Monate: Januar 2016

Was ist der Mensch…? Abt Aloysius gibt eine Antwort aus den Psalmen.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Psalm 139, Vers 5) Liebe Leserin, lieber Leser, Psalm 139 erfreut mich Woche für Woche. Die Verse dieses Psalms erklingen jeden Dienstag Abend in der Komplet, dem Nachtgebet, unserer Gemeinschaft. Der gesamte Psalm beinhaltet tröstliche Aussagen und zugleich vermittelt er eine tiefe Zuversicht. Darüber hinaus begleitet er mich schon seit vielen Jahren. In der Ausbildung zum Exerzitien- und Geistlichen Begleiter, wurde mir dieser Psalm einmal zur Betrachtung mit in die Meditation gegeben. Die „Ruminatio“, das „Auskosten“ der einzelnen Worte hat mir damals geholfen, eine neue und tiefe Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen. Gerne erzähle ich Menschen, die sich mir anvertrauen, von dieser Erfahrung und lade sie ein, ihre eigenen „Erfahrungen“ mit diesen Gebetsworten zu machen. In meiner Thompson – Studienbibel ist Psalm 139 mit den Worten „Von Gottes Allwissenheit und Allgegenwart“ überschrieben. Gott kennt mich. Er weiß um mich. Ihm bin ich nicht fremd. Was kann tröstlicher sein? Gottes Hände sind über mir. Ein Bild der Gutheißung und des Segens und Gesegnet sein. …

Ökumenische Bibelwoche – „Augen auf und durch“

Ökumenische Bibelwoche „Augen auf und durch“ Auch in diesem Jahr laden wieder die evangelisch-lutherische Lukaskirche, die katholische Pfarrgemeinde Sankt Josef und die Cella Sankt Benedikt gemeinsam zur ökumenischen Bibelwoche 2016 in unserem Stadtteil ein. In diesem Jahr steht der Prophet Sacharja im Mittelpunkt der Gesprächsrunden. Dieses kleine Buch aus dem sogenannten Zwölfprophetenbuch der hebräischen Bibel ist benannt nach dem Propheten Sacharja, der in der nachexilischen Zeit (ca. 520-515 v. Chr.) gewirkt hat. Die ersten acht Kapitel des Buches enthalten Worte dieses Propheten Sacharja, Kapitel 9–14 sind Sammlungen prophetischer Sprüche aus späterer Zeit. Der Prophet Sacharja 550 v. Chr. begann der Siegeszug des Perserkönigs Kyros gegen die Babylonier. 538 v. Chr. erlaubte er den fast 50 Jahre zuvor durch den babylonischen König Nebukadnezar nach Babylon deportierten Juden die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau des Tempels. Die Propheten Haggai und Sacharja begleiteten dieses Unternehmen mit ihren prophetischen Worten (vgl. Esra 5,1; 6,14). Sie kündigten eine neue Zeit des Heils für Israel an und prophezeiten Serubbabel, dem Statthalter von Juda, den Untergang der heidnischen Königreiche und die …

Heilige Kirche und Gemeinschaft der Heiligen

Theologisch: heilige Kirche? Wir haben inzwischen einige theologische Fragen gestellt bekommen und beginnen jetzt damit, eine nach der anderen zu beantworten. Die eingegangenen Fragen sind durchaus knifflig – das fordert den Theologen heraus! 😉 Hier Frage von Heike: “Neulich habe ich mich erst gefragt, warum eigentlich im Glaubensbekenntnis die „heilige Kirche“ und die „Gemeinschaft der Heiligen“ nebeneinander stehen. Läuft das nicht im Prinzip auf dasselbe hinaus? Da man um diese ganzen Formulierung aber meines Wissens seinerzeit heftig gerungen hat, müssen sie sich ja etwas dabei gedacht haben. Wo ist also der Unterschied, warum beides?” Die Antwort von Bruder Nikolaus: Die „heilige Kirche“ und die „Gemeinschaft der Heiligen“ sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der emeritierte Mainzer Dogmatiker Theodor Schneider schreibt in seiner Auslegung zum Glaubensbekenntnis: „Das Apostolische Glaubensbekenntnis nennt die im Heiligen Geist geeinte Gemeinschaft der Gläubigen die ‚heilige Kirche‘.“ (Theodor Schneider, Was wir glauben, Düsseldorf ²1986, S. 377) Er führt weiter aus, dass diese Bezeichnung eine direkte Fortsetzung biblischer Denk- und Sprechweise sei, da sich die nachöstliche Jüngerschar als auserwählt und heilig betrachtete.  Und die …

Aus der Klosterküche: Zucchini-Lasagne

Aus der Klosterküche: Zucchini-Lasagne In unserer Klosterküche wurde gestern diese leckere Lasagne gezaubert. Da keine Nudeln verwendet werden und daher kaum Kohlenhydrate, ist sie insgesamt sehr leicht verdaulich. hat super geschmeckt! 1 kg       große, dicke Zucchini 500 g    Hackfleisch 1            größere Zwiebel 1 – 2       Knoblauchzehen 1 Dose   Tomaten, stückig 1 Pck.    Frischkäse 100 ml  Milch n. B.     Sauerrahm 1 EL     Tomatenmark 150 g   Käse, gerieben Olivenöl Oregano Thymian Petersilie Salz und Pfeffer Paprika, edelsüß Zucchini waschen und längs in dickere Scheiben schneiden. In einer Pfanne in Olivenöl von beiden Seiten anbraten, auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Zwiebel in Würfel schneiden und in der Pfanne in wenig Olivenöl glasig dünsten. Knoblauchzehe dazu pressen und etwas mitdünsten. Das Hackfleisch hinzugeben und anbraten, mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen, 1 EL Tomatenmark hinzugeben, unterrühren und eine Minute anschwitzen. Tomaten hinzugeben und mit Oregano, Thymian, Salz, Pfeffer, Paprika würzen. 10 Min. auf kleiner Flamme köcheln lassen, zum Schluss die gehackte …

Was ist der Mensch…? Eine Antwort aus den Psalmen von Sr. Anna Schenck CJ, Hannover

Was ist der Mensch…? Psalmen aus dem Leben gedeutet Die Psalmen sind aus dem Leben entstanden und deuten uns das Leben. Sie sind wahre Fundstücke menschlicher Weisheit und Einsicht, innerer Bewegungen und voller Emotionen. Bei allem ist der Beter der Psalmen immer Gott suchend. In unserer Reihe „Was ist der Mensch…“, stellen uns verschiedene Persönlichkeiten ihren Lieblingsvers aus den Psalmen vor und deuten ihn uns anhand von vier Fragen. Die Psalmen, die aus dem Leben kommen, werden aus dem Leben gedeutet. Heute: Sr. Anna Schenck CJ aus hannover Welcher Psalm-Vers gefällt Dir besonders gut oder hat für Dich persönlich eine besondere Bedeutung? Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit. (Ps 25,5) Wie würdest Du den Vers in Deiner eigenen Sprache formulieren und welche Bedeutung hat der Vers für Dich persönlich? Ich versteh’s einfach nicht! Was soll ich tun? Was willst Du von mir? Was hast Du mit mir vor? Sag mir bitte, wo es langgeht, was mein Weg und Dein Auftrag für …

Was ist der Mensch… Psalmen aus dem Leben erklärt

“Was ist der Mensch…?” – Psalmen aus dem Leben erklärt Die Frage nach dem Menschen wird immer schwieriger zu beantworten. Was heißt es denn, Mensch zu sein und sich als Mensch zu erleben und zu erfahren? Gibt es den spezifischen Erfahrungshorizont, den wir menschlich nennen? Und doch definieren wir uns in einem fort, egal was wir tun. Unser Handeln und unsere Worte sind immer auch Selbstaussagen, sagt die Kommunikationspsychologie, und damit Selbstdefinition. Von daher sind auch alle gesprochenen oder gebeteten Psalmen eine Aussage über mich selbst, ja, das Beten selbst ist eine Selbstdefinition. Wer betet, sieht sich in der Regel einer zweiten Instanz oder Person gegenüber und fühlt sich in gewisser Weise auch von ihr abhängig. Mein Wohlergehen liegt nicht nur in meiner Hand, sondern wird wesentlich mitbestimmt von einem viel größerem Gegenüber. Ich bin existentiell bezogen auf den Ursprung meines Lebens und das Geheimnis des Seins. Wäre es anders, bräuchte ich nicht zu beten – es wäre eine Form des Zitierens oder Rezipierens, aber nicht Gebet. Gebet richtet sich an jemanden oder etwas und kommt ohne diesen …

theologisch?

Weißt Du, was Transsubstantiation ist? Oder warum es nur vier Evangelien gibt und was mit den anderen Schriften passiert ist, die vom Leben Jesu berichten? Warum wäscht sich der Priester bei der Gabenbereitung die Hände und was passiert eigentlich nach dem Tod? Glaube ist fragwürdig, das heißt, dass es gut und richtig ist, Fragen zu stellen und vor allem Fragen zu haben – nichts muss selbstverständlich sein, alles darf hinterfragt werden. Vielleicht hast Du auch Fragen zum Glauben oder zur Kirche und möchtest etwas erklärt bekommen? Im neuen Jahr beginnen wir eine neue Reihe “theologisch?”. Wir sammeln Deine Fragen und die der anderen und suchen vielleicht zunächst diejenigen aus, die vermutlich viele interessieren und werden die Antwort hier veröffentlichen. Stell uns also Deine Fragen, sei mutig und lass nichts aus, denn: wer nicht fragt bleibt dumm. Bruder Nikolaus und Bruder Karl-Leo werden Deine Fragen beantworten – oder wir werden sie auch weiterreichen, wenn Fachleute gefragt sind. Und sollten wir auf eine Frage gerade keine Antwort haben, so scheuen wir uns nicht, dies auch zu sagen. …

Ziele – so kannst Du es schaffen!

Ziele – so kannst Du es schaffen! Die ersten drei Tage sind um – das neue Jahr hat sich inzwischen etabliert. Da stelle ich Dir die Frage: Wie sieht es nun aus mit Deinen Vorsätzen, Zielen, Absprachen mit Dir selber, mit Deinen Ideen für das neue Jahr? Manche verzichten inzwischen auf irgendwelche Vorsätze oder Ziele, weil sie wissen, dass sie sie ohnehin nicht einhalten werden. Ich habe mir dieses Jahr nach langer Zeit mal wieder etwas zum neuen Jahr vorgenommen. Mein Ziel ist es in diesem Jahr zu versuchen, minimalistischer zu leben. In den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass ich vieles besitze, was ich eigentlich nicht brauche und auch schon teilweise seit Jahren nicht mehr in den Händen gehalten habe. Da stehen Bücher in meinem Regal, aus denen ich vor 20 Jahren das letzte Mal ernsthaft etwas gelesen habe. Ich habe Unterlagen von irgendwelchen Fortbildungen, die ich schon damals nicht sonderlich interessant fand. Oder es lagern irgendwelche Prospekte von netten Orten, spannenden Seminarangeboten oder Fortbildungsmöglichkeiten – teilweise gibt es diese Angebote nicht mehr und …