Glaube
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Vom Sein…

Was für ein philosophischer Begriff!!!  Der Philosoph Martin Heidegger liebte ihn und schrieb ein ganzes Buch darüber, indem er ihn mit dem Begriff Zeit verband, es heißt dann: Sein und Zeit.
Wie schnell ist das Wort Sein (groß geschrieben) und sein (klein geschrieben) benutzt.
Ich bin müde.
Wir sind glücklich.
Das ist ein Stuhl.
Ich bin ich.
Alles Sätze, die vom Sein und der jeweils besonderen Art des Seins sprechen.
Sein ist all das, was ist, heißt es im Lexikon. Und damit sind nicht nur Gegenstände gemeint, sondern auch Ideen, Phantasien, Werte, Gedanken und Zahlen.
Manchmal nutzen wir das Wort „Sein“ als Synonym für das Wort Existenz und vielleicht insbesondere die Existenz des Menschen und seine Seinsweise.
Manche würden Sagen, dass Gott das Sein ist, dass Gott das Sein in allem ist.
Das aber stimmt nicht ganz, zumindest nicht nach christlichem Verständnis, denn hier ist Gott nicht irgendeine Spielart des Seins, nicht irgendeine Ausfaltung, wie Sein auch sein kann. Gott steht oberhalb solcher Begriff, auch oberhalb des Seins. Sonst wäre er nicht mehr als irgendein anderes Sein, nur vielleicht etwas mächtiger und mysteriöser.
Ober- oder unterhalb des Seins gibt es deshalb noch ein anderes sein, vielleicht das große Sein, ein Sein, dass das Sein umfängt oder, mit großen Buchstaben geschrieben: das SEIN, wie Heidegger es liebte.
Dann kann man sagen (Achtung, jetzt wird es fast heideggerisch):
Das Sein hat sein Sein aus dem SEIN.
Unsere Existenz verdanken wir der Existenz Gottes und nur dadurch leben wir und sind wir.
Alles, was diese Erkenntnis stützt und was ihr gerecht wird, führt demnach in ein gutes angemessenes Leben. Alles, was das Sein aus dem SEIN verleugnet, ist demnach eine Verleugnung unserer Seinsursprünglichkeit. Das nennt man christlich: Sünde.

In mir ist das SEIN und in mir will das SEIN Sein werden und im SEIN kann ich nur wirklich mein Sein sein. Meine wahre Identität liegt nicht in mir begründet, sondern in meiner Ursprünglichkeit aus dem SEIN heraus.
Zu dieser Seinsweise sind wir alle berufen und gerufen.

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