Glossar

Ite-missa-est-Gottesdienst

Der Sonntag als der Tag der Auferstehung Jesu markiert den Beginn einer neuen Woche. Nach der neuzeitlichen Wochenrhythmik beginnt die Woche mit der Arbeit und endet in die Ruhe des Wochenendes. Der Sonntag ist dagegen nach christlichem Verständnis ein „Wochen­brecher“. „Das Alte ist vergangen. Siehe, ich mache alles neu.“ Diese Zusage markiert den Beginn einer neuen Woche. Nicht Tun, Aktion, Handlungen eröffnen einen wöchentlichen Zeitraum, sondern Zusage, Geschenk und Segen.

Die Feier des Sonntags kennt mit der morgendlichen Eucharistiefeier eine alte österliche Tradition. Auch die so genannte Vorabendmesse erinnert an die Vigil, die nächtliche Erwartung des neuen Tages. Beide Zeitformen haben wir in der Cella erprobt. Mit der Messe am Sonntagabend verbinden wir den Übergang zwischen dem Heiligen und dem Profanen, eine Art Schwelle zwischen der Sabbatruhe und dem tätigen Werk. So kennzeichnen diesen Gottesdienst neben der Auslegung des Evangeliums, dem Teilen der österlichen Gaben und einer besonderen musikalischen Gestaltung auch die Schluss-Sentenz der eucharistischen Feier.

Das „Ite, missa est“ als Entlassungsruf gehört zu den ältesten Messriten der römischen Kirche. Es birgt den Sinn als Schwelle: „Geht, es ist Entlassung, Abschied, Sendung“. Wir sind aufgefordert, Gehende zu sein – mit dem Evangelium im Herzen den Alltag zu würzen. Damit verbindet sich eine alte mönchische Praxis. Am Ende eines geistlichen Austausches wurde dem Suchenden ein „logion“, ein Wegewort, mitgegeben, das ihm auf den alltäglichen Wegen Impuls und Orientierung geben sollte.