Alle Artikel mit dem Schlagwort: Glaube

Begeisterung

be-GEIST-ert sein

be-GEIST-ert sein Bei einer Forsa-Umfrage vor einigen Jahren wurden Menschen gefragt, was wir an Pfingsten feiern. Weniger als 50 Prozent der Befragten wusste die richtige Antwort. Dabei gehört Pfingsten neben Ostern und Weihnachten zu den großen Festen der christlichen Kirchen, wird es doch als die Geburtsstunde der Kirche angesehen. Der Bericht des Lukas Außerdem beschreibt der Evangelist, dessen Kindheitsgeschichte Jesu wohl deutlich mehr Menschen bekannt ist, die Geistsendung sehr plastisch: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apg 2,1-4) Geschichtliche Entstehung des Pfingstfestes Wie viele anderen christlichen Feste liegt das Pfingstfest auch auf einem jüdischen Festtag; denn sieben Wochen nach dem Pesachfest feiern gläubige Juden das Schavuot („Wochenfest“), das man …

Eine Katze denkt über den Glauben nach

Eine Katze denkt über den Glauben nach Valentins Welt Hallo, Valentin hier. Es wird mal wieder Zeit, dass ich mich melde. In den letzten Wochen habe ich die Sonnenstrahlen, die manchmal in unsere Wohnung hinein fielen, sehr genossen. Dann habe ich mich mitten auf den Weg gelegt, dort wo eben die Sonnenstrahlen hin fielen, habe mich gereckt und gestreckt und dann das getan, was ich sehr gerne tue: mich auf den Rücken gelegt und die Beine in den Himmel gestreckt. Und dort lag ich dann viele Stunden lang. In der Sonne zu liegen ist etwas Wunderbares. Fast genauso schön ist es, wenn ich unter einer Decke liege oder mitten auf der Kratztonne liegen kann. Was ist Glaube? Heute möchte ich ein ganz anderes Thema behandeln. Ich habe mir nämlich Gedanken gemacht, was das eigentlich ist, Glaube. Wie ich darauf komme? Naja, dort, wo ich wohne gibt es viele Bücher über den Glauben und da ist es doch naheliegend, sich darüber Gedanken zu machen, nicht wahr? Ich weiß ja, dass manche Menschen glauben. Aber ich habe …

P. Martin Werlen

Glaube, der weiter führt – P. Martin Werlen

P. Martin Werlen Glaube, der weiter führt Am Beginn eines jeden Jahres ziehen wir uns zusammen mit unseren Brüdern in Meschede für gut 6 Tage zu Exerzitien zurück. Diese Tage sind zumeist geprägt von einem Gast, der zweimal am Tag einen Vortrag von ca. 45 Minuten hält. In  der Zwischenzeit bleibt Zeit darüber nachzudenken, die Worte auf sich wirken zu lassen, zu beten, meditieren usw. In diesem Jahr durften wir P. Martin Werlen begrüßen, der von 2001 – 2013 Abt des bekannten Klosters Einsiedeln war. Er ist vor allem dadurch bekannt geworden, dass er als Abt den Kurznachrichtendienst Twitter stark genutzt hat. Später schrieb er mehrere Bücher. Unter anderem „Miteinander die Glut unter der Asche entdecken“ in dem er mehrere Reformen innerhalb der Kirche anmahnt. Dazu zählen neue Regeln für Bischofsernennungen, Revision der Zölibatsvorschriften, Zulassung von Frauen zum Priesteramt, Neuregelung der Kompetenzen der Kardinäle und ein neues Beratungsgremium für den Papst. In unserem Interview konnten wir natürlich nicht alle diese Themen ansprechen. Uns war es wichtig, auch den Menschen selber etwas besser kennen zu lernen. Es …

Was feiern wir eigentlich im Advent?

Was feiern wir eigentlich im Advent?

Was feiern wir eigentlich im Advent? Da die Lebkuchen- und Spekulatius-Packungen schon seit Wochen in den Regalen im Eingangsbereich der Supermärkte stehen, und wenn nun beim Gang über die Weihnachtsmärkte vereinzelt Schilder auffallen, die verkünden, dass hier (an dieser Bude) eine „Weihnachtsmann-freie Zone“ sei, stellt sich mir die Frage, was dieser ganze Buhei eigentlich soll. Geht es nur um Kommerz und Konsum? Die doppelte Bedeutung des Advents Jenseits von allem Kommerz ist der Advent zum einen die Vorbereitungszeit auf die liturgische Feier der ersten Ankunft Christi, also auf Weihnachten. Zum anderen soll der Advent aber auch die Erwartung der endzeitlichen Ankunft Christi ins Gedächtnis bringen. Liturgiegeschichtlich fällt auf, dass vor allem unter dem Einfluss der iro-schottischen Missionare in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends die endzeitliche Erwartungshaltung in den Vordergrund gerückt wurde und die Wochen vor Weihnachten den Charakter einer Fasten- und Bußzeit hatten – woher ja heute noch die violette Farbe herrührt. Aber die römische Tradition hat sich im Festhalten am freudigen Halleluja, das ja in der österlichen Bußzeit entfällt, durchgesetzt und den Advent …

Kann ich mich beschenken lassen

Kann ich mich beschenken lassen?

Kann ich mich beschenken lassen? Als ich noch nicht lange im Kloster war, war es mir oftmals unangenehm: Ich bekam etwas geschenkt – und ich konnte nichts zurückschenken, weil ich ja kein eigenes Geld besaß… Im Laufe meines Klosterlebens hat sich meine Einstellung zum Beschenkt-Werden jedoch geändert. Heute freue ich mich, wenn ich etwas geschenkt bekomme, weil ich weiß, dass der Schenkende mir gegenüber damit seine Wertschätzung ausdrücken will – ohne den Hintergedanken, dass er dafür etwas Materielles zurückerhalte. Gerade die Beschäftigung mit der Bibel bestätigt dies. Die Botschaft Jesu Der Evangelist Lukas berichtet im 14. Kapitel seines Evangeliums, dass Jesus bei einem Pharisäer zum Essen eingeladen war: „Er sagte zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird …

Poesie des Lebens

Poesie des Lebens

Poesie des Lebens „Preiset, Ihr Seine Knechte, Preiset seinen Namen!“ Psalm 113 „Preiset seinen Namen!“ – Der Psalm fährt fort: „SEIN Name sei gesegnet von jetzt bis hin in die Zeit, vom Aufstrahlen der Sonne bis zu ihrer Heimkunft SEIN Name gepriesen!“ Ich habe für diesen Psalm die Übersetzung von Martin Buber (1878-1965) gewählt, dem chassidischen Philosophen des Dialogs zwischen Ich und Du, denn nur am Du werden wir zum Ich. Das dialogische Prinzip zeigt sich in der Offenheit des Hörens und in der Veränderung, die es in uns selbst bewirkt. Der Name Gottes hat mich fasziniert, so lange ich denken kann, so lange ich lebe. Was immer im Namen Gottes gesprochen wurde, hat Rückfragen ausgelöst: Woher weiß der andere das so genau? Mit welchem Recht beruft er sich auf den Namen Gottes? Ist hier nicht der Missbrauch des Denkens der Zwillingsbruder des Sprechens? Führt die Berufung auf Gottes Namen nicht immer wieder einmal zum Missbrauch von Macht? Um Antwort zu finden auf solche Fragen, studierte ich 1974-1979 Theologie, in einer Zeit, die nach Aufbruch …

Introitus statt Exitus

Welcher Psalm-Vers gefällt Dir besonders gut oder hat für Dich persönlich eine besondere Bedeutung? ….und sollte ich wandeln im finsteren Tal,so fürchte ich kein Unheil.denn Du bist bei mir…. (Ps. 23,4) Wie würdest Du den Vers in Deiner eigenen Sprache formulieren und welche Bedeutung hat der Vers für Dich persönlich? …und wenn die Angst und wenn der Tod in mein Leben fällt, so erinnert mich daran, ich bin nicht allein. das finstere Tal ist nicht das Ende, sondern fährt zum Licht. Nein, ich lass dich nicht allein ich bin bei Dir!! Nada te turbe, nada te falta.. Und dann hört das Lied von Reinhard Mey-„Nein, ich lass dich nicht allein…“ In welcher Lebenssituation könnte man diesen Vers jemandem an die Hand geben? Wenn der Arzt sagt „EXITUS“ sagt der Gläubige: „INTROITUS“ Angenommen, der Vers wäre der Titel eines Filmes – wovon würde der Film handeln? Ein Mensch – Er zweifelt er schreit! Ich bin so allein, ich bin so furchtbar allein!!! („Draussen vor der Tür“; Wolfgang Borchert) Ein Mensch ein Galgenvogel, hängt am entsetzlichen Folterinstrument KREUZ. …

Psalmen

Du gibst mir Heimstatt

Welcher Psalm-Vers gefällt Dir besonders gut oder hat für Dich persönlich eine besondere Bedeutung?   „Selbst wenn mich Vater und Mutter verlassen, der Herr gibt mir Heimstatt.“ (Ps 27,10) Wie würdest Du den Vers in Deiner eigenen Sprache formulieren und welche Bedeutung hat der Vers für Dich persönlich? Ich mag die Sprache dieses Verses! So singen ihn die Brüder in Hannover und in Königsmünster freitags in der Vesper. Ich war sechs Jahre zu Hause in der Abtei, ich bin es immer noch, wenn auch anders. Vielleicht würde ich statt „Herr“ lieber „Gott“ sagen. Aber an das womöglich etwas ältlich klingende „Heimstatt“ würde ich nicht rühren! Ich höre darin gerade deshalb etwas zutiefst Bewährtes, Unumstößliches – und genau das passt. Der Vers ist eines der ersten Psalmzitate, an das ich mich erinnern kann. Ich war 15 und zum ersten Mal im Kloster. Der Pater erzählte von Gottvertrauen – und da kam dieser Vers. Ich fühlte, nein: ich wusste mich bis in meinem Kern aufgehoben. Und ich wusste: Das wird für immer bleiben. Seit einigen Tagen bin ich 50. Vor knapp vier Jahren starb meine Mutter. Mein Vater ist sehr …

Alles ruht in Gott

Ich aber, HERR, ich vertraue auf dich, ich sage: „Mein Gott bist du!“ In deiner Hand ist mein Geschick. Ps 31,15f Dieser Psalmvers begleitet mich seit fast dreißig Jahren. Damals lebte ich als Benediktiner in der Abtei Königsmünster und wir Novizen wählten ihn als unseren Professspruch. Mein Leben hat mich weitergeführt, aber die fünf Jahre im Kloster haben es nachhaltig geprägt. Vieles in dieser Zeit Erlernte ist mir innerer Halt und Heimat geworden – insbesondere das Beten und Meditieren der Psalmen. Der 31. Psalm wird im Wochenrhythmus des deutschsprachigen benediktinischen Stundengebetes in der Komplet am Freitag gesungen. Die seelenreinigende Kraft dieser letzten Gebetszeit des Tages ist nicht zu unterschätzen: der Rückblick auf den Tag, der gleichmäßig schwingende Wechselgesang in den nächtlich dunklen Kirchenraum hinein, der täglich gleiche Hymnus, das Anvertrauen an die Gottesmutter im letzten Lied des Tages – das alles sind Vorboten eines geruhsamen Schlafes nach einem anstrengenden, vielleicht aufreibenden, hektischen, ausgelassenen oder gar traurigen Tag. Auch die Worte der in der Komplet gesungenen Psalmen tun ihr Übriges: von der Zuflucht bei Gott, vom …