Monate: September 2015

Quellen zum Glück Teil 1

In einer Reihe von Artikeln möchte ich den Quellen des Glücks nachgehen. Aber was ist Glück überhaupt, was bedeutet Glück für Dich? Ist es die Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens? Geht es also um das, was ich mir wünsche und ersehne? Jeder will glücklich sein – wer sucht schon bewusst das eigene Unglück. Und doch ist es manchmal so, dass Unglück Glück bedeuten kann – nicht nur als Endergebnis. Oder? Ich will an dieser Stelle nicht zu lange herumphilosophieren, sondern Wege des Glücks aufzeigen und kurz vorstellen. Glück durch Selbsterkenntnis und Menschenerkenntnis Zum Glück gehört es auch, sich selber gut zu kennen, die eigenen Motive zu kennen, die mich zu bestimmten Handlungen und Gedankengängen motivieren. Warum tue ich das gerade? Warum schreibe ich gerade diesen Artikel? Was bewegt mich im Innersten? Dazu gehört eine Menge Zeit und Introspektion, um das zu wissen. Und es gehört Ehrlichkeit dazu, denn unsere Motive sind nicht immer so nett und wohlerzogen, sondern manchmal einfach nur egoistisch und berechnend. Mit der Selbsterkenntnis folgt auch schon die Menschenerkenntnis. Hier geht es …

Ist Dinkel gesund?

Keine Frage: Dinkel ist ein echtes Kult-Getreide. Aus meiner Kindheit weiß ich noch, dass lediglich Hafer, Weizen und Gerste angebaut wurden. Ganz selten gab es noch Felder mit Roggen. Da der Halm aber zu groß wurde, hat man ihn wie es hieß “klein gespritzt”, also chemisch das Wachstum unterbunden. Von Dinkel war nie die Rede! Hildegard von Bingen hat ja bekanntlich auf Dinkel geschworen. Sie schreibt: “Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst, ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit. Und wie immer zubereitet man ihn isst, sei es als Brot, sei es als andere Speise, ist er gut und lieblich und süß.” Ist Dinkel gesund, so gesund, wie Hildegard es behauptet? Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür. Es handelt sich aber beim Dinkel um ein 10.000 Jahre altes Getreide, ein so genanntes Urgetreide, dass sich in seinen wesentlichen Bestandteilen so gehalten hat und nicht gekreuzt wurde. Viele Allergiker …

Bernhard Sprengel

Bernhard Sprengel war einer der wichtigsten Kunstmäzene unserer Stadt. Hannover hat ihm viel zu verdanken. Das Sprengel Museum am Maschsee ist ein kultureller Ort von internationaler Ausstrahlung, den es ohne ihn nicht gäbe. Am 22. Januar dieses Jahres jährte sich Sprengels Todestag zum 30. Mal. Zwei wichtige Faktoren prägten das Leben Bernhard Sprengels – Kunst und Schokolade. Sein Name ist in Hannover noch immer eng mit der ehemaligen Schokoladenfabrik in der Nordstadt verbunden. Er war der letzte Chef der Schokoladenfabrik, die sein Großvater 1851 gegründet hatte. Bernhard Sprengel wurde 1899 in Hannover geboren. Nach Abitur und Kriegsdienst studierte er Rechtswissenschaften. Die Schokoladenfabrik übernahm er 1923 und stand mehr als 50 Jahre an der Spitze des Unternehmens. Seit Kindesalter fühlte sich Sprengel der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts eng verbunden, aber auch der Musik galt früh sein größtes Interesse. Als älterer Herr formuliert er rückblickend über sein Leben: „Mir ist das besondere Glück zuteil geworden, mich in meinem Leben neben den beruflichen Tätigkeiten ganz intensiv mit Musik und mit bildender Kunst beschäftigen zu können.“ Das Haus der …

Thomas Merton

Sein leben war schillernd, in manchen Zügen wild, doch irgendwann spürte er wohl, dass es etwas anderes in seinem Leben gibt als Lust und Leidenschaft, dass es einen inneren Ruf und einen inneren Durst gibt, der sich durch sein bisheriges Leben nicht stillen ließ. Am 31. Januar 1915 wurde Thomas Merton in Prades (Ost-Pyrenäen) geboren, später lebte er in Amerika und ind England. Studierte in Cambridge und näherte sich durch die mittelalterlichen Philosophen dem christlichen Gottesbegriff. Er wurde getauft und trat dann am 13. Dezember 1941 als Postulant der Trappistenabtei Our Lady of Gethsemani in Kentucky (USA) ein. Der Trappistenorden ist ein Reformzweig der Zisterzienser, die wiederum ein Reformzweig der Benediktiner sind. Es sind streng lebende und schweigende Mönche, zu denen sich Thomas Merton hingezogen fühlte. In seinen Büchern berichtete er von seiner Konversion und seinen ersten Jahren im vorkonziliaren Kloster in Kentucky.  

Weisheit aus der Wüste

Weisheit aus der Wüste

Hier eine neue Geschichte in der Reihe: Weisheit aus der Wüste Altvater Niketa berichtete von zwei Brüdern, die zusammenkamen um ein gemeinsames Leben zu führen. Der eine nahm sich folgendes vor: „Wenn mein Bruder etwas wünscht, dann werde ich es ihm tun.“ Ebenso dachte auch der andere. “ Ich werde den Willen meines Bruders tun.“ Und sie lebten viele Jahre in großer Eintracht. Als der böse Feind das sah, zog er aus, sie zu trennen. Er stellte sich an die Vordertür und zeigte sich dem einen als Taube, dem anderen als Krähe. Da sagte der eine: “ Siehst du die Taube da?“ Der andere darauf: „Das ist doch eine Krähe“ Und sie begannen zu streiten, indem einer dem anderen widersprach, und sie erhoben sich und begannen einen Kampf bis aufs Blut zur größten Freude des Feindes, und sie trennten sich. Nach drei Tagen kamen sie zu sich und besannen sich, warfen sich voreinander zu Füßen und dann gab ein jeder zu, dass es ein Vogel gewesen sei, was sie gesehen hatten. Sie erkannten die Anfechtung …

Ernesto Cardenal

Ernesto Cardenal

Er ist Dichter und Theologe, Priester,  er war Minister, er war Mönch, lebt auf einer kleinen Insel und ist ganz gewiss eine Ausnahmeerscheinung: Ernesto Cardenal. Geboren am 20. Januar 1925 in Granada, besuchte er dort die Jesuitenschule. Schon damals begann er Gedichte zu schreiben. 1942-1946 studierte er Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universidad Nacional Autonoma von Mexiko, anschließend bis 1949 an der Columbia University in New York. Zwischen 1949 und 1950 bereiste er Italien, Spanien und die Schweiz. Ende der 1950er Jahre schloss er noch ein Theologie-Studium in Mexiko und Kolumbien an. Bereits während des Studiums beteiligte er sich an der revolutionären Bewegung, weshalb er 1956 das Land verlassen musste. 1957 trat er in das Trappistenkloster Gethsemany in Kentucky ein, wo Thomas Merton sein Novizenmeister war. In jener Zeit hat er auch eines seiner Hauptwerke geschrieben: Das Buch von der Liebe. Aus gesundheitlichen Gründen musste er dann 1959 das Kloster wieder verlassen, studierte in einem Benedintinerkloster katholische Theologie und wurde 1965 zum Priester geweiht. Am 19. Juli 1979 kehrte Cardenal nach Nicaragua zurück und übernahm …

Ein Hocker und die Fastenzeit

Was hat ein Hocker mit der Fastenzeit zu tun? Hocker zählen im Allgemeinen nicht zu den Möbelstücken, denen man besondere Aufmerksamkeit schenkt. Ein Hocker ist einfach da oder eben nicht, er fehlt, es wäre gut, wenn er da wäre, aber was soll man machen, dann nimmt man halt etwas anderes, das die gleiche Funktion übernehmen kann. Auf einem Hocker sitzen müssen, das gilt nach üblicher Meinung nicht als Zeichen ausgesprochener Gastfreundlichkeit. Es ist eher eine Degradierung, ein Stuhl oder gar der feine Sessel im Wohnzimmer wird als entsprechender und ehrerbietiger empfunden. So haben sich auch nicht all zu viele Designer Gedanken darüber gemacht, wie denn ein Hocker aussehen soll. Der Schweizer Max Bill ist einer der wenigen, die einen Hocker ganz neu gestaltet haben. “Zwei senkrechte Bretter, ein waagerechtes, die drei fest verzahnt, von einem runden Holzstab unten zusammengehalten.” so wird der Hocker beschrieben. Um es ganz anders auszudrücken: An Max Bills Hocker ist nichts dran, was nicht Hocker ist. Es ist eine radikale Reduktion, ganz auf das wesentlichste beschränkt – drei Bretter und eine …

Kloster Nütschau

Kloster Nütschau Es ist das nördlichste deutsche Benediktinerpriorat. Bestehend aus dem alten ursprünglichen Herrenhaus, einem modernen Klosterbau daneben, dem Haus St. Ansgar (Exerzitienhaus) und dem Jugendhaus, liegt das Kloster Nütschau in Travenbrück bei Bad Oldesloe. Gegründet wurde das Kloster von der Abtei Gerleve bei Coesfeld aus. Nach dem Einzug der ersten Mönche im März 1951 hatte Abt Pius Buddenborg von Gerleve schon am 6. Mai 1951 die kleine St. Ansgar-Kapelle als Mittelpunkt im Herrenhaus benediziert. Am 11. November 1960 erhob Abt Pius Buddenborg Nütschau als Priorat St. Ansgar zum von Gerleve abhängigen Prioratus simplex. Als ersten Prior führte er P. Amandus Eilermann ein und zur Kommunität gehörten acht aus Gerleve kommende Mönche. Das Kloster des hl. Ansgar zu Nütschau wurde am 16. Oktober 1975 zum Konventualpriorat erhoben und erhielt damit seine Selbständigkeit. Das Kloster Nütschau ist ein relativ junges Kloster – insbesondere, was die Brüder angeht. Zahlreiche Eintritte in den letzten Jahren haben dafür gesorgt. Im Kontext der Beuroner Benediktinerkongregation zählt Nütschau zu den Klöstern mit dem niedrigsten Altersdurchschnitt. Längst hätte das Kloster vermutlich zur …

Neues aus der Klosterküche

Neues aus der Klosterküche Besuch, der sich kurzfristig angesagt hat? Oder einfach spontan Lust auf etwas Leckeres zum Tee oder Kaffee – aber bitte nicht aus dem Supermarkt? Einfach soll es sein und schnell gehen? Da haben wir das Richtige für dich: Yoghurtbrötchen. Und davon ein Rezept, dass so einfach ist, dass man es sich merken kann: Yoghurtbrötchen 2 Wassergläser (350g) Mehl 1 Wasserglas (250g) Joghurt 1/2 Glas (80g) Öl (Sonnenblumenöl, es geht auch Olivenöl) 1/2 Teelöffel Salz 1 Päckchen Backpulver Einfach alles in eine Schüssel, mit dem Rührgerät durchkneten (vielleicht noch etwas mehr Mehl dazu) und dann zu ca. 9 Kugeln formen und bei 180 gut 20 Minuten in den Ofen. Da wir morgens immer Müsli essen haben wir Joghurt ohnehin in unserer Klosterküche – der Rest sind übliche Haushaltswaren, die die meisten ohnehin haben. Es geht sehr schnell den Teig herzustellen und Deine Gäste werden sich freuen… und Du Dich auch!