Monate: Juni 2021

Nach dem toten Punkt

Die Kirche sei an einem „toten Punkt“, hat Kardinal Reinhard Marx in seinem Rücktrittsgesuch geschrieben. Und seitdem denken Kommentierende aller Couleur über diese Redewendung und ihre Bedeutung nach. Auch ich habe diese Redewendung schon verwendet, aber seit der letzten Woche hat sie mich wieder mehr interessiert. Es ist doch ursprünglich eine körperliche, eine muskuläre Erfahrung. Was passiert da eigentlich und wie kommt man gut über den toten Punkt? Lässt sich aus der körperlichen Erfahrung etwas für den Umgang mit einem toten Punkt im übertragenen Sinne lernen? Ein Gefühl der völligen Erschöpfung Sportmedizinisch ist der tote Punkt relativ klar zu beschreiben: ein bei Dauerleistungen auftretendes vorübergehendes Gefühl der völligen Erschöpfung, das durch eine zu hohe Konzentration von sauren Stoffwechselzwischenprodukten (z. B. Milchsäure) in der arbeitenden Muskulatur und auch im Blut hervorgerufen wird. In der Kinetik wird ein toter Punkt als der Zustand beschrieben, wenn mehrere widerstrebende Kräfte einen Stillstand bewirken. Eigentlich ist es also ein zunächst sportliches Phänomen. Wenn unser Organismus bei intensiver sportlicher Betätigung ein Sauerstoffdefizit aufbaut und die Muskeln ermüden und sich schwer anfühlen, …

Wie Du die Kunst der Selbstberührung erlernst

Die Frage, wie wir die Kunst der Selbstberührung erlenen können, ist gerade in diesen Tagen wichtig. Denn auch wenn die Zeit des Logdowns mehr und mehr zu Ende geht, so bleiben wir doch im Kontakt vorsichtig. Sich umarmen, Händeschütteln oder ähnliche Formen des Körperkontaktes werden wir vermutlich noch lange mit großer Vorsicht genießen. Dabei sind wir Menschen Wesen, die genau das brauchen, dass wir gestreichelt werden, liebkost und berührt.  Können wir uns das eigentlich einfach selber geben? Es hat sich gezeigt, dass die Berührung von anderen immer noch stärker wirkt als die eigene. Dass wir mit der Selbstberührung uns dennoch sehr unterstützen können und wie das gehen kann, davon spreche ich in diesem Podcast. Podcast:Wie Du die Kunst der Selbstberührung erlernst

Trinitatis

– so wird der Sonntag nach Pfingsten in der evangelischen Kirche genannt – und von ihm aus werden dann die Sonntage im Kirchenjahr gezählt, bevor mit dem ersten Advent ein neues Kirchenjahr beginnt. In der römischen Tradition lautet der genaue Namen dieses Sonntags Sollemnitas Sanctissimae Trinitatis, zu Deutsch: Hochfest der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils hatten Hochfeste eine Oktav und der achte Tag wurde besonders begangen. Ursprünglich ist das Dreifaltigkeitsfest also der Oktavtag zu Pfingsten. Dreifaltigkeitsfest: ein Ideenfest Wie etwa Fronleichnam oder das Herz-Jesu-Fest – beides Hochfeset, die in Kürze folgen – ist das Dreifaltigkeitsfest ein sogenanntes Ideenfest. An diesen Festen feiert die Liturgie kein konkretes Heilsereignis aus dem Leben Jesu oder den besonderen Gedenktag einer oder eines Heiligen, sondern sie feiert eine Glaubenswahrheit. Bereits bei der Entstehung des Gregorianischen Chorals vor über 1.200 Jahren wurden eigene Gesänge geschaffen, die die drei göttlichen Personen zum Gegenstand haben: Beneditca sit sancta Trinitas, atque indivisa Unitas, beginnt der Introitus: „Gepiesen sei die heilige Dreifaltigkeit und ungeteilte Einheit. Lasst uns ihr danken, denn sie …