Alle Artikel in: Zeit

Himmelfahrt

Musik zu Christi Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern und 10 Tage vor Pfingsten feiern wir Christi Himmelfahrt. Der österliche Festkreis neigt sich dem Ende – der Christus, wie ihn die Apostel noch erlebt haben entzieht sich ganz und bleibt in anderer Erfahrungsweise doch präsent. „Viri Galilaei, quid admiramini aspicientes in caelum?“ „Ihr Männer von Galilaea, was wundert ihr euch und schaut ihr auf zum Himmel?“ So steht es in der Apostelgeschichte. Der Blick wird spätestens jetzt zurückgeführt auf die Erde, weg von allen Erscheinungen und mirakulösen Erfahrungen und hin zum Begreifbaren, zur Materie und zum Konkreten. Man kann nicht im Trubel und Jubel von Ostern bleiben, man kann nicht nur den Himmel erträumen und ersehnen. Es geht immer um jetzt und es geht immer um hier! In diesem Stück von Palestrina werden die Männer von Galiläa fast liebevoll zurückgeholt vom fernen Blick auf das, was sich direkt vor unseren Augen abspielt.

Wasser trinken

Minimalismus leben: Wasser trinken

Wasser trinken An kleinen Dingen merkt man manchmal, aus welchem Jahrhundert man wirklich kommt. Bei mir war es zum Beispiel in meiner Kindheit so: Wer Durst hatte, ging zum Wasserhahn und ließ etwas Wasser in ein Glas fließen und trank es. Mineralwasser habe ich erst mit sechs oder sieben Jahren wirklich kennen gelernt. Cola oder Fanta gab es nur, wenn mein Vater uns alle zum Muttertag in die dörfliche Schänke zum Essen einlud oder wenn ich Geburtstag hatte und meine Gäste bewirten wollte. Wir hatten einen eigenen Brunnen und bezogen unser ganzes Wasser aus dem Erdreich. Das wäre heute vermutlich gar nicht mehr erlaubt. Ich war immer neidisch auf meine Schulkameraden, die jeden Tag Mineralwasser oder anderes trinken durften, während ich mich mit dem Wasser aus dem Brunnen zufrieden geben musste. Heute sehe ich das anders – wie manches. Trink Wasser aus der Leitung Unsere Einladung heute lautet: Wasser trinken und zwar aus der Leitung. Kein Mineralwasser, weniger Kaffee, keine Süßgetränke mehr: schlicht Leitungswasser. Wenn Du magst, und im Grunde können wir das sehr empfehlen, kannst du das …

Nachrichtenfasten

Minimalismus leben: Nachrichtenfasten

Nachrichtenfasten Mein Vater erzählte mir einmal, dass er von Tode Hindenburgs während der Arbeit auf dem Feld erfahren habe. Irgend ein Nachbar sei vorbei gekommen und habe mitgeteilt, dass der alte Hindenburg gestorben sei. Das waren noch Zeiten! Heute würde das Handy meines Vaters vibrieren und die Tagesschau-App würde ihn per Pushnachricht maximal eine Minute nach dem Tod vom Ableben des Reichspräsidenten informieren – ganz abgesehen von den Sondersendungen, die folgen würden. Aber, müssen wir das alles wissen? Müssen wir so intensiv benachrichtigt werden, müssen wir in jedes Loch dieser Welt gucken und jedes Schandtat brühwarm erklärt und vorgeführt bekommen? Zeitungen, Fernsehen, Radio und ganz besonders das Internet informieren uns zu jeder Sekunde. Aber brauchen wir das und ist das wirklich gut für uns? Das ist zunächst eine wichtige wie auch müßige Frage. Heute können wir uns nicht mehr mit Unwissenheit herausreden – das ging früher. Wir wissen einfach viel zu viel um sagen zu können, ich hab das nicht gewusst. Die vielen Informationen steigern unsere Verantwortung. Aber sie verändern dadurch nicht unbedingt unser Handeln und sie …

gesammelt sein

Minimalismus leben: Gesammelt sein

Gesammelt sein Stelle Dir vor: Du musst zum Arzt, meldest Dich bei den freundlichen Damen am Empfang an und wirst, wie zu erwarten war, in das große Wartezimmer geschickt. Dort sind einige Stühle schon besetzt, aber bei weitem noch nicht alle. Du nimmst einen Platz ein. Nun geschieht folgendes: Du liest in irgendeiner Zeitung und ein neuer Patient betritt den Raum. Was machst Du? Ich vermute das Gleiche, das auch ich machen würde und immer wieder mache: Ich hebe den Kopf und schaue, wer den Raum betritt und wohin er sich setzt. Eigentlich nichts Besonderes, ganz alltägliche Situation, passiert ständig, nicht nur im Wartezimmer. Auch in der Kirche, in der Bahn, Bus, Kino, Theater, Oper… Dreh’ Dich nicht um…! Und schon sind wir zu unserer Übung für diese Woche gekommen. Sie ist eigentlich total simpel und einfach, aber glaube mir, sie ist gar nicht so leicht. Daher mag ich diese Übung ganz besonders. Ich weiß, wovon ich spreche! Lerne Dich zu sammeln und verzichte darauf, alle Bewegungen und kleinen Ereignissen in Deiner unmittelbaren Umgebung ansehen zu müssen. Das heißt: …

zu Fuß gehen

Minimalismus leben: zu Fuß gehen

zu Fuß gehen In der Stadt ist man ja verwöhnt. Gerade in der Innenstadt gibt es allenthalben eine U-Bahn-Station oder eine Bushaltstelle. Für 1,50 Euro kommt man drei Stationen weiter, und was sind schon 1,50 Euro, oder? Von wegen zu Fuß gehen! Auf dem Land ist das schwieriger, deshalb braucht man auch ein Auto. Und wenn man ein Auto sein Eigen nennt, dann fährt man auch schon mal gerne mit dem Auto zum Nachbarn, der nur 100 Meter weiter wohnt – ist ja auch bequem und leicht gemacht und die Zeit rennt einem ja auch davon. Benutze Deine Füße Wir laden Dich ein, in der kommenden Woche auf U-Bahn und Bus und Auto so weit es geht zu verzichten. Gehe einfach mal wieder zu Fuß. Klar, wer von Hannover nach Neustadt muss, der braucht Bahn oder Auto, und wer morgens zur Arbeit muss, wer will da schon eine Stunde früher aufstehen? Also: jetzt keinen Verzichts-Stress starten. Würde übrigens dem Minimalismus widersprechen. Auch Stress gehört gedrosselt und innerer moralischer Druck auch. Aber es gibt viele kleine Wege, die auch zu Fuß …

Minimalismus leben: 50 Cent

Nun sei mal ehrlich: Du hast doch insgesamt echt genug zum Leben, oder? Heute schon satt geworden? Vermutlich, oder willst Du gerade abnehmen? Hast Du ein Dach über dem Kopf?  Davon gehe ich aus. Ich bin mir auch sicher, dass Du etwas zum Anziehen hast. Der Kühlschrank wird nicht ganz leer sein und dann und wann wirst Du dir auch etwas leisten können. Gut, Du gehörst vielleicht nicht zu den ganz Wohlhabenden, du musst schon rechnen und überlegen. Und klar: Es könnte immer mehr sein, es könnte immer besser sein. 50-Cent-Übung Und nun laden wir Dich ein 50 Cent abzugeben. Nicht viel, oder? Mit diesen 50 Cent kannst du das Abgeben einüben, das Teilen. Es gibt genügend Menschen in der Stadt, die nach etwas Geld fragen. In der kommenden Woche gib mindestens einmal 50 Cent, auch wenn Du es sonst nicht machst. Und sollte Dir niemand begegnen, dann gib wahlweise ein besonders hohes Trinkgeld. Aber eigentlich ist die erste Variante deutlich besser. Es geht ja nicht gleich um ein Vermögen. Bei einem Bettler geht es um einen …

Minimalismus leben: gib 10 Dinge weg!

Minimalismus leben: gib 10 Dinge weg! Ich habe echt viele Dinge über die Jahre angesammelt. Ganze Schubfächer sind voll von Erinnerungsstücken und Dingen, die ich ja irgendwann einmal gebrauchen könnte – man weiß ja nie… Die wenigsten werde ich wohl je bis zum Ende meines Lebens wirklich gebrauchen und schon Minimalismumal gar nicht vermissen, wenn ich sie nicht hätte. Ich brauche all den Kram eigentlich nicht – das weiß ich ganz genau. Wie viel Platz ich hätte, wären die Bücher weg, die ich niemals mehr lesen werde… Tatsächlich habe ich Bücher gekauft, die ich bis heute nicht gelesen habe. Wie viel Platz hätte ich in meinem Kleiderschrank, würde ich die Dinge weggeben, die ich nicht mehr anziehen werde und die mir vielleicht auch nicht mehr passen. Vielleicht geht es Dir ähnlich. Wir mogeln uns um eine Entscheidung, indem wir uns vormachen, das wir ja das eine oder andere Stück noch gebrauchen könnten. Irgendwann, eines fernen Tages und dann werden wir froh sein. es nicht weggeschmissen zu haben. Als hinge unser Heil und unser ganzes Wohlergehen …

minimalistisch leben

Fastenzeit: minimalistisch leben

Fastenzeit: minimalistisch leben Karneval leben wir noch in Saus und Braus, feiern überschwänglich und ausgelassen, trinken viel Alkohol, machen die Nacht zum Tag – also: ich nicht, als waschechter Westfale fällt mir Karneval doch etwas schwer und in meinen Genen fehlt ein wenig das Verständnis für diese 5. Jahreszeit. Aber was solls: Leben und Leben lassen, oder so ähnlich, sagt doch der Rheinländer und da schließe ich mich als Westfale gerne an. Bei der Fastenzeit kommen wir dann aber wieder zusammen. Als Kind hieß es: Süßigkeiten verstecken und verzichten bis Ostern. Ich habe damals ehrlich gesagt nicht verstanden, warum ich das tun soll. Ich war weder zu dick noch hatte ich Süßigkeiten im Überfluss. Zum Glück haben es meine Eltern nicht ganz so genau genommen mit dem Fasten – außer an Aschermittwoch und Karfreitag. Fasten hat doch sehr schnell einen moralischen Anstrich, um nicht zu sagen einen moralinsauren Anstrich. Was ist Minimalismus? Dabei gibt es längst eine Bewegung in Deutschland und vermutlich nicht nur hier, die sich den Verzicht ganz ohne göttliche Weisung auf ihre …