Cella, Nikolaus
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Getröst, getröst, wir sind erlöst!

Getröst, getröst, wir sind erlöst!

Getröst, getröst, wir sind erlöst!

So lautet der Titel eines Buchs von  Joseph Wittig, das von den Osterzeiten des Lebens erzählt und 1932 erschien.

Wer war Joseph Wittig?

Joseph Wittig, 1879 in Neusorge, Grafschaft Glatz, geboren, studierte Theologie, promovierte und habilitierte sich, wurde 1903 zum Priester geweiht und 1915 zum ordentlichen Professor für Kirchengeschichte, Patrologie und kirchliche Kunst an der Theologischen Fakultät der Universität Breslau ernannt.

Im Jahr 1922 erregte sein Aufsatz „Die Erlösten“, in dem er die offizielle kirchliche Auslegung der Sünde und Beichte kritisierte, in ganz Deutschland Aufsehen und führte zu Protest der vorgesetzten kirchlichen Behörde. Sein „Herrgottswissen“, „Kirche im Waldwinkel“ und „Das Leben Jesu in Schlesien, Palästina und anderswo“ wurden trotzdem von katholischen und protestantischen Lesern begeistert aufgenommen. Aber die Auseinandersetzungen mit der Amtskirche führten schließlich zur Indizierung vieler seiner Schriften und nach der Beurlaubung an der Universität schließlich auch zur Exkommunikation im Jahre 1926.

Trotz der Ausschließung aus der Kirchengemeinschaft, die zwanzig Jahre später wieder aufgehoben wurde, blieb er der katholischen Kirche treu. Seine theologische Tätigkeit drückte sich außer im schriftstellerischen Schaffen in einem umfangreichen Briefwechsel und in vielen Vorlesungen aus. Wittig bekam etwa 20000 Briefe, die meisten davon hat er beantwortet. Er führte einen Meinungsaustausch unter anderem mit dem Juristen und Soziologen Eugen Rosenstock-Huessy und dem Heidelberger Neurologen Viktor von Weizsäcker. Er unterhielt auch Beziehungen mit dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber.

Kurz vor dem Umzug nach Meschede im Sauerland starb er am 22.8.1949 an einem Herzinfarkt. Der Mescheder Friedhof wurde seine letzte Ruhestätte.

Gerade in Krisen Halt finden

Joseph Wittig, dessen Witwe Bianca bis zu ihrem Tod engen Kontakt zu unserer Abtei hatte, ist für mich ein Mann, der auch in Krisenzeiten – und die Exkommunikation muss ihn in eine tiefe Krise gestürzt haben – in seinem Glauben Halt fand.

In den zwei Wochen vor dem Osterfest haben wir in den Schrifttexten immer wieder davon gehört, dass die Jünger Jesu auch in existentielle Krisen gekommen sind und dass ihr Gaube noch nicht so stark war, um ihnen Halt zu geben, wie es vor allem an Petrus deutlich wird, der Jesus dreimal verleugnet.

Nebenbei bemerkt: Die Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleitet hatten, waren da ganz anders drauf…

Aus dem Osterglauben leben

Es tut gut, nach den vierzig Tagen der Fastenzeit, Ostern mit allen Sinnen gefeiert zu haben und weiter zu feiern: Getröst, getröst, wir sind erlöst!

Ich wünsche Dir – auch im Namen meiner Brüder – eine gesegnete Osterzeit und viel Kraft aus dem Glauben an die Auferstehung Jesu. Sie verheißt uns, dass auch nach unserem Tod nicht alles vorbei ist, sondern ein neues, für uns unvorstellbares Leben auf uns wartet.

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