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Impuls am Sonntag: Werner Seitzer

Werner Seitzer

ehem. GMD

am Theater für Niedersachsen in Hildesheim


Alter:
69 Jahre

Beruf (momentane Tätigkeit):
Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand vom offiziellen Amt gilt die lebenslange Berufsbezeichnung: MUSIKER


Was bedeutet Ihnen Glaube?
Der Glaube scheint - mit einem musikalischen Begriff gesprochen - so etwas wie einen "Orgelpunkt" meines Lebens darzustellen:

Ein beständig erklingender oder wiederholter Grundton, der - wenn auch nicht immer gleich stark wahrnehmbar - doch ganz selbstverständlich einfach "da" ist
und über dem sich, scheinbar völlig frei und ungezwungen, alle Stimmen und Erscheinungen des Lebens bewegen.
Und doch bezieht sich alles, sogar und ganz besonders bis hin zur 'schreienden' Dissonanz, letzten Endes auf ihn...



Welcher Satz (Zitat, Weisheit...) ist Ihnen wichtig?
Eine Sentenz aus Prediger 3:22, die Brahms für den ersten seiner "Vier ernsten Gesänge" ausgewählt hat:

Darum sahe ich, daß nichts bessers ist,
denn daß der Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit,
denn das ist sein Teil.

Ein Satz, der einen dringlichen Kontrapunkt darstellt zum immer absoluter vertretenen "Fun-and-wellness" - Glaubensbekenntnis unserer derzeitigen Konsum-Gesellschaft und ihrem neuen Schlagwort der "Life-work-balance". 



Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration?
Ein einzelnes Buch für einen Superlativ herauszugreifen fällt mir schwer. Zwei Bücher möchte ich aber nennen, die mich in den letzten Jahren zutiefst beeindruckt und berührt haben.
Sie sind, obwohl beide aus dem 20. Jahrhundert, von einer geradezu "alttestamentarischen Wucht":

HIOB von Joseph Roth

und

DER STREIT UM DEN SERGEANTEN GRISCHA von Arnold Zweig.

Beide zeigen auf ganz verschiedene und höchst eindringliche Weise den verschlungenen und hindernisreichen Weg ihrer Zentralgestalten zu Gott.

Wenn ich dabei von persönlicher Inspiration reden sollte, so wäre es die, einen mir vertrauten gemeinsamen "Orgelpunkt" plötzlich ganz deutlich zu hören...

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