Jahr: 2017

Berühren lernen und verstehen können

Berühren lernen und verstehen können Wenn Babys die Welt um sich herum entdecken wollen, dann nehmen sie Gegenstände wie selbstverständlich in den Mund. Die Augen können noch nicht so scharf sehen und auch die Finger müssen das feine Tasten noch lernen. Wenn ein kleines Kind also etwas intensiv erkunden möchte, dann kann es das nur mit dem Mund. Mit diesem Tastsinn bekommt das Kind eine Vorstellung von Form, Größe, Oberflächenbeschaffenheit und Festigkeit des Gegenstandes, zusätzlich natürlich auch von Geschmack und Geruch. Vielleicht ist der Gegenstand warm oder kalt, vielleicht gibt es einen Schmerz, weil der Gegenstand hart oder spitz ist. Und im Normalfall lernt das Kind aus der Berührung des Gegenstandes, wie es zukünftig mit diesem Gegenstand umgehen will und welche Bedeutung dieser Gegenstand in seinem Leben haben kann. Alles mit dem Mund So haben wir alle angefangen, unsere Umwelt zu entdecken – oft zum Schrecken unserer Eltern, die uns ermahnen, nicht alles in den Mund zu nehmen. Erst wenn wir größer sind, lernen wir, mit unseren Fingern und insgesamt mit der Haut Gegenstände wahrzunehmen …

Von der Religion der guten Absichten

Von der Religion der guten Absichten Gut, der Titel ist etwas stelzig, ich weiß. Aber es geht ja auch um einiges. Die letzten Wochen haben mir so manche Erkenntnis gebracht und manche kritische Haltung an den gängigen religiösen und kirchlichen Verhaltensweisen noch verstärkt. Und genau davon möchte ich Dir berichten. Das wird keine philosophisch und wissenschaftlich ausgearbeitete und verifizierte Abhandlung werden, sondern eher Bruchstücke oder Fragmente. Was nicht heißt, dass solche Stücke nicht auch eine hohe Evidenz besitzen können. Das ewige Müssen und Sollen Über die Last an der kirchlichen Sprache muss ich nicht viel schreiben – es wird uns allen so ergehen. Manches hat sich verbessert – bei weitem nicht alles. Mir geht es jedoch, wenn ich über die Religion der guten Absichten spreche, und hiermit meine ich das Christentum insgesamt, vor allem darum: Die kirchlichen Verlautbarungen, die vielen Predigten, die ich in meinem Leben bereits gehört habe und hören musste, die Vorträge und Artikel, sie lassen sich meistens auf einen strukturellen Nenner bringen – sie ermahnen, appellieren, fordern, empfehlen, drängen darauf, treten auf …

Wir müssen noch viel lernen…

Wir müssen noch viel lernen… Bei der Lektüre des Buchs „Heute im Blick. Provokationen für eine Kirche, die mit den Menschen geht“ von Martin Werlen, der von 2001-2013 der 58. Abt des Klosters Einsiedeln in der Schweiz war, und der unseren Konvent von Königsmünster am Beginn dieses Jahres als Exerzitienmeister begleitet hat, fand ich ein bemerkenswertes Interview. Der honduranische Kardinal Rodriguez, von Papst Franziskus 2013 zum Koordinator eines achtköpfigen Kardinalsrates, das den Papst in weltkirchlichen Fragen beraten soll, ernannt, hat dem Kölner Stadtanzeiger am 17. Januar 2014 ein Interview gegeben, bei dem er über den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gesagt hat: „In seiner Mentalität gibt es nur richtig oder falsch, das war’s. Aber ich sage: Die Welt, mein Bruder, die Welt ist nicht so. Du solltest ein wenig flexibel sein, wenn du andere Stimmen hörst, damit du nicht nur zuhörst und sagst: Nein, hier ist die Wand. Er hat noch viel zu lernen.“ Ich muss noch viel lernen… Da ist Kardinal Müller wohl nicht allein. Abgesehen davon, dass er nicht mehr …

Impuls am Sonntag: Susanne Rode-Breymann

Wir freuen uns, dass am Sonntag, den 8.10.2017 Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Herausgeberin und Leiterin des Forschungszentrums Musik und Gender zu uns kommt, um einen Impuls in unserem Gottesdienst zu geben. Wir haben ihr ein paar Fragen geschickt, die sie uns gerne beantwortet hat: 1. Welche Zitat hat Sie in der letzten Zeit inspiriert und was sagt Ihnen das Zitat? „Die größte Zeitfalle ist die ‚Tyrannei der Dringlichkeit‘. Jeder will alles sofort, am besten schon vorgestern.“ (Lothar J. Seiwert) Das Zitat bringt auf den Punkt, auf welche Weise wir oft unter Druck geraten. Es regt zur Stärkung der Unterscheidungskraft an, was für wen in welchem Moment wirklich dringend ist. Und es wirft die Frage auf, was die Ursache dafür ist, dass es in unserer Gesellschaft immer weniger „Bedürfnisaufschub“ zu geben scheint. 2. Wen würden Sie als weisen Menschen bezeichnen und warum? Jemanden, der ‚bei sich‘ ist und trotz aller Welterfahrung Heiterkeit erlangt. 3. Wie ist ihre Beziehung zur Spiritualität und zum Glauben? Es ist nicht ohne sie zu …

Unser Musiker am Sonntag: Stefan Adam

Unser Musiker am Sonntag: Stefan Adam Wie bist Du zur Musik gekommen? Wie bei jedem Kind des Bildungsbürgertums lag eines schönen Tages eine Blockflöte unter dem Weihnachtsbaum, womit ich zunächst gar nichts anfangen konnte, später aber großen Gefallen an dem Instrument und der dazu gehörenden Musik fand. Nein, der Hauptgrund, daß ich Musik liebe und mache sind meine Eltern, die immer viel mit mir gesungen haben und mir alle Möglichkeiten eröffnet haben, mich auf diesem wunderbaren Feld zu tummeln. So kam ich in die Kinder-, später Jugend- und schlußendlich „große“ Kantorei, hatte Klavier-, Orgel, Blockflöten- und Kontrabaßunterricht und das große Glück, mich bei vielen Anlässen ausprobieren zu können. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Ich bin das Produkt vieler wunderbarer Lehrerpersönlichkeiten. An erster Stelle ist da der frühere Kantor meiner Heimatgemeinde Lengerich zu nennen, der mich nicht nur das Orgelspiel gelehrt hat, sondern auch den Respekt vor dem Raum, in dem wir musizieren dürfen und der letztlich „Schuld“ daran war, daß ich ein Kirchenmusikstudium absolviert habe. Später waren es dann Dozenten der beiden Hochschulen, die mich beeinflußt haben, so in …

Gesetz des Ausgleichs – Podcast

Gesetze gibt es nicht nur im Recht und den Naturwissenschaften. Tatsächlich gibt es Gesetzmäßigkeiten auch im Leben. Es ist sicherlich sinnvoll, vorsichtig mit solchen Gesetzen zu sein, weil sie schnell zu Vereinfachungen führen und alle über einen Kamm scheren. Doch mit dem Gesetz des Ausgleichs verhält es sich wirklich etwas anders. Hier wird ein ganz grundlegender Mechanismus des Lebens offen gelegt und verdeutlicht. Die Kenntnis davon kann helfen, menschliches Verhalten viel besser zu verstehen und gibt Dir zudem die Möglichkeit, gezielter zu reagieren und Lebensprozesse zu beeinflussen.  

10 Übungen für Deinen Alltag

10 Übungen für deinen Alltag – reloaded

Ich will jetzt nicht stöhnen über die Hektik dieser Welt, den Druck in der Arbeitswelt, der selbst das Kloster nicht ganz unverschont lässt. Ich will nicht stöhnen und mich nicht beklagen, dass es gar nicht so schwer ist, in dieser Welt mit Gott verbunden zu bleiben, die Gegenwart zu spüren und in einem Zustand des spirituellen Bewusstseins zu leben. Ich will mich nicht beklagen, dass Ärger und Wut manche spirituellen Phantasien schnell zusammenbrechen lassen und mich auf den Boden meiner Realität stellen. Nein, das alles will ich nicht. Was ich will ist, Ideen zu entwickeln, wie wir mit dieser Welt leben, so wie sie ist, und mit mir zu leben, so wie ich bin. Schön wäre es, wenn manches anders wäre, gar keine Frage, schön wäre es auch, wenn ich in völligem Gleichmut allem Ärger mit einem Lächeln begegnen könnte und Buddha gleich durchs Leben zöge. Vielleicht gelingt es mir dereinst, noch aber bin ich weit davon entfernt. Schön wäre es auch, wenn das Böse kleiner und das Gute stets größer würde, wenn das Bemühen …

Warum Du mehr kuscheln solltest

Warum Du mehr kuscheln solltest Hallo, Valentin hier. Ja, es ist schon etwas her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe. Aber auch ich hatte eine Sommerpause und habe sie sehr genossen. Die Hitze im Juli und August macht mir immer sehr zu schaffen und ich liege dann meistens irgendwo auf dem Boden in der Sonne. Da ist an kluge Worte nicht zu denken. Als Katze kann man nur einfach abwarten, bis es vorbei ist. Nun kommt der Herbst, ganz meine Zeit. Heute möchte ich über das Kuscheln sprechen. Viele verbinden ja gerade uns Katzen damit, dass man mit uns kuscheln kann. Und ich muss zugeben, ja, ich liebe es sehr, genau wie Othello, meine Mitkatze. Was ist kuscheln überhaupt? Wenn ich so daliege oder auf den Schoß springe und dann gestreichelt werde, dann kann man das kuscheln nennen. Und streicheln gehört natürlich ganz wesentlich dazu. Aber es beschreibt es dennoch nicht ausreichend. Kuscheln ist eine Art des Beisammenseins, der Nähe und der Zuneigung, die sich körperlich ausdrückt. Ups, jetzt habe ich fast geschrieben, wie …

Eine Hand, die mich hält

Eine Hand, die mich hält Ein kleines Kind schreit, da kommt ein lieber und dem Kind vertrauter Mensch – häufig die Mutter – nimmt das Kind auf den Arm. Und das Kind hört auf zu schreien, wird ruhig. Eine bekannte Situation, die ich oft erlebt habe. Ich muss zugeben, dass ich mich nicht wirklich erinnern kann, wie meine Mutter oder mein Vater mich auf den Arm genommen haben. Aber wenn ich alte Fotos anschaue, die mich als Baby in den Armen meiner Eltern zeigen, dann entstehen in mir bis heute diese Gefühle von „auf Händen getragen sein“. Jetzt bin ich manchmal in der umgekehrten Situation, darf ein mir vertrautes Kind in den Arm nehmen, es trösten und wieder in die Ruhe bringen. Die Hand, ein Wunderwerk der Schöpfung Dabei sind es vor allen meine Hände und eigentlich nur in ihrer Verlängerung auch die Arme, die mir diese tragende Rolle im Leben eines anderen ermöglichen. Immer wieder bewundere ich die Genialität der Hände. Fast die Hälfte der Knochen eines Menschen befindet sich in den beiden Händen. …

Flammkuchen-Teilchen

Flammkuchen-Teilchen

Flammkuchen-Teilchen Zutaten 1 Pck. Blätterteig zum ausrollen aus dem Kühlfach 1 Bund Frühlingszwiebeln 1 Pck. Schinken gewürfelt 1 Becher saure Sahne 1 Pack. geriebener Käse Salz, Pfeffer Zunächst rollst Du den Blätterteig aus und schneidest die große Platte in ca. 10 – 12 kleinere Teilchen. Die Seiten der Teilchen schlägst Du ein und drückst sie fest, damit sie sich nicht wieder lösen. So schaffst Du einen Rand für die saure Sahne. Die saure Sahne schmeckst Du mit Salz und Pfeffer ab – aber nicht zu viel Salz, da der Schinken ebenfalls salzig ist. Danach gibst Du mit einem Teelöffel etwas von der sauren Sahne auf die Teilchen, es kommen die in kleine Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln darauf, der Schinken und zum Schluss der geriebene Käse. Alles kommt auf ein Backblech und wird entsprechend der Angaben auf der Verpackung des Blätterteigs gebacken. Die Teilchen schmecken sowohl warm als auch kalt und können daher gut vorbereitet werden. Lass es Dir schmecken.