Jahr: 2020

Musikerin am Sonntag: Ellen Wegner, Harfe

Die Harfinistin Ellen Wegner spielt am kommen Sonntag in unserer Vesper um 18.00 Uhr – hier stellt sie sich kurz vor: Wie bist Du zur Musik gekommen? Mein Vater hat Klavier und Geige gespielt und war Chorleiter, meine Mutter hat gern gesungen – es gehörte für sie zur Grundausbildung ihrer Kinder, daß sie ein Instrument lernen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Es gibt keine einzelnen Personen, denen ich einen besonders großen Einfluß zuschreiben würde – für mich war die Vielseitigkeit meiner musikalischen Aufgaben prägend. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Musik in der Kirche ist frei von gelegentlichen unangenehmen Nebenerscheinungen im Konzertwesen – z. B. überzogenem Eventcharakter, übertriebenem Virtuosentum („wer spielt noch schneller?“). Es geht um das Wesentliche in der Musik, um ihren Gehalt, um Stimmungen, um thematische Bezüge, um die Eigenschaft der Musik, die Seele direkt anzusprechen und die Gelegenheit, das gesprochene Wort nachwirken zu lassen, weshalb ich besonders gerne musikalisch-literarische oder andere thematische Zusammenhänge herstelle. Nicht zuletzt betreten die Zuhörer in der …

In Sicherheit und gefühlt sicher

In Sicherheit und gefühlt sicher

In Sicherheit und gefühlt sicher Sicherheit ist eine Grundsehnsucht des Menschen. Schon als Kind brauchen wir für unsere Entwicklung Sicherheit. In der Nähe der Eltern lernen wir üblicherweise dieses Urvertrauen, dass für unsere Entwicklung so entscheidend ist. Aber auch Jahrzehnte später, als Erwachsene, reagieren wir oft sehr sensibel und ängstlich, wenn unsere gefühlte Sicherheit gestört wird. Ein Datenleck, ein möglicher Hacker-Angriff, wie wir es in diesen Tagen erlebt haben – und schon fühlen sich Menschen mit ihren persönlichen Daten im Internet unsicher. Zuständige Politiker sind herausgefordert, große Programme zu entwerfen und der ganzen Bevölkerung in diesem Bereich mehr Sicherheit zu versprechen. Wenige Tage zuvor waren es noch prügelnde Jugendliche, die vermeintlich das Sicherheitsgefühl vieler Menschen beeinträchtigt haben und zum Teil die gleichen Politiker herausgefordert haben, mit neuen Programmen zu diesem Thema für mehr Sicherheit zu sorgen. Was brauche ich, um sicher zu sein? Was brauche ich, um mich sicher zu fühlen? Die allermeisten Menschen unserem Land werden bei ehrlichem Nachdenken allerdings feststellen, dass ihnen in den letzten Tagen weder prügelnde Jugendliche begegnet sind noch irgendwelche …

„Neuartige Kammermusik”

„Neuartige Kammermusik”am 18.9.202020.00 UhrEintritt frei – Spenden willkommen(eine vorherige Anmeldung ist zwingend notwendig – siehe unten) Robert Kusiolek (Akkordeon) & Elena Chekanova (Live Elektronik)Elena Chekanova und Robert Kusiolek schaffen in ihrer Musik neue Klangwelten.Beide sind international ausgezeichnet und gehören zur zeitgenössischen Kammermusik-Szene. Elena Chekanova studierte an der renommierten Michail Oginsky Musikschule in Weißrussland Chordirigieren und schloss im Jahr 2000 mit Auszeichnung ab. Ein Stipendium der Polnischen Regierung erlaubte ihr das Zweitstudium für Orchester- und Operndirigat an der Hochschule für Musik in Posen. Auch diese Ausbildung absolvierte Elena Chekanova mit Bestnote. Danach dirigierte sie zahlreiche Uraufführungen mit dem an_Arche NewMusicEnsemble in Polen. 2007 wechselte sie an die Musikhochschule Hannover in die Dirigierklasse von Prof. Eiji Oue und wurde 2009 – nach ihrem Konzertexamen – in seine Soloklasse aufgenommen. Die Kunst des Dirigierens lernte sie auch von ihrem anderen Lehrer und Mentor, Maestro Michail Jurowski, einem Dirigenten der klassischen russischen Schule, dem sie 2009 und 2010 bei Konzerten in Wien, Parma, Stuttgart und im schwedischen Norrköping assistierte. Robert Kusiolek – Akkordeonist, Bandoneonist und Komponist der den Anschluss zur internationalen Szene …

„Hast Du ‘ne Macke, dann sei froh!“

In den vergangenen drei Wochen habe ich in der „Gastpriesterwohnung“ der Pfarrei St. Ludgerus auf Norderney meine Ferien verbracht und im Gegenzug die Eucharistiefeiern und einige Gesprächsangebote übernommen. Da ich mich für Architektur interessiere, ist die katholische Pfarrei hier auf der Insel schon etwas Besonderes; denn sie hat zwei Kirchorte, die nur etwa 150 Meter voneinander entfernt sind: die neugotische Kirche St. Ludgerus von 1884 und die Bauhaus-Kirche Stella Maris, die 1930/31 nach den Plänen eines der großen Kirchenbaumeister der zwanzigsten Jahrhunderts, Dominicus Böhm, gebaut wurde und (nebenbei gesagt) die größte Kirche Ostfrieslands ist. Der Altar mit der Macke Während meines Aufenthalts auf der Insel lud Markus Fuhrmann, ständiger Diakon und Pfarrbeauftragter für Norderney, wöchentlich zu Kirchführungen in Stella Maris mit dem Titel „Bauhaus auf Norderney“ ein. Dabei erzählte er unter anderem von der Umgestaltung der Kirche in den Jahren von 2006 bis 2008 durch den Düsseldorfer Architekten Bruno Braun. Dieser hatte auf die ersten Entwürfe Dominicus Böhms zurückgegriffen und die „Prinzipalstücke“ – Stele für den Tabernakel, Ambo mit Osterleuchter, Vorstehersitz und Altar – in …

Zwischen Reset, weiter so und freudiger Rückkehr in den Alltag…

Nach den Wochen des Lockdowns und den anschließenden Wochen mit schrittweisen Lockerungen der Einschränkungen war der Urlaub für mich in diesem Jahr besonders wichtig. Obwohl ich sehr wenig unterwegs war und viele Termine ausgefallen sind, war ich vor dem Urlaub angestrengt und erschöpft. Ähnlich habe ich es bei vielen beobachtet, die zu mir in die Praxis gekommen sind. Deutlich wird dies besonders in den Muskeln, die stärker verfestigt und ermüdet sind, als ich das sonst bei mir kenne. Dauerkontraktionen in Muskulatur Das ist in den Corona-Zeiten eigentlich kein Wunder. Diffuse Gefühle von Angst und Unsicherheit führen leicht auch zu einer Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe der Haut und Unterhaut. Manchmal zieht man sich schon bei Vorstellungen unangenehmer Situationen körperlich zusammen. Diese Kontraktionen verstärken sich in belastenden Lebenssituationen. Es kommt zu negativen Kreisläufen. Je mehr man sich zusammenzieht, desto negativer erlebt man die Welt und erwartet für die Zukunft nur Negatives. Je mehr man nur Negatives denkt und erwartet, desto mehr zieht man sich zusammen und wird dadurch überempfindlich auf die geringsten Reize. Aus der Körpertherapie …

Unser Musiker am Sonntag: Miroslaw Tybora

Wie bist Du zur Musik gekommen?Zur Musik bin ich tatsächlich durch ein gemeinsames Spiel und Musizieren bei einer Kirchengemeinde in meiner Heimatstadt in Schlochau in Polen/Pommern gekommen. Zusammen mit meinen Freunden haben wir noch als Kinder und Jugendliche bei den Gottesdiensten musikalisch begleitet. Ich war damals 8, oder 9 Jahre alt.Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst?Es ist heute schwierig zu sagen. Da ich nicht von Musikerfamilie stamme, waren das wahrscheinlich meine Lehrer und meine Freunde, mit denen ich zusammen musiziert habe. Da ich mich in verschieden Musik Genres gerne bewege, waren das ziemlich viele Menschen. Doch auf eine ganz schreckliche und peinliche Situation kann ich mich gut erinnern. Ich habe vor mehreren Jahren mit Freunden bei einem Gipsy Swing Festival in Wilhelmshaven gespielt. Natürlich waren dort auch die meistens angesagten und bekannten „Zigeuner“. An einem Abend habe ich die peinliche Frage gestellt, die ich nie vergessen werde: „wer war eigentlich der „Django“ Reinhardt“? Hmm…Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen?Ich komme aus Polen, d.h. aus einem …

Fünf Vorschläge wie man schwierige Zeiten überstehen kann

Ich merke eigentlich jetzt erst, was diese letzten Monate mich gekostet haben. Wie subversiv die Atmosphäre in mein Leben eindrang und das, obwohl ich im Grunde sehr geschützt lebe. Digital bin ich schon lange unterwegs und an einem üblichen Arbeitsalltag komme ich nur mit wenigen Menschen so in Berührung, dass ich mich anstecken könnte. Doch diese grundsätzliche Atmosphäre des Gefährdetseins, der Besorgnis, der Vorsicht und des Ausweichens machen vor niemanden halt, so sehr man sich auch geschützt weiß.Es waren anstrengende Monate, das kann ich sagen. Deshalb tut mir auch die Sonne und Wärme dieser Tage sehr gut. Und die Leichtigkeit der letzten Wochen ohne große Verpflichtung waren sehr erholsam.Anstrengende Tage kenne wir alle und wir alle haben schon schwere Zeiten durchgemacht. Doch eine solche Zeit kollektiv zu erleben, das ist für uns alle vermutlich neu – außer für die, die den Krieg noch erlebt haben.Und das, was diese Zeit uns allen noch bringen wird, die so genannten Spätfolgen, von denen können wir noch gar nicht sprechen. Es reicht ja auch schon, was jetzt zu spüren …

Unser Musiker am Sonntag: Alon Sariel

Alon Sariel Wie bist Du zur Musik gekommen? Meine Eltern sind zwar nicht Musiker, wollten aber, dass wir (ich und meine vier Geschwister) musikalische Grundlagen lernen. So gab es im Haus ein Klavier, worauf meine Schwester musiziert hat, die Gitarre von meinem älteren Bruder, einige Blockflöten, ein Akkordeon etc. Als das jüngste Kind im Haus, war mir klar, dass ich ebenfalls Musik machen möchte. Wahrscheinlich habe ich – um mich von den anderen abzugrenzen – mit der Mandoline angefangen. Wer hat Dich musikalisch am meisten beeinflusst? Hier tue ich mich schwer, musikalisch von nicht-musikalisch zu trennen. Sehr viele Menschen und Ereignisse haben meinen Weg begleitet, Lehrer, Kollegen und auch Schüler. Ein gewisser Teil gehört dem Zufall, der andere dem Höheren. Wenn ich aber tatsächlich versuche die Person, die mich musikalisch am meisten beeinflusst hat, zu finden, stelle ich etwas eigenartiges fest: Das ist bestimmt meine Lebenspartnerin, die nicht Musikerin ist, aber eine Tür gefunden hat, zu all meinen Lebensbereichen. Was bedeutet es für Dich, in einer Kirche und insbesondere in unserer Hauskirche zu spielen? Oft …

Zucchini-Bratlinge

Anyone who follows the recipes from the monastery kitchen a little knows that I really like simple recipes with few ingredients. Not because everything else is too complicated for me. It is rather the case that I believe that delicious and special things can be done with just a few ingredients.  Today I have such a simple and brilliant recipe for you again. It is prepared in no time and can be implemented quickly. The possibilities of variation are great. The zucchini patties are my new insider tip that is worth cooking. The ingredients for the basic recipe are actually very manageable. ingredients preparation Ingredients for two people 2 medium-sized zucchini 3 eggs 8 spoons of flour salt, pepper other ingredients can be diced smoked tofu parmesan ham cubes herb tunaZubereitungDie Zucchini mit einer Reibe in kleine Streifen raspeln. Die Eier dazugeben, alles umrühren und dann das Mehl und die Gewürze hinzugeben. Nun kannst Du auch noch weitere Zutaten hinzufügen.Nimm vor allem Zutaten, die einen starken Geschmack haben: Parmesan oder eben geräucherter Tofu, ansonsten werden die Bratlinge zu …

Wie wollen wir leben? 12

Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung im Bistum Speyer, hat sich angesichts der momentanen Situation Gedanken darüber gemacht, wie wir zukünftig leben wollen. Und dazu zwölf Anstöße formuliert, die zunächst jeweils ein kurzes Bibelwort anführen und dann Anstöße für ein betendes Nachsinnen geben. Er lädt ein, der Frage nachzugehen, was uns Gott jetzt sagen will, und die eigenen Gedanken zu notieren. Wovon wollen wir uns künftig motivieren lassen?   Gott ist jetzt wohlwollend gegenwärtig. Bibel:Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? (Matthäus 16,25-26) Anstöße für ein betendes Nachsinnen:Zeit zum Träumen: Wie wäre es, wenn wir Lebensglück, nicht Geld anstreben würden? Wie wäre es, wenn Solidarität, nicht Gewinn uns leiten würden? Das Leben in Fülle suchen und ihm mehr Wert geben als allem, was man für sich gewinnen könnte. Und dann das eigene Leben nochmal relativieren und sich einsetzen, damit alle Menschen gut leben können und das …