Jahr: 2018

Stress lass nach

Stress, lass nach…

Stress, lass nach… „Ist es bei Ihnen auch so schlimm vor Weihnachten“, wurde ich in den letzten Tagen häufiger gefragt. Meistens schließt sich an diese mitleidsvolle Frage auch gleich der Jammer an, wie stressig die Adventszeit gerade wieder ist. Und tatsächlich könnte ich problemlos in diese Klage einstimmen: In der Winterzeit ist die Praxis deutlich voller, im Kloster gibt es viel mehr Dinge vorzubereiten, in der Verwaltung ist der Jahresabschluss vorzubereiten – die Liste ließe sich fast beliebig verlängern. Also der echte „Advents-Stress“. Allein dieses zusammengesetzte Wort hat im tiefsten Sinne etwas Antagonistisches. Stress ist körperlich gesehen eine Notfallreaktion, die uns befähigt Auseinandersetzungen mit einer Gefahrensituation gut bestehen zu können. Advent ist eigentlich eine Zeit des Wartens auf die Ankunft des Erlösers. Da sollte uns doch überhaupt keine Gefahr drohen – ganz im Gegenteil. Der vererbte Schutzmechanismus Theoretisch alles klar –  und doch kennen viele in diesen Tagen die körperlichen Erfahrungen von Anspannung und Belastung. Der Körper reagiert wie bei Gefahr. Diese Gewohnheit hat der Mensch seit vielen Tausenden von Jahren erlernt und bewahrt. Hormone …

Impuls am Sonntag: Dr. Gábor Lengyel, Rabbiner

Rabbiner Dr. Gábor Lengyel Alter und Beruf: Ich bin am 13. Januar 1941 geboren, also werde ich im Januar, so G’tt will, 78! Ich bin Senior Rabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover und seit März dieses Jahres auch Rabbiner der neugegründeten „Reformsynagoge“ in Hamburg. Darüber hinaus bin ich seit 2012 Dozent/Lehrbeauftragter der Leibniz Universität Hannover. Was bedeutet Ihnen Glaube? Das Wort Glaube (auch Glauben) wird verwendet, um eine Grundhaltung des Vertrauens zu bezeichnen. Das Wort zielt auf Vertrauen, Gehorsam, Treue. Im Hebräischen gibt es die Wurzel „Aleph-Mem-Nun“, daraus wird das Wort Emuna „das Glauben“, oder „Zuversicht“ oder „Vertrauen in Gott“ abgeleitet. Emuna wird als Überzeugung und Erkenntnis einer tief in der Seele verwurzelten Wahrheit beschrieben. Emuna steht über dem Verstand und dem Gefühl und ist ein jüdisches Erbe von den Vorvätern und -müttern her. Wir haben jedoch kein Dogma des Glaubensbekenntnisses, wie das in Christentum und im Islam der Fall ist. Glauben ist vor allen Dingen eine Privatsache! Wir fragen nicht nach dem Glauben, sondern nach Taten! „Unter allen Vorschriften und Verordnungen des mosaischen Gesetzes …

Christian Mund

Unser Musiker am Sonntag: Christian Mund

Christian Mund Wie bist Du zur Musik gekommen? Als Kind und Jugendlicher war ich in einem Internat in Bayern. Da gehörte ein Bläserquartett obligatorisch dazu. Und als eine Klarinette benötigt wurde, habe ich mich gemeldet, ohne zu wissen, was mich erwartet. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Als ich eine Zeit sehr wenig Klarinette gespielt habe und außer Übung gekommen war, hat mich dann Klezmer fasziniert. Da sagte ich mir, das will ich auch spielen, hörte mir viele Aufnahmen an und griff wieder zur Klarinette. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Ich habe nun schon öfter in diesem schönen sakralen Raum gespielt und schätze die Stimmung und den Klang des Raumes. Dazu kommt, dass es für mich schon immer dazu gehörte, Musik im Gottesdienst zu spielen. In dem Internat hatten wir einen besonders musikalischen Pater, der mit uns Schülern eine der ersten “Jazzmessen“ aufführte. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen? Eine schwere Frage, jede Epoche hat ihre …

Auf ein Neues!

Auf ein Neues! Oder: alle Jahre wieder. Zum sechsunddreißigsten Mal – seit ich im Kloster bin – habe ich in der vergangenen Woche die Bändchen in meinen liturgischen Büchern von hinten nach vorne gelegt; denn mit dem Ersten Advent hat ja wieder einmal ein neue Kirchenjahr begonnen. Dabei kündigt sich die Advents- und nahende Weihnachtszeit schon seit Wochen an: die Gänge in den Supermärkten sind enger als sonst, weil viele zusätzliche Regalelemente ausgestellt sind, die Gebäck, Printen, Christstollen und Adventskalender enthalten. Und die Weihnachtsmärkte haben auch schon geöffnet… Was feiern wir eigentlich im Advent? Liturgie-theologisch ist der Advent eine Vorbereitungszeit in doppelter Hinsicht: Vom ersten Adventssonntag bis zum 16. Dezember hören wir in der Liturgie endzeitliche Texte, zum Beispiel von alttestamentlichen Propheten und Texte über Johannes den Täufer mit seinen Mahnungen zur Umkehr und Buße. Vom 17. bis 24. Dezember wird dagegen der Blick auf die Verheißung der Geburt Christi gelenkt und auf Maria und Josef. Die Vermischung der beiden Bedeutungen der „Ankunft Christi“ erklärt sich aus unterschiedlichen Traditionen im Lauf der Jahrhunderte: So gab …

Unser Musiker am Ersten Advent: Daniel Schindler

Wie bist Du zur Musik gekommen? Mein Opa starb, als ich vier Jahre alt war. Er spielte Violine in einem Berufslaienorchester und scheint mich frühkindlich so stark geprägt zu haben, dass der Wunsch, auch Violine zu erlernen, da bereits sehr groß war. Mit der Einschulung bekam ich dann endlich meinen ersten Unterricht. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Nach meinem Opa meine zweite Geigenlehrerin. Sie vermittelte mir die Musik auf eine sehr intrinsisch motivierende Art und Weise. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Da ich diesen Ort auch gerne nutze, um nach anstrengenden beruflichen Phasen wieder zu mir selbst zu finden, verknüpfe ich speziell mit der Hauskirche der Cella St. Benedikt eine meditative Atmosphäre. Es ist für mich ein zeitloser Ort. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen? Mich interessieren besonders die alten Hochkulturen. Eine Zeit, aus welcher nahezu keine musikalischen Überlieferungen in Form von Notenschrift existieren. Es wäre schon spannend zu wissen, wie es damals klang.

Linsensalat

Klosterküche: Linsensalat

Linsensalat Bei uns zu Hause gab es Linsen, entweder als allseits bekannten Eintopf oder süßsauer als Gemüsebeilage. Dass man Linsen auch als Salat anrichten kann, habe ich erst später kennengelernt – mit großem Genuss. Hier eine sehr einfach Variante, die es sich aber natürlich nachzumachen lohnt. Zutaten 500 g Linsen (am besten die roten Linsen) 250 g getrocknete Tomaten, eingelegt in Öl 1 Zucchini 3 Frühlingszwiebeln 3 Zehen Knoblauch 10 Blätter Basilikum 6 EL Balsamico-Essig 14 EL Olivenöl Salz Pfeffer, schwarzer aus der Mühle Zubereitung – Linsen nach Packungsangabe kochen und abkühlen lassen. – die getrockneten Tomaten, die Zucchini und den Basilikum klein schneiden – Zwiebeln in Würfel schneiden – und alles zusammen mit den Linsen in eine Schüssel geben. Aus den anderen Zutaten ein Dressing mixen und dies dann über die Zutaten in der Schüssel geben. Alles gut durchziehen lassen. Lass es Dir schmecken!

Unsere Musikerin am Samstag: Charlotte Weinberg

Charlotte Weinberg Wie bist du zur Musik gekommen? Wie viele Kinder wurde auch ich in der Grundschule gefragt, ob ich gerne ein Instrument spielen möchte. Dabei war für mich von Anfang an klar, dass es das Cello werden soll. Warum, das weiß ich nicht mehr genau, aber der wunderschöne, warme Klang und das, was man mit diesem Instrument ausdrücken kann, überzeugen mich bis jetzt immer wieder. Wer hat dich musikalisch bisher am meisten beeinflusst? Das ist in erster Linie meine Lehrerin, die mir technische Fertigkeiten beigebracht hat, aber auch das Interesse für klassische Musik in mir wecken konnte. Außerdem mein Lehrer für Musiktheorie und Gehörbildung, durch den ich erst gelernt habe, Musik nicht nur zu spielen und zu konsumieren, sondern auch zu hören und zu verstehen. Und nicht zuletzt haben mich viele Menschen, mit denen ich Kammermusik spielen durfte, deren Lehrer und mein Orchester bereichert. Was bedeutet es für dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Eine Kirche ist ein besonderer Ort – auch für das Musizieren. Durch die charakteristische Akustik …

Tagebuch: Hauptsache gesund!

Tagebuch: Hauptsache gesund!

Gesundheit ist vielschichtig, bedroht, ein hohes Gut, ein großes Thema, langweilig, etwas für alte Menschen, immer das Gleiche…Wie steht es um Deine Gesundheit? Dieses Thema behandel ich in meinem heutigen Tagebucheintrag und philosophiere ein wenig darüber, was Gesundheit eigentlich ist und wie Gesundheit für viele zu einer Religion geworden ist.