Alle Artikel in: Glaube

P. Martin Werlen

Glaube, der weiter führt – P. Martin Werlen

P. Martin Werlen Glaube, der weiter führt Am Beginn eines jeden Jahres ziehen wir uns zusammen mit unseren Brüdern in Meschede für gut 6 Tage zu Exerzitien zurück. Diese Tage sind zumeist geprägt von einem Gast, der zweimal am Tag einen Vortrag von ca. 45 Minuten hält. In  der Zwischenzeit bleibt Zeit darüber nachzudenken, die Worte auf sich wirken zu lassen, zu beten, meditieren usw. In diesem Jahr durften wir P. Martin Werlen begrüßen, der von 2001 – 2013 Abt des bekannten Klosters Einsiedeln war. Er ist vor allem dadurch bekannt geworden, dass er als Abt den Kurznachrichtendienst Twitter stark genutzt hat. Später schrieb er mehrere Bücher. Unter anderem „Miteinander die Glut unter der Asche entdecken“ in dem er mehrere Reformen innerhalb der Kirche anmahnt. Dazu zählen neue Regeln für Bischofsernennungen, Revision der Zölibatsvorschriften, Zulassung von Frauen zum Priesteramt, Neuregelung der Kompetenzen der Kardinäle und ein neues Beratungsgremium für den Papst. In unserem Interview konnten wir natürlich nicht alle diese Themen ansprechen. Uns war es wichtig, auch den Menschen selber etwas besser kennen zu lernen. Es …

Was bedeutet Weihnachten?

Was bedeutet Weihnachten?

Was bedeutet Weihnachten? Weihnachten ist voll von vielen schönen, na, sagen wir ruhig Äußerlichkeiten: Plätzchen, Geschenke, Festessen, Kerzen, Weihnachtsmärkte, Glühwein und Punsch und was noch alles. Manchmal verschwindet dahinter das, warum wir das alles eigentlich machen. Was bedeutet Weihnachten? Wir haben mit dem Bibelwissenschaftler Alois Stimpfle gesprochen.

Stadtmoenche on air: Zentrum für christliche Meditation und Kontemplation

Welche wunderbarer Zufall. Ich hatte P. Helmut Schlegel, einer der Leiter des Zentrums für christliche Meditation und Kontemplation in Frankfurt, für ein Audiointerview angefragt. Und es ergab sich, dass er und eine seiner Kolleginnen sich ohnehin in der Nähe aufhielten und einige Tage im Kloster Marienrode verbrachten. So konnten wir auf Skype und andere Technik verzichten. „Als geistliches Zentrum des Bistums Limburg für die katholische Stadtkirche Frankfurt am Main ist Heilig Kreuz offen für Menschen verschiedener Konfessionen, Weltanschauungen und Kulturen.“ So heißt es auf deren Internetseite. Es ist ein Ort, wo die Menschen sehr wach und offen sind für die spirituellen Bedürfnisse der Menschen – insbesondere derer, die sich nicht religiös gebunden haben oder sich einem Weg verpflichtet fühlen. Das sind in der Regel sehr viele Menschen. Wie kann man für die Bedürfnisse und Fragen dieser Suchenden Angebote entwickeln und Räume zur Verfügung stellen? Das Zentrum in Frankfurt ist eine der möglichen Antworten. Mich hat der sehr wache Umgang mit Sprache sehr beeindruckt. Das habe ich aus dem Gespräch mitgenommen und ich merke, dass mich …

Was feiern wir eigentlich im Advent?

Was feiern wir eigentlich im Advent?

Was feiern wir eigentlich im Advent? Da die Lebkuchen- und Spekulatius-Packungen schon seit Wochen in den Regalen im Eingangsbereich der Supermärkte stehen, und wenn nun beim Gang über die Weihnachtsmärkte vereinzelt Schilder auffallen, die verkünden, dass hier (an dieser Bude) eine „Weihnachtsmann-freie Zone“ sei, stellt sich mir die Frage, was dieser ganze Buhei eigentlich soll. Geht es nur um Kommerz und Konsum? Die doppelte Bedeutung des Advents Jenseits von allem Kommerz ist der Advent zum einen die Vorbereitungszeit auf die liturgische Feier der ersten Ankunft Christi, also auf Weihnachten. Zum anderen soll der Advent aber auch die Erwartung der endzeitlichen Ankunft Christi ins Gedächtnis bringen. Liturgiegeschichtlich fällt auf, dass vor allem unter dem Einfluss der iro-schottischen Missionare in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends die endzeitliche Erwartungshaltung in den Vordergrund gerückt wurde und die Wochen vor Weihnachten den Charakter einer Fasten- und Bußzeit hatten – woher ja heute noch die violette Farbe herrührt. Aber die römische Tradition hat sich im Festhalten am freudigen Halleluja, das ja in der österlichen Bußzeit entfällt, durchgesetzt und den Advent …

Vertrauen lernen

Vertrauen lernen Auch wenn er strauchelt, stürzt er nicht hin, denn der Herr hält ihn fest an der Hand… Ps. 37,24 Als ich diesen Vers das erste Mal gelesen habe, hatte ich sofort ein Bild vor Augen: das kleine Mädchen, dass mit nach oben gestreckten Armen an den Händen ihres Vaters die ersten Schritte im Leben macht. Unsicher, ein bisschen unkoordiniert setzt es doch immer wieder einen Fuß vor den anderen … und mit diesem wunderbar strahlenden Lachen im Gesicht wie es eben Kinder können. Bis, ja genau bis dahin, wo es über die eigenen Füße stolpert und mehr oder weniger sanft auf dem Boden landet. Und dann: irritiert um sich schaut, warum denn das jetzt wohl passiert ist? So oder ähnlich wird das auch bei meinen ersten Schritten gewesen sein… und ich bin mir sehr sicher, was als nächstes passiert ist. Mein Vater wird hinter mir gestanden und gelacht haben. Aber nicht, weil er es lustig fand, dass sein kleines Mädchen hingefallen ist. Sondern weil er mir damit den Schrecken und die Unsicherheit nehmen …

Wunder Deines Wesens

Das Wunder Deines Wesens

Das Wunder Deines Wesens „Meine Sinne öffne mir, dass ich die Wirkung Deines Wesens wahrnehme“ Ps 119,18 Diesen Vers singen wir häufig in unserem Chorgebet. Vor kurzem erst ist mir aufgegangen, wie wichtig mir diese Bitte geworden ist. Wenn ich mich in Gedanken oder Gefühlen verliere, sind mir meine Sinne hilfreich, mich wieder zu finden. Die Umgebung und meinen Körper mit meinen Sinnen bewusst wahrzunehmen gibt mir Halt in der Unruhe meines Geistes. Die sinnliche Wahrnehmung verbindet mich mit meinem tiefen Grund. Wie ein Anker dem Boot Ruhe und Halt im unruhigen Meer gibt, schenkt mir das sinnliche Wahrnehmen einen Orientierungspunkt und Ruhepol im gedanklichen und emotionalen Chaos. Es gibt Situationen, in denen ich nur das Negative sehe und immer wieder gedankliche Schleifen um die herunterziehende Thematik ziehe. Meine Gedanken kreisen darum, wie ich hätte reagieren sollen, wenn ich von meiner Reaktion in einem Gespräch enttäuscht bin. Sie kreisen darum, wie ich dem anderen demnächst einmal deutlich die Meinung sagen könnte. Sie kreisen um Ängste, um das, was es noch alles zu tun gibt und …

Haus Gries

Stadtmönche on air: Haus Gries

Haus Gries Das Haus Gries gilt gewissermaßen als das „Mutterhaus“ der Kontemplation in Deutschland. Franz Jalics, der Begründer des Hauses Gries, hat mitten in eigener leidvoller Erfahrung die Kontemplation für sich entdeckt und einen Weg dahin entwickelt. In seinem Buch: Kontemplative Exerzitien“ gibt er eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ich sprach mit den beiden Leitern des Hauses, P. Joachim Hartmann und Frau Annette Clara Unkelhäußer.     Adresse: Haus Gries Gries 6 96352 Wilhelmsthal Kontakt: Telefon: 09260/220 Telefax: 09260/6755 E-Mail: info@haus-gries.de Internet Anfahrt mit dem Auto aus Richtung München (A9/A73), Regensburg (A3/A73) und Nürnberg (A73) oder aus Richtung Würzburg (A7/A70), Kassel/Schweinfurt (A70) jeweils bis AB-Kr. Bamberg (Ausfahrt 17) Im AB-Kr. Bamberg auf die A73 Richtung Coburg/Kronach bis Ausfahrt Lichtenfels-Süd. Dort auf die B173 Richtung Hof, bleiben bis Kronach, am Ortseingang auf der A173 rechts halten Richtung Hof. Nach der Bahnüberführung links abbiegen Richtung Tschirn. Geradeaus weiter bis Steinberg. An der ersten Ampel in Steinberg befindet sich rechts hinter der Kreuzung ein Schild Richtung Trebesberg/Gries. Dort links abbiegen. Das Haus Gries befindet sich nach ca. 2 km auf der …

Mystiker werden 5 – letzter Teil – reloaded

Mystiker werden Und schon endet die Reihe Mystik werden – nicht, dass man nicht noch viel mehr sagen könnte und vielleicht sogar müsste. Aber wir werden ganz sicher immer wieder weitere Aspekte und Ausfaltungen zum Thema Mystik hier thematisieren. Du kannst also ganz gespannt sein. Hier die drei letzten Empfehlungen: Erlebe Dich körperlich Es geht nicht allein um Yoga oder Eutonie. Sich körperlich zu spüren und wahrzunehmen, kann vieles bedeuten. Dazu gehört auch, die eigene Kraft zu spüren und zu lernen damit umzugehen. Es gehört dazu, seinen Raum einzunehmen und es gehört dazu, sich hingeben zu können. Boxen, Schwertkampf, Fußball, Pilates oder Fitness: egal, was Dir Freude und Spaß macht, tue es nicht nur um der Figur willen, sondern tue es auch, um Dich zu spüren. Vollziehe die Rituale Rituale haben eine ganz tiefe Wirkung auf unsere Seele. Richtig angewandt, können sie viel in uns eröffnen. Daher suche Dir Deine Rituale, sei mutig und erlaube Dir selber Rituale durchzuführen. das ist kein Privileg einzelner und es gibt kein Verbot dafür. Es kann ein Ritual am …

Quelle des Wortes

Die Quelle des Wortes – über ein Gedicht von Ingeborg Bachmann

Die Quelle des Wortes – über ein Gedicht von Ingeborg Bachmann Ein etwas anderer Psalm: „In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort“ Mein Lieblingspsalm? Ein großartiges Gedicht von Ingeborg Bachmann, das den schlichten Titel trägt: „Psalm“. Die Lyrikerin greift auf die Lieder der Bibel zurück, die sie als „eine Bewegung aus Leiderfahrung“ bezeichnet. Lieder, die das schmerzliche Zerbrechen und die Grausamkeit des Lebens beklagen, aber auch die Verheißungen Gottes und den Dank für das Glück des Lebens ins Wort bringen. Psalmen haben etwas Poetisches, sie sind ein großer Gesang. Sie entstammen der jüdisch-christlichen Tradition, sind zugleich aber auch ein Weltkulturerbe der Menschheit. Darum stelle ich im Folgenden den etwas anderen Psalm von Bachmann vor, der auf die biblische Tradition antwortet. Bachmanns Psalm beginnt mit dem Aufruf: „Schweigt mit mir, wie alle Glocken schweigen!“ Damit setzt sie einen Kontrapunkt zum Psalm 117, der die Völker zum Lobpreis Gottes aufruft. Zugleich schließt sie an das biblische Schweigegebot an (vgl. Zef 1,7), das Gott wegen der Freveltaten der Menschen verhängt. In Bachmanns Psalm läutet das Verstummen der …

Mystiker werden 3 – reloaded

Mystiker werden 3 Weiter geht es mit unserer Reihe: Mystiker werden, eine Anleitung. Ich möchte nochmals eins deutlich machen, weil ich es so wichtig finde: Natürlich gibt es die außergewöhnlichen Menschen, auch Menschen mit Erscheinungen und besonderen Erfahrungen. Wir kennen sie: Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Gertrud die Große, um nur ein paar zu nennen. Das sind natürlich alles Mystiker. Es wäre aber falsch zu meinen, dass der Begriff Mystik nur auf diese Menschen beschränkt ist. Mystik ist eine besondere Art des Zugangs zum Glauben und zum Leben, die jedem offen steht – auch ganz ohne Erscheinungen haben zu müssen oder tiefsinnige Bücher geschrieben zu haben. Ich möchte Dich daher nochmals sehr ermutigen, das Wort Mystiker nicht auf das Paranormale zu beschränken, sondern es ein wenig zu veralltäglichen und zu normalisieren. Denn tatsächlich: auch Du kannst eine Mystikerin/ein Mystiker werden und sein. Und weiter geht es mit der Anleitung:   Suche die Stille Mystik hat immer etwas mit dem Leerwerden zu tun und Stille ist die wichtigste Übung. Nicht viele Worte machen, unendlich lange Gebete …