85,11 , ich zitiere aus der Einheitsübersetzung der Bibel „ Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich.“ Wie würdest Du den Vers in Deiner eigenen Sprache formulieren und welche Bedeutung hat der Vers für Dich persönlich? In anderen Übersetzungen finde ich statt „Huld“ auch „Erbarmen“ (Jerusalemer Bibel) oder „Gnade“ (Kurt Marti). Huld ist eher altertümlich und man versteht es schlecht, aber ich glaube, zusammen genommen zeigen die Übersetzungen, dass etwas gemeint ist wie: etwas das wir geschenkt bekommen und das es gut mit uns meint, was erkennt und versteht, auch die Schatten und die dunklen, unerlösten, ungewollten und ungemochten Seiten von uns. Und das begegnet der Treue, meint, die beiden verbinden sich, tun sich zusammen! So bekommt diese Zuwendung große Verläßlichkeit und wird zu einem beglückenden Geschenk! Ähnlich ist es mit Frieden und Gerechtigkeit – auch sie tun sich zusammen, sie werden quasi intim miteinander, zärtlich, sie verbinden sich mit einem Kuss, besiegeln die Verbindung! Darin …

Obstkuchen mit Avocadocreme

Obstkuchen mit Avocadocreme

Obstkuchen mit Avocadocreme Wenn man Besuch bekommt – vielleicht ungeahnt und doch willkommen – will man schnell etwas zaubern, was beeindruckt und sich vom Gewöhnlichen abhebt. Eine einfache Obsttorte klingt nur dann nicht langweilig, wenn es sich bei dem Obst um frische Erdbeeren handelt. Was also tun, um die Wertschätzung für die Gäste auszudrücken und nicht zugleich stundenlang in der Küche zu stehen? Am besten das Gewöhnliche durch eine besondere Zutat verfeinern und dadurch überraschen. Ich habe da etwas für Dich. Hier kommt ein Rezept für einen einfachen Obstkuchen. Du kannst den Boden natürlich gerne selber backen oder ihn kaufen. Hier kommt nur das Rezept für den Belag. Das Ganze bekommt durch die Avocado einen besonderen und sehr leckeren Geschmack, der weit davon entfernt ist, Langeweile auszustrahlen. Die Creme ist sehr schnell bereitet und halte das Rezept schon mal parat: Du wirst danach gefragt werden. Zutaten 1 Tortenboden 500 gr. Obst (Erdbeeren, Aprikosen, Beeren…) 1 reife Avocado 1 El Zitronensaft 150 gr. Frischkäse 1 El Rohrzucker 1 El gehackte Pistazien Die Avocado aufschneiden, den Kern …

Benediktushof

Stadtmönche on air: Der Benediktushof

Benediktushof In unserer neuen Podcast-Reihe möchten wir Dir verschiedene Orte in Deutschland vorstellen, wo Menschen eingeladen werden, geistlich bzw. spirituell eine Zeit lang zu leben und zu üben. Damit sind vor allem Meditationshäuser, Exerzitienhäuser und andere Einrichtungen gemeint. Der Benediktushof ist unsere erste Station. Bilder zur Homepage Gegründet wurde der Benediktushof von P. Willigis Jäger, einem Benediktiner der Abtei Münsterschwarzach. Zuvor war P. Willigis im ordenseigenen Haus in Würzburg tätig. Im Haus St. Benedikt gab er Kontemplations- und Zen-Seminare. Das Tagungshaus ist in einem ehemaliges Benediktinerkloster untergebracht, das zu einem Zentrum für Meditation und Achtsamkeit umgebaut wurde. Es versteht sich als überkonfessionell und ist daher kirchlich nicht gebunden. Hier eine Liste von Kurstiteln, die den inhaltlichen Spannungsbogen deutlich machen: Yoga Zen-Sesshin Märcheninterpretationen Kontemplationstag Kado – japanischer Blumenweg Burnout – Entstehung, Ausprägung, Prophylaxe Familien-/Systemaufstellungen im Geiste West-Östlicher Weisheit Handauflegen – Vertiefung Neben dem Kursbetrieb gibt es auf dem Gelände noch einen Hofladen, wo schöne und leckere Dinge zu kaufen sind. Außerdem gibt es eine Buchhandlung und ein vegetarisches Restaurant. P. Willigis hat zudem eine Stiftung gegründet, …

Mit weitem Herzen…

Mit weitem Herzen… … schreibt der heilige Benedikt im 6. Jahrhundert seine Ordensregel, „die sich“, wie Papst Gregor der Große im Jahr 593 in seiner Lebensbeschreibung des Ordensgründers betont, „durch die Gabe der Unterscheidung (discretio) und durch die Leuchtkraft der Rede“ auszeichnet. Mit weitem Herzen ordnet Benedikt so das klösterliche Zusammenleben, nimmt gerade auf die Schwachen Rücksicht und sucht, keinen seiner Mönche zu überfordern. Auf das Vorwort folgen 73 kürzere und längere Kapitel unterschiedlichen Inhalts. Auffällig ist, dass Benedikt in fast einem Fünftel seiner Regel die verschiedenen Gottesdienste im Laufe des Tags regelt, und zwar bis in kleinste Kleinigkeiten. So gibt er genau vor, in welcher Gebetszeit welche Psalmen zu singen sind. Da ist nicht viel zu spüren von der Weite des Herzens – oder vielleicht doch? Keine starre Ordensregel, sondern viel Gestaltungsfreiheit Schauen wir in das 18. Kapitel seiner Regel: „Wir machen ausdrücklich auf folgendes aufmerksam: Wenn jemand mit dieser Psalmenordnung nicht einverstanden ist, stelle er eine andere auf, die er für besser hält. Doch achte er unter allen Umständen darauf, dass jede Woche …

„Du bist da“ – Gedanken von Bruder Christophorus Goedereis

Welcher Psalm-Vers gefällt Dir besonders gut oder hat für Dich persönlich eine besondere Bedeutung? Mein Lieblingsvers ist Psalm 139, 9-10: „Nehme ich die Flügel des Morgenrots / und lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich fassen.“ Wie würdest Du den Vers in Deiner eigenen Sprache formulieren und welche Bedeutung hat der Vers für Dich persönlich? Eigentlich will ich ihn gar nicht in meiner eigenen Sprache formulieren. Der Inhalt würde dadurch nur verdünnt werden. Wenn ich es aber denn trotzdem müsste, würde ich vielleicht salopp übersetzen: „Egal, was ist, DU bist da!“ Ich habe diesen Vers als Jugendlicher auf einem Poster in einem Jugendbildungshaus der Kapuziner gesehen. Im Hintergrund auf dem Poster: ein wunderschönes Motiv von einem Mädchen am Meer. Und ich dachte nur: Wow, warum steht so etwas nicht in der Bibel? Am selben Tag nahm ich an der Vesper, also am Abendgebet der Ordensbrüder teil. Und siehe da: Genau dieser Vers taucht im Chorgebet der Mönche auf. Mich hätte es fast vom Stuhl gehauen. …

Mystiker werden

Mystiker werden, eine Anleitung – reloaded

Mystiker werden Es sind diese besonderen Momente – gerade mit Kindern. Man betritt eine alte romanische oder gotische Kirche, blickt in die große Halle hinein mit ihren Rund- oder Spitzbögen, riecht vielleicht noch den Weihrauch vom Gottesdienst am Morgen oder vom letzten Sonntag, auch die vielen Kerzen, die hier gebrannt haben, haben ihren Duft hinterlassen. Besondere Lichteinfälle bannen unseren Blick und man schreitet interessiert und leicht ehrfurchtsvoll durch die heiligen Räume. Wie viele andere schlendert man die Gänge entlang, ist still, flüstert mehr oder weniger und fühlt sich doch auch irgendwie fremd in diesen Gottesgassen. Kirchen sind beliebte Orte gerade in Urlaubstagen. Und gerade die ganz großen Kirchen, aber auch manche kleine, sind fremd und faszinierend zugleich. Kinderaugen werden groß und es entsteht eine ganz besondere Spannung, die manche nur durch lautes Gerede auflösen können. Tremendum et fascinosum heißt es – erschüttert und fasziniert zugleich, so wird religiöses Ergriffensein beschrieben. Die großen, manchmal dunklen oder lichtdurchfluteten Räume sind nicht heimelig, sondern können uns ob der Größe schon klein machen und erschrecken. Zugleich ziehen sie uns …

Unsere Musikerinnen am Sonntag: Emilie und Nella Ostermayer

Unsere Musikerinnen am Sonntag: Emilie Ostermayer, Mandoline Nella Ostermayer, Klavier Wie seid Ihr zur Musik gekommen? Eigentlich über unsere Eltern, da beide sehr viel Musik machen und hören und unser Vater zusätzlich auch Musiker ist. Mit fünf Jahren haben wir beide eine musikalische Früherziehung in der Musikschule gemacht, wo wir viele Spiele in Verbindung mit Musik gemacht haben und neue Instrumente kennen gelernt und ausprobiert haben. Wer hat Euch musikalisch am meisten beeinflusst? Für mich, Emilie, haben meine Eltern mich sehr stark geprägt aber auch meine Mandolinen Lehrerin Viola Beck hat sehr viel dazu beigetragen, da sie mich schon sehr lange begleitet und mir immer eine neue Sichtweise auf die Musik gibt. Außerdem spiele ich in einem tollen Orchester, wo ich viele nette Leute kennengelernt habe und immer viel Spaß zusammen haben. Was bedeutet es für Euch, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Für uns bedeutet es eine neue Herausforderung und Erfahrung, da wir so etwas vorher noch nicht gemacht haben. Stell euch vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche …