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Tod und Vergehen waltet in allem

Aufgrund zahlreicher Anlässe des Totengedenkens wird der November auch als Toten- oder Trauermonat bezeichnet. Da folgen in der katholischen Tradition am Tag nach Allerheiligen das Totengedenken und die Gräbersegnung an Allerseelen. In der evangelischen Tradition wird das Totengedenken am letzten Sonntag im Jahreskreis begangen, weshalb dieser Tag dort Toten- oder Ewigkeitssonntag genannt wird.

Ein Hymnus aus der Totenliturgie

1978 dichte P. Polykarp Ühlein, der 1963 von Münsterschwarzach aus in die Abtei Ndanda, Tansania, gesandt wurde, diesen Hymnus für die Laudes beim Totenoffizium:

Tod und Vergehen waltet in allem,
steht über Menschen, Pflanzen und Tieren,
Sternbild und Zeit.

Du hast ins Leben alles gerufen.
Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode:
Hole sie heim!

Schenke im Ende auch die Vollendung!
Nicht in die Leere falle die Vielfalt
irdischen Seins.

Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel. –
Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen,
ewigen Gott. Amen.

Die gesamte Schöpfung ist dem Tod anheimgegeben

Der Text der ersten Strophe verdeutlicht, dass die gesamte Schöpfung dem Tod anheimgegeben ist. Ein Aussage, die uns unsere eigene Endlichkeit – und die der ganzen Schöpfung – vor Augen stellt. Daher mahnt der heilige Benedikt auch in seiner Regel: „Den unberechenbaren Tod täglich vor Augen haben.“ (RB 4,47)

Die zweite Strophe bekennt sich zum Schöpfergott, der seine Schöpfung nicht dem Tod überlässt, sondern alles Geschaffene bei sich vereint. Dies greift die dritte Strophe bittend auf.

Die vierte Strophe beginnt mit dem Bekenntnis, dass wir Gottes Plan nicht erkennen können. Und dennoch folgt der Lobpreis als Konsequenz vor dem Geheimnis des Glaubens.

Wir wissen gläubig, dass Er sein Ostern mit uns teilt

Als Christen vertrauen wir darauf, dass wir nach unserem Tod in Gottes ewigem Ostern leben werden. Dies hat P. Polykarp in seinem Hymnus für die Vesper ins Wort gehoben:

Wenn wir im Tode leiblich zerfallen,
Sind wir im Geiste schon jenseits der Schwelle
Ewiger Nacht.

Denn in der Quelle lebenden Wassers
Tauchte uns Christus bei unsrer Taufe
In seinen Tod.

Sind wir im Sterben mit ihm begraben,
Wissen wir gläubig, dass auch sein Ostern
Er mit uns teilt.

Ehre dem Vater, Ehre dem Sohne,
Ihm, der im Geiste Leben und Rettung
Ewig uns schenkt.
Amen.

Totengedenken in unserer Zeit

In den Wochen und Monaten der Pandemie ist der Tod allgegenwärtig.

Ich möchte Dich einladen, gerade in diesem November über das Leben und den Tod zu meditieren.

Wie in den vergangenen Jahren werden wir auch in diesem Jahr am Vorabend zum Christkönigsfest, also am Samstag, dem 21. November, um 20 Uhr unsere Vigil zum Totengedenken feiern.

  • Avatar Johannes Oberreuter sagt:

    In diesen Wochen geht mir der Tod intensiv durch den Kopf – nicht erstmalig, aber noch nie so direkt. Ich habe deshalb meine für mich so erfreuliche Reise nach Königsmünster am nächsten Wochenende aufgegeben bzw. um 1 Jahr verschoben. Damit reagiere ich auf den Tod, der überall herum steht. Nicht Angst sondern Nüchternheit leitet mich. Die Freuden, die verschoben werden müssen, u.a. wichtige Menschen zu treffen, werden um so größer sein, wenn wir es wieder dürfen. Ich freue mich darauf, wenn der Tod auch diesen Stachel verlieren wird.
    Herzlichen Dank Dir für Deine Worte und die des P. Polykarb.