Glossar

Eucharistiefeier

Mit diesem griechischen Begriff setzt sich die biblische Abendmahltradition in der katholischen Kirche durch. „eucharistia“ meint „Danksagung“. Es ist dem Dankgebet bei Tisch entlehnt, indem dem Schöpfer für die Gaben gedankt und die Gaben für das Mahl gesegnet werden. Eucharistie verbindet das Motiv der Schöpfung mit der Lebensgeschichte Jesu. Es verbindet die Begabung des Lebens mit dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus.

In der Eucharistie verdichtet sich das christliche Leben, in dem sie das Liebesleben des Vaters in Leben, Tod und Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus vergegenwärtigt. Jesus selbst hat immer wieder Mahl gehalten, in Liebe zu den Menschen besonders den Schwachen und Sündern. Darin vollzieht sich die große Gastfreundschaft des Lebens. Gott lädt ein – ein Leben entlang. Als Gedächtnismahl erinnert dieses Tun an das letzte Abendmahl Jesu. Als Liebesmahl vergegenwärtigt sie die Auferstehung Jesu als immer neues Ereignis. In der Eucharistie findet Wandel, Auferstehung statt, in dem Jesus selbst den Weg durch den Tod zum Leben begangen hat.

Die Eucharistiefeier besteht aus zwei einander zugeordneten Teilen:

Im sogenannten Wortgottesdienst erinnert sich die Gemeinschaft der großen Erzähltradition des Wortes Gottes. Eine Lesung aus dem Ersten oder Zweiten Testament eröffnet den Raum des Hörens, indem in einer zweiten Lesung das Evangelium, die Vergegenwärtigung Jesu Christi, erfolgt. Mit dieser Botschaft vertraut wird der Glaubende ermutigt, die frohe Botschaft (euangelion) weiter zu erzählen.

In der Mahlfeier, in der Brot und Wein zum Geheimnis der Gegenwart Jesu gewandelt werden, erfährt sich der Glaubende als eingeladen, diese göttlichen Gegenwart im Mahl anzunehmen und so selbst in den befreienden Wandel Gottes in der Welt eingebunden zu werden. Im Empfang der eucharistischen Gaben wird die Communio = Gemeinschaft der Gläubigen auf erbaut und genährt. Wandlung wird hier als ein weitendes Geschehen angelegt, dass sich nicht auf die kultischen Elemente von Brot und Wein einengen lässt. „Seid, was ihr seht und empfangt, was ihr seid, Leib Christi.“, wie es schon Augustinus ausdrückte.

Der Segen am Ende der Eucharistiefeier ist die Zusage, mit dem Evangelium und der Gegenwart Christi in Liebe für die Welt befähigt zu sein.