Jahr: 2019

Ein bisschen Kühlung

In den ganz besonders heißen Tagen dieses Sommers kommt mir immer wieder ein Satz aus einem Gesang an Pfingsten in den Sinn: „Hauchst in Hitze Kühlung zu“. Er steht in der Pfingstensequenz, also einem Gesang, der an Pfingsten vor dem Evangelium gesungen wird. Manchmal singen wir ihn auch auf Lateinisch – und dann heißt es noch treffender: dulce refrigerium – süßes Erfrischen und Abkühlen. Ich habe jedenfalls in diesen Tagen eine große Sehnsucht nach Erfrischung und Abkühlung gehabt. Alles ganz normal, wie es uns die Mediziner erklären: In der Hitze wird der Körper matt und beginnt stark zu schwitzen. Mit dem Schweiß versuchen wir, den Körper irgendwie wieder abzukühlen und auf Normaltemperatur zu bringen. Dabei weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt und der Kreislauf wird geschwächt. Mögliche Folgen sind: Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Mattigkeit und ein bisschen Schwindel. Menschen, deren Kreislauf nicht so stabil ist, leiden in diesen Tagen besonders; ebenso Babys und Kinder, bei denen die Schweißproduktion noch nicht ausreichend ist, um den Körper wieder abkühlen zu können. Aber wie kann ich mich gut erfrischen? …

Unser Musiker am Sonntag: Bernardo Martinez

Bernardo MartinezKlavier Wie bist Du zur Musik gekommen?Meine Eltern suchten für den Kleinen eine sinnvolle Nachmittagsbeschäftigung; da sie selber kriegsbedingt keinen Musikunterricht genossen hatten, wurde es nun an mir verwirklicht.Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?Mein intensivster musikalischer Einfluss stammt aus der romantischen Orchestermusik.​Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?In der Cella zu spielen bedeutet für mich eine verstärkte spirituelle Komponente; die starke Anwesenheit des Göttlichen wirkt sich auf Stimmung und Zuhörer sehr viel prägender aus als in weltlichen Konzerten.Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?Gern hätte ich gegen 1890 den alten Brahms und den jungen Rachmaninoff kennengelernt…

Wandergruppe

Ich bin dann mal weg…

Wer kennt nicht diesen Titel von Hape Karkelings Buch, in dem er seine Auszeit auf dem Weg nach Santiago di Compostela beschreibt. 103 Wochen lang war das Buch auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Worum geht es in diesem Buch? Der Entertainer schildert darin die Erlebnisse auf dem Jakobsweg im Jahr 2001. Auslöser für die Entscheidung, sich auf den Weg nach Santiago di Compostela zu machen, waren ein Hörsturz und eine Operation.Darüber hinaus hatte er das Buch der amerikanischen Schauspielerin Shirley MacLaine „Der Jakobsweg: eine spirituelle Reise“ gelesen, in dem sie von ihren „Wiedergeburten“ schreibt. Ihr Buch und ein Wanderführer waren auf Kerkelings Wallfahrt seine einzige Lektüre. Kerkeling wählte für seine Wanderung den klassischen Jakobsweg, ausgehend von Saint-Jean-Pied-de-Port, etwa 770 km vom Santiago entfernt. Und er beschreibt, wie er sich – wie alle anderen pilgernden Menschen auch – mit den physischen und psychischen Anforderungen einer solchen Wallfahrt auseinandersetzen muss. Dabei lernt er nicht nur sich und seinen Glauben besser kennen. Vielmehr schildert er teils sehr plastisch, welchen Charakteren er auf seinem Weg begegnet ist. Dies geschieht …

Valentin: Wie man mit Kritik umgeht

Valentin: Wie Du mit Kritik umgehen kannst.

 Hallo, Valentin hier. ​Viele meinen ja, jeder Tag wäre für uns Katzen gleich, als würde sich immer alles wiederholen. Aber so ist das gar nicht. Natürlich, wir lieben es, wenn sich unsere Umwelt nicht verändert, der Sessel immer dort steht, wo er eben steht und die Zeiten immer gleich sind. Ich weiß zum Beispiel genau, wann ich etwas zu fressen bekomme und wann es ins Bett geht. Es ist außerdem schön zu wissen, dass ich jeden Morgen um 6.29 Uhr – außer samstags und sonntags und montags – aufstehen kann und es dann gleich losgeht. Dann habe ich nämlich Bad-Dienst, das heißt, dass ich meinem Menschen ins Bad folge und genau beobachte, was er tut. Das ist sehr spannend finde ich. Immer gibt es etwas Neues zu entdecken.Aber ich mag eben auch Variationen. Zum Beispiel nutze ich gerade meine geliebte Hängematte nicht mehr. Ich habe überlegt, sie einfach eine Zeit nicht mehr zu nutzen und nach anderen Möglichkeiten ausschau zu halten, wo ich gut kuscheln kann.  Und in ein paar Wochen, dann tue ich einfach so, …

Genug! – Wann ist es eigentlich genug?

Menschen „ziehen die Reißleine“ und verändern ihr Leben. Sie geben eine verantwortliche Position kurzfristig und plötzlich ab. Wenn es sich dabei um eine Parteivorsitzende handelt, wird das Ganze tagelang medial breit besprochen. Und ich beobachte bei mir selber, wie ich Kommentare und Berichte dazu nachlese und auch irgendwie berührt bin über die Klarheit, die ein Mensch ausstrahlt, wenn er sagt, dass es jetzt genug ist. Die breite Palette zwischenmenschlicher Beziehungen scheint dabei sichtbar zu werden: Worte des Respekts, der Ermutigung zum Durchhalten und zum Zusammenhalt – vielleicht das ein oder andere schlechte Gewissen, durch eigenes Verhalten für diese Entscheidung mitverantwortlich zu sein. Wahrnehmung für das, was mir gut tut Ich musste in diesen Tagen darüber nachdenken, wie ich bei mir selber wahrnehmen kann, wann etwas genug ist. Bei den bekannten Fällen der Tagespolitik hat man den Eindruck, dass etwas nicht mehr stimmig ist, das es nicht mehr auszuhalten ist. Also eher ein: Es reicht – ich mache nicht mehr so weiter. Gibt es denn auch ein positives Gefühl von genug? Eine Wahrnehmung für das, was …

Unsere Musiker zu Pfingsten: Andreas Burckhardt und Ahed Nofal

Am Pfingstsonntag feiern wir um 18.00 Uhr unseren Gottesdienst. Andreas Burckhardt, Saxophon Wie bist Du zur Musik gekommen? Ich habe mit Violine u. Klassik begonnen, aber das Hören einiger für mich unglaublich inspirierender Saxophon-Aufnahmen haben mich zu einem Jazz-Saxophonisten werden lassen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Das waren Musiker wie Jan Gabarek, John Handy, Bernd Konrad und viele Aufnahmen, die man heute als Weltmusik bezeichnet. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Ich bin schon seit vielen Jahren musikalisch mit der Kirche verbunden. Die spirituelle Energie und der Klang eurer Hauskirche ist immer wieder sehr inspirierend. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen? Das wären auf jeden Fall die energiegeladene Jazz-Musik der 60er Jahre und die mittelalterliche sakrale Musik. Ahed Nofal, Oud Wie bist Du zur Musik gekommen? Ich bin in einer Kultur aufgewachsen, in der Musik zum Alltag gehört deswegen habe ich als Kind immer Musik gemacht z.B. in der Schule, bei soziale Anlässe und bei der Arbeit …

„Was glotzt Du?“

Manchmal hört man diese Frage, wenn man an einer Gruppe von Kinder oder Jugendlichen vorbeigeht. In der Apostelgeschichte steht die gleiche Frage – aber deutlich vornehmer formuliert: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch fort in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“ (Apg 1,11) Was hat es mit der Himmelfahrt Christi auf sich? In den ersten drei Wochen der Osterzeit haben wir in den Gottesdiensten viele Erzählungen gehört, in denen der Auferstandene den Jüngern erschienen ist. Seit dem vierten Ostersonntag lesen wir Abschnitte aus dem Abschiedsreden Jesu, die im Johannesevangelium aufgeschrieben sind.Spannend ist, dass alle vier Evangelisten das Thema Auferstehung, Himmelfahrt und Geistsendung ganz unterschiedlich behandeln:Der Evangelist Lukas schildert die Geistaussendung am fünfzigsten Tag nach Ostern in seinem zweiten Buch, der Apostelgeschichte, als stürmisches Ereignis (vgl. Apg 2) Die Himmelfahrt Christi – zehn Tage zuvor – führt auf diese Geistsendung hin. Aber das ist nur die Sicht des Lukas. Für den Evangelisten Johannes finden Auferstehung …

Mareike Morr

Unsere Musiker am Sonntag: Mareike Morr und Maxim Böckelmann

Unsere Musikerin im Gottesdienst: Mereike Morr Wie bist Du zur Musik gekommen? Meine beiden großen Schwestern hatten bereits Klavierunterricht und dieses Instrument hat mich unglaublich fasziniert. Jedenfalls erschien mir die Blockflöte als nicht geeigneter Ersatz. So durfte auch ich mit 5 Jahren Klavierunterricht nehmen. Das gemeinsame Singen im Urlaub, auf langen Autofahrten und bei Festen und Feiern hat meine Liebe zum Gesang geweckt, so dass auf das Klavierstudium dann das Gesangsstudium folgte. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Mein langjähriger Klavierprofessor Karl-Heinz Kämmerling hat mich seit meiner Kindheit geprägt, inspiriert und wachsen lassen. Ein intensives Opernerlebnis von R. Strauss‘ „Der Rosenkavalier“ bei den Salzburger Festspielen hat das Feuer für die Oper entzündet. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Meine langjährige Arbeit mit Bruder Karl-Leo in der cella-Praxis verbindet mich auch mit der Hauskirche. Meiner Dankbarkeit für diese Arbeit möchte ich mit einem fröhlichen Herzen Ausdruck verleihen. Im Gottesdienst zu singen ist für mich ein wunderbarer Dienst an Gott. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In …

Wer werde ich als alter Mann sein?

Autofahren habe ich bei Herrn Buxot gelernt. Er hatte seine Fahrschule in Soest in einem Parkhaus mit angeschlossenen Büro- und Wohnräumen. Er war ein verständiger und freundlicher Mann, der mir mit etwas Geduld das Autofahren beibrachte. Und wenn man gezeigt bekommt, wie man lenkt, bremst, kuppelt und schaltet und das alles zur gleichen Zeit oder in der richtigen Reihenfolge, dann bleiben manche grundsätzlichen Lebensweisheiten nicht aus. Auch das Autofahren kann als Metapher für das Leben dienen und dafür muss man sich nicht einmal besonders anstrengen. Ich kann mich beispielsweise daran erinnern, als Herr Buxot mir erklärte, wie man sich als Autofahrer auf der Autobahn verhält. Er sagte mir, dass wir immer dorthin fahren, wohin wir gucken. Und wenn ich einen LKW überholen will, dann soll ich nicht den LKW anschauen, sondern auf die Straße etwa 100 Meter vor mir, denn dort will ich ja hin – wer will schon einen LKW küssen?Das habe ich mir gemerkt und mache das bis heute. Innere Bilder Und später, während einer meiner Fortbildungen, musste ich wieder an Herrn Buxot …

Was wollen uns die Alten in den Märchen sagen?

Podcast: Was wollen uns die Alten in den Märchen sagen?

In den Märchen tummeln sich allerlei Wesen und Gestalten. Manche aus einer anderen Welt, manche ganz diesseitig und wieder andere irgendwie dazwischen. Alle haben ihre Aufgabe und haben eine Botschaft für den Zuhörer und die Zuhörerin. Auch alte Menschen kommen in den Märchen vor und auch sie wollen uns etwas über das Alter und das Altern sagen und können Hinweise dazu geben, was es heißen kann, alt zu sein. Und wenn uns die Märchen davon berichten, dann heißt es auch, dass das Altern an sich eine Aufgabe und eine Frucht hat. Um diese Frucht geht es in diesem Interview mit Heiderose Schweikart. Frau Schweikart ist ausgebildete Märchenerzählerin, hat schon mehrfach in der Cella Märchenabende gegeben und ist eine wirkliche Sucherin innerhalb und außerhalb der Märchen. Und manchmal auch Finderin – denn davon wird sie berichten, was sie selber über die Alten in den Märchen gelernt hat.