Alle Artikel in: Veranstaltungen

Impuls am Sonntag: Werner Seitzer

Werner Seitzerehem. GMD am Theater für Niedersachsen in Hildesheim Alter: 69 JahreBeruf (momentane Tätigkeit):Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand vom offiziellen Amt gilt die lebenslange Berufsbezeichnung: MUSIKERWas bedeutet Ihnen Glaube?Der Glaube scheint – mit einem musikalischen Begriff gesprochen – so etwas wie einen „Orgelpunkt“ meines Lebens darzustellen:Ein beständig erklingender oder wiederholter Grundton, der – wenn auch nicht immer gleich stark wahrnehmbar – doch ganz selbstverständlich einfach „da“ ist und über dem sich, scheinbar völlig frei und ungezwungen, alle Stimmen und Erscheinungen des Lebens bewegen.Und doch bezieht sich alles, sogar und ganz besonders bis hin zur ’schreienden‘ Dissonanz, letzten Endes auf ihn…Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig?Eine Sentenz aus Prediger 3:22, die Brahms für den ersten seiner „Vier ernsten Gesänge“ ausgewählt hat:Darum sahe ich, daß nichts bessers ist,denn daß der Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit,denn das ist sein Teil.Ein Satz, der einen dringlichen Kontrapunkt darstellt zum immer absoluter vertretenen „Fun-and-wellness“ – Glaubensbekenntnis unserer derzeitigen Konsum-Gesellschaft und ihrem neuen Schlagwort der „Life-work-balance“. Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration? Ein …

Entdecke den Mönch / die Nonne in Dir…

In der Online-Ausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 9. Juli fand ich die Überschrift: „Zahl der Single-Haushalte in Hannover wächst“. Im Artikel selbst heißt es dann: „Hannover gilt als deutsche Single-Hauptstadt – und die Zahl der Einfamilienhaushalte wächst weiter. In mehr als der Hälfte (54,3 Prozent) der Haushalte lebt nur eine Person. In Mitte (65,1), Linden-Limmer (63,3) und Südstadt-Bult (62,0) sind es sogar mehr als 60 Prozent.“ – Auch ohne diese Zahlen zu kennen, hatten wir Brüder schon lange die Vermutung, dass dem so ist. Die Menschen sind auf der Suche Keine Vermutung hingegen ist, dass viele Menschen auf der Suche sind: auf der Suche nach Sinn; auf der Suche nach Heimat; auf der Suche nach Geborgenheit; auf der Suche nach Spiritualität – und diese Aufzählung ließe sich beinahe endlos fortsetzen. Nicht zuletzt wegen dieser Suche klopfen viele Menschen an Klosterpforten, um als Kloster-auf-Zeit-Gäste neue Erfahrungen zu sammeln. Auch Wellness-Aufenthalte in Klöstern sind immer mehr gefragt. Seminare, die sich mit der Benediktsregel beschäftigen, sind oftmals ausgebucht. – Wie kommt das? Ich glaube, es ist die …

Unsere Musiker am Sonntag: Vocalensemble „Tu Solus“

Wie hat sich Euer Ensemble gegründet? Was hat Euch dazu bewogen? Das ensemble tu solus ist aus dem „Harten Kern“ des Martinschors Beedenbostel, eines Dorfkirchenchors in der Südheide, hervorgegangen. Einige Jahre lang sind immer dieselben Sänger der Chorleiterin nach den Chorproben nach Hause gefolgt und haben dort weitergesungen; bei den ersten Auftritten als Vokalensemble nannte sich das Ensemble deshalb noch „der Harte Kern“. Später wählten sie den Namen ihres Lieblingsstücks, „tu solus“ von Josquin des Prez, als Ensemblenamen.  Was ist Euer spezieller Style/Eure Besonderheit, worauf legt Ihr besonderen Wert? Das ensemble tu solus ist auf Alte Musik spezialisiert, sie profitieren hierbei vor allem von der Berufserfahrung ihres Ensemblemitglieds Martin Praetorius, der ein entfernter Nachfahre des Komponisten Michael Praetorius und Experte für historische Stimmungen ist. Praetorius kopiert historische Holzblasinstrumente nach Originalinstrumenten und kennt die Musikrichtung, die auf ihnen gespielt wird. Das ensemble tu solus liebt Orte mit besonderer Akustik. Es ist unter anderem in der mittelalterlichen jüdischen Mikwe in Friedberg aufgetreten, einem riesigen unterirdischen Gewölbe mit mitschwingende Wasseroberfläche, in einer Bahnhofsunterführung in Stendal, aber auch in …

Impuls am Sonntag: Dr. Carmen Diller

Dr. Carmen Diller​ Alter: ​46 JahreBeruf (momentane Tätigkeit):Ich arbeite in der Hauptabteilung Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim als Referentin für theologische Grundfragen und lokale Kirchenentwicklung.Was bedeutet Ihnen Glaube?Glaube heißt für mich, darauf zu vertrauen, dass ich niemals im Leben allein bin, sondern dass da einer ist, der mich durch alle Höhen und Tiefen des Lebens begleitet und möchte, dass es mir gut geht: Gott.Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig?Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden (Reinhold Niebuhr)Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration? Die Bibel, und hier insbesondere das Alte Testament. Es zeigt, wie sich Menschen über viele Jahrhunderte hinweg darum bemüht haben, Gott und sein (Heils)Handeln in der Welt immer besser zu verstehen. Es erzählt von Menschen, die in der Weisung Gottes Halt für ihr Leben und im Gebet der Psalmen Trost und Hoffnung finden; es berichtet von Menschen, denen das Schicksal übel mitspielt, die aber trotzdem …

Unser Musiker am Sonntag: Bernardo Martinez

Bernardo MartinezKlavier Wie bist Du zur Musik gekommen?Meine Eltern suchten für den Kleinen eine sinnvolle Nachmittagsbeschäftigung; da sie selber kriegsbedingt keinen Musikunterricht genossen hatten, wurde es nun an mir verwirklicht.Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?Mein intensivster musikalischer Einfluss stammt aus der romantischen Orchestermusik.​Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?In der Cella zu spielen bedeutet für mich eine verstärkte spirituelle Komponente; die starke Anwesenheit des Göttlichen wirkt sich auf Stimmung und Zuhörer sehr viel prägender aus als in weltlichen Konzerten.Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen?Gern hätte ich gegen 1890 den alten Brahms und den jungen Rachmaninoff kennengelernt…

Unsere Musiker zu Pfingsten: Andreas Burckhardt und Ahed Nofal

Am Pfingstsonntag feiern wir um 18.00 Uhr unseren Gottesdienst. Andreas Burckhardt, Saxophon Wie bist Du zur Musik gekommen? Ich habe mit Violine u. Klassik begonnen, aber das Hören einiger für mich unglaublich inspirierender Saxophon-Aufnahmen haben mich zu einem Jazz-Saxophonisten werden lassen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Das waren Musiker wie Jan Gabarek, John Handy, Bernd Konrad und viele Aufnahmen, die man heute als Weltmusik bezeichnet. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Ich bin schon seit vielen Jahren musikalisch mit der Kirche verbunden. Die spirituelle Energie und der Klang eurer Hauskirche ist immer wieder sehr inspirierend. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In welcher musikalischen Epoche möchtest Du einmal eintauchen? Das wären auf jeden Fall die energiegeladene Jazz-Musik der 60er Jahre und die mittelalterliche sakrale Musik. Ahed Nofal, Oud Wie bist Du zur Musik gekommen? Ich bin in einer Kultur aufgewachsen, in der Musik zum Alltag gehört deswegen habe ich als Kind immer Musik gemacht z.B. in der Schule, bei soziale Anlässe und bei der Arbeit …

Mareike Morr

Unsere Musiker am Sonntag: Mareike Morr und Maxim Böckelmann

Unsere Musikerin im Gottesdienst: Mereike Morr Wie bist Du zur Musik gekommen? Meine beiden großen Schwestern hatten bereits Klavierunterricht und dieses Instrument hat mich unglaublich fasziniert. Jedenfalls erschien mir die Blockflöte als nicht geeigneter Ersatz. So durfte auch ich mit 5 Jahren Klavierunterricht nehmen. Das gemeinsame Singen im Urlaub, auf langen Autofahrten und bei Festen und Feiern hat meine Liebe zum Gesang geweckt, so dass auf das Klavierstudium dann das Gesangsstudium folgte. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Mein langjähriger Klavierprofessor Karl-Heinz Kämmerling hat mich seit meiner Kindheit geprägt, inspiriert und wachsen lassen. Ein intensives Opernerlebnis von R. Strauss‘ „Der Rosenkavalier“ bei den Salzburger Festspielen hat das Feuer für die Oper entzündet. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Meine langjährige Arbeit mit Bruder Karl-Leo in der cella-Praxis verbindet mich auch mit der Hauskirche. Meiner Dankbarkeit für diese Arbeit möchte ich mit einem fröhlichen Herzen Ausdruck verleihen. Im Gottesdienst zu singen ist für mich ein wunderbarer Dienst an Gott. Stell dir vor, Zeitreisen sind möglich: In …

Impuls am Sonntag: Andreas Schubert

Andreas Schubert Alter 49 Beruf Vorstand Caritasverband Hannover e.V. Was bedeutet Ihnen Glaube? In schwierigen und traurigen Situationen gibt mir mein Glauben Halt und  Zuversicht. Die Erkenntnis das ich als Mensch mit meinen Fehlern und sicher vorhandenen Eigenheiten,  getragen werde. Welcher Satz (Zitat, Weisheit…) ist Ihnen wichtig? „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren,  was er bewahren möchte.“ Gustav Heinemann Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und worin bestand die Inspiration? Der Adler der neunten Legion von Rosemary Suitcliff. Ein Jugendbuch aus meiner Kindheit, welches ich als erstes Buch von Anfang bis zum Ende an einem Stück gelesen habe. Diesem Buch verdanke ich als sehr junger und seinerzeit „lesefauler“ Mensch die Erfahrung,  das eine Geschichte mich berühren kann. Historische Romane und Sachbücher die über das Leben der Menschen in der Vergangenheit erzählen sind nach wie vor meine Leidenschaft.

Unsere Musiker am Sonntag: Anne Kristin Holmer und Werner Nienhaus

Unsere Musiker an Palmsonntag Wie bist Du zur Musik gekommen? Ane Kristin Holmer: Bei uns zuhause in Wilhelmshaven stand ein Klavier und meine Eltern machten beide Hausmusik. So bekam ich im Alter von 6 Jahren Blockflöten- und Klavierunterricht. Werner Nienhaus: Wir hatten zuhause auf unserem Bauernhof eine Nenntante, die anregte, dass ich unbedingt Klavierunterricht bekommen sollte. Zeitgleich mit meiner Einschulung erhielt ich dann wöchentlich Unterricht bei dem Kantor unserer Gemeinde im Münsterland. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Ane Kristin Holmer: Stark beeinflusst hat mich mein erster Klavierlehrer Paul Lehrke, der nicht nur ein hervorragender Instrumentalpädagoge, sondern auch musikgeschichtlich ungeheuer belesen war. Ich habe noch zu Studienzeiten tiefgreifende Gespräche über Musikästhetik geführt. Nach dem klassischen Musikstudium an der Folkwang Hochschule in Essen-Werden begann ich meinen Schuldienst am Gymnasium Lehrte. Durch den Aufbau der schuleigenen Big Band, Bläserklassen und Chorklassen kam ich in Kontakt mit ganz anderen musikalische Richtung, die mich natürlich auch stark beeinflussten. Werner Nienhaus: Einerseits bin ich stark verwurzelt in der Kirchenmusik; Chorleitung und Orgelspiel sind für mich bis heute wichtige musikalische …

Unsere Musiker am Sonntag: Dr. Roland Seifert und Andreas Schmidt

Andreas Schmidt, Klavier Wie bist Du zur Musik gekommen? Nicht ich bin zur Musik gekommen, sondern sie zu mir. Die Musik hat mich quasi überfallen, als ich 9 Jahre alt war. Eines Abends hörte ich, wie mein Nachbarjunge Trompete spielte. Das wollte ich auch. Schon bald spielte ich im Bläserchor meiner Heimatgemeinde mit. Seitdem hat mich die Musik nicht mehr losgelassen – wofür ich ihr sehr dankbar bin. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Da kann ich kein Ranking aufstellen.Ich habe das Glück gehabt, zur richtigen Zeit die richtigen Leute zu treffen. Es waren viele großartige Persönlichkeiten dabei. Mein erster Theorielehrer (1972), mein erster Klavierlehrer (1973), im Studium (2009 – 2013) so hervorragende Lehrer wie Ulfert Smidt, Cornelius Schneider-Pungs, Frank Löhr und Bruder Karl-Leo Heller, der mich in die faszinierende Welt der Gregorianik eingeführt hat. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Als Organist habe ich das Glück, in vielen Kirchen und Domen in Hannover und ganz Deutschland zu konzertieren. Ich bin immer zutiefst ergriffen von …