Alle Artikel in: Glaube

Insel der Meditation

Wie Du Dir im Alltag eine Insel der Meditation schaffst

Wie Du Dir im Alltag Inseln der Meditation schaffst Meditation ist für das spirituelle Leben so wichtig wie es für die Katze wichtig ist, gestreichelt zu werden. (Man merkt mal wieder, dass ich Katzenbesitzer und -liebhaber bin). Auf das Streicheln kann die Katze durchaus verzichten. Sie wird dadurch nicht sterben und nicht zugrunde gehen. Immerhin wurden die ehemals wilden Katzen in der Wildnis auch von niemandem gestreichelt. Aber es verbessert das Dasein der Katze doch erheblich, wenn sie gestreichelt wird. Es entsteht so etwas wie die “Wohligkeit des Daseins”. Und so ist es auch mit der Meditation. In gewisser Weise ist es das Streicheln der Seele – auch wenn Meditation durchaus anstrengend, manchmal sogar langweilig und nicht ohne Mühe zu haben ist. Wenn Du mehrere Tage nicht meditiert hast, dann wirst Du daran nicht sterben. Aber wenn du längere Zeit pausierst, dann wirst du es spüren. Das Leben geht weiter, aber es geht anders weiter. Vielleicht fühlst du Dich unruhiger, weniger bei Dir, der Stresspegel nimmt zu oder was auch immer Du wahrnimmst, Du wirst …

Begeisterung

be-GEIST-ert sein

be-GEIST-ert sein Bei einer Forsa-Umfrage vor einigen Jahren wurden Menschen gefragt, was wir an Pfingsten feiern. Weniger als 50 Prozent der Befragten wusste die richtige Antwort. Dabei gehört Pfingsten neben Ostern und Weihnachten zu den großen Festen der christlichen Kirchen, wird es doch als die Geburtsstunde der Kirche angesehen. Der Bericht des Lukas Außerdem beschreibt der Evangelist, dessen Kindheitsgeschichte Jesu wohl deutlich mehr Menschen bekannt ist, die Geistsendung sehr plastisch: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apg 2,1-4) Geschichtliche Entstehung des Pfingstfestes Wie viele anderen christlichen Feste liegt das Pfingstfest auch auf einem jüdischen Festtag; denn sieben Wochen nach dem Pesachfest feiern gläubige Juden das Schavuot („Wochenfest“), das man …

integrale Spiritualität

Integrale Spiritualität – Stadtmönche on air

Integrale Spiritualität – Stadtmönche on air Man nennt ihn auch den Thomas von Aquin unserer Zeit. Auf alle Fälle ist er jemand, dem es gelungen ist, die großen Bewegungen unserer Geistesgeschichte und die ganz individuelle Entwicklung eines und einer jeden von uns in eins zu bringen. Ken Wilber – ich hörte Ende der 80er Jahre das erste Mal von ihm und las das faszinierende Buch „Mut und Gnade“, bei dem es um die Krebserkrankung seiner Frau ging. Es folgten viele weitere Bücher – gerne auch in enzyklopädischer Dicke. Sein Anliegen: die Welt integral zu sehen – und das heißt umfassend. So entwickelte er auch eine integrale Spiritualität, die umfassend und nicht ausgrenzend ist und die Brücken schlägt zwischen den verschiedenen Traditionen und Schulen. Ich sprach mit Dirk Arens, Heilpraktiker aus Hannover, der sich seit vielen Jahren mit Wilbers Werken beschäftigt und seine Erkenntnisse in seine mit einfließen lässt. Hier zum besseren Nachvollziehen das im Beitrag angesprochene Bild: Ken Wilbers Bücher: Wege zum Selbst: Östliche und westliche Ansätze zu persönlichem Wachstum Integrale Lebenspraxis: Körperliche Gesundheit, emotionale …

Mönch

So wirst Du zum Mönch! reloaded

So wirst Du zum Mönch! Zunächst möchte ich mich noch für die zahlreichen Rückmeldungen zu meinem ersten Artikel zum Thema: “Mönch in der Welt” bedanken. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht mit soviel Kommentaren, Mails und Fragen gerechnet. Leider ist ein Teil der Kommentare durch einen technischen Defekt, den wir vor einigen Wochen hatten, verloren gegangen. Eure Reaktionen haben mich ermutigt, an diesem Thema weiter zu arbeiten, und so kann ich Dir heute wieder einen neuen Artikel präsentieren. Wichtiger noch als die konkreten Verhaltensweisen und beobachtbaren Handlungen eines Mönches in der Stadt ist seine Haltung. Ich habe dazu auch schon mal etwas geschrieben. Es ist meine feste Überzeugung, dass es vor allem um eine ganz grundlegende Haltung geht, die ich Dir gerne heute vorstellen möchte. Was ist Phänomenologie? Anfang des 20. Jahrhunderts war die Philosophie in eine Krise geraten. man war sich im Grunde nicht mehr sicher, ob sie so in der Form überhaupt noch existieren und Erkenntnis generieren kann. Die gerade entwickelte Psychologie breitete sich aus und übernahm offensichtlich manche Themenbereiche der Philossophie – gerade …

Von der Freiheit, die zum Frieden führt

Von der Freiheit, die zum Frieden führt

Von der Freiheit, die zum Frieden führt Unter Freiheit verstehen Theologie, Philosophie, aber auch das moderne Recht die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Damit wird gleichsam die Autonomie des Individuums beschrieben. Der große Philosoph der Aufklärung, Immanuel Kant (1724-1804), hat es sinngemäß so formuliert: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“ Oder wie das Grundgesetz im Artikel 2, Absatz 2, sagt: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Freiheit in der Bibel Biblisch findet das, was Kant und das Grundgesetz (aber auch der Volksmund mit dem Sprichwort: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“) beschreiben, seinen Niederschlag in der sogenannten Goldenen Regel: „Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu!“ (Tob 4,15). Nach dem Evangelisten Matthäus hat Jesus diesen Grundsatz in der Bergpredigt verankert: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch …

Eine Katze denkt über den Glauben nach

Eine Katze denkt über den Glauben nach Valentins Welt Hallo, Valentin hier. Es wird mal wieder Zeit, dass ich mich melde. In den letzten Wochen habe ich die Sonnenstrahlen, die manchmal in unsere Wohnung hinein fielen, sehr genossen. Dann habe ich mich mitten auf den Weg gelegt, dort wo eben die Sonnenstrahlen hin fielen, habe mich gereckt und gestreckt und dann das getan, was ich sehr gerne tue: mich auf den Rücken gelegt und die Beine in den Himmel gestreckt. Und dort lag ich dann viele Stunden lang. In der Sonne zu liegen ist etwas Wunderbares. Fast genauso schön ist es, wenn ich unter einer Decke liege oder mitten auf der Kratztonne liegen kann. Was ist Glaube? Heute möchte ich ein ganz anderes Thema behandeln. Ich habe mir nämlich Gedanken gemacht, was das eigentlich ist, Glaube. Wie ich darauf komme? Naja, dort, wo ich wohne gibt es viele Bücher über den Glauben und da ist es doch naheliegend, sich darüber Gedanken zu machen, nicht wahr? Ich weiß ja, dass manche Menschen glauben. Aber ich habe …

Der Tod hat nicht das letzte Wort…

Der Tod hat nicht das letzte Wort…

Der Tod hat nicht das letzte Wort… Am Freitag der vierten Fastenwoche waren Bruder David und ich in unserer Abtei, um am Begräbnis von Bruder Silvanus teilzunehmen, der nach langer Krankheit gestorben war. Bruder Karl-Leo hat am gleichen Tag beim Begräbnis eines Mitglieds des Posaunenchors, in dem seit langem aktiv mitwirkt, gespielt. Am fünften Fastensonntag wurde Pater Thomas in der Abtei Dormitio in Jerusalem beerdigt, der seinerzeit sein Noviziat in unserer Abtei verbracht und der zwölf Jahre in Hildesheim gelebt hat. Heute werden wir am frühen Nachmittag am Gedenkgottesdienst eines langjährigen und guten Freundes der Cella in der Marktkirche teilnehmen und diesen mitgestalten. Zwei der lieben Verstorbenen hatten eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich – einer starb verhältnismäßig jung und überraschend… Lazarus, steh auf! Mitten in dieser „Beerdigungswelle“ hören wir am fünften Fastensonntag das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1-45): Der Bruder der Schwestern Maria und Marta und Freund Jesu stirbt. Diese Auferweckung des Lazarus ist das letzte und größte der sieben „Zeichen“, die Jesus laut Johannes überliefert. Dieses „Zeichen“ berichtet der Evangelisten vor …

Fasten-Challange

Die Fasten Challange

Die Fasten-ChallengeDie Fastenzeit für VielbeschäftigteDie Hälfte ist fast um – und wie war es bisher? Gut gefastet? Oder keine Zeit gehabt, keine Idee – immer das mit den Süßigkeiten ist ja auch langweilig! Wenn aber erst Ostern ist, dann hast Du eine Chance vertan, diese Zeit bewusst zu nutzen und Dich auf anderes, wichtigeres zu konzentrieren. Es kann doch tatsächlich nicht alles Job, Geld, Sport und Putzen sein! Die Fastenzeit will Dich ja einladen, genau das alles zu hinterfragen und die Chance einer Kurskorrektur zu geben – es geht in diesen 40 Tagen nicht ums Abnehmen! Und vor allem geht es nicht um Leistung. Du wirst nämlich keinen Preis gewinnen, keinen Pokal in den Händen halten, niemand wird klatschen, keiner wird Dir Danke sagen und ich sehe weit und breit niemanden, den das wirklich interessiert, was Du in diesen Tagen hinsichtlich des Fastens machst.Tja, Pech gehabt. Dann das Fasten einfach lassen?Wenn Du nur extrinsisch zu motivieren bist, dann bitte schön lass es. Aber ich finde, dass Du dann ganz schön arm dran bist. Wer immer …

spirituelle Übungen

Diese 4 tägliche spirituelle Übungen brauchst Du

Diese 4 täglichen spirituellen Übungen brauchst Du Mir fällt immer wieder auf, dass es im Christentum im Besonderen und in den Offenbarungsreligionen im Allgemeinen an ganz praktischen Übungen fehlt. Nicht, dass es da gar nichts gäbe, aber es ist doch überschaubar. Das ist in den – ich nenne sie jetzt Mal so – klösterlichen oder monastischen Religionen Asiens ganz anders. Da reichen die Übungen von Ikebana bis zu Ayurveda, von Tai Chi bis hin zu Schwertkampf oder Bogenschießen. Übung wird hier ganz anders verstanden als wir westlichen Menschen es üblicherweise tun. Es geht dabei nicht darum, etwas so lange zu üben, bis man es kann. So üben wir vielleicht das Fahrradfahren und wenn wir schwimmen können, geben wir das Üben auf. Oder wir üben zu balancieren und dieser Übungsvorgang endet so, dass ich das Balancieren beherrsche. Ganz anders wird das in Asien gesehen, insbesondere in Japan. Hier ist nicht nur die Beherrschung einer Tätigkeit das Ziel und Objekt des Übens, sondern der Mensch selbst ist es, der durch das Üben reifen soll. Lediglich der Pädagoge …