Alle Artikel mit dem Schlagwort: Philosophie

Hingabe

Hingabe?! Valentins Welt

Hingabe?! Valetins Welt – eine Katze denkt über das Leben nach Hallo, Valentin hier. Puhhh, was für eine Hitze –  zumindest in den letzten Tagen, da kann man als Katze schon ganz schön verrückt bei werden. Ich würde ja gerne mal meinen Pelz ausziehen, aber das kann ich ja nicht. Aber auch wenn es so heiß ist, ich liebe es in der Sonne zu liegen und die Wärme zu spüren. Zwar liege ich dann oft für andere im Wege (also für Menschen), aber die können ja auch mal drumherum gehen, oder? Für heute habe ich mir ein ganz schwieriges Thema überlegt. Ich finde es zumindest nicht leicht darüber zu sprechen, weil es so abstrakt ist und abstrakte Begriffe sind eigentlich nichts für Katzenhirne. Ich hab es aber dennoch versucht. Also: Was ist eigentlich Hingabe? Als ich das erste Mal diesen Begriff gehört habe, wusste ich erst gar nicht, was damit gemeint ist. Hingabe, was kann das sein? Wie kommt man überhaupt auf die Idee für solch ein Wort? Aber eigentlich ist es wiederum ein Wort, …

Mönch

So wirst Du zum Mönch! reloaded

So wirst Du zum Mönch! Zunächst möchte ich mich noch für die zahlreichen Rückmeldungen zu meinem ersten Artikel zum Thema: “Mönch in der Welt” bedanken. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht mit soviel Kommentaren, Mails und Fragen gerechnet. Leider ist ein Teil der Kommentare durch einen technischen Defekt, den wir vor einigen Wochen hatten, verloren gegangen. Eure Reaktionen haben mich ermutigt, an diesem Thema weiter zu arbeiten, und so kann ich Dir heute wieder einen neuen Artikel präsentieren. Wichtiger noch als die konkreten Verhaltensweisen und beobachtbaren Handlungen eines Mönches in der Stadt ist seine Haltung. Ich habe dazu auch schon mal etwas geschrieben. Es ist meine feste Überzeugung, dass es vor allem um eine ganz grundlegende Haltung geht, die ich Dir gerne heute vorstellen möchte. Was ist Phänomenologie? Anfang des 20. Jahrhunderts war die Philosophie in eine Krise geraten. man war sich im Grunde nicht mehr sicher, ob sie so in der Form überhaupt noch existieren und Erkenntnis generieren kann. Die gerade entwickelte Psychologie breitete sich aus und übernahm offensichtlich manche Themenbereiche der Philossophie – gerade …

Philosophie es Wartens

Valentins Welt: Philosophie des Wartens

Valentins Welt: Philosophie des Wartens Hallo, da bin ich wieder. Ich möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr mir so zahlreich geschrieben, geliked und an mich gedacht habt. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Nun habe ich also hier meine eigene Rubrik als Klosterkatze: Valentins Welt, und ich bin schon ganz gespannt, was ich alles schreiben werde. Ich habe zunächst einen Wunsch an Dich. Vielleicht hast du eine Frage oder ein Thema, dass Dich interessiert und zu dem ich etwas sagen soll, dann schreib es mir doch bitte. Ich weiß nämlich nicht ganz genau, was Dich interessiert und will keinen Blödsinn schreiben. Aber ich kann nicht versprechen zu jedem Thema etwas sagen zu können – ich bin auch nur eine Katze, ich meine: Kater. Inzwischen habe ich mich gut eingewöhnt. Na gut, manchmal habe ich es noch etwas schwer mit meinen Mitkatzen oder die mit mir. Aber wir zanken uns schon deutlich weniger, echt! Wichtig ist, dass jeder seine Zeit hat, in der er gepflegt und gestreichelt wird, ganz exklusiv sozusagen. Und die haben wir …

Faulheit

Lob der Faulheit

Lob der Faulheit Ja, es ist Sommer und es ist Zeit für den Urlaub – für Faulheit. Wir setzen uns an den Strand, schauen von der Bergspitze ins Tal, genießen Ausblicke und Einblicke, sitzen in den Cafés der Stadtplätze, bleiben länger liegen, gehen Essen anstatt selber zu kochen und einfaches Dasitzen hat Hochkonjunktur. Das Lob der Faulheit siegt wieder über unseren Alltag und über unser Beschäftigtsein zu den anderen Zeiten des Jahres. Ich lese, dass Faulheit der mangelnde Wille, aktiv zu sein bedeuten soll. Wer faul ist, wird nicht selten beschimpft, man geht seinen auferlegten Aufgaben nicht nach, ist nicht produktiv, der Gesellschaft nicht dienlich. Faul zu sein ist ein Schimpfwort. Dürfen wir überhaupt faul sein? Ist Fleiß nicht ein viel konstruktiverer Wert, der uns und die Gesellschaft weiterbringt? Faulheit und Glaube Schon die Wüstenväter und -mütter und die vielen anderen Mönche kannten den Begriff der “Trägheit des Herzens”. Der Fachterminus dazu heißt Acedia. In anderen Schriften auch der Mittagsdämon genannt, der aktiv wird, direkt nach dem Mittagessen, wenn die Hälfte des Tages vorbei ist …

Die Macht der Wünsche Teil 3

Die Macht der Wünsche Teil 3 Kommen wir heute zum Abschluss unserer Reihe: Ich kann mir auch vorstellen, dass jeder Mensch nicht ein unendliches Potential hat, sondern auch Grenzen, die er oder sie auch mit noch so viel Anlauf wird überspringen können. Das heißt nicht, dass man nicht jedem so viele Möglichkeiten und Förderung wie möglich angedeihen lassen sollte. Wir wissen nicht, wo diese Grenze ist – aber am Ende des Lebens oder vielleicht ab der Lebensmitte wird es der einzelne für sich vielleicht erkennen. Ich finde nicht, dass es schlimm ist, Grenzen zu haben. Unser Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium teilt die Schüler ein – ein Wechsel ist möglich, aber schwer. Hier werden zu früh Grenzen angenommen, ohne für einen leichten Wechsel zu sorgen. Ich glaube aber auch, dass es eine erfundene Wirklichkeit gibt, eine Wirklichkeit, die ich verändern kann. Das ist meine Freiheit. ich habe beispielsweise nicht unbedingt die Freiheit zu entscheiden, ob ich Krebs habe, aber ich habe die Freiheit zu entscheiden, wie ich damit umgehen möchte. Ich habe auf alle …

Die Macht der Wünsche Teil 2

Die Macht der Wünsche Teil 2 Weiter geht es mit der Macht der Wünsche philosophisch betrachtet. Europa und die Wirklichkeit Man kann es so nicht sagen, aber ich tue es doch: Europa steht dem gegenüber eher für die gefundene Wirklichkeit, also die Wirklichkeit, die ich nicht selber konstruiert habe, sondern vorgefunden. Es gibt demnach Begrenzungen, die nicht aufhebbar sind, ist gibt Konstellationen, die nicht konstruiert. sondern gegeben sind – von wem auch immer. Das sind körperliche Begrenzungen, die wir teilweise wieder aufheben können. Aber manche bleiben eben – bestimmte Behinderungen bleiben. Wenn ich von einer gefundenen Wirklichkeit ausgehe, dann ist weniger veränderbar, der status quo wird eher akzeptiert. Es liegt nahe, dass die Kirchen eher von einer vorgegebenen Wirklichkeit ausgehen, die von Gott kommt. Das ist auch das Problem der Gender-Problematik. ist das Geschlecht etwas Erfundenes oder etwas Vorgefundenes? Darf ich mein Schicksal verändern? Ist Homosexualität etwas von mir “erfundenes”, also konstruiert oder durch Krankheit erworben, oder komme ich so damit auf die Welt und ist daher etwas “gefundenes”? Es ist Dir vielleicht schon klar, …

Die Macht der Wünsche Teil 1

Die Macht der Wünsche Vor einiger Zeit habe ich ein Buch über das schöne Thema die Macht der Wünsche gelesen. Es gibt seit einigen Jahren viele Bücher zu diesem Begriff. Dabei wird in der Regel die These vertreten, dass Wünsche ihre Erfüllung nach sich ziehen. Natürlich nicht alle Wünsche, sondern nur diejenigen, die wir uns wirklich, also von ganzem Herzen wünschen. Einige Autoren greifen dabei auch auf die Bibel zurück. Sie zitieren zum Beispiel Jesus mit seinem Wort: Bittet und es wird Euch gegeben. Daraus wird dann abgeleitet, dass wir der Erfüllung unserer Wünsche sehr nahe sind, wenn wir nur in der rechten Art und Weise wünschen oder bitten. Die erfundene Wirklichkeit Dieses Ḿodethema kommt nicht ohne Grund aus den USA – wie viele andere Modethemen auch. Vielleicht kennst Du das Buch: Sorge Dich nicht, lebe. Oder das Buch von Joseph Murphy: Die Kraft des Unbewussten. Bei all diesen Autoren, die sich mit dem Wünschen beschäftigen, geht es immer darum, dass unsere Gedanken die Wirklichkeit erschaffen und damit unsere Wünsche die Erfüllung. Du musst Dir …

Dankbarkeit als Glück

Wege zum Glück Was macht mich glücklich? Ein weiterer Baustein ist ganz sicher die Fähigkeit, dankbar sein zu können. Es gibt Untersuchungen, die festgestellt haben, dass Dankbarkeit ein wichtiger Garant dafür ist glücklich zu sein. Die Positive Psychologie ist eine Disziplin, die uns dazu mehr sagen kann. In dieser Disziplin geht es nicht darum herauszufinden, wie und warum jemand psychisch krank wird. Die Positive Psychologie dreht den Spieß um und fragt: Was macht und hält Menschen gesund? Was tun Menschen, die glücklich und zufrieden sind? Glück durch einen Brief Martin Seligman hat diese Form der Psychologie in unseren Tagen entwickelt. Er empfiehlt in seinen Seminaren und Vorträgen, in die eigene Vergangenheit zu schauen und zu suchen, wem man etwas zu verdanken hat. Und es gibt immer jemanden, der einem etwas Gutes getan hat. Immer! Die Aufgabe ist nun, diesem Menschen einen Brief zu schreiben, auch, wenn man seit Jahren oder gar Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatte oder derjenige uns gar nicht kennt. Die Ergebnisse seiner Forschung haben ergeben, dass Menschen, die einen solchen Brief schreiben …

Quellen zum Glück Teil 1

In einer Reihe von Artikeln möchte ich den Quellen des Glücks nachgehen. Aber was ist Glück überhaupt, was bedeutet Glück für Dich? Ist es die Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens? Geht es also um das, was ich mir wünsche und ersehne? Jeder will glücklich sein – wer sucht schon bewusst das eigene Unglück. Und doch ist es manchmal so, dass Unglück Glück bedeuten kann – nicht nur als Endergebnis. Oder? Ich will an dieser Stelle nicht zu lange herumphilosophieren, sondern Wege des Glücks aufzeigen und kurz vorstellen. Glück durch Selbsterkenntnis und Menschenerkenntnis Zum Glück gehört es auch, sich selber gut zu kennen, die eigenen Motive zu kennen, die mich zu bestimmten Handlungen und Gedankengängen motivieren. Warum tue ich das gerade? Warum schreibe ich gerade diesen Artikel? Was bewegt mich im Innersten? Dazu gehört eine Menge Zeit und Introspektion, um das zu wissen. Und es gehört Ehrlichkeit dazu, denn unsere Motive sind nicht immer so nett und wohlerzogen, sondern manchmal einfach nur egoistisch und berechnend. Mit der Selbsterkenntnis folgt auch schon die Menschenerkenntnis. Hier geht es …

Vom Sein…

Was für ein philosophischer Begriff!!!  Der Philosoph Martin Heidegger liebte ihn und schrieb ein ganzes Buch darüber, indem er ihn mit dem Begriff Zeit verband, es heißt dann: Sein und Zeit. Wie schnell ist das Wort Sein (groß geschrieben) und sein (klein geschrieben) benutzt. Ich bin müde. Wir sind glücklich. Das ist ein Stuhl. Ich bin ich. Alles Sätze, die vom Sein und der jeweils besonderen Art des Seins sprechen. Sein ist all das, was ist, heißt es im Lexikon. Und damit sind nicht nur Gegenstände gemeint, sondern auch Ideen, Phantasien, Werte, Gedanken und Zahlen. Manchmal nutzen wir das Wort „Sein“ als Synonym für das Wort Existenz und vielleicht insbesondere die Existenz des Menschen und seine Seinsweise. Manche würden Sagen, dass Gott das Sein ist, dass Gott das Sein in allem ist. Das aber stimmt nicht ganz, zumindest nicht nach christlichem Verständnis, denn hier ist Gott nicht irgendeine Spielart des Seins, nicht irgendeine Ausfaltung, wie Sein auch sein kann. Gott steht oberhalb solcher Begriff, auch oberhalb des Seins. Sonst wäre er nicht mehr als irgendein …