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Mit dem Älterwerden ist es so eine Sache. Lange Zeit ignorieren wir es einfach. Wir tun so, als würde uns das alles nichts angehen. Wir denken, wir werden schon irgendwie davon verschont bleiben. Es ist beinahe so, als ob dieser Prozess an uns vorbeiziehen würde wie eine Regenwolke, die eben woanders abregnet. Aber dann kommen diese Momente. Diese kleinen, fast unmerklichen Augenblicke, in denen du die ersten Zeichen bemerkst.

Zuerst schiebst du es weg. Du denkst dir, na ja, so schlimm wird es schon nicht sein. Das ist nur das Licht im Badezimmer, die kurze Nacht oder der Stress der letzten Woche. Aber irgendwann merkst du: Es ist unaufhörlich. Es geht weiter. Jeden Tag ein winziges Stückchen mehr. Und dann schaust du in die Gesichter anderer Menschen, die vielleicht zehn oder zwanzig Jahre älter sind als du. Plötzlich kommt dieser eine Gedanke, der fast ein bisschen wehtut: So wirst du einmal ausschauen. Ja, genau so wirst du einmal ausschauen. Das ist die harte, das ist die unerbittliche Realität, der wir uns stellen müssen.


Die Flucht vor der Vergänglichkeit

Natürlich versuchen wir, das ein bisschen zu kaschieren. Wir kaufen uns teure Cremes, wir probieren alle möglichen Dinge aus, die uns versprechen, dass wir die Zeit doch noch ein klein wenig anhalten können. Manche gehen sogar so weit, dass sie unter das Messer gehen. Sie wollen sich das Alter förmlich herausschneiden lassen. Sie wollen die Erscheinung des Alters mindern, sie wollen das Glatte zurück.

Aber wenn wir beide ehrlich sind, dann wissen wir: Das ist keine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Das ist eher eine Flucht. Denn die Wahrheit ist: Wir verändern uns. Wir verändern uns alle, ununterbrochen. Schon mit zwanzig verändern wir uns, aber da stört es uns noch nicht. Da wird es nicht als negativ gesehen. Da ist es Wachstum.

Aber irgendwann kommt dieser Punkt, an dem sich die Wahrnehmung dreht. Dann kommt der Punkt, an dem du erkennst, dass du alt wirst. Dass du runzlig wirst, dass dieses jugendliche, pralle Gesicht von früher einfach nicht mehr da ist. Wenn du die Bilder von vor einem Jahr oder vor zwei Jahren anschaust, dann siehst du das sofort. Du siehst, dass du gealtert bist. Da sahst du noch frisch aus, da war noch mehr Spannkraft da. Es nimmt ab. Das ist ein Fakt.


Das Seelengesicht: Schönheit von innen

Das ist ja nicht nur eine kleine Geschichte aus dem Alltag, über die man mal eben schmunzeln kann. Es ist eine harte Auseinandersetzung mit unserer eigenen Vergänglichkeit. Es konfrontiert uns mit der Tatsache, dass unsere Zeit hier begrenzt ist. Mir ist dazu ein Gedanke gekommen, den ich heute unbedingt mit dir teilen möchte, weil er mir persönlich unglaublich geholfen hat: Es geht um den Begriff der Schönheit.

Schönheit verlagert sich im Älterwerden nach innen. Sie bleibt nicht an der Oberfläche hängen, sie wandert in die Tiefe. Deine äußere Hülle mag sich verändern – das wird sie auch. Aber dein inneres Gesicht, dein Seelengesicht, das bleibt schön. Und mehr noch: Es wird mit jedem Jahr schöner. Es wird schöner, je mehr du diesem inneren Gesicht an tiefer Erfahrung schenkst. Je mehr du ihm an Spiritualität, an Erlebnissen von wirklich schönen und erfüllenden Dingen teilhaben lässt.

Dein äußeres Gesicht mag runzlig werden. Ich verspreche dir, das wird es garantiert. Die Krähenfüße werden kommen, die Tränensäcke werden kommen – all diese Dinge, die man eigentlich ungern hört und noch ungerner im Spiegel sieht. Aber dein Seelengesicht gewinnt an Leuchtkraft. Es gewinnt an Stärke. Es gewinnt an Klarheit.


Eine neue Perspektive gewinnen

Dieses Gesicht in deinem Inneren nährt sich mit jeder guten Erfahrung, die du machst. Mit jedem liebenden Blick, den du einem anderen Menschen schenkst und den du selbst empfängst, nährst du dieses Gesicht. Und das Wunderbare ist: Du zeigst dieses Seelengesicht auch nach außen, ob du willst oder nicht.

Die Menschen um dich herum spüren das nämlich ganz genau. Sie sehen die Falten und die grauen Haare, aber sie sehen eben auch dieses Seelengesicht dahinter. Hast du dich schon gefragt, warum Menschen gerade deshalb so gern zu dir kommen? Warum sie dir gerne zuhören, wenn du etwas erzählst? Sie finden dich nett, freundlich, vielleicht sogar weise. Das ist die Ausstrahlung deines Seelengesichts.

Ich glaube, dass es sowieso die ganz große Aufgabe des Älterwerdens für uns alle ist: Die Perspektive zu verlegen. Weg vom Äußeren, hin zum Inneren. Wenn wir das nicht beim Älterwerden lernen, wann dann?

Das Äußere sagt uns eigentlich ständig: „Halt dich nicht an mir fest. Ich gehe meinen Weg in die Vergänglichkeit, das ist mein Job. Aber schau du stattdessen mehr ins Innere. Schau dein Seelengesicht an und lerne dich wirklich daran zu freuen.“

Wenn du das schaffst, dann bist du auf einem richtig guten Weg. Dann verliert das Alter seinen Schrecken, weil du merkst, dass du an einem Ort schöner wirst, der viel wichtiger ist als die Hautoberfläche.

David Damberg


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