Monate: April 2019

Wie geschieht Erlösung?

Wie geschieht eigentlich Erlösung?

Eine berechtigte Frage in der Karwoche.Hast Du darüber schon einmal nachgedacht? Der Arbeitsplatz des Erlösers oder der Erlöserin scheint in dieser Welt derzeit vakant zu sein und sucht noch nach Bewerberinnen und Bewerbern. Dass sich das schwierig gestaltet, wissen wir alle, denn man weiß nicht einmal, wie man die Tätigkeitsbeschreibung formulieren soll. Gewiss würde einiges an Gratifikation warten und Dankbarkeit und Ehrerbietung wären der Kandidatin oder dem Kandidaten sicher.Aber noch wissen wir ja nicht einmal, was Erlösung ist, wie sie funktioniert und was man dafür können muss, um mit Fug und Recht Erlöser oder Erlöserin genannt zu werden. Oper als inszenierte Erlösung Vielleicht hilft es, sich einige Ideen aus einem anderen Bereich zu holen.Den Brettern, die die Welt bedeuten, ist ja bekanntlich nichts Menschliches fremd. Erst Recht nicht, wenn dabei auch noch gesungen wird. In einer Oper erwartet man Liebe, Leidenschaft, Mord und Intrige und Verdammnis – ja, und dann hoffentlich auch Erlösung. Natürlich gibt es auch die komödiantischen Opern, die uns einen vergnüglichen Abend bereiten. Doch scheinen mir die dramatischen Werke doch zu überwiegen …

Unsere Musiker am Sonntag: Anne Kristin Holmer und Werner Nienhaus

Unsere Musiker an Palmsonntag Wie bist Du zur Musik gekommen? Ane Kristin Holmer: Bei uns zuhause in Wilhelmshaven stand ein Klavier und meine Eltern machten beide Hausmusik. So bekam ich im Alter von 6 Jahren Blockflöten- und Klavierunterricht. Werner Nienhaus: Wir hatten zuhause auf unserem Bauernhof eine Nenntante, die anregte, dass ich unbedingt Klavierunterricht bekommen sollte. Zeitgleich mit meiner Einschulung erhielt ich dann wöchentlich Unterricht bei dem Kantor unserer Gemeinde im Münsterland. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Ane Kristin Holmer: Stark beeinflusst hat mich mein erster Klavierlehrer Paul Lehrke, der nicht nur ein hervorragender Instrumentalpädagoge, sondern auch musikgeschichtlich ungeheuer belesen war. Ich habe noch zu Studienzeiten tiefgreifende Gespräche über Musikästhetik geführt. Nach dem klassischen Musikstudium an der Folkwang Hochschule in Essen-Werden begann ich meinen Schuldienst am Gymnasium Lehrte. Durch den Aufbau der schuleigenen Big Band, Bläserklassen und Chorklassen kam ich in Kontakt mit ganz anderen musikalische Richtung, die mich natürlich auch stark beeinflussten. Werner Nienhaus: Einerseits bin ich stark verwurzelt in der Kirchenmusik; Chorleitung und Orgelspiel sind für mich bis heute wichtige musikalische …

Wenn die Nase voll ist

Wenn die Nase voll ist

Zusammen mit dem schönen Wetter der letzten Tage hat bei vielen Menschen auch die Heuschnupfen-Saison begonnen. Die Nase läuft, die Augen brennen, Husten und Räuspern kommt dazu. Wie sehr die Nase mit dem Wohlbefinden zusammenhängt, konnte ich den in den letzten Tagen wieder deutlich spüren. Auch meine Nase war mehr mit Schleim als mit Luft gefüllt und besonders morgens nach dem Aufstehen hatte ich große Mühe, meinen Nasenweg wieder für die Atmung freizubekommen. Wenn auf dem Nasenweg bis zum Riechzentrum viel Schleim ist, dann bleiben die eingearbeiteten Partikel sozusagen in der Nase hängen. Sie kommen gar nicht bis zum Riechzentrum und können überhaupt nicht ausgewertet werden. Dann kann ich nicht richtig riechen und auch nicht richtig schmecken – denn die wichtigsten Informationen zum Geschmack meiner Nahrung liefert ebenfalls die Nase. Indikator für Ärger und Stress So bin ich in diesen Tagen besonders an meiner Nase hängen geblieben und das im doppelten Sinne des Wortes. Unsere Sprache hat viele Redewendungen, die mit der Nase zu tun haben: Ich hab die Nase voll. Meistens sage ich das …

Unsere Musiker am Sonntag: Dr. Roland Seifert und Andreas Schmidt

Andreas Schmidt, Klavier Wie bist Du zur Musik gekommen? Nicht ich bin zur Musik gekommen, sondern sie zu mir. Die Musik hat mich quasi überfallen, als ich 9 Jahre alt war. Eines Abends hörte ich, wie mein Nachbarjunge Trompete spielte. Das wollte ich auch. Schon bald spielte ich im Bläserchor meiner Heimatgemeinde mit. Seitdem hat mich die Musik nicht mehr losgelassen – wofür ich ihr sehr dankbar bin. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Da kann ich kein Ranking aufstellen.Ich habe das Glück gehabt, zur richtigen Zeit die richtigen Leute zu treffen. Es waren viele großartige Persönlichkeiten dabei. Mein erster Theorielehrer (1972), mein erster Klavierlehrer (1973), im Studium (2009 – 2013) so hervorragende Lehrer wie Ulfert Smidt, Cornelius Schneider-Pungs, Frank Löhr und Bruder Karl-Leo Heller, der mich in die faszinierende Welt der Gregorianik eingeführt hat. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Als Organist habe ich das Glück, in vielen Kirchen und Domen in Hannover und ganz Deutschland zu konzertieren. Ich bin immer zutiefst ergriffen von …

Die Fastenzeit (II)

Bereits vor vier Wochen habe ich hier über die Fastenzeit geschrieben. Dabei ging es vor allem um das Fasten selbst. In diesem Beitrag soll es um etwas ganz anderes gehen: nämlich über die Freude… Freue dich, Jerusalem Der vergangene vierten Fastensonntag bietet Anlass für eine liturgiegeschichtliche Erklärung: Unsere evangelischen Schwestern und Brüder bezeichnen die Sonntage in der Regel mit lateinischen Worten, zum Beispiel: „Esto mihi“, „Iudika“ und „Laetare“. Diese Worte sind die Eingangsworte des lateinischen Eröffnungsgesangs, dem Introitus der Gregorianik. Und am vierten Fastensonntag lauten diese Worte „Laetare, Ierusalem“ – „Freue dich, Jerusalem“. (Parallel dazu beginnt der Introitus am dritten Advent mit den Wort „Gaudete“ – ebenfalls: „Freue dich“.) Beide Sonntage liegen ungefähr in der Mitte der Vorbereitungszeit auf das jeweilige Fest Weihnachten beziehungsweise Ostern hin. Die Freude – auch in der Fastenzeit Dass man sich in der Adventszeit auf Weihnachten freut, macht Sinn. Die Fastenzeit aber als eine Zeit der Freude zu definieren, ist ein wenig schräg. Und dennoch wird dies in den Orationen dieser Wochen oft thematisiert: die Freude auf Ostern hin. Der …