Glaube
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Von der Freiheit, die zum Frieden führt

Von der Freiheit, die zum Frieden führt

Von der Freiheit, die zum Frieden führt

Unter Freiheit verstehen Theologie, Philosophie, aber auch das moderne Recht die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Damit wird gleichsam die Autonomie des Individuums beschrieben.
Der große Philosoph der Aufklärung, Immanuel Kant (1724-1804), hat es sinngemäß so formuliert: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“ Oder wie das Grundgesetz im Artikel 2, Absatz 2, sagt: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“

Freiheit in der Bibel

Biblisch findet das, was Kant und das Grundgesetz (aber auch der Volksmund mit dem Sprichwort: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“) beschreiben, seinen Niederschlag in der sogenannten Goldenen Regel: „Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu!“ (Tob 4,15). Nach dem Evangelisten Matthäus hat Jesus diesen Grundsatz in der Bergpredigt verankert: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ (Mt 7,12).
Mit der regula aurea wird das Liebesgebot aus Lev 19,18: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ aufgegriffen, wobei Jesus dieses Thora-Gebot noch verschärft: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mk 12,31), ja in der Bergpredigt erhebt er sogar die Feindesliebe zum Gebot (vgl. Mt 5,43f).

Freiheit und Frieden

In der vergangenen Woche reiste Papst Franziskus nach Ägypten, um in Kairo an einer Friedenskonferenz teilzunehmen. Gerade im Hinblick auf die Anschläge auf koptische Christen am Palmsonntag sagte er: „Gemeinsam wiederholen wir von hier aus ein deutliches und eindeutiges Nein zu jeglicher Form von Gewalt, Rache und Hass, die im Namen der Religion oder im Namen Gottes begangen werden“.
Papst Franziskus hatte erklärt, er sei in einer Zeit, in der die Welt „von blinder Gewalt zerrissen“ sei, als Botschafter des Friedens nach Ägypten gekommen. Der Vatikan hat darüber hinaus erklärt, dass es bei dem Besuch um Respekt und Toleranz für religiöse Minderheiten gehe.
Ich selbst habe vor einigen Jahren bei einem mehrtägigen Besuch in einem oberägyptischen Dorf erlebt, dass sehr wohl Muslime und Christen friedlich neben- und miteinander leben können. – Es sind Fanatiker, die in Gottes Namen oder im Namen einer Religion Gewalt und Terror ausüben.

Gebet um Frieden

Ich bin froh, dass wir jeden Mittwochabend am Ende der Vesper ein Friedensgebet anfügen; denn ich vertraue auf die Kraft des Gebetes.
Auch Du bist eingeladen, für den Frieden zu beten!

Bruder Nikolaus

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