Jeder Augenblick deines Lebens ist eine Entscheidung. Das klingt im ersten Moment vielleicht ein wenig groß oder sogar anstrengend, aber wenn du mal genau hinschaust, dann wirst du merken: Du entscheidest dich fortlaufend. Immer und immer wieder.

Und weißt du was? Meistens merkst du es gar nicht, dass du dich gerade entscheidest. Es passiert einfach so nebenbei. In fast jedem Augenblick wählst du zwischen zwei Richtungen: der Enge oder der Weite.


Wenn das Herz eng wird

Wir alle kennen das: Es braucht oft gar nicht viel, und schon sind wir in der Enge gelandet. Ein kritischer Blick, ein Satz, der dich triggert, oder nur ein stressiger Gedanke an die To-do-Liste. Plötzlich passiert etwas in dir: Das Herz wird eng, der Brustkorb hart, und der Atem fließt nur noch flach.

In solchen Momenten spüren wir keine Liebe mehr. Wir werden vorsichtig, ängstlich oder richtig ärgerlich und wütend. Wir ziehen uns zurück. Es fühlt sich an wie ein Automatismus, der einfach über uns kommt. Aber ist es wirklich ein unumstößliches Schicksal?


Die Falle der Schnelligkeit

Das Problem ist: Ein Automatismus ist rasend schnell. Unser Bewusstsein ist von Natur aus immer ein bisschen langsamer als unser Reflex. Es braucht Zeit, um etwas wahrzunehmen, um zu spüren, was man in diesem Moment eigentlich wirklich will.

Genau deshalb spielt die Verlangsamung eine so zentrale Rolle. Hast du dich schon einmal gefragt, ob du wirklich in deinem Ärger verharren musst?. Es ist keine Zwangsläufigkeit, dass du in die Enge gehen musst, nur weil du angegriffen wirst.


Willst du die Weite wirklich?

Die Entscheidung für die Weite beginnt mit einer Grundentscheidung. Du darfst ganz ehrlich zu dir selbst sein: Willst du es wirklich?. Oder willst du vielleicht doch lieber ein bisschen grollen?. Dieses Grollen gibt uns oft das Gefühl, moralisch überlegen zu sein – eine kleine Ego-Stütze, die uns sehr lieb ist.

Wenn du aber wirklich in die Weite willst, musst du diesen Verzicht leisten. Du gewinnst Freiheit, indem du deine inneren Prozesse verlangsamst und Zeit gewinnst.


So findest du den Raum zwischen Reiz und Reaktion

Wie machst du das konkret?

  • Reagiere später: Sag erst einmal gar nichts.

  • Atme durch: Halte kurz inne und spüre nach.

  • Beobachte den Schmerz: Nimm ihn wahr, aber identifiziere dich nicht mit ihm.

Du bist so viel mehr als dein Ärger oder dein Frust. Viele Menschen sind so sehr mit ihrer Wut verschmolzen, dass sie das Gefühl haben, sich selbst zu verlieren, wenn die Wut geht. Aber du bist nicht diese Wut.

In der Weite ist genug Raum für alles, was ist – auch für deinen Schmerz –, ohne dass er dich erdrückt. Probiere es in den kommenden Tagen ganz sanft aus: Schenk dir diese Sekunden der Entschleunigung und schau, was passiert.

David Damberg


das könnte Dich auch interessieren:

Kommentare

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Abonniere unseren Klosterbrief!

Der Klosterbrief kommt zweimal im Monat heraus und infromiert über unsere Klostergemeinschaft, unsere Veranstaltungen, Gottesdienste und gibt Impulse zum spirituellen Leben.
Datenschutzerklärung

>