Glaube
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Offenheit für Gott

Offenheit für Gott

Offenheit für Gott

Am vergangenen Mittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Wie schon seit Jahren haben wir am Vorabend den Fast-Nacht-Gottesdienst gefeiert. In diesem Gottesdienst wurde auch Asche gesegnet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnen.

Für die Bezeichnung mit der Asche sind im Messbuch zwei Sätze zur Auswahl gegeben: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1,15) oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ (vgl. Gen 3,19)

In der Vorbereitung zu diesem Gottesdienst kam uns ein anderer Satz in den Sinn: „Sei offen für Gott und lass dich von ihm berühren.“, der dann bei der Austeilung der Asche gesprochen wurde.

Offenheit als Grundhaltung

Warum diese Änderung? Bruder Karl-Leo hatte in seinem Impuls nach dem Evangelium sinngemäß erwähnt, dass „Umkehr“ und „Buße-tun“ – Begriffe, die wir häufig mit der Fastenzeit in Verbindung bringen – mein aktives Tun in den Vordergrund stellen. Wenn man jedoch die Bibel liest, verhält es sich in der Regel anders: nicht der Mensch ist der Aktive, sondern Gott. Etwa bei der Geschichte von Samuel (vgl. 1 Sam 3):
Der junge Samuel ist bei Eli in der Lehre. Beide übernachten im Tempel. Da ruft Gott den Samuel. Es dauert eine Weile, bis klar wird, dass nicht sein Lehrer Eli es ist, der Samuel ihn in der Nacht ruft, sondern Gott. Und Eli weist Samuel an, beim nächsten Ruf Gottes zu antworten: „Rede, Herr, denn dein Diener hört.“ (1 Sam 3,9). So wird Samuel zum Propheten.

Oder bei der Heilung eines Taubstummen (Mk 7,31-37):
Nicht der Taubstumme handelt, um wieder sprechen und hören zu können, sondern Jesus ist der Handelnde. – Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen…

Offenheit als aktive Passivität

Auch wenn ich eben geschrieben habe, dass nicht der Mensch, sondern Gott der Aktive sei, heißt das nicht, in reine Passivität zu verfallen. Gerade die Tage der Fastenzeit laden uns zum Verzicht ein. Dabei geht es nicht um sportliche Aktivitäten: Wer schafft mehr!? Vielmehr könnte eine kleine Übung unsere Sinne schärfen: Wie viele Stunden am Tag bin ich abgelenkt, weil ich Radio höre, weil ich das Fernsehen eingeschaltet habe oder weil ich zum x-ten Mal meine Mails checke? Warum schenke ich nicht 10 Minuten von dieser Zeit am Tag Gott, um ihn an mir handeln zu lassen?

Sei offen für Gott – und lass Dich von ihm berühren!
Hast Du einen Vorsatz für diese Fastenzeit, der Dich für Gottes Handeln empfänglich macht?

Bruder Nikolaus

2 Kommentare

  1. Jutta sagt

    Ablenkung durch Fernsehen oder Radio spielen bei mir keine so große Rolle und die E-Mails halten sich bei mir auch in Grenzen. Was ich seit einiger Zeit versuche zu tun und nach dieser Fasten-Post nun noch viel mehr versuchen will, das ist, meine Speisen als Gabe wirklich zu genießen. Nicht also mit noch vollem Mund die Gabel wieder beladen und dabei überlegen, was ich als nächstes erledigen werde, sondern das Besteck an den Tellerrand legen und ganz bewusst kauen, schmecken, schlucken, bevor ich „nachlade“.

    Vielleicht werde ich dabei nicht nur offener für die Berührung durch Gott, sondern auch bewusster für mein Handeln, wenn ich das Haus, die Garage, das Auto abschließe, so dass ich nicht wieder umkehren muss, um nachzusehen, ob ich es auch wirklich getan habe – und dadurch Zeit gewinne für ganz andere Gedanken als das Tür- oder Autoschloss. Jutta

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