Diese 4 spirituellen Übungen brauchst Du

Diese 4 spirituellen Übungen brauchst Du


Diese 4 spirituellen Übungen brauchst Du


Mir fällt immer wieder auf, dass es im Christentum im Besonderen und in den Offenbarungsreligionen im Allgemeinen an ganz praktischen Übungen fehlt. Nicht, dass es da gar nichts gäbe, aber es ist doch überschaubar.
Das ist in den - ich nenne sie jetzt Mal so - klösterlichen oder monastischen Religionen Asiens ganz anders. Da reichen die Übungen von Ikebana bis zu Ayurveda, von Tai Chi bis hin zu Schwertkampf oder Bogenschießen.
Übung wird hier ganz anders verstanden als wir westlichen Menschen es üblicherweise tun. Es geht dabei nicht darum, etwas so lange zu üben, bis man es kann. So üben wir vielleicht das Fahrradfahren und wenn wir fahren können, geben wir das Üben auf. Oder wir üben zu balancieren und dieser Übungsvorgang endet so, dass ich das Balancieren beherrsche.

Ganz anders wird das in Asien gesehen, insbesondere in Japan. Hier ist nicht nur die Beherrschung einer Tätigkeit das Ziel und Objekt des Übens, sondern der Mensch selbst ist es, der durch das Üben reifen soll.
Der Pädagoge Otto Friedrich Bollnow hat in seiner auch heute noch lesenswerten Schrift “Vom Geist des Übens” einen Essay verfasst, der das Üben in dieser Hinsicht versteht.

Ich glaube, dass auch wir Christen einiges zu üben haben. Das Reifen, die Hingabe, das Loslassen, die Liebe. Das alles will eingeübt werden und indem wir es üben, werden wir selber daran reifen. Dabei spielt die Treue zum Tun eine große Rolle. Frei das Üben üben, jenseits aller Launen und Interessen. Das kann einem Leben Tiefe und Halt geben und das Üben selber vertiefen.

Wie also müsste das tägliche Übungsprogramm im Christentum aussehen?
Ich meine, dass es diese vier Aspekte unbedingt beinhalten sollte:

Übe das Gebet

Dieser Punkt überrascht gewiss nicht. Beten ist eine der Übungen, die vermutlich alle nennen würden, wenn es um christliche Formen des Einübens geht.
Ich möchte das Gebet hier aber bewusst weit fassen. Mir geht es nicht nur um das an Gott stichfest gesprochene Wort. Es geht darum, dass wir eine Zeit am Tag brauchen, wo wir uns bewusst mit Gott verbinden und uns dafür öffnen. Das kann ein kleines Ritual sein, die stille Meditation, natürlich auch das klassische Gebet, eine Gebärde oder auch das Singen eines Liedes. Alles ist geeignet, was Dich öffnet für Gott oder das Spirituelle.

Übe das Lesen

Es gehört zu den klassischen Übungen eines Benediktiners. Die Lesung der Brüder war Benedikt sehr wichtig. Es war nicht nur eine Frage der Bildung, sondern des geistlichen Nährens. Das Christentum beruht nunmal auf schriftlichen Zeugnissen. Da liegt das Lesen natürlich nahe.
Mit dem Lesen kannst Du dem Geist nicht nur Entspannung geben, sondern ihn auch umfokussieren. Der Alltag mit seinen Herausforderungen hält genug für uns bereit, die vielen negativen Nachrichten, Streitigkeiten, ungestillte Bedürfnisse, Ärger, Wut und unversöhnliche Beziehungen machen uns das Leben schwer.
Wenn ich dann ein Buch zur Hand nehme, das meinen Geist versöhnlich stimmt, mein Herz öffnet, meine Seele nährt, dann kann ich meinem Tag eine andere Richtung geben. Dafür ist es aber wichtig, dass ich frühzeitig dafür sorge, gute Lektüre zu haben. Für manche kann die tägliche Lesung der Bibel oder insbesondere des Neuen Testaments eine derartige Lektüre sein. Es darf aber auch gerne etwas anderes sei.

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Übe die Rückschau

Gewöhne es Dir an, jeden Abend Deinen Tag zu bedenken. Was war gut, was schlecht? Wo hast Du etwas richtig gut gemacht, wo hast Du gefehlt? Sei ehrlich Dir gegenüber und versöhnlich. Es geht nicht darum, Dich zu exekutieren, sondern Dir die Chance zu geben, besser, liebevoller, vergebender, großzügiger, freundlicher zu werden.
Wenn Du etwas findest, wo Du einen Fehler begangen hast, so gehe wie folgt vor:
Erinnere Dich an die Begebenheiten, ohne Dich zu sehr in die Einzelheiten zu begeben. Dann stelle Dir ganz genau vor, wie Du Dich am liebsten verhalten hättest. Was hättest Du am liebsten gesagt, was getan, wie hätte sich dann Dein Gegenüber verhalten usw. Wenn du das regelmäßig tust, wird der Geist lernen beim nächsten Mal so zu handeln, wie Du es willst.


Übe das Schenken

Gib jeden Tag etwas weg, schenke jeden Tag jemandem etwas. Das können 50 Cent für den Bettler an der Straßenecke sein oder ein Lächeln für die Kassiererin oder übernimm doch einfach Mal den Einkauf von jemandem an der Kasse, der vielleicht nur ein einzelnes Teil auf dem Band liegen hat. Oder kaufe einen Snack für eine wild lebende Katze, mache Ordnung im Tiefkühlregal, lasse jemanden in der Kantine vor… Es gibt so viele Möglichkeiten, großzügig zu sein und auf etwas zu verzichten - Geld, Anspruch, Zeit…
Wichtig: verzichte vorher auf die Anerkennung, mach es aus purer Freude, aus Lust am Schenken. So demotivierst Du Dich auch nicht, wenn niemand auf darauf reagiert.

Soweit meine kleine Liste “Diese 4 täglichen spirituellen Übungen brauchst Du”.
Beginne und höre nicht auf damit, bevor nicht vier Wochen um sind. Dann entscheide, ob diese vier Übungen gut für Dich und Dein geistliches Leben sind.
Viel Freude! 

Und das bin ich

"Öffne Dich für das, was sich Dir zeigen will!"

So verstehe ich mein Leben. Ich will offen sein für alles, was in mein Leben treten möchte und will jeden Augenblick in mein Herz aufnehmen. Ich bin Mönch in einem Kloster in Hannover und verstehe mich als Stadtmönch, der nicht hinter Klostermauern lebt, sondern auf den Marktplätzen und dem Hauptbahnhof meiner Stadt.

David Damberg

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