Alle Artikel in: Glaube

Exerzitien

EDEKA-Exerzitien

Die 5 meistgelesenen Artikel der vergangenen 12 Monate: Platz 5 EDEKA-Exerzitien Einkaufen ist für viele eine lästige Pflicht, etwas, was man machen muss. Wer kommt schon auf die Idee, im täglichen oder wöchentlichen Einkauf die Chance zu einer spirituellen Übung zu sehen? Zwischen Butter und Gouda, zwischen veganem Käse und Sülze im Glas, was kann da schon spirituell sein? Ich bin selber mitverantwortlich für den Einkauf und vollbringe diese Aufgabe mehrmals die Woche. In der Nähe der Cella gibt es einen EDEKA-Markt, der immer wieder Anlaufpunkt für die eine oder andere Sache für unseren Haushalt ist. Ich mache mit mir, dem Personal, den Miteinkäufern und den Waren ganz unterschiedliche Erfahrungen. Diese Erfahrungen haben mich dazu angeregt darüber nachzudenken, ob Einkaufen nicht auch für spirituelle Exerzitien genutzt werden kann – immerhin sind wir ein Stadtkloster und damit gehört die ganze Stadt zu unserer Klausur, also auch der EDEKA-Markt. Meine Erfahrung mit dem Einkauf wechselt zwischen lustvollem Vollbringen und lästigem Vollzug. Mal nerven mich die aus Langeweile Einkaufenden, mal amüsieren sie mich, mal kann es an der …

Den Sonntag zelebrieren

Den Sonntag zelebrieren Nach den Sonntagslaudes kauft einer von uns Brüdern Brötchen und anschließend nehmen wir uns Zeit, um in aller Ruhe zu frühstücken. Das erinnert mich immer daran, dass der Sonntag ein besonderer Tag ist. Gehen wir die Woche über direkt nach dem Frühstück an unsere Arbeit, so  genießen wir sonntags die gemeinsam Zeit mit viel Muße. Den Sabbat heiligen Am vergangenen Sonntag habe ich die Brötchen eingekauft, und auf dem kurzen Weg zum Bäcker gingen mir die Lesungstexte des Tages durch den Sinn, über die ich gut zwei Stunden später in der Pfarrkirche St. Joseph predigen sollte. Da sollte in der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Deuteronomium das Gottesgebot, den Sabbat zu heiligen, erklingen (vgl. Dtn 5,12-15). Und im Evangelium drangsalieren die Pharisäer Jesus, weil sie seine Jünger erwischt haben, als diese am Sabbat Ähren abrissen, was ja wegen des Sabbatgebots verboten war (Mk 2,23-3,6). Wie soll ich mich verhalten? Soll ich also sonntags keine Brötchen kaufen, weil ja andere für deren Herstellung arbeiten müssen? Ich könnte sie ja auch am Vortag besorgen …

Ein Hausputz hat etwas Befreiendes…

Ein Hausputz hat etwas Befreiendes… Beim samstäglichen Putzen können die Gedanken schweifen – und so erinnerte ich mich am Wochenende an meine Kindheit: Meine Eltern hatten einen Handwerksbetrieb, und meine Großmutter mütterlicherseits, die bei uns wohnte, führte den Haushalt. Da stand im Frühjahr immer der große Frühjahrsputz an; denn vor Ostern sollte der Schmutz, der sich den Winter über angesammelt hatte, nicht einem strahlenden Glanz, aber zumindest der Sauberkeit weichen… Als ich also am vergangenen Samstag an die „gute, alte Zeit“ dachte, kam mir der Gedanke, mal nachzuschauen, was im weltweiten Netz – nicht zuletzt dank „Dr. Google“ – zum Thema Hausputz zu finden ist. Ich gab halt in der Suchmaschine „Hausputz“ ein – und der erste Eintrag, der angezeigt wurde, lautete: „Ein Hausputz hat auch etwas Befreiende“. Der Hausputz für außen… Auf https://www.haushaltstipps.com/Hausputz/ wird in klaren und einfachen Begriffen erklärt, was man alles bedenken muss, wenn man den so wichtigen Frühjahrsputz veranstaltet: Etwa, dass man von oben nach unten arbeiten muss: „Also bitte nicht mit dem Boden beginnen und dann die Arbeitsflächen abwischen. Dabei …

6 ungewöhnliche Möglichkeiten Deine Komfortzone zu verlassen

Fastenzeit: 6 ungewöhnliche Möglichkeiten, Deine Komfortzone zu verlassen

Fastenzeit: 6 ungewöhnliche Möglichkeiten, Deine Komfortzone zu verlassen Wir sind es gewohnt, die Fastenzeit unter dem Stichwort des Weniger und des Verzichts zu sehen. Für manche bedeutet Fastenzeit immer noch der Verzicht auf Bonbons oder auf Fleisch. Nicht, dass das nicht gut ist und der Verzicht auf tierische Produkte eine tiefergehende Bedeutung haben kann – der klassische kirchliche Jargon macht dennoch manches oberflächlich und nährt den Menschen nicht. Das kann man fast jeden Tag beobachten. Fastenzeit ist aber weit mehr als ein religiöser Diätplan oder eine Erziehungsmöglichkeit für Kinder. Und Fastenzeit ausschließlich unter dem Begriff des Verzichts zu sehen, macht es meistens noch schlimmer. Worum geht es also in dieser Zeit? Ich meine es geht um ein 40-tägiges Projekt, die eigene Komfortzone zu verlassen, die eigenen Grenzen zu erweitern und Neuland zu betreten. Wer immer im üblichen Gehege unterwegs ist, wird keine neuen Wege finden. Wer das Übliche denkt, wird keine neuen Erkenntnisse erlangen. Wer nicht bereit ist, Hunger zu spüren, weiß nicht, was satt bedeutet. Es geht also darum, uns zu erweitern. Und dazu …

Vom freudigen Rausch und den Tagen danach

Vom freudigen Rausch und den Tagen danach „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, singen die Karnevalisten im Rheinland und schlafen an den nächsten Tagen ihren Rausch aus. So das gängige Klischee. Gleichzeitig bemüht sich die Kirche, uns Gläubigen klarzumachen, dass es mit dem Aschermittwoch erst so richtig losgeht: das sinnvolle, Gott gefällige Leben, möglichst ohne Alkohol und Süßigkeiten, mit dem wir uns auf Ostern vorbereiten sollen. Als Kind jedenfalls musste ich alle Süßigkeiten, die ich im Straßenkarneval gefangen hatte, in eine große Plastiktüte packen. Die wurde gut verschlossen und erst am Nachmittag des Karsamstags wieder geöffnet. Damit war für mein kindliches Gefühl sehr klar, was am Aschermittwoch vorbei war…. Zeiten, wo man aus sich heraus gehen kann Als gebürtiger Kölner schlägt mein Herz natürlich für den Karneval, dem ich auch als Christ viel abgewinnen kann. „Wenn es Karneval nicht gäbe, müsste man ihn aus psychotherapeutischen Gründen einführen“, so hat der Philosoph und Therapeut Wolfgang Oesler gesagt. Die Psyche des Menschen braucht abgesprochene Zeiten, wo man aus sich heraus gehen kann in eine kleine Mini-Ekstase. Und dazu …

Ab morgen bleibt alles beim Alten?!

Ab morgen bleibt alles beim Alten?! Es gibt immer wieder Gelegenheiten, gute Vorsätze zu fassen – etwa zum Jahresbeginn, zu Geburtstagen und anderen besonderen Anlässen. Aber wie sieht es in der Realität aus? Kaum sind die guten Vorsätze gefasst, verblassen sie schon wieder. Dies ist eine Erfahrung, die wir alle immer wieder machen. Vor allem dann, wenn diese Vorsätze mit Einschränkungen verbunden sind: „Ich bin mit meiner Figur unzufrieden und will meine Ernährung umstellen oder weniger essen…“ Aber spätestens, wenn meine Lieblingsspeise vor mir steht, werde ich schwach und kann nicht wiederstehen. Müssen Vorsätze immer wieder scheitern? Wenn Vorsätze von vornherein mit einer negativen Konnotation einhergehen, dann sind sie unweigerlich zum Scheitern verurteilt; denn wir Menschen sind nun einmal Gewohnheitstiere. Bei einem guten, positiven Vorsatz hingegen sind die Erfolgsaussichten weitaus größer. Dass ein guter Vorsatz gelingen kann, davon bin ich überzeugt! Von daher möchte ich Dir im Folgenden eine Idee vorstellen: Die Österliche Bußzeit – eine Zeit für gute Vorsätze In diesem Monat beginnt die Österliche Bußzeit, die Fastenzeit. Der heilige Benedikt schreibt im 49. …

Die andere Welt

Die andere Welt

Die andere Welt Eine Frau Fährt in den Urlaub nach Afghanistan zusammen mit einer Reisegruppe. Alle werden gefangen genommen – auch die Frau. Was Sie Ihrem Bewacher sagte, hat für sie alles verändert. Höre in unserem aktuellen Podcast einige Gedanken dazu, wohin wir gehören und wo unsere eigentliche Heimat ist und was das alles für unser Leben zu bedeuten hat.

5 Dinge, die Du zu Weihnachten unbedingt verstehen solltest

5 Dinge, die Du zu Weihnachten unbedingt verstehen solltest

8 Dinge, die Du zu Weihnachten unbedingt verstehen solltest Man kann Weihnachten derart missverstehen, dass man dort landet, wo wir hingekommen sind: Weihnachtsmärkte, Geschenke in Massen, fettes Essen, romantische Stimmung, übervolle Gottesdienste. Nein, ich habe nichts gegen Plätzchen, Spekulatius und Co, ich habe auch nichts dagegen, wenn unsere Hauskirche mit ihrer bescheidenen Größe Heiligabends aus allen Nähten platzt. Doch ich habe etwas dagegen, wenn uns das dazu verführt, dass wir Weihnachten mit Stollen verwechseln und uns dann auch noch beschweren, dass dieses Gebäck schon im September ausliegt. Als würde das eine Rolle spielen, als wäre das der Ausverkauf des Abendlandes und Zeichen des Niedergangs des Christentums. Stollen hat mit Weihnachten so wenig zu tun wie der Hase mit Ostern. Deshalb sage ich Dir einmal, was meine 5 Must Knows sind für Weihnachten, fünf Inhalte, die ich für die wichtigsten halte. Es geht um Dich Viele meinen ja, es ginge Weihnachten um das Christkind, um Jesus, es ginge vielleicht um Maria und Joseph. Die spielen alle eine Rolle und sind wichtig, ganz gewiss und Jesus hat …

Heilige des Advents

Heilige des Advents Ich erinnere mich noch an gut an die Adventszeiten in meiner Kindheit, schließlich hatten meine Schwester Barbara und ich da Namenstag. Und diese Tage wurden bei uns zu Hause wirklich zelebriert: Am Barbaratag fanden meine Geschwister und ich morgens je einen großen Teller mit Gebäck und Apfelsinen und es wurden Barbarazweige in eine Vase gestellt, die an Weihnachten blühten. Am Nikolaustag waren die Stiefel, die wir am Tag zuvor geputzt und vor die Schlafzimmertür gestellt hatten, morgens mit Süßigkeiten und Gebäck gefüllt. Die heilige Barbara und der heilige Nikolaus, neben der heiligen Lucia und (für Missionsbenediktiner selbstverständlich) die heilige Odilia: allesamt große Gestalten des Advents! Die Wahrheit der Legenden 1984 haben Gertrude und Thomas Satorius ein Taschenbuch veröffentlicht, das den Titel trug: „Der Heilige Nikolaus – Die Wahrheit der Legende“. Tatsächlich sieht die heutige Forschung in der heiligen Barbara wohl eher eine legendenhafte Person, die nie gelebt hat. Anders verhält es sich beim heiligen Nikolaus: Wahrscheinlich zwischen 280 und 286 in Patara (in der Nähe von Antalya) geboren, unterschied er sich angeblich …