Glaube
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Was ist der Mensch…? Abt Aloysius gibt eine Antwort aus den Psalmen.

Foto: pixabay.com/Eisenmenger

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
(Psalm 139, Vers 5)

Liebe Leserin, lieber Leser,
Psalm 139 erfreut mich Woche für Woche. Die Verse dieses Psalms erklingen jeden Dienstag Abend in der Komplet, dem Nachtgebet, unserer Gemeinschaft.
Der gesamte Psalm beinhaltet tröstliche Aussagen und zugleich vermittelt er eine tiefe Zuversicht.
Darüber hinaus begleitet er mich schon seit vielen Jahren. In der Ausbildung zum Exerzitien- und Geistlichen Begleiter, wurde mir dieser Psalm einmal zur Betrachtung mit in die Meditation gegeben. Die „Ruminatio“, das „Auskosten“ der einzelnen Worte hat mir damals geholfen, eine neue und tiefe Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen. Gerne erzähle ich Menschen, die sich mir anvertrauen, von dieser Erfahrung und lade sie ein, ihre eigenen „Erfahrungen“ mit diesen Gebetsworten zu machen.

In meiner Thompson – Studienbibel ist Psalm 139 mit den Worten
„Von Gottes Allwissenheit und Allgegenwart“ überschrieben.

Gott kennt mich. Er weiß um mich. Ihm bin ich nicht fremd. Was kann tröstlicher sein?
Gottes Hände sind über mir. Ein Bild der Gutheißung und des Segens und Gesegnet sein. Und gerade dieser Gedanke gefällt mir als Benediktiner besonders. So wie Gott zu Abraham sprach: „Du sollst ein Segen sein“, so bin auch ich berufen, zu segnen.
Wenn ich den Psalmvers mit eigenen Worten formulieren sollte, würde ich sagen: Ich bin geborgen in dir, denn du bist überall. Du bildest das Dach meines Lebenshauses und darunter ist gut zu leben.

In alle Lebenssituation hinein lassen sich diese Worte sprechen. Von der Geburt über die Taufe, in besonderen Stunden die geprägt sind von Freude und Leid, bis in die Tage von Krankheit, Sterben und Tod.
Immer wieder neu, kann ich mir die Gegenwart Gottes bewusst machen, in Erinnerung rufen. Oder mit dem Apostel Paulus gesprochen: – In dir leben wir, bewegen wir uns und sind wir.

Selbst Filmemacher könnten mit diesem Psalmvers Menschen ansprechen, sowohl eine Liebesromanze, als auch eine Westernkomödie würden Einschaltquoten erreichen.

Gerade am Beginn eines neuen Jahres schenken diese Worte mir Kraft und Freude. Ich fühle mich getragen und zutiefst als Mensch bejaht. Nicht ich muss, nein ER, mein Gott sorgt und hat in seinem Plan schon alles bedacht.
Hoffentlich konnte ich bei Ihnen, liebe Leserin und Leser Interesse für Ps 139, V.5 wecken?

Ihr

+ Aloysius Althaus

Abt Aloysius2

Aloysius Althaus OSB
Abtei Königsmünster
Klosterberg 11
59872 Meschede
26.04. 1966
Krankenpfleger, Benediktiner und Abt

 

 

2 Kommentare

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    Christiane sagt

    Über diese Betrachtung des Psalm 139 habe ich mich grad sehr gefreut. Tatsächlich steht dieser Teil (und ein bisschen mehr) in meinem eigenen Gedanken- und Gebetebuch, dass mich auf vielen Wegen begleitet und in das vieles geschrieben wird, was mir begegnet, mit dem Zusatz „aus der Komplet am Dienstag“. Was mich an diesem ganzen Psalm berührt: poetische und liebevolle Worte für etwas ganz Großes, etwas, dass wunderschön und manchmal unbegreiflich ist, manchmal auch schwer zu ertragen und doch so fasziniernd… eben dies: für mich ist Psalm 139 eine einzige gegenseitige Liebeserklärung zwischen Gott und seinen Menschen…

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