Leben, Zeit
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10 Rituale für Deinen Alltag

Rituale für den Alltag

Rituale für den Alltag

Tatsächlich – es kann passieren oder etwa nicht? Es kann passieren, dass man aufsteht und erst am Abend im Bett, kurz bevor man das Licht löscht, merkt, dass man wieder einen Tag gelebt hat. Was war nochmal dazwischen? War da Leben? Habe ich gearbeitet? War ich zufrieden? Habe ich etwas erfahren, habe ich geliebt, habe ich geantwortet auf die unhörbaren Fragen der anderen? Konnte ich lauschend verstehen die Tiefe des Daseins, die sich manchmal im Banalen offenbart?
Oder war alles nur verträumt, irgendwie existiert und vegetiert?
Wer will schon so leben, ohne zu merken, dass man lebt?
In unserem Alltag braucht es kleine Zeiten, minimale Zeiteinheiten, die den Fluss des Unbewussten durchbrechen, die mich innehalten lassen, die mich fordern ohne anzustrengen, damit ich erkenne und spüre, dass ich lebe. Zeiten, minimale, wie gesagt, die mir gut tun und mich aufhorchen, ja, aufatmen lassen.
Rituale für den Alltag sind solche Zeiten – nicht zu verwechseln mit Gewohnheiten. Gewohnheiten bleiben unbewusst, fliegen so vorbei, sind hilfreich für die immer gleichen Tätigkeiten, Dinge, die ich nicht vergessen möchte, haben aber mit Bewusstheit nichts zu tun, ganz im Gegenteil.
Wir reden hier von Ritualen im Alltag, die uns gut tun, bewusst werden lassen: Hey, Du lebst! Spürst Du es? In Dir pulsiert das Leben, in Dir ist das Geheimnis des Lebens zu Hause? Heute schon wahrgenommen?
Bevor ich Dir hier 10 kleine Rituale vorstelle, sei noch ein Hinweis erlaubt: Was immer Du Dir vornimmst, versuche immer nur so viel auszuwählen, wie Du Dir sagen kannst: Das schaffe ich leicht. Es soll keine Mühe entstehen und kein Ritualstress. Lass es langsam und locker angehen.

1. Guten Morgen

Begrüße Dich morgens selber, sage ein klares und ermunterndes “Guten Morgen” zu Dir selber. Du wirst es von anderen, die Du triffst, auch erwarten, warum gibst Du Dir diesen Gruß nicht auch selbst. Grüße Dich also jeden Morgen und wende Dich so Dir selber zu.

2. Träume aufschreiben

Das hatte ich schon mal in einem anderen Post vorgeschlagen. Die Träume direkt nach dem Aufwachen aufzuschreiben, hat eine sehr nachhaltige und belebende Wirkung. Ohne gleich alles verstehen und deuten können zu müssen, erschließt sich einem immer mehr von der eigenen Tiefgründigkeit.

3. Spieglein, Spieglein an der Wand…

Wenn Du morgens vor dem Spiegel stehst, dann sage Dir etwas Ermunterndes, Ermutigendes. Zum Beispiel: Du schaffst das! Alles wird gut! Ich bin unverwundbar! In mir lebt die Kraft des Lebens! Ich bin gesegnet!

4. Blumen gießen

Na, das klingt vielleicht sehr banal, Du wirst es ohnehin tun. Dennoch! Solltest du keine Blume haben, dann schaff Dir eine an – es darf auch ein Kaktus sein oder eine Pflanze, die jeden Tag etwas Wasser braucht (und die auch dann cool bleibt, wenn Du es vergisst oder gerne Monsunregen spielst). Sprich mit der Blume (Prince Charles tut es übrigens auch) und wende Dich ihr wertschätzend und wohlwollend zu. Immer dann, wenn Du Wertschätzung entwickelst oder Wohlwollen, geht es Dir selber etwas besser.

5. Lass es duften

Das ist jetzt ein Klassiker der Rituale. Mache ganz bewusst ein Räucherstäbchen oder eine Duftlampe an. Nimm Dir Zeit, um den richtigen Duft für dich zu finden. Sehr beruhigend wirkt Lavendel, aber nicht jeder mag diesen Duft. Suche Du Deinen und probiere Verschiedenes aus. So kannst Du viele ungute Gedanken vertreiben und eine gute Atmosphäre schaffen. Düfte wirken ganz unmittelbar auf unser Unbewusstes und können uns so beeinflussen.

6. Rosmarin

Und wo wir gerade bei Düften sind. Nimm ein-zwei Tropfen von Rosmarinöl und gib es auf den Scheitelpunkt Deines Kopfes. Dieses kleine Ritual wird Dich stärken und innerlich aufrichten.

7. Hände falten

Schaffe Dir mehrmals am Tag Sekunden der Sammlung. Das kannst du schaffen, wenn Du immer dann, wenn Du dich sammelst, gleichzeitig die Hände zusammenführst (so wie die Japaner es machen, wenn sie sich begrüßen) oder du faltest die Hände wie in der Kirche. Du kannst auch ein kurzes Gebet beten. Dieses kleine Ritual kannst du im Auto, auch im Café machen – überall dort, wo Du damit nicht auffällst.

8. Sammeln und jagen

Sammle in einem kleinen Kästchen oder Box alles, was Menschen Dir Gutes gesagt haben oder was sie Gutes über Dich denken, jeden noch so kleinen Aspekt. Jeder Aspekt kommt auf einen kleinen Zettel. Du kannst auch Fähigkeiten oder andere positive Aspekte nehmen. Alles ist erlaubt, was gut ist. Eine solche Box kann Dir helfen, in schweren Zeiten Dir selbst Mut zuzusprechen.

9. Sag schön Danke

Am Abend eines jeden Tages bedanke Dich bei jedem Tag. Der Tag selber kann nichts dafür, wenn es mal wieder mies gelaufen ist. Es war ein Tag Leben – egal wie es war. Ein danke kann auch so aussehen: Danke für einen Tag Leben, auch wenn vieles richtig sch… war.

10. Tagebuch

Schreibe am Ende eines jeden Tages mindestens 3 Dinge auf, wofür Du dankbar warst/bist. Jeder Tag hat Aspekte, für die Du dankbar gewesen bist. Am Anfang mag das schwer sein, aber mit der Zeit wirst Du immer mehr entdecken. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Dankbarkeitstagebuch, die belegen, dass ein solches Tagebuch nachweislich Depression verringern oder sogar vermeiden kann. Wenn das nicht Grund genug ist…

Was sind Deine Rituale für den Alltag, was machst Du oder kennst Du und was kannst uns als Inspiration mitgeben?

 

5 Kommentare

  1. Corinna Stahr sagt

    Hallöchen, da sind viele schöne Rituale dabei.

    Das Dankeschön Ritual mache ich auch und zwar vorm schlafen gehen nehme ich meinen Rosenquarz in die Hand und bedanke mich für das Ereignis was am schönsten am Tag war.

    Jeden Donnerstag kocht eine Oma für mich Hausmannskost und wir essen gemeinsam mittag. In der Früh schlürfen wir gemeinsam Cafe – nur am Do –

    Jeden Sonntag gönne ich mir vorm aufstehen einen Cafe im Bett und schau dabei die Prospekte der kommenden Woche an. :O)

    Damit ich morgens nicht ganz so früh aufstehen muss, lasse ich Kur usw. im Bett (schön umwickelt mit einem Handtuch) einwirken. So gewinne ich noch etwas Zeit bevor ich aufstehe und es ist noch warm und gemütlich, es duftet und man kann sich bei Bedarf auch noch eine Maske drauf tun. So beginnt der Tag sehr schön.

    Ganz lg Conni

  2. Corinna Stahr sagt

    und nicht zu vergessen…

    der wöchentliche Friedhofsbesuch bei meinen Eltern am Samstag der mir sehr wichtig ist.

  3. Thomas Wehrmaker sagt

    Hallo Zusammen,

    seit etwa drei Wochen habe ich ein sehr schönes Ritual. Ich mache es nicht an einer bestimmten Tageszeit, sondern wenn die Arbeit zu stressig ist, die Schlange an der Kasse zu lang wird oder ich nicht einschlafen kann. Das Ritual habe ich aus der Cella „mitgenommen“. Am Kontemplationstag mit Pater Johannes hat Bruder Karl-Leo etwas über (ich nenne es mal) bewußtes Atmen erzählt. Um mehr Sauerstoff zu bekommen kann man so einatmen wie man an etwas richen würde.
    Das begleitet mich seit der Zeit und die stressenden, nervenden Dinge werden immer bedeutungsloser und ich immer gelasssener.
    Ich werde die 10 Ritualen ausprobieren und bin auf die Wirkung gespannt.

    Schöne Grüße
    Thomas

  4. Bruder David sagt

    Vielen Dank, Thomas, eine tolle Ergänzung! Und wir sind auf Deine Erfahrungen gespannt! Gruß, Bruder David

  5. Thomas Wehrmaker sagt

    Hallo Zusammen,

    ich habe mich nun an einigen Ritualen versucht und nehme mich selbst bewusster war, nicht zu verwechseln mit selbstbewusster. Viele Dinge die ich früher „automatisch“ gemacht habe, mache ich jetzt anders bzw. (bei der Arbeit) garnicht mehr. Ich lasse bzw. nehme mir für einige Dinge mehr Zeit. Um alle Rituale umzusetzen muß ich mich ganz schön in den Hintern treten. Das zeigt mir, das noch vieles unbewust ableuft und wie wichtig diese kleinen Rituale sind.

    Schöne Grüße
    Thomas

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