Glossar

Fastenzeit

Fastenzeit ist die Zeit nach Karneval, beginnend mit Aschermittwoch. Viele verbinden mit der Fastenzeit vor allem Verzicht, keine Süßigkeiten essen, kein Fleisch essen oder ähnliches. Aber darum geht es nur sekundär, vielleicht sogar auch nur tertiär.

Die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostern (Sonntage nicht mitgerechnet) sollen zunächst eine aktiv gestaltete Zeit sein, die uns vorbereiten soll auf die Feier des Mysteriums des Lebens Jesu. Wir durchschreiten in diesen Wochen der Fastenzeit einen Raum – eher mit einem Wüstenraum zu vergleichen. Worte begegnen uns, Erzählungen, Botschaften: die Geschichte der menschgewordenen Liebe auf Erden war oberflächlich betrachtet kein Siegeszug, sondern endete zunächst tödlich – Folter inklusive. Diesem Teil des Weges der Liebe auf Erden wenden wir uns insbesondere in den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern zu. Das tun wir, um letztlich am Ende, dem 40. Tag zu erkennen: im Scheitern, im Tod steckt die wahre Größe der Liebe – sie siegt selbst dort, wo sie vermeintlich verloren hat. Unerhörter Gedanke? Gewiss… aber die Liebe ist eben voller Paradoxien und Widersprüchen.

Das Leiden Jesu, das letzte Abendmahl, Karfreitag als Todestag Jesu und das Fest der Auferstehung bilden den großen Schlussakkord der Fastenzeit. Wir können in diesen 40 Tagen erkennen: die Liebe ist niemals Tod zu kriegen.